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Nach Restrukturierung der ehemaligen G+J-Fachtitel: Verleger Timo Busch vermeldet erstmals Gewinn

Sieht sein Portfolio auf dem Weg nach oben und wehrt sich gegen Kritik von Verdi: Medienunternehmer Timo Busch
Sieht sein Portfolio auf dem Weg nach oben und wehrt sich gegen Kritik von Verdi: Medienunternehmer Timo Busch

Der Kino & Co.-Gründer Timo Busch ordnet sein Firmenreich neu. Er hat die Fachmagazine Blickpunkt:Film, GamesMarkt und MusikWoche in einzelne GmbHs ausgegliedert. Jetzt erzielt der Unternehmenslenker mit den Aktivitäten, die er von Gruner + Jahr vor zwei Jahren erworben hatte, laut eigener Aussage erstmals einen kleinen Gewinn. Medienberichte, er würde Autoren nicht bezahlen, weist er zurück.

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Vom Kinokenner zum Verleger – Timo Busch hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere hingelegt. 2004 gründet der Kölner die Zeitschrift Kino & Co. und verkauft sie sechs Jahre später. Zeitweise gestaltet er den Internet-Auftritt der Cineplex-Kinos. 2014 gelingt ihm sein bislang größter Coup. Er kauft von dem Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr den auf die Unterhaltungsindustrie ausgerichteten Fachverlagsarm in München, die G+J Entertainment Media GmbH. Dazu gehören Titel wie Blickpunkt-Film, GamesMarkt und Musikwoche. Den Webableger kino.de, Teil des Gruner + Jahr-Pakets, veräußert er zwischenzeitlich an den Kölner Medienkonzern Ströer, wohl auch um den Kaufpreis zu refinanzieren.

Jetzt stellt der Jungunternehmer sein erworbenes Firmenreich auf neue Beine. Er steht kurz davor, die Muttergesellschaft Busch GmbH in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umzuwandeln. „Der Rechtsformwechsel ist beurkundet und wird in Kürze im Handelsregister eingetragen“, erklärt der Geschäftsmann gegenüber MEEDIA. Aufsichtsratsvorsitzender der KGaA wird Torsten Glatz, Geschäftsführer und Unternehmensgründer des Mediendienstleisters impress aus Mönchengladbach. Weiterer Anteilseigner wird die Aachener Kreativagentur Crolla Lowis. Zudem hat Busch weitere Kapitalgeber für sein Print- und Entertainment-Reich gefunden. „Wir haben mehrere Eigen- und Fremdkapitalgeber an Bord geholt“, betont der Geschäftsmann. Die Namen weiterer Investoren will er jedoch erst gegen Ende des Jahres preisgeben.

Busch Firmenreich steht noch vor einem weiteren Umbau. Wirtschaftlich rückwirkend zum 1. Juli wurden die Magazin-Titel Blickpunkt:Film, GamesMarkt sowie die Musikwoche in einzelne GmbHs ausgegliedert. Jetzt werden die Mitarbeiter arbeitsrechtlich Teil der neu gegründeten Firmen. Dies soll am morgigen Dienstag erfolgen, erklärt Busch. Dies ist jedoch nicht alles. Der Firmensitz der Busch Entertainment Media GmbH wird von München nach Köln verlagert. Von dieser Maßnahme sind die Mitarbeiter aber nicht betroffen. Sie würden unverändert in München arbeiten, heißt es.

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Auch wirtschaftlich sind am Verlegerhimmel erste Lichtstreifen zu erkennen. So erzielt der Unternehmer nach einer harten Restrukturierung erstmals einen kleinen Gewinn. „Unsere Münchener Aktivitäten haben in Q3 ein Ergebnis vor Abschreibungen und Zinsen in Höhe von rund 260.000 Euro erzielt. Der Turnaround und die Leistungsfähigkeit der einzelnen Titel sind damit erstmals sichtbar“, erklärt der Firmenlenker. Busch hatte die Zahl der Mitarbeiter deutlich verringert. Von ursprünglich rund 110 Arbeitnehmern sind in München noch 60 Angestellte beschäftigt.

Jetzt gibt es erneut Unruhe. Angeblich soll der Kölner Medienmacher finanzielle Probleme haben. So soll Busch die Honorare von freien Autoren sowie zeitweise auch die Gehälter von Angestellten nicht bezahlen können. Darüber berichtet die medienpolitische Zeitschrift „M Menschen Machen Medien“, deren Herausgeber ver.di ist, in einem Online verfügbaren Beitrag mit dem Titel „Busch Entertainment: Fachverlag oder Sandkastenspieler“. Busch weist dies auf MEEDIA-Anfrage zurück und würde sich gegebenfalls auch juristisch dagegen zur Wehr setzen.

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Alle Kommentare

  1. Hier kann ich meinem Vorposter leider nur zustimmen: Dieser Artikel ist entweder kein unabhängiger oder aber sehr schlecht recherchierter Journalismus. Beides bin ich von Meedia nicht gewohnt und widerspricht auch dem eigenen Anspruch und dem, was Nutzer sicherlich von Meedia erwarten.

    Bezeichnend, dass ein Online-Dienst auf einen thematisch relevanten Artikel hinweist, ohne diesen zu verlinken. Das spricht Bände. Hier Abhilfe: https://mmm.verdi.de/medienwirtschaft/busch-entertainment-fachverlag-oder-sandkastenspieler-35057

    Darin ist alles gesagt, um sich ein Bild von den tatsächlichen Zuständen zu machen.

  2. Hallo Herr Lipinski, nehmen Sie sich doch einfach mal eine Blickpunkt:Film/Videomarkt/Musikwoche/Gamesmarkt-Ausgabe von – sagen wir zwei Jahren (in öffentlichen Bibliotheken erhältich) – und eine von heute. Vergleichen Sie die Liste der freien Autoren, recherchieren Sie die Autoren von vor zwei Jahren und fragen sie nach, wer immer noch auf ausstehende Honorare wartet, wer nur mit anwaltlicher Hilfe sein Honorar erhielt und wer durch gerichtliche Mahnbescheide. Fragen Sie auch gleich, wer noch von Busch Medien Aufträge als Freier bekommt und warum (nicht). Fragen Sie auch nach dem Kommunikationsverhalten von Geschäftsführung und Chefredaktion und fragen Sie doch bitte auch, warum die Abonnementsrechungen für 2017 bereits im Sommer verschickt wurden. Und fragen Sie auch, warum die Honorare für Freie um eindrittel bis die Hälfte gekürzt wurden. Das wäre mal ein echt investigativer Journalismus und würde die Äußerungen von Timo Busch in Relation setzen. beste Grüße von jemanden, der erst mit Hilfe juristischer Mittel sein Geld von Timo Busch bekommen hat.

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