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DuMont-Umstrukturierung: Verlag lagert Abo-Betreuung aus und verkauft Teile der Call-Center-Sparte

DuMont-CEO Christoph Bauer „konsolidiert“ die Mediengruppe – und trennt sich dabei von Unternehmensteilen und Mitarbeitern
DuMont-CEO Christoph Bauer "konsolidiert" die Mediengruppe – und trennt sich dabei von Unternehmensteilen und Mitarbeitern

Die Geschäftsführung krempelt die DuMont Mediengruppe weiter um. Nachdem das Unternehmen am Dienstag einen ersten Personalabbau bei seiner IT-Tochter DuMont Systems angekündigt hatte, trennt sich das Kölner Verlagshaus nun auch von Teilen seines Call-Center-Geschäfts. DuMont Dialog soll im kommenden Jahr an einen neuen Eigentümer gehen.

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Wie die Geschäftsführung am Mittwoch erst dem Betriebsrat und wenig später auch der Belegschaft mitteilte, soll der Unternehmensteil an den Dienstleister Walter Services gehen, der vereinzelt bereits mit DuMont zusammengearbeitet hat. Die Tinte unter den Verträgen sei zwar noch nicht getrocknet, heißt es, der Deal aber beschlossene Sache. Über die Höhe des Deals ist nichts bekannt. Dass DuMont die „Zusammenarbeit“ mit Walter Services vertiefen wollte, wurde der Belegschaft bereits vor einigen Monaten angekündigt.

DuMont Dialog beschäftigt derzeit rund 350 Mitarbeiter an den Standorten Halle und Berlin. In einer internen Mitteilung, die MEEDIA vorliegt, heißt es, dass der neue Eigentümer alle Mitarbeiter übernehmen wolle. Allerdings steht darin auch: „Die künftige Neuausrichtung  der heutigen DuMont Dialog wird walter services ab Januar 2017 nach Vollzug der Transaktion verantworten. Dazu werden Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Betriebsräten gesucht.“

Mit dem Deal lagert DuMont auch die Abonnement-Betreuung für die eigenen Titel (u.a. Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung, Berliner Zeitung) aus. Dialog hatte sich darüber hinaus auch als Dienstleister positioniert und konnte Kunden wie Madsack oder auch die FAZ für sich gewinnen. Dem Vernehmen nach hat sich das Geschäft aber einfach nicht rentiert. Nach Angaben des Betriebsrates machte die Sparte im Jahr 2015 rund zwei Millionen Euro Verlust, für das laufende Geschäftsjahr würde mit rund einer Million Verlust gerechnet werden.

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Mit dem Verkauf von DuMont Dialog trennt sich das Medienhaus nun von einem Teil seines Call-Center-Geschäfts. Weiter festhalten will CEO Christoph Bauer offenbar am Dienstleister DuMont Process, der sich auf das Geschäft abseits der Zeitungen konzentriert. Im Kundenportfolio steht derzeit allerdings nur der Telekommunikationskonzern Kabel Deutschland/Vodafone. Gegenüber den Mitarbeitern erklärte Dietmar Wallner, Geschäftsführer der DuMont Medienservices, dass das Unternehmen in diesem Teil expandieren wolle. So solle sich die Mitarbeiterzahl von 96 auf 125 Angestellte erhöhen.

In dieser Woche ist es die zweite „Konsolidierung“, die DuMont bekannt gibt. Erst am gestrigen Dienstag informierte das Unternehmen die Belegschaft über einen Personalabbau bei der IT-Tochter DuMont Systems. Von der Schließung des Berliner Standortes sind 16 Mitarbeiter betroffen.

Darüber hinaus werden für den morgigen Donnerstag weitere, umfassende Maßnahmen erwartet. So hat die Geschäftsführung des Berliner Verlages (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) für elf Uhr zu einer Betriebsversammlung geladen. Im Vorfeld sickerte bereits durch, dass das Management offenbar plant, die beiden Titel Berliner Zeitung und Berliner Kurier redaktionell zusammenzulegen. In Unternehmenskreisen wird spekuliert, dass dabei rund ein Drittel der Redakteursstellen wegfallen soll. Von Stellenstreichungen wird voraussichtlich auch die DuMont Blattplanung betroffen sein.

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Alle Kommentare

  1. ZWANGS-ABO für MitarbeiterInnen im Dumont Verlag. Ab April 2016 Bezugspreis von 7,90 Euro auf 14.90 aufgestockt.
    Begründung (anfangs Mindestlohn) Nachfraglich aufgesplittet mit dem Kommentar: 10 Euro für Papierzeitung + 4.90 für E-Paper. E-Paper ist zwangsweise Bestandsteil des Abos. Mitarbeitern die kein Interesse betr. E-paper bekundeten oder denen die tech. Anlage fehlte, aber weiterhin 10.00 Euro für den DRUCKTEIL ÜBERWIESEN wurden Mahnungen zugesandt und mit Liefereinstellung gedroht,die letzendl. nach einigen Monaten auch duchgezogen wurden. Hauptzweck der Aktion:
    mit der Anzahl von E-Paperabonennten mehr Werbung zu generieren.
    Wahrscheinlich selbstherrlich von Betriebswirten od. Finanzwirten od.od. —entschieden. ( Hosenknopfverkäufer ja , RückgratjournalistenInnen,nein!

  2. P.S. : Was fragt der Ex-Redakteuer den Noch-Redakteuer bei McDoof?
    „Möchten Sie Pommes dazu?“

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