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Quartalszahlen: iPhone-Verkäufe gehen weiter zurück, Apple deutet aber im Weihnachtsgeschäft die Rückkehr des Wachstums an

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Hat aktuell wieder mehr zu lachen: Apple-Chef Tim Cook

Gepflegte Langeweile beim vermeintlich meist erwarteten Zahlenwerk der Berichtssaison: Apple ist im vierten Quartal seines Fiskaljahres eine Punktlandung gelungen. Zwischen Juli und September musste der Techpionier erneut die erwarteten Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verkraften. Mit 45,5 Millionen verkauften iPhones setzte Apple fünf Prozent weniger Geräte als im Vorjahreszeitraum ab. Der Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft macht indes Hoffnung: Zumindest nach Umsätzen dürfte Apple endlich wieder wachsen.

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Der Trend zeigt bereits das dritte Mal in Folge nach unten: Wie erwartet musste Apple auch zwischen Juli und September rückläufige Geschäftsergebnisse ausweisen – und verbuchte damit erstmals seit 2001 wieder ein komplettes Geschäftsjahr mit sinkenden Umsätzen.

Im abgelaufenen Quartal traf Apple-CEO Tim Cook jedoch fast haargenau die Prognosen der Wall Street: Nach 51,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum erlöste Apple in seinem letzten Quartal des Fiskaljahres 2016 nunmehr 46,9 Milliarden Dollar (– 9 Prozent), nachdem der Kultkonzern aus Cupertino in seinem Ausblick selbst 45,5 bis 47,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt hatte. Die Wall Street hatte den Umsatz mit durchschnittlich 46,7 Milliarden Dollar fast exakt prognostiziert.

45,5 Millionen verkaufte iPhones – Absatz fällt um 13 Prozent

Bei der Gewinnentwicklung waren die Auguren der Wall Street noch präziser: Statt wie prognostiziert 1,65 Dollar je Aktie fuhr der iKonzern 1,67 Dollar je Anteilsschein ein. Das entsprach einem Nettogewinn von 9 Milliarden Dollar nach 11,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Naheliegenderweise entwickelte sich auch die mit Abstand wichtigste Konzernsparte im Rahmen der Erwartungen: In den 92 Tagen zwischen Anfang Juli und Ende September setzte Apple 45,5 Millionen iPhones ab und setzte damit zahlenmäßig fünf Prozent weniger ab als im Vorjahreszeitraum.

Unter dem Strich gaben die Erlöse allerdings um 13 Prozent nach, weil mehr Kunden zu günstigeren Modellen wie dem iPhone SE griffen. Samsungs Note 7-Debakel hatte damit offenkundig nur einen begrenzten Einfluss auf die Absatzentwicklung von Apples Kultsmartphone.

Mac- und iPad-Sparte fallen weiter zurück

Weiter im Rückwärtsgang befindet sich unterdessen die Macintosh-Unit. Der ältesten Unternehmenssparte brachen die Absätze um 14 Prozent auf nur noch 4,88 Millionen verkaufte Macs weg.

Auch die iPad-Unit befindet sich wie erwartet weiter im Rückwärtsgang: Die Erlöse gaben um 6 Prozent auf 9,27 Millionen abgesetzte Einheiten nach. Einen Hoffnungsschimmer für einen Turnaround bietet indes ein Blick auf die Umsatzentwicklung, die wegen der hochpreisigen Pro-Serie mit 4,25 Milliarden Dollar nahezu auf Vorjahresniveau verharrte.

iTunes-Sparte wächst um 24 Prozent

Für den erwarteten Lichtblick sorgte dagegen die iTunes-Divison, die dank steigender Abonnements von Apple Music und iCloud um 24 Prozent auf Erlöse von immerhin schon 6,4 Milliarden Dollar zulegen und dabei die Analystenschätzungen von 6,1 Milliarden Dollar deutlich übertreffen konnte.

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Die Erlöse der Apple Watch wies der Techpionier erneut nicht aus, sondern versteckte seine Smartwatch mit dem iPod, Apple TV und Accessoires weiter in der Kategorie „Andere Produkte“, deren Erlöse um 22 Prozent nachgaben. Das Minus deutet an, dass der Einbruch bei Apples Smartwatch möglicherweise doch nicht ganz so erdrutschartig ausgefallen ist wie wenige Stunden zuvor vom Marktforscher IDC prognostiziert.

Ausblick über den Erwartungen, Aktie fällt trotzdem nachbörslich um 3 Prozent

Weitaus kritischer als die Quartalszahlen des abgelaufenen Dreimonatszeitraums wurde von der Wall Street indes der Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft beäugt, zumal Apple erstmals seit Einführung des iPhones auf eine Bekanntgabe der Erstverkäufe am Startwochenende verzichtet hatte.

Die neuen iPhones dürften sich offenkundig jedoch so robust verkaufen, dass Apple für das laufende erste Quartal des Fiskaljahres 2017 mit einer Erlösschätzung von 76 bis 78 Milliarden Dollar eine Rückkehr des Umsatzwachstums andeutete. Ob es auch für einen Gewinnanstieg reicht, bleibt offen.

Im Vorjahr hatte Apple den Rekordgewinn von 18,4 Milliarden Dollar bzw. 3,28 Dollar je Aktie eingefahren. BTIG-Analyst Walter Piecyk hat aus Apples eigenen Prognosen unterdessen einen erwarteten Gewinn zwischen 3,11 und 3,28 Dollar errechnet.

Die Wall Street hatte offenkundig jedoch mehr erwartet: Nach Handelsschluss fielen Apple-Aktien um 3 Prozent auf 115 Dollar zurück.

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Alle Kommentare

  1. Geben die Apple-Aktien nicht nach jeder Quartals-Meldung ein wenig nach ?

    Die Marktsättigung war für das iPhone6 schlecht und Aple musste wohl die Kapazitäten kürzen. Aber diese zurückgehaltenen Käufe werden jetzt „nachgeholt“ also ist es für das iPhone7 und dann 9 oder so vielleicht wieder besser während das 8 wieder Peche haben könnte.

    Und die Markt-Sättigung ist auch für die Asiatischen Hersteller genau so zu spüren. Für 300-400 Euro gibts ja schon anständige FullHD-Handies mit DualSIM 2-4 GByte RAM, 64 GByte Flash usw. Oder man behält einfach sein altes Handy weiter.

    Überraschend ist eher, das die SE nicht genau so viel Profit einbringen wie die größeren Modelle. Die senken zwar den Umsatz, laut Hardware-Zerlegern sind die Geräte aber oft recht profitabel und alle anderen Hersteller neidisch darauf. Der Gewinn wäre nur von den Stückzahlen und nicht von der konkreten Preis-Höhe der verkauften Geräte abhängig weil jedes Gerät denselben Profit einspielt. Das hiess es zumindest früher.

    Die Macintoshs sind teurer geworden. Da bleibt kleinen Kunden nur Hackintosh oder alte Geräte kaufen und aufrüsten. Aufrüsten geht seit Tim Cook wohl nicht mehr.
    Dank Moores Law werden (im Gegensatz zum volkswirtschaftlichen Dauer-Inflationismus mit Nobelpreisträgern und inflations-höriger Wirtschafts-Presse) pro Dollar alle 18 Monate DOPPELT so viel Rechenleistung bezahlbar! Das betrifft CPUs, RAMs, SSDs, Chips. Eher nicht so sehr Gehäuse, Trafos und vielleicht auch Displays leider nicht so sehr. Von diesem Preis-Verfall kleine Mac-Kunden leider wohl wenig. 299-Euro-Handies hingegen haben inzwischen 8 Cores, 2 GigaByte RAM und 64 GByte Flash und FullHD wo vor 3 Jahren laut Moores Gesetz genau ein Viertel für denselben Preis üblich waren. Das vergisst die Presse leider immer statt einfach die Preis-Entwicklungen auf einer Excel/OpenOffice/LibeOffice-Grafik aufzutragen.

    Die groß-formatige (12″ ?) (das ist das Haupt-Attribut und nicht primär der Preis auch wenn das natürlich bei den Umsatz-Zahlen relevant ist) Ipad Pro-Serie ist ja wohl auch auf Industrie und Business ausgerichtet, weil die eher auf dem Tisch, Hotel-Rezeption, Flughafen-Terminal oder Pick-Up-Gabel-Staplern z.b. vielleicht bei Ikea oder großen Bau-Märkten… eingebaut wird als das man auf dem Arm damit im Warenlager herumläuft.
    Zusammen mit IBM könnte man WINTEL aus dem Business-Markt drängen. Leider erkennt Tim Cook das nicht und spart lieber an unseren Mac-Geräten.
    Die Presse basiert auf Macintosh. Auch die Druck-Industrie basiert auf der Photoshop/PDF/…-Infrastruktur von Adobe. Da sollte man Tim Cook systematisch kritisieren so wie man es bei der Fußball-Presse macht wo keiner herum-luscht wie es bei volks-schädlichem Boni-Mis-Management und Schuldenmacher-Politikern oder Klima-Wandel-Leugnern seit Ewigkeiten geduldet wird.

    Die Presse sollte endlich mal dokumentieren, wo iPadPro verbaut werden. Die sind wo (dank besserer Programmierer als in WifiFreien-Rückständigen Diktaturen wo Links verboten sind und sogar Fahrkarten-Automaten und Online-Banking verhasst sind) Software passend realisiert werden kann (siehe Löwen gestern beim Interface vom Softeis-Roboter) ein Touch-Screen-basierter Ersatz für NCR-Terminals usw. Wenn man mal schaut, was die Geräte vom Postboten/Hermes-Boten usw. kosten, ist ein iPad-Pro plötzlich gar nicht mal mehr so teuer und könnte jeden bösen Paket-Dieb/“Nomaden“ oder im Geschäft/Restaurant/Flughafen-Kneipe… jeden Kreditkarten-Bezahler und folglich auch die Betrüger fotografieren.

    Vielleicht aber wird Tim Cook der Marissa Mayer/Stephen Elop von Apple und verwaltet es zugrunde.
    Steve Jobs hat auf dem Krankenbett Facetime erfunden damit er tod-krank die Firma regieren und jedem ins Gesicht gucken konnte statt (wie bei Google und Microsoft weshalb auch GoogleMail und Outlook so gut und beliebt bei Strombergs und Lehmschicht sind) per Email. Die Boni-Manager vom Golfplatz hingegen sind dazu wohl nicht mehr in der Lage…

    Apple könnte auch die Visoren von Star-Trek-TNG lizensieren und alle Monitore durch Apple-WirelessHDMI/WiGig/60GHz/WiFi-ad-Videobrillen ersetzen. Dann macht es keinen Sinn, eine Android-Brille zu kaufen weil die keine Updates kriegt und Apple die 100-200 Euro Aufpreis wert ist weil man länger was davon hat und der Gebraucht-Markt es honoriert und im Gegensatz zu vielen Android-Geräten nicht ständig ausgeleierte Akkus nachkaufen muss. 2006 bei der Fußball-WM war hier alles voll mit Röhren-Fernsehern und die Eltern und Großeltern lernten: nur „HDready“ ist gut. Inzwischen sind die Röhren ausgestorben. Dasselbe passiert hoffentlich bald mit Monitoren: Groß, Schwer, keine 12 Volt: Dinosaurier wie Tasten-Handies oder Trabbis.

    Genau das ist die Stärke von Apple: wie Lotus Esprit kleinere kompaktere knackige attraktive hochwertige Alternativ-Produkte zum fetten System-Establishment: iMac, Mac-Mini, iPhone, iPad, AirPad, iPadPro, AirBook. Da würde der Visor/Videobrille gut dazupassen. Genau daher gibts keinen 999″-Apple-TV der vielleicht $500 einspielt wo man lieber 5-6 iPhone SE verkauft und denselben Profit hat und 10mal so viele in einen Schiffs-Container oder Apple-Store-Schrank bekommt als einen dicken fetten (und im Vergleich zum Volumen unprofitableren) Apple-TV. Dazu zählen im Prinzip auch diese teuren kleinen Kopfhörer. Die Frage ist, ob diese schlauer werden und die iWatch ergänzen/ersetzen und eigenständiges Siri-at-the-Head werden wenn die Rechenleistung steigt. Schaut mal wie klein MicroSD karten sind und wie viel Sprach-Memos und Termine man als Boni-Trilliarden-Manager oder Musik-Texter oder Buch-Autor beim Joggen oder Gassi-Gehen darauf sprechen könnte. Oder ob Controller Tim Cook lieber verwaltet und sich selber bejubelt…

    Das das iCloud, Apple-Music, iTunes,…-Business zulegt ist aber Stärkung dieses Standbeines – wenn vielleicht auch un-absichtlich in dieser Stärke zum Hardware-Geschäft. Sind die Aktienkurse/Zahlen von Microsoft und SAP und halt Amazon nicht neulich auch wegen ihrer Cloud-Umsätze so beliebt geworden ?

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