Podcast-Offensive der Rheinische Post: Digital-Experte Fiene und Chefredakteur Bröcker als „Hauser & Kienzle“ von der RP

Michael Bröcker, Chefredakteur der Rheinischen Post, gibt seinen Lesern jetzt auch was auf die Ohren
Michael Bröcker, Chefredakteur der Rheinischen Post, gibt seinen Lesern jetzt auch was auf die Ohren

Von wegen, die einzige Zukunft des Online-Journalismus liege im Bewegtbild. Noch immer goutieren die Nutzer das geschriebene Wort und rund um das Thema Podcast entsteht derweil ein echter Medien-Trend. Den unterstützt nun auch die Rheinische Post mit einer richtigen Audio-Offensive. Neben einem täglichen Nachrichten-Überblick, wird Chefredakteur Michael Bröcker einmal pro Woche selbst zum Mikrofon greifen.

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Jeden Freitag will der Blattmacher zusammen mit seinem Digital-Experten, Daniel Fiene, das neue Format „@Fiene und Herr Bröcker — der Podcast mit dem Chefredakteur“ bespielen. In der Sendung wollen die beiden ihren Hörern die wichtigsten Themen der Woche auf launige Art und Weise näherbringen. Dabei planen sie auch immer Einblicke hinter den Kulissen der Zeitung. Zum Schluss beantwortet Bröcker noch einige Leserbriefe und verrät, was in der kommenden Woche wichtig wird.

Wer die beiden Protagonisten kennt, kann sich durchaus vorstellen, dass es ein höchst unterhaltsames Format werden kann. Zudem bringt Fiene („Was mit Medien“, „Sendung mit dem Internet“) jede Menge Radio-Erfahrung mit. Intern sieht sich das neue Format als eine Podcast-Version des frotzelnden Moderatoren-Duos Hauser & Kienzle von „Frontal“ (ZDF).

Ebenfalls interessant dürfte der „Aufwacher“ werden. Montag bis Freitags, immer um 7 Uhr morgens, will die Redaktion eine Zusammenfassung aller wichtigen Nachrichten direkt vom RP-Newsdesk liefern. So können die Menschen auf ihren Weg zur Arbeit hören, was wichtig ist und wichtig wird.

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Alle Kommentare

  1. Dem Experiment der RP kann man nur viel Quote wünschen. Denn das damals erfolgreiche Streit-Magazin „Hauser & Kienzle“-Prinzip wäre heute auch die Rettungsidee für bedrohte Polit-Magazin-Formate.

    Gerade in Zeiten der „Lügenpresse“-Vorwürfe könnte ein demonstrativer Sendungs-Pluralismus durch zwei streitbare Moderatoren (rechts – links) glaubwürdiger ankommen als durch einen einzelnen Moderator, dessen „Farbe“ ja beim misstrauischen Zuschauer bekannt ist. Seit dem Weggang von Hauser & Kienzle hat sich die Einschaltquote bei Frontal glatt halbiert. Warum wohl? Die meisten Hauser-Fans sind jedenfalls weg, sagt die interne ZDF-Auswertung.

    Eigentlich sollte das im ZDF alle alarmieren. Erfahrene Medienpolitiker*Innen, die dort das pluralistische Hauser & Kienzle-Prinzip erneut vorschlagen , werden von mittleren „Redaktionsverwaltern“ mit folgender Weisheit abgebürstet, „Das geht nicht – weil heute ist eine andere Zeit“. Stimmt – eine Zeit mit halbe Einschaltquote. Aber ja keinen Fehler zugeben!

    Vielleicht können die ZDF-Chefs daraus lernen, wie attraktiv ein demonstrativ-pluralistisches Format sein kann. Es genügt nicht, jetzt eine neue Recherche-Unit aus übrig gebliebenen Kollegen zusammen zu klauben, um mit „noch besseren Stories“ das Lügenpresse-Geschrei zu widerlegen, um glaubwürdiger zu werden, um verlorene Zuschauer-Schichten zurück zu holen. Man glaubt den Polit-Magazinen nicht mehr – wegen ihrer (vermeintlichen) Einseitigkeit.

    Mehr denn je kommt es auch auf politisch (!) glaubwürdige Präsentatoren an. Hauser & Kienzle haben es – gemeinsam gegeneinander streitend – in schwierigen Zeiten vorgemacht. Von 1993 – 1999. Damals war „Frontal“noch das preisgekrönte „Flaggschiff des ZDF“- und das erfolgreichste Polit-Magazin aller TV-Sender. Und heute? Auch Sie waren damals dabei, Herr Intendant. Erinnern Sie sich noch?

  2. Ich finde Podcasts im Allgemeinen ein sehr angenehmes Format. Man kann es super nebenbei hören, während man mit anderen Dingen beschäftigt ist. Das geht beim TV-Format einfach nicht. Auf diese Art und Weise das Wichtigste der Woche zu erfahren, stelle ich mir interessant vor, insbesondere wenn die Soundqualität und das Mikrofon stimmen.

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