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Lobenswerte Transparenz: Schweizer Fernsehen macht Assads Interview-Bedingungen öffentlich

Das Schweizer Fernsehen SRF machte die Bedingungen für das Interview mit Assad transparent
Das Schweizer Fernsehen SRF machte die Bedingungen für das Interview mit Assad transparent

Das Schweizer Fernsehen SRF hat ein Interview mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad geführt und gesendet. Solche Interviews sind umstritten, da stets die Gefahr besteht, von den Diktatoren als Bühne genutzt zu werden. Beim SRF hat man mit dem Gespräch darum zeitgleich die Bedingungen Assads für das Zustandekommen des Interviews veröffentlicht.

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Oft werden solche Bedingungen erst nach Kritik nachgereicht – wie etwa im Fall des Interviews, das der Bayerische Rundfunk mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan führte. Beim Schweizer Fernsehen haben sie in einem Kasten die Bedingungen aufgeführt, die die Assad-Seite an das Interview stellte.

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So wurde das Gespräch von syrischen Kameraleuten gedreht und die Länge (20 Minuten) war vorab festgelegt. Eine Bedingung war, dass das Interview in voller Länge ungeschnitten gesendet wird. Offenbar fürchtete Assad, dass das Interview geschnitten gezeigt wird, unterbrochen von Bildern, die den Schrecken des Bürgerkriegs in Syrien zeigen. Fragen mussten allerdings keine vorab eingereicht werden. „Vor kritischen Fragen scheint er sich nicht zu fürchten“, notiert der SRF.

So konfrontierte „Rundschau“-Moderator Sandro Brotz Assad durchaus mit den Folgen seiner Politik, indem er ihm etwa das berühmte Foto des traumatisierten Jungen Omran aus Aleppo zeigte. Assad reagiert darauf mit der Aussage, mit seinen Angriffen würde er diese Leute vor „den Terroristen“ schützen. Interviews mit Machthabern wie Assad bringen wenig – außer der Erkenntnis, dass diese ein in sich geschlossenes Weltbild haben, das durch kritische Fragen nicht erschüttert wird. Immerhin das das Schweizer Fernsehen im Anschluss an das Interview Einordnungen und Analysen gezeigt, die die Aussagen Assads erklärt und kritisch beleuchtet haben.

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Alle Kommentare

  1. „Interviews mit Machthabern wie Assad bringen wenig – außer der Erkenntnis, dass diese ein in sich geschlossenes Weltbild haben, das durch kritische Fragen nicht erschüttert wird.“

    Das dürfte aber auch auf so ziemlich jeden Interviewpartner zutreffen, inklusive aller deutscher Politiker. Sinn eines Interviews im Fernsehen ist es ja auch, dass der Interviewpartner seine Argumente ungefiltert vortragen kann und dabei auch zeigen muss, wie er mit kritischen Fragen dazu umgeht. Hinterher kann man dann über die Argumente öffentlich kritisch diskutieren – das nennt sich demokratische Willensbildung.

    Wenn die Journaille (im Gegensatz zu echten, der Wahrheit verpflichteten Journalisten) Angst davor hat, als „böse“ eingestufte Menschen zu interviewen (oder wenn doch dann als Mindestanspruch diese zu „entlarven“), kann das nur einen Grund haben: Offenbar trauen diese Meinungsmacher ihren eigenen Argumente nicht und müssen daher versuchen, alle Gegenargumente unter dem Deckel zu halten.

  2. Werte Meedia-Redaktion,

    macht doch auch mal eure Vorgaben öffentlich wie ihr hier „berichten sollt“ und nennt doch auch mal die Namen die sich hinter „Meedia-Redaktion“ verbergen.

    Das wäre doch auch ein wichtiger Schritt hin zu Richtung Transparenz oder ist das bei euch jetzt „ganz anders“?

  3. Die „Bedingungen“ sind doch absolut fair und transparent. Er wollte sich damit lediglich vor „Lügenpropaganda“ der Systempresse schützen…

    Die „Bedingungen“ von Stars wie Madonna, Jay Lo und Co. sind da viel krasser!

    Aber er ist ja nur Präsident….

  4. kleiner hinweis an die redaktion, das Wort Rundfunk existiert im schweizerischen Sprachgebrauch nicht, höchstens für ausländische Sender wie z.b. ORF oder deutsche Sender. Wir benützen immer die Redewendung Radio und Fernsehen, darum heisst SRF ausgeschrieben auch Schweizer Radio und Fernsehen. Damit würde es auch korrekt „notiert SRF“ heissen. SRF ist ähnlich wie DHL ohne Artikel.

  5. Aha, SRF wird gelobt für die „Transparenz“!?!

    Dies ändert nichts an der unglaublichen Schande für das öffentlich rechtliche Fernsehen eines angeblich neutralen Staates, dass SRF über den Syrienkrieg fünf Jahre lang bloss das USA/NATO/Golfstaaten/Daesh-Narrativ erzählt hat, fünf Jahre, in denen 400K Menschen umgebracht, Millionen verletzt und noch mehr Millionen aus ihren Häusern auch zu uns gebombt wurden aus nichts anderem als Macht-, Erdgas- und Geldgier. Eine informierte Weltöffentlichkeit hätte schon vor Jahren dagegen auf- und hinstehen können und viele Menschen retten und viel Unheil verhindern können.

    1. Menschen retten bringt in neutralen Staaten socialmedialen Shitstorm und Wahlniederlagen………merken Sie selber, oder?

  6. Ich finde, das Interview in voller Länge zu Zeigen als Bedingung richtig. So oft wurden Interviews geschnitten, um nur das Propaganda der westlichen Medien zu verbereitern.
    So sollten alle Medien (Neutral) Berichte statten.
    Weiter so

    Stay Neutral

  7. Wäre ja noch schöner, wenn man nur Interviewfetzen senden will.
    Plötzlich wird Assad noch zu einem Nazi, weil er den Arm zur Nase führte.
    Unter den Umständen wäre ein Interview mit deutschen Medienschaffenden undenkbar. Die Pressefreiheit erlaubt die populistische Verzerrung… nach Meinung deutscher Qualitätsmedien.

  8. So ein tolles Interview hätte dem Dt. Fernsehen auch mal gut getan. V.a. die Offenlegung der Bedingungen ist eine besonders gute Sache und nur so ist auch gewährleistet, dass nicht der Bock mit dem Gärtner verwechselt wird. Nicht Assad ist böse sondern die von der Nato beauftragten Terroristen töten alles und jeden in Syrien. Dazu hier ein Link damit jeder sich überzeugen kann, sofern er/sie denn möchte.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/10/01/peinlich-fuer-obama-russland-bombardiert-von-usa-finanzierte-terroristen/

    Danach sieht man unsere unabhängigen, informativen Berichte der Journalisten hoffentlich nicht mehr rosa gefärbt.

    1. Echt jetzt? Deutsche Wirtschaftsnachrichten? Und Assad ist der Friedensengel? Das muss ein von Assad gemischter chemischer oder biologischer Wirkstoff sein, den Sie da eingeatmet haben.

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