„Hart aber fair“ zum ARD-Event „Terror – Ihr Urteil“: alles, außer gewöhnlich

Bei „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg (r.) ging es nach dem ARD-Event „Terror – Ihr Urteil“ rund.
Bei "Hart aber fair" mit Frank Plasberg (r.) ging es nach dem ARD-Event "Terror – Ihr Urteil" rund.

Selten hat eine TV-Gesprächsrunde ein so komplexes Thema so lebhaft diskutiert: Ist der Kampfpilot Lars Koch schuldig oder nicht schuldig? In "Terror – Ihr Urteil", dem TV-Event der ARD, hatten die Zuschauer die Qual der Wahl – die Abstimmungsergebnisse wurden in "Hart aber fair" mit Frank Plasberg präsentiert und diskutiert.

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Es ist 21.38 Uhr. Es ist eine besondere Ausgabe von „Hart aber fair“. Knapp sieben Millionen Zuschauer haben soeben „Terror – Ihr Urteil“ gesehen. Das ARD-Event zum Abstimmen und Mitreden. Und damit den fiktiven Fall um den Kampfpiloten Lars Koch, der ein entführtes Flugzeug mit 164 Passagieren abgeschossen hat, um 70.000 Menschen in einem vollbesetzten Fußballstadion zu retten. Er hat eine Entscheidung getroffen und steht wegen des Abschusses vor Gericht. Der Zuschauer hat nun die Qual der Wahl: Ist er schuldig oder nicht? Das Ergebnis der multimedialen Eurovision-Abstimmung – der Zuschauer von ARD (Deutschland), ORF (Österreich) und Schweiz (SRF) – wird von Frank Plasberg in „Hart aber fair“ präsentiert, aufgerollt und diskutiert.

Wenn die Diskussionen in Deutschlands Wohnzimmern nur halb so leidenschaftlich geführt wurden, wie bei „Hart aber fair“, ist das Gedankenexperiment geglückt.

Denn selten hatte die TV-Gesprächsrunde ein so komplexes Thema so lebhaft diskutiert, funktioniert es doch zeitlos und unabhängig von der getickerten Nachrichtenwirklichkeit – und akzeptiert fast nur die subjektive Wahrnehmung als harte Währung. Immerhin stand diese zur Debatte: Mit einer deutlichen Mehrheit haben 86,9 Prozent der Deutschen für Freispruch gestimmt – ähnlich fiel auch das Ergebnis in Österreich und der Schweiz aus, das während der Live-Sendung von Plasberg eingeholt wurde. Repräsentativ ist diese Umfrage nicht. Absolute Zahlen fehlen, während der Abstimmung sind sogar technische Probleme aufgetreten. Das ist für eine Live-Abstimmung bitter. An Brisanz hat die Debatte dadurch aber nicht eingebüßt.

Die Diskussion sollte sich als alles, nur nicht als gewöhnlich, entpuppen. Mit einem Frank Plasberg als geduldigem Zuhörer, der das Mikrofon sogar ins Publikum reicht. Mit Kopfschütteln im Publikum. Mit Szenenapplaus. Und mit einem überaus beeindruckenden Gerhart Baum. Der FDP-Politiker und ehemalige Bundesinnenminister hat bereits in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (durch die Blume) ein Sendeverbot des Fernsehfilms gefordert – Autor Ferdinand von Schirach, der das Theaterstück erdacht hat, würde den Zuschauer „verführen“, gegen das Grundgesetz zu stimmen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, beharrte Baum auch bei „Hart aber fair“. Darüber hinaus sei der Ausgang einer Flugzeugentführung bis zuletzt nicht entschieden. Baum verwies auf ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2006, an das sich alle zu halten hätten. „Sie töten!“, attestierte Baum den Zuschauern.

Dagegen halten sollte etwa der CDU-Politiker Franz Josef Jung, der von 2005 bis 2009 das Amt des Bundesverteidigungsminister inne hatte und über seine Zerrissenheit als zuständiger Befehlshaber philosophierte. Gegen das Temperament von Baum („Sollen nun auch Ärzte anfangen, Todgeweihte aufzugeben?“) war aber auch er machtlos. Auch Thomas Wassmann, früherer Major der Luftwaffe und Kampfjet-Pilot, konnte Baum nicht umstimmen. Zwar sägte Wassmann an einer der wichtigen These von Baum („Die Verfassung ist klüger als wir“), indem er zu bedenken gab, vielleicht decke die Verfassung ja nicht alles ab – doch entkräften konnte Baum letztlich nicht.

Einzig Petra Bahr, eine Theologin, konnte Baum zumindest zügeln – war sie doch die moralische Instanz in der Runde, die dem Verfechter der Verfassung mit einordnenden Wortbeiträgen zu Würde, Menschlichkeit und Moral etwas entgegensetzen konnte. Ihre vielleicht größte Stärke war aber gleichermaßen ihre größte Schwäche, die der Ausgewogenheit der Runde erneut geschadet hat: Klare Kante zeigte Bahr nicht. Sie hat als einzige keine klare Meinung vertreten.

Dabei ging es ihr offenbar wie einem Großteil der Zuschauer. Um die Zuschauermeinung – Abseits von der Schwarz-Weiß-Meinung „schuldig“ oder „nicht schuldig“ – abzubilden, wurde zwölf Zuschauern „Terror – Ihr Urteil“ vorab gezeigt und ihr Abstimmungsverhalten während des Streifens beobachtet. Insgesamt hat es 28 Umentscheidungen gegeben, bis sich schließlich neun Teilnehmer auf „nicht schuldig“ festgelegt haben. In bewährter „Hart aber fair“-Manier hat Brigitte Büscher noch die Social-Media-Reaktionen ergänzt.

Ein interessanter Kniff, bei dem man sich allerdings fragt: Kann und darf das alles gewesen sein? Wurde den Zuschauern in 85 Minuten Film überhaupt die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst? Was sind ihre Beweggründe gewesen? Warum hat man nicht einfach einen Zuschauer mit in die Diskussionsrunde gesetzt?

Doch eines ist unbestritten: „Terror – Ihr Urteil“ und die anschließende Diskussion bei „Hart aber fair“ dürften für die ARD ein voller Erfolg gewesen sein. Das unterstreichen auch die Quoten. „Was für ein Abend heute, hier im Ersten“, beschließt Frank Plasberg seine Sendung.

Dieser Abend war alles, außer gewöhnlich.

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Alle Kommentare

  1. Hier der Bericht ueber den Abschuss von MH17:

    https://www.welt.de/politik/ausland/article158421815/Flug-MH17-mit-russischer-Rakete-abgeschossen.html

    Auch hier wurden Teile der BUK-Rakete gefunden und sichergestellt und auch Truemmerteile die zeigen dass diese Maschine durch eine Schrappnellwolke geflogen ist.

    Von daher trauere ich mit allen Angehörigen und Hinterbliebenen der Passagiere aus diesen abgeschossenen Maschinen und genau deswegen darf es fuer sowas NIEMALS eine Legalisierung geben.

  2. Darueber hinaus muss ich bei der Sache immer an weitere Fälle von abgeschossenen Verkehrsflugzeugen und deren unschuldige Opfer denken. Denn was waren diese Fälle??

    1. MH17 (abgeschossen)
    2. MH370 (Verschwunden aber Daten bei Flightradar und gefundene Truemmer die Einschuss-Spuren und Brandspuren aufweisen in Madageskar, Reunion und angrenzenden Gebieten)
    3. Egypt-Air
    5. der Fall Metrojet ueber dem Sinai

    https://www.welt.de/politik/ausland/article148312616/Die-Mobiltelefone-klingelten-im-Sand-des-Sinai.html

    Von daher: mit solcher Abschießerei muss ein fuer alle Male Schluss sein und sowas gehört ein fuer alle Male vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) und vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und vom Internationalen Gerichtshof verboten zum Schutze aller Passagiere an Bord von Verkehsflugzeugen in aller Welt und zum Schutze der Menschen am Boden!

  3. Darueber hinaus:

    So ein Abschuss ist laut internationalem Recht (UN-Zivilpakt Artikel 6 und UN-Menschenrechts-Charta Artikel 5) die verbotene Vollstreckung der verbotenen Todesstrafe! Zusätzlich ist die Todesstrafe ueber die EU-Grundrechte-Charta Artikel 2 und Artikel 3 verboten (Niemand darf zur Todesstrafe verurteilt, geschweige denn hingerichtet werden) und auch nach Artikel 102 Grundgesetz (Die Todesstrafe ist abgeschafft).

    Damit stellt sich dieser Kampfjet-Pilot Koch hier außerhalb geltendem internationalem, europäischem und deutschem Recht! Und damit ist er ganz klar zu verurteilen und damit gibt es hier nur ein richtiges Urteil: SCHULDIG!!

    Daher ergeht im Namen des Volkes folgendes Urteil:

    dieser Pilot Herr Koch ist des Mordes schuldig
    a) in 164 Fällen betreffend die Passagiere an Bord
    b) in weiteren mehreren tausend Fällen betreffend die unschuldigen Menschen im Stadion

    Daher wird dieser Kampfjet-Pilot Herr Koch zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
    Auch sämtliche Politiker, die sowas anordnen oder gar legitimieren, werden von mir zu lebenslanger Freiheitsstrafe sowie zu lebenslangem Berufsverbot in der Politik verurteilt!

    Begruendung:

    Diese Passagiere können sich hier nicht wehren, sie haben sich keines Vergehens oder Verbrechens schuldig gemacht und werden zum Spielball der Politik gemacht.

    Denn im Falle des Abschusses regnet brennendes Kerosin in das Stadion herunter und tötet und verletzt dadurch weitere Menschen. Zusätzlich dazu kommt ein Truemmer-Regen der ebenfalls das Stadion trifft (die Truemmer brennen nach dem Abschuss) und diese verletzen und töten weitere Menschen.

    Zusätzlich ist es ueber deutsches, europäisches sowie ueber internationales Recht verboten, Leben gegen Leben abzuwägen und unschuldige Passagiere zur Todesstrafe zu verurteilen. Die Passagiere muessen hier dem Schutz durch den Rechtsstaat vertrauen können und darauf, dass dieser Rechtsstaat ihre Leben sowie das Leben aller Menschen schuetzt. Kein Leben ist mehr wert als ein anderes.

  4. @ meedia.de

    Sorry aber das Teil ist leider traurigerweise KEIN Gedanken-Experiment, weil es beinahe vor zwei Tagen hier ueber Unterfranken 330 unschuldige Passagiere getroffen hat nach einer Funkpanne bei einem indischen Airliner von Jet-Air:

    http://www.aerotelegraph.com/deutsche-kampfjets-fangen-boeing-777-ab

    “ Deutsche Kampfjets fangen Boeing 777 ab“

    „Die Flugsicherung konnte über Deutschland keinen Kontakt zu einer Boeing 777 von Jet Airways herstellen. Deshalb stiegen zwei Eurofighter zum Flieger auf.“

    „Die Boeing 777-300 war unterwegs als Flug 9W 118 von Mumbai nach London. Nachdem sie vergangenen Donnerstag (16. Februar) den Luftraum der Slowakei verlassen hatte, brach der Kontakt zur Flugsicherung der Tschechischen Republik ab. Die Maschine von Jet Airways mit 330 Passagieren an Bord flog trotzdem unbeirrt weiter in Richtung Großbritannien.“

    „Auch in Deutschland konnte die Flugsicherung keinen Kontakt zur Boeing 777 von Jet Airways herstellen, wie die Zeitung Times of India berichtet. Vermutlich haben die beiden Piloten nicht bemerkt, dass sie die falsche Frequenz eingestellt hatten. Und so schickte die deutsche Luftwaffe zwei Eurofighter los, um das Flugzeug abzufangen. Ungefähr über Köln erreichten die Kampfjets die indische Maschine.“
    ________________________________________________________________

    Wenn einer von diesen beiden Eurofightern geschossen hätte, dann wären diese 330 Passagiere jetzt tot! Und genauso ist es im Fall mit diesem Urteil „Terror-Ihr Urteil“.

    Denn ich frage mal ganz hart und deutlich:
    wer bitte gibt Politikern das Recht, unschuldige Passagiere zu ermorden nur wegen einem vagen Verdacht dass ein Spinner (so nenne ich jetzt mal einen Terroristen) an Bord sein könnte??

    Darueber hinaus verstößt so ein Abschuss nicht nur gegen das Grundgesetz, sondern auch gegen die EU-Grundrechte-Charta Artikel 2 und 3 (Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit + Verbot der Todesstrafe). Denn diese Passagiere werden hier – ohne dass sie sich wehren können – zum Tode verurteilt ohne dass eine ordentliche Gerichtsverhandlung geschweige denn eine ordentliche Beweisaufnahme gegeben und und ohne dass es ein ordentliches Gerichtsurteil gegeben hat!

    Darueber hinaus hat sich der Pilot aus diesem Fall aus dem Fernseh-Film ueber eine klare Anweisung der Bodenstation hinweggesetzt die den Abschussbefehl klar verweigert hatte! Und damit hat dieser Pilot eigentmächtig gehandelt!

  5. Ich muss immer an den 9/11 denken und bin der meinung das man die maschinen abschiessen hätte müssen, der film spielt doch jemanden wieder der ohne befehl handelte das getan hatt. Der soldat ist nicht an befehlen gebundendie ihn oder andere gegen das geltende oder moralisch fragwürdige handel verweigern …. unterlassene hilfe leistung ist auch ne straftat die damit were er in gefängnis gekommen punkt das schlimmste ist mein zitat “ es ist schlimm sehendes auge das unglück sich nähert ohne handeln zu dürfen egal was dir jemand sagt helfe wenn hilfe notwendig ist“

  6. In Witten wohne ich ja nun schon lange so nicht mehr
    , und aus gemæhss Anbei geschrieben: erwartet mich der Welt POLICE
    also der United Nations Military Sekretär
    zu für nichtmal nur bei euch – da Deutsch´
    zu Gerichte Saal es braucht MP
    – also deren CHiEF
    ;
    und zumindest zu den Toten aus dem Flugzeug in den Alpen
    steck‘ ich Welche – aus dem Reichstag –
    ins Verlies
    ; weil nichtmal die NATO Jäger steigen lassen tat
    zu Versuch Zweier Piloten einen psychisch Kranken
    wieder tun zu lenken auf den rechten Pfad
    , aus ja da in Spanien – nur ein König tat, das so befahl
    , dem ja tat Das weigern – General
    : wenigstens auf deren Territorial
    ?
    aus der ja Fürchten tat :Strafe:
    aus der Deutschen Bundestag
    , aus ja d‘ NATO Unter „von der Leyen“ ist und war
    also so zu Straf‘ – aus dazu nichtmal Staat – :disziplinar:
    vor gar zu Krieg Verbrecher Tribunal
    aus was er denn so gegen Deutscher Norm zu sicher sein Maschinen
    – also dann ja nicht nur dacht´
    und auch noch gegen so
    Zulassung wär ja dann gewesen sein
    so Tat nicht nur aus halt so Sprach
    wie zu dazu TERRORISTEN aus dem Deutschen Bundestag
    ;
    und hinein, über Frankreich flog ’s zum Landen
    zu dem Flugplatz in den Alpen
    zu nichtmal dem Holland seinen Schande
    weil war’n ja ausgefahren
    Fahrwerk und auch Landeklappen
    :
    wie das da so Flieger –
    manchmal zur Begrüßung machen
    :
    nur tat Der halt gegen Berg da krachen
    ;
    und auch nur aus Mensch sein Psyche kranke
    gegen da Maschin‘ Versagen, wozu man will doch Mensch noch brauchen
    , weil es wurd‘ auf Flug zu Sinken ja geschalt´
    zu klar runter kommen ja auf unbewohnt sein sicher
    – Territorial
    und es wurd‘ auch vorher abgelassen – Sprit
    , wie das ja bei jeder Landung halt so ist
    zu nicht zu haben gar zu viel an Kerosin
    , was man ja aus Zoll so gar nicht darf halt bringen mit
    :
    zu nicht zu haben großen Feuerball
    und auch zu Explosion nicht einen Knall

    doch zum Glück – tun leben die noch all

    tja
    wir tun jetzt halt – so irgendwas – wie Landen
    jedenfalls zu Waffe hier: ‚gen Andre sicher haben
    zu die Passagiere sterben halt
    , wenn haben sich – auch taten Nichts
    zu Vaterland war Gabe
    ,
    und so Flugzeug muss ja gar
    – so auch nach Start –
    zum Wassern: genug Sprit mit haben
    :
    zu bloß nicht wieder können
    , damit Haus anfallen
    :
    wie das halt so mit
    so Vorhalten so ist
    mit in da Flugzeug Terrorist
    von dem sich Staat
    – ‚gen Mensch da lebt –
    auch lässt – von so Pilot – erpressen nicht
    :
    was ja Terrorist
    nur Wissen muss
    so schlicht
    ;
    dass in seinem Fall aus Norm Anwenden: Menschen besser Wissens ist
    Flugmanöver, Waffe sicher Landen – Vorrang dann genießt!
    ;
    tun’s sich also wundern nicht
    , wenn Sie heut‘ noch
    aus so lauter Blauer Helme
    auf der Erde Himmels Farbe –
    sehen gehn‘
    :
    und Belugas :Frachter: weisse Streifen
    – durch der NATO :Luft: Gebiet
    ‚gen Syrien auch zieh’n
    ,
    weil ja ADMIRAL KUSNEZOV ist gelandet
    nachdem´s ja nun gezogen hat
    durch´s Wasser :Linie
    :
    gegen Bande

    zu markieren halt Provinz
    :EUROPA
    :
    zu von ASIA
    Lande
    :
    zu aus Deren Mitte

    gegen Menschlichkeit Verbrechen
    :
    nichtmal Schande
    :

  7. Wer heute eine Waffe trägt, trägt sie nicht wie Schmuck. Jeder Mensch der eine Waffe trägt, hat sie dabei um sie im Notfall zu benutzen. Sonst würde man die Waffe ja nicht unter Vorsatz bei sich führen. Das Flugzeug wurde zur Waffe, der Pilot handelte in Notwehr um schlimmeres zu verhindern.

    Unsere Justiz unsere Gesetzte…. Wer Geld hat, wer Politiker ist oder Promi… wird nie so hart bestraft, wie das gemeine Volk.

    Millionen veuntreut im Fussball und mußte nur über Nacht in Gefängnis. Unsereins hätte man anders bestraft oder nicht?

    1. @ Roman:

      „Das Flugzeug wurde zur Waffe, der Pilot handelte in Notwehr um schlimmeres zu verhindern.“

      Nein, das wissen wir nicht. Niemand kann wissen ob da wirlich ein – möglicher – Spinner an Bord ist. Hier ging es um einen vagen Verdacht und dieser reicht nicht als Beweis!
      Darueber hinaus hatte die Bodenstation den Abschussbefehl eindeutig verweigert. Das war in der Verhandlung eindeutig zu hören! Und damit hat sich dieser Pilot Herr Koch hier ganz klar ueber eine Anweisung hinweggesetzt und eigenmächtig sowie vorsätzlich gehandelt!

      Hier gibt es keine Entschuldigende Tatsache, auch keinen entschuldigenden uebergesetztlichen Notstand!

      Aber mit dem hier:

      „Unsere Justiz unsere Gesetzte…. Wer Geld hat, wer Politiker ist oder Promi… wird nie so hart bestraft, wie das gemeine Volk.“

      haben Sie recht. Und genau deswegen ist der Song von Nicole „Die kleinen hängt man aber die großen lässt man laufen“ so aktuell wie nie.

  8. Bei Notwehr wegt man doch auch Leben gegen Leben ab.

    Töte den bewaffneten Einbrecher, oder er tötet evtl. deine Familie.

    Mein Urteil nicht schuldig.

    1. @ Roman:

      „Bei Notwehr wegt man doch auch Leben gegen Leben ab.“

      nein, genau dass tut man nicht. Auch bei uns in Deutschland darf man in Notwehr nicht töten. Und genau deswegen heißt es ja nicht zu unrecht, dass man bei Notwehr das jeweils mildeste Mittel der Wahl wählen muss! Und nicht umsonst wird man bei Notwehr auch des Mordes schuldig gesprochen, wenn man jemanden umbringt obwohl es gar nicht nötig war und dass völlig zu recht!

      Gleiches ist es auch bei unserer Polizei. Auch hier gibt es bei solchen Tötungen völlig zu Recht Ermittlungsverfahren. Darueber hinaus ist es völlig richtig so, dass diese tödlichen Waffen jetzt Schritt fuer Schritt durch Taser ersetzt werden sollen. Auch dass ist ein Schritt um mehr Menschenleben zu schuetzen.

      Von daher hat unser ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt damals in Mogadischu richtig gezeigt wie man mit sowas umgeht. Und die richtige Vorgehensweise heißt eindeutig:

      1. bringe die Maschine sicher auf den Boden
      2. habe am Boden Spezialeinheiten im Einsatz
      a) GSG9
      b) KSK
      c) SEK
      d) BFE+ (gibt es seit letztem Jahr)
      3. gelange an Bord
      4. befreie die unschuldigen Passagiere
      5. versuche die – möglichen – Terroristen LEBEND zu verhaften und sie vor ein ordentliches Gericht zu bringen.

      So macht man dass richtig und ich sage DANKE an Helmut Schmidt dafuer dass er damals so richtig gehandelt hat und damit viele unschuldige Leben gerettet hat!

  9. Und auch leider sprach man Nichts, zu dass man braucht
    – zum Flugzeug Fliegen
    : Terrorist
    :
    also den Pilot
    , zu dem Zuschieben können
    :Fehler:
    ja
    – bei aus Flugzeug Not so tot
    ;
    dürfen gar auch noch abschalten – zu ja Norm Anwenden, Recht
    behalten, sicher
    sein
    : Autopilot
    :
    weiss doch von zu Recht Verwalter: jeder Vollidiot

    zu da Menschen so in Not
    nichtmal tun aus Gruppe helfen können dürfen
    alle so per ihrem Stick
    :
    on below my Code ControL

    :
    Zu aus Anwender besser wissend müssen haben sein, dies zu ignorieren – haben sie sich selbst ja nun klar abgeschossen :Deutschland: aus Justiz:
    aus
    Norm Anwenden, Recht behalten
    steht hier unter Link:
    http://www.din.de/blob/76670/453c5347866dd98dd4ece87381d8a933/grundsaetze-fuer-das-anwenden-von-din-normen-data.pdf

  10. Und nichtmal wurd‘ ein Antrag klar gestellt zu ja disziplinar zu strafen müssen haben
    den da so Soldaten!
    Wer tat denn dazu Vorgab‘ machen?
    Wohl ein Regisseur!
    Mensch von aller höchst Coleur
    zu so psychisch Kranker,
    die ja nichtmal wollen das Zulassen
    gegen TERRORISTEN bauen lassen
    – schwarzen Kasten
    , weil man ja damit
    Zuspielen tut – halt Andern schlicht,
    dass es unter – aus ja so sozial sein – Menschen
    TERRORIST sein – wirklich gibt.
    Und das darf man ja den Andern
    unterstellen nicht!

    Tat man also da den Flieger
    – da so an den ALPEN –
    halt – ganz einfach ja – zerschellen lassen
    zu auch ja dann Tote
    können gegen so Geschehen
    – auch gar nichtmal
    Klagen.

    Schaun’s mal welche Farbe
    , so vom Putin – auch dazu –
    die Kappen tragen: auch zu

    NSU

  11. Der ARD- Film Terror- ihr Urteil“ verbreitet, nach Regieanweisung verstörend in das milde Licht scheinbar aufopfernd heldenmütiger Menschlichkeit des Bundeswehr Kampfpiloten Mayor Lars Koch getaucht, den kalten Hauch eines NS- Volksgerichtshofes nach Art eines „moderierenden“ Volksgerichtshofpräsidenten Roland Freislers in Gestalt des „hart aber fair“ Moderators Frank Plasberg , das keine 2. noch 3. Instanz kennt, sondern lieber unreflektiert im jubelden Abstimmungswahn von ca 600 000 votierenden Zuschauern badet bei einer Einschaltquote von 5.9 Millionen ( 20 % Anteil) Zuschauern und einem Votumsergebnis von 13.1 % schuldig, 86.9 % unschuldig für Mayor Koch.
    Schon fordert der ZDF Anchorman Claus Kleber – sein Vater war hochdekorierter NS- Wehrmachtsgeneral – zur besten Sendezeit im Heute Journal tagsdarauf mit einem Chaupea Ruf an die ARD den Verfassungsrichter a. D. Udo di Fabio auf, den Bestand des Grundgesetzes Artikel 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und 2 „Recht auf Leben“ einem plebizitären Votum zu überantworten. Di Fabio fand solche Überlegungen, trotz aller rechtlichen Unschärfen, überaus interessant.
    Das eigentliche Anliegen Ferdinand von Schirachs, errmittlungsunwillige Staatsanwaltschaften, klageunwillige Richter in der Frage zu überführen, geht im Film unter, ob Deutschland sich seit Nine Eleven 2001 in einem unablässigen Krieg gegen den Internationalen Terrorismus in Afghanistan, Mali, Somalia, nun seit 2015 als Interventionspartei, neben anderen, in Syrien befindet, was Bundesinnenminister a. D. und Menschenrechtler Gerhart Baum bestreitet, – Terroristen seien normale Kriminelle keine Soldaten, meint Baum – . oder nicht und mit dieser rechtlichen Unschärfe Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen in Fragen vor Ort bei Gefangenschaft, Immunität bei schuldhafter Verstrickung in Kriegsverbrechen (s. Vorfall bei Kundus 6.9.2009 unter dem Kommando von Verteidigungsminister Fran Josf Jung) , in Fragen späterer Versorgung, als Traumatisierte, Kriegsversehrte coming home und ihre Hinterbliebenen, Angehörigen anders als nach 1918 und 1945 alleinlassen

    https://joachimpetrick.wordpress.com/2016/10/18/ferdinand-von-schirachs-film-terror-kuendet-vom-angemassten-volksgerichtshofhauch-roland-freislers/
    Ferdinand von Schirachs Film „Terror“ kündet vom angemaßten Volksgerichtshofhauch Roland Freislers
    18. oktober 2016 von joachimpetrick

  12. Zur ARD-Sendung „Hart-aber-fair“ vom 17.10.16

    86% der abstimmenden Zuschauer haben die Fiktion offensichtlich im Wesentlichen aus der Perspektive des Täters, also des Militärpiloten Lars Koch gesehen:
    70 000 gefährdete²) Menschen gegen 164 ohnehin Todgeweihte.

    Koch geht dabei von zwei Annahmen aus:
    1. Pilot und Copilot des Passagierflugzeuges
    können ihr Flugzeug zielgenau in das Stadion abstürzen lassen.
    ( Benotung durch die Entführer: sehr gut für Nordkurve-z.B.900 Tote,
    befriedigend für Südkurve-z.B.700 Tote,
    mangelhaft für Rasen- z.B.80 Tote zusätzlich)

    2. Pilot und Copilot des Passagierflugzeuges
    wollen ihr Flugzeug zielgenau in das Stadion abstürzen lassen.

    Annahme 1. ist sehr wahrscheinlich richtig, falls sie sich einig sind.
    Annahme 2. ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch:
    Bitte wechseln Sie jetzt die Perspektive und versetzen sich in die Lage der
    beiden Opfer-Piloten. Sie checken die Landschaft vor Ihnen nach Notlandestreifen, menschenleerem Gelände ab. Auf keinen Fall werden Sie den Entführern eine Chance geben, das Flugzeug in das Stadion zu steuern, denn das wäre auch Ihr Todesurteil.
    Andererseits haben Sie und die Passagiere nichts mehr zu verlieren.
    Sie ziehen die Maschine steil nach oben, lassen sie in den freien Fall, soweit Sie noch leben, ziehen sie wieder hoch.“ Achterbahn“ mit nicht angeschnallten Entführern ist das letzte,
    was Sie noch versuchen können. Also tun Sie das auch??
    Vielleicht im letzten Moment, wenn der Atem des Todes die Entführer zu lähmen beginnt oder eine Aktion der Passagiere sie ablenkt?

    Nein! Wumm! Der Rambo Koch löscht Ihr Leben zugleich mit der Hoffnung auf eventuell posthume Heldenehrung aus.

    Der ganze Traum des Lars Koch von einer guten Tat endet möglicherweise vor dem Richter,
    der ihm diese Fehleinschätzung und das mangelnde Vertrauen in seine Pilotenkollegen vorhält und ihn schuldig spricht nicht des Mordes, denn die niederen Beweggründe sind nicht hinreichend nachweisbar, sondern der Tötung von 164 Menschen in der irrigen Annahme,
    das Flugzeug würde tatsächlich in das Stadion gesteuert.

    ²) P.S.: Von 70 000 Toten oder ohne Maßeinheit 70 000 zu 164 zu reden wie
    Herr Jung oder Plasberg, ist reine Demagogie: alle neune im Kegeln mag
    mit viel Übung gelingen, 70 000 mit einem Flugzeug ohne Atombombe
    oder Tonnen von Dynamit an Bord wird auch den besten Kampfflieger
    überfordern

    1. @ detlev hartmann

      Die niederen Beweggründe würde ich beim Piloten nicht einfach verneinen. Tatsächlich wollen vermutlich viele der 86,9%, die für einen Freispruch gestimmt haben, den Täter als Helden sehen. Und daher sehen sie den Täter auch als Einzelperson. Tatsächlich war doch die Entscheidung „innerlich“ bereits „theoretisch“ getroffen, bevor er überhaupt zum Dienst in dieser Rotte aufgenommen wurde.

      Aus den Äußerungen von Herrn Jung lässt sich klar erkennen, dass eine solche Tat das Ergebnis von einem gemeinsamen Komplett von Amtsträgern in verantwortlichen Positionen wäre. Offenbar durften oder dürfen ja nur diejenigen in so einer Rotte fliegen, die mit höchster Wahrscheinlichkeit schießen würden, egal was das Gesetz oder das oberste Gericht auch sagt.

      Im Grunde wäre es jetzt an der Zeit einen Untersuchungsausschuss zu bilden, weil nun öffentlich wurde, dass sich Teile der Bundeswehr oder auch eventuell Teile der Regierung nicht an Gesetze oder Urteile halten. Die Entscheidung einer Risikoabwägung wie in einem solchen Katastrophenfall kann nur jemand treffen, der hierfür auch über eine entsprechende Kompetenz verfügt.

      Die Bundeswehr scheint hier aber von juristischen Grobmotorikern durchsetzt zu sein und kann beileibe nicht die Instanz darstellen, welche in einer solchen Notsituation die richtige Entscheidung treffen könnte. Seitens der Regierung wäre es daher eigentlich dringend angeraten, hier Richter in Rufbereitschaft abzustellen, die im Notfall unabhängig bzw. „blind wie Justitia“ eine Entscheidung treffen, die nicht politisch oder aus einer Eigenmächtigkeit heraus resultiert.

      Jetzt hätte ich aber fast vergessen, die niederen Beweggründe auch beim Namen zu nennen. Umgangssprachlich wäre hier das Wort „Machtgeilheit“ einer Seilschaft vom ausführenden Soldaten bis hinauf zur Regierungsebene ein Motiv für einen solchen Abschuss einer Passagiermaschine. Ein Mensch, der eine Waffe trägt, fühlt sich damit gegenüber den anderen i.d.R. überlegen. Leider beinhaltete dieses Gefühl der Überlegenheit jedoch keine ethische oder juristische Überlegenheit bzw. blendet sie diese Eigenschaften sogar eher aus.

      Im richtigen Leben hätte man den Täter mindestens wegen Totschlags verurteilen müssen und durch einen Untersuchungsausschuss ermitteln müssen, wer alles im Krisenstab seitens der Bundeswehr oder Politik an diesem Massenmord beteiligt war und deshalb ebenfalls hätte bestraft werden müssen.

      Wer übrigens die Verfassung auch nur in Ausnahmefällen außer Kraft setzen möchte, soll mal in die Türkei schauen und was hier am Ende dabei heraus kommt. Herr Wassermann glaubt ja an Gesetzeslücken. Das ist aber ähnlich wie mit den verurteilten Steuerhinterziehern, deren vermeintlichen Steuerschlupflöcher sich dann hinterher doch nur als plumpe Steuerhinterziehung entpuppen.

  13. Wenn man den Angeklagten verurteilt hätte, dann hätte man auch mindestens
    den Sicherheitsdienst des Bodenpersonals mit verurteilen müssen.
    Das Versagen des Sicherheitsdienstes hat nämlich erst zur ausweglosen, tragischen Situation geführt. Wie bei der Tragödie kommt jedes Unlück niemals
    durch einen einzigen Schuldigen zustande, auch wenn man ihn oft als Sündenbock verurteilt.

  14. Ich finde das der Pilot schuldig ist, aber nicht nach vollem Strafrecht bestraft werden dürfte. Letzten Endes hätte man ja das Stadion räumen können. Also müssen die verantwortlichen die diesen Befehl geben könnten, auch mit bestraft werden. Die haben ja nur zugeschaut und nicht gehandelt.

    1. Die zentrale Frage lautete doch: Kann Moral über dem Prinzip stehen, gleich wie sich das Prinzip nennt – Verfassung, Vertrag, Gesetz … Die Antwort darauf ist eindeutig: Am Ende ist eine jedwede Entscheidung streng individuell, auch dann, wenn die Entscheidungsvorbereitung dazu kollektiv betrieben wurde. Das dann die Entscheidung treffende Individuum entscheidet immer – bewusst oder unbewusst – moralisch und zwar nach seiner ganz konkreten, individuellen Moral, wie immer diese zustande gekommen und beschaffen sein mag.
      Im konkreten Fall hat sich der Pilot formell schuldig gemacht, da er sowohl gegen Befehl als auch gegen Grundgesetz verstieß, moralisch indes entsprach sein Handeln dem Verständnis der überwiegenden Mehrheit der abstimmenden Schöffen. Zu denken geben sollte dies vornehmlich den Politikern des Landes, inwieweit Rechtssprechung und politische Führung wirklich noch dem Volkswillen entsprechen oder einer – unter Umständen auch gut gemeinten – Realitätsferne anheim gefallen sind.

  15. Es ist heute gar nicht mehr möglich, in das Cockpit einer Verkehrsmaschine einzudringen. Noch nicht einmal für den Kapitän, der etwa von der Toilette zurückkommt, geschweige denn für die Passagiere. Insofern stellt sich die gestellte Frage Gott sei Dank nicht mehr.

    Es geht im Übrigen m. E. auch nicht um eine Abwägung Leben gegen Leben, sondern um eine Abwägung Lebenszeit gegen Lebenszeit. Im Falle von 164 Passagieren, die nach menschlichem Ermessen noch 1 Stunde bis zum Absturz haben, also um 6,83 Lebenstage, im Fall von 70 000 Stadiumbesuchern bei einer durchschnittlichen Restlebenserwartung von z. B. 20 Jahren um 511 Mio Lebenstage.

    Im Falle eines Schiffuntergangs werden ja auch Kinder und gebärfähige Frauen vor den Männern gerettet, um möglichst viel Lebenszeit zu retten. Sorry, wenn ich das hier mal mathematisch so brutal und unemotional ausdrücke. Aber daran muss sich ein verantwortungsbewusster Staat incl. eines Verfassungsgerichtes bei der Setzung von Regeln schon orientieren, wie ich meine.

    1. Dieser Vergleich „Leben gegen Leben“ oder in quantifizierter Form „Lebenszeit gegen Lebenszeit“ ist der verfassungswidrige Punkt im Zuschauervotum. Es werden einfach mehrere Unbekannte miteinander multipliziert und in ein Verhältnis gesetzt, welches dann in reinen Spekulationen endet.

      Keiner weiß, was sich in den letzten Minuten vor einer Kollision im Flugzeug getan hätte bzw. wie die Piloten dann tatsächlich gehandelt hätten. Das einzige was sicher gewesen wäre, wäre eine Evakuierung der Zuschauer im Stadion gewesen!

      @ Wolfgang Wegener
      Sie übersehen übrigens eine gravierende Tatsache. In einer Notsituation ist es tatsächlich durchaus üblich aufgrund von Wahrscheinlichkeiten und spekulativen Annahmen Menschen zu selektieren und zu retten, bei denen man davon ausgeht hier die höchste „Lebenszeit“ zu retten. Im theoretischen Fall von Schirach geht es aber nicht darum, jemanden passiv sterben zu lassen, sondern ihn bewusst zu ermorden.

      Wer schon mal andere Fälle von Schirach gesehen oder gelesen hat weiß übrigens, dass er den Zuschauer oft bewusst in die Falle tappen lässt, sich gegen das Recht zu entscheiden bzw. einen Schuldigen durch die subjektive Sachlage „freizusprechen“.

      86,9% der Bundesbürger müssen wohl ihren Rechtssinn nachschärfen und selbst ehemalige Verteidigungsminister scheinen hier ziemlich unbedarft zu sein. Justitia richtet nicht umsonst unter der Binde, weil subjektive Wahrnehmungen zwangsläufig zu Unrecht führen würden.

      Ein Soldat, der einen Befehl verweigert oder gegen einen Befehl handelt und dabei 164 Menschen ermordet, gehört nicht in eine Kanzel in luftiger Höhe, sondern in eine Gefängniszelle auf festem Boden. Und weil dies nicht jeder versteht, gibt es Richter, die dieses Amt nicht nur als Pseudo-Schöffen ausüben 😉

      1. Sie schreiben: “ Im theoretischen Fall von Schirach geht es aber nicht darum, jemanden passiv sterben zu lassen, sondern ihn bewusst zu ermorden.“

        Ermorden? In Frage kämen hier die Mordmerkmale Heimtücke bzw. der Gebrauch gemeingefährlicher Mittel. Dieser zugegeben hypothetische Fall zeigt, dass der Mordbegriff im StGB nun endlich mal überarbeitet gehört. Sie haben zwar mit dem Begriff „ermorden“ wohl recht, aber in diesem Fall mandatorisch 15 Jahre Freiheitsentzug festzulegen, unabhängig von der (uneigennützigen) Motivation, das trifft es nicht.

        Zweitens: Wäre der Pilot bzw. seine Vorgesetzten tatsächlich passiv geblieben, wären doch 70 164 Menschen gestorben (unterlassene Hilfeleistung?), oder?

        Drittens: Der Pilot hat tatsächlich einen Befehl missachtet und muss dafür disziplinarisch belangt werden. Das liegt daran, dass sein oberster Dienstvorgesetzter, der Minister, nicht dem Vorschlag des Inspekteurs der Luftwaffe gefolgt ist, den Abschussbefehl zu erteilen. Ich hätte mich jedenfalls als Minister entschieden, den Piloten nicht allein zu lassen, sondern die Verantwortung übernommen. Anschließend wäre ich als Minister zurückgetreten.

        Und viertens: Wenn die rechtliche Beurteilung eines Tatbestandes durch Verfassungsjuristen und durch die allgemeinen Bevölkerung derart gravierend voneinander abweichen, dann muss das Recht bzw. dessen Auslegung geändert werden. Meine Meinung.

      2. @ Wolfgang Wegener

        Haben Sie den Film eigentlich gesehen?

        Der Täter gab zu Protokoll, dass er sogar Vorträge zum Thema Flugzeugentführung und Abschluss von Passagiermaschinen gehalten hat. Der Abschuss und damit die Ermordung von 164 unschuldigen Zivilisten geschah somit nicht im Affekt. Bereits als er zu seinem Einsatz gerufen wurde, wird ihm als Anführer der Rotte bewusst gewesen sein, dass er die „Chance“ haben könnte, seine theoretische Überzeugung in die Tat umzusetzen.

        Und hier kommt ein wichtiger Denkfehler ins Spiel. Der Täter bzw. Amokpilot hatte sogar ein klares Motiv. In seiner Ideologie war er der Held, der 164 Menschen tötet um 70.000 Menschen zu retten. Diese Ideologie vertrat er zu diesem Zeitpunkt nicht alleine.

        Blöd nur, dass man keine 164 Menschen hätte ermorden müssen, wenn man einfach das Stadion geräumt hätte. So gesehen war er auch kein Einzeltäter, denn für den perfiden Massenmord brauchte man mehrere hochrangige Verantwortliche, die 28 Minuten lang auf einen Bildschirm starren mussten, damit die brenzliche Situation nicht plötzlich durch eine Räumung der Arena entschärft wird.

        Zum Thema Ideologie des Amokpiloten und den Entführern, glaubten übrigens beide Seiten das Richtige zu tun. Die einen vertraten eine scheinbar religiös motivierte Ideologie und der Amokpilot vertrat die Ideologie, dass die Bundeswehr über allen Gesetzen und der Rechtsprechung stünde und daher das Rechte hätte frei über Leben und Tod von Zivilisten nach eigenem Ermessen richten zu dürfen.

        Ihr Anmerkung, dass die Meinung von Laien von der Meinung von Juristen abweicht, bringt mich zum Schmunzeln, mehr aber auch nicht. Glauben Sie z.B., dass die Mehrheit der Bürger die Steuergesetze für gerecht hält? Und glauben Sie im Ernst, dass dies ein Grund wäre hier etwas zu ändern. So naiv werden doch selbst Sie nicht sein 😉

      3. Lassen wir es jetzt mal gut sein. Wir kommen nicht zusammen. Müssen wir auch nicht, beide Positionen kann man durchaus vertreten.

        Ja, natürlich habe ich den Film gesehen (was beim ÖRR nicht oft vorkommt). Und die Steuergesetzgebung sollte man vereinfachen und gerechter machen – natürlich. Das Stadion hätte zuständigkeitshalber von dem gleichfalls anwesendem Katastrophenschutz geräumt werden müssen, verbunden mit der Nachricht an den Piloten, dass die Gefahr nicht mehr besteht. Aber das ist ja mittlerweile völlig hypothetisch, da das Cockpit einer Verkehrsmaschine nicht gegen den Willen der Piloten betreten werden kann als Lehre aus 9/11. Und die vierte Maschine bei 9/11 wurde von den Insassen zum Absturz gebracht, um größeren Schaden zu verhindern.

  16. Würde ein Pilot eines zivilen Flugzeugs tatsächlich sich und seine Passagiere in eine Menschenansammlung manövrieren?!

    Sind Soldaten Befehlsempfänger oder Richter über Leben und Tod geworden?

    Wer schützt uns, wenn diejenigen, welche uns schützen sollen, je nach Zahlenrelation unserem Leben ein Ende bereiten wollen?

    Brauchen wir noch Gesetze oder Gerichte, wenn wir jedem einräumen frei und willkürlich darüber zu befinden, was moralisch vermeintlich richtig oder falsch sei?

  17. Seltsam, und auch wieder so garnicht:

    Presse mal wieder komplett auf der anderen Seite

    „…1 Falschfahrer??? HUNDERTE !!! … „

  18. Was hier überhaupt nicht angesprochen wurde, ist die Tatsache, dass der Pilot eindeutig gegen den ausdrücklichen Befehl der vorgesetzten Dienststelle gehandelt hat, also ein Diziplinarvergehen, dass entsprechend geandet werden müsste und im Ernstfalle natürlich auch die Folge wäre. Außerdem wurde die Möglichkeit der Räumung des Stadions, wie richtigerweise angesprochen, von niemanden der Verantwortlichen in Erwägung gezogen. Frage hierzu, gibt es dann eigentlich keinen Notfallplan oder Personen, die dies veranlassen müssten? Das lässt schon einiges zu wünschen übrig, denn es gibt zB. einen Notfallplan für die Allianz-Arena, in der das Stadion in kürzester Zeit komplett geräumt werden kann. Und diese Zeit stand eigentlich nach dem, was man so mitbekommen hat, locker zur Verfügung. Auch die Möglichkeit, dass der Pilot, der ja noch am Steuer sass, kurz vor dem Aufprall die Maschine hätte hochziehen, oder vorbei lenken hätte können. Der Terrorist war ja allem Anschein nach nicht in der Lage, das Flugzeug zu steuern. Da sind eigentlich die grundsätzlichsten Dinge fast nicht behandelt worden. Also schon eine etwas oberflächliche Darstellung, wenn auch sehr gut inszeniert, einer brisanten Sache, die ja mal Ernstfall werden könnte. Es war halt mehr auf Show gemacht, die dann zum Ende für einen Freispruch des Piloten endete, obwohl dieser ganz klar nicht nur gegen einen Befehl, sondern auch gegen das Grundgesetz verstoßen hat. Die Abstimmung dann zeigt mal wieder, wie es mit dem Rechtsempfinden der Bürger bestellt ist.

  19. „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Zitat wird Benjamin Franklin zugeschrieben.

    Ein Gericht, welches einen Amokpiloten, der das Recht und die Gesetzte bewusst missachtet, freisprechen würde, würde sich selbst seine Daseinsberechtigung versagen. Wozu bräuchten wir noch Gerichte, wenn Diktatoren der Lüfte frei bestimmen könnten welches Zahlenverhältnis über Leben und Tod entscheidet.

    Wir Menschen sind oft triebgesteuert. Diese niederen Instinkte schalten bei vielen Menschen immer wieder den Verstand aus. Wie würde aber eine Welt aussehen, wo sich ein Held nur dadurch von einem Terroristen unterscheidet, dass er ein besseres „Zahlenverhältnis“ oder die opportunere Ideologie auf seiner Seite wähnt.

    Eine Bundeswehr, welche die Verfassung nicht schützt, sondern diese grob fahrlässig einer Bedrohung durch Amokpiloten Preis gibt, ist eine mindestens genauso große Gefahr wie eine mögliche Bedrohung durch Terroristen.

    1000 Fliegen fressen Exkremente. Können tausend Fliege irren? 86,9% der Zuschauer haben demonstriert, dass Schwarmintelligenz häufig mit Schwarmdummheit verwechselt werden kann.

    Mein Urteil lautet daher: Seit 1933 hat sich nichts verändert. Wenn ein Diktator die Rechtsstaatlichkeit aufhebt und willkürlich entscheidet, spendiert die Masse auch heute noch Beifall.

    1. hi Dietrich Böhmermann

      Danke fuer Ihren sehr guten Kommentar. Exakt genauso ist es.

      „„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Zitat wird Benjamin Franklin zugeschrieben.“

      Dieses Zitat stammt von Benjamin Franklin und es ist heute genauso wahr wie es damals richtig war.

      Und auch mit dem hier:

      „Ein Gericht, welches einen Amokpiloten, der das Recht und die Gesetzte bewusst missachtet, freisprechen würde, würde sich selbst seine Daseinsberechtigung versagen. Wozu bräuchten wir noch Gerichte, wenn Diktatoren der Lüfte frei bestimmen könnten welches Zahlenverhältnis über Leben und Tod entscheidet.“

      haben Sie sowas von recht. Unsere Gerichte haben sich an Recht und Gesetz zu halten, ganz genauso wie alle Bundeswehr-Piloten. Nur das Problem ist: international sieht es traurigerweise anders aus, obwohl es internationales Recht gibt das sowas verbietet. Und dazu sollte man sicherheitshalber auch noch einen Blick ins Völkerstrafgesetzbuch werfen. Ja, dieses Gesetzbuch gibt es.

      https://www.gesetze-im-internet.de/vstgb/

      Dort steht in § 4 dass hier:

      „§ 4 Verantwortlichkeit militärischer Befehlshaber und anderer Vorgesetzter“

      „(1) Ein militärischer Befehlshaber oder ziviler Vorgesetzter, der es unterlässt, seinen Untergebenen daran zu hindern, eine Tat nach diesem Gesetz zu begehen, wird wie ein Täter der von dem Untergebenen begangenen Tat bestraft. § 13 Abs. 2 des Strafgesetzbuches findet in diesem Fall keine Anwendung.

      „(2) Einem militärischen Befehlshaber steht eine Person gleich, die in einer Truppe tatsächliche Befehls- oder Führungsgewalt und Kontrolle ausübt. Einem zivilen Vorgesetzten steht eine Person gleich, die in einer zivilen Organisation oder einem Unternehmen tatsächliche Führungsgewalt und Kontrolle ausübt.

      Dass heißt: auch ein Militärsoldat ist dran, wenn er solche Verbrechen gegen das Völkerstrafgesetzbuch begeht. Und bei uns in Deutschland wäre er per § 211 (Mord) dran!

      Aber mit dem hier:

      „Wir Menschen sind oft triebgesteuert. Diese niederen Instinkte schalten bei vielen Menschen immer wieder den Verstand aus. Wie würde aber eine Welt aussehen, wo sich ein Held nur dadurch von einem Terroristen unterscheidet, dass er ein besseres „Zahlenverhältnis“ oder die opportunere Ideologie auf seiner Seite wähnt.“

      und auch mit dem hier:

      „Eine Bundeswehr, welche die Verfassung nicht schützt, sondern diese grob fahrlässig einer Bedrohung durch Amokpiloten Preis gibt, ist eine mindestens genauso große Gefahr wie eine mögliche Bedrohung durch Terroristen. “

      haben Sie absolut recht. Unsere Bundeswehr und auch alle EU-Soldaten sollten dem Schutz des Lebens aller Menschen – also auch dem Schutz des Lebens von unschuldigen Passagieren an Bord von Verkehrsflugzeugen – verpflichtet sein und schon damit sollte klar sein dass so ein Abschuss eindeutig ein Kriegsverbrechen ist und damit sowas verboten ist!!

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