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Staffelstart „Bauer sucht Frau“ bei RTL: Bauses Eleven – oder fertig machen zur Druckbepaarung

Elf Landwirte suchen in der zwölften Staffel von „Bauer sucht Frau“ bei RTL die große Liebe.
Elf Landwirte suchen in der zwölften Staffel von "Bauer sucht Frau" bei RTL die große Liebe.

Elf lustvolle Landwirte, die sich von RTL und Profi-Kupplerin Inka Bause beim Balztanz und Scheunenromantik begleiten lassen? Ja, es ist wieder so weit: "Bauer sucht Frau" ist zurück – mit wahrlich allem, was eine vor Kitsch triefende Doku-Soap nach den gängigen Quoten-Regeln mit sich bringen sollte: innige Umarmung im Regen, gefilmt in Zeitlupe, unterlegt mit Schmacht-Pop von Aerosmith.

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Routine kann auch romantisch sein, wird man sich beim Kölner Sender gedacht haben. Denn dem Intro, durch das die Kandidaten der neuen Staffel im Schnelldurchlauf durchgejagt werden, bleibt man auch in der zwölften Staffel des TV-Balztanzes treu: So wirft sich etwa Fritz, „der herzliche Hobbybauer“, in Denkerpose und erzählt zu einem coolen Pop-Song im Hintergrund von seiner Traumfrau. Manch einer ist da simpel gestrickt: „Man soll sie nicht rollen können“, wünscht sich Bauer Berthold in Anspielung auf die Körpermaße seiner künftigen Herzdame. Bei manch einem liegt die Messlatte in schwindelerregender Höhe: Torsten, der bisher größte Bauer bei „Bauer sucht Frau“, misst 2,10 Meter – und sucht eine „Frau auf Augenhöhe“.

Aber die Qual der Wahl liegt ja ohnehin bei den Bauern. Ob man stutzig werden sollte, wenn sich sämtliche Bewerberinnen in ihren Videobotschaften vor ein und der selben Kulisse vorstellen? Reiner Zufall, denn wer gräbt schon ein paar Bekloppte aus und lässt sie Sätze sagen wie „Leider habe ich keine Poledance-Stange, aber ich würde Dir gerne mal etwas zeigen“ oder „Ich liebe große Maschinen und bin mit 15 schon Panzer gefahren“?

Es wird Zeit für die ganz großen Emotionen und die – Achtung, jetzt wird’s ernst – ersten Zeitlupen: Inka Bause eröffnet das Scheunenfest. Sie wissen schon: Diese Veranstaltung, wo alle Dirndl und Lederhosen tragen und miteinander verkuppelt werden. Aber erst einmal auf Zeit: Denn die Bauern bekommen je zwei Frauen an den Arm, nur je eine darf aber in die anschließende Hofwoche starten.

Man zieht sich also nach der ersten Begrüßung (Stichwort: Popsongs und Zeitlupen) ins „stille Kämmerlein“ zurück, wo RTL für rund fünf Millionen Zuschauer die Kamera drauf hält. „Warum habt ihr euch für mich entschieden?“, möchte Berthold wissen. „Wegen deiner schönen Ausstrahlung“, gesteht eine Anwärterin. „Sicher? Na gut.“ Anschließend unterhält man sich über Tanzen, Sport und warum Esel nicht so süß schmeckt. Übrigens: Berthold ist Schlachter.

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Man will dieses Unwort gar nicht in den Mund nehmen, aber: Die Bauern sind einfach drollig. Herzensgut. Ehrlich verstrahlt! Aber keinesfalls peinlich – im Gegensatz zu Sängerin Michelle, die beim „üppigen Buffet“ nach dem ersten Aussortieren selbst in einer aufgezeichneten Sendung theatralisch zum Vollplaypack ein Ständchen singt. Für den Rest der Truppe gilt: Fertig machen zur ländlichen Druck-Bepaarung.

Was uns in den kommenden neun Folgen von „Bauer sucht Frau“ (Mo., 21.15 Uhr, RTL) erwartet? Präsentiert wird als Vorgeschmack Hof-Hüne Torsten, als er Sandra vom Bus abholt. Es regnet im Strömen. Im Hintergrund läuft „I Don’t Want to Miss a Thing“ von Aerosmith. Sie laufen aufeinander zu. Umarmen sich. In Zeitlupe. Ein Blockbuster der Gefühle: Powered! By! Emotions!

Dann zückt der 2,10-Meter-Bauer seinen Taschenschirm. Es ist irgendwie putzig. RTL hat dramaturgisch mal wieder den Holzhammer ausgepackt – wogegen bei einer Kuppelshow fürs Grobe nicht unbedingt etwas einzuwenden wäre außer, dass man dieses Setting nach zehn Jahren zur Genüge kennt. So waren die Quoten zum Start auch eher mäßig. 

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