US-Umfrage: Unter-50-Jährige wollen Nachrichten als Text, nicht als Bewegtbild

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Überraschende Zahlen, die den einen oder anderen zum Nachdenken anregen werden, die meinen Videos seien die Zukunft des Journalismus: Eine Umfrage des Pew Research Centers in den USA hat zu Tage gefördert, dass Unter-50-Jährige das Lesen von Nachrichten dem Schauen von Nachrichten vorziehen. Allerdings: Für Print-Medien ist das kein Grund für Jubel, denn das Lesen findet vor allem online statt.

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42% der 18- bis 29-Jährigen lesen Nachrichten laut der Pew-Umfrage lieber, 38% schauen sie (online und im Fernsehen) und 19% präferieren das Hören von Nachrichten. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt das Lesen mit 40% ebenfalls noch vorn und erst die Über-50-Jährigen werden offenbar fauler und schauen Nachrichten lieber.

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Dem Trend, immer mehr Nachrichten mit Online-Videos zu versehen, weil das junge Publikum viel lieber Bewegtbild konsumiere, widersprechen diese Zahlen – wenn auch nur beim angefragten Thema Nachrichten. Online ist dennoch das bei Weitem bevorzugte Medium der Unter-50-Jährigen. Denn gefragt nach der Plattform, auf der sie die Nachrichten lieber lesen, gaben 81% der 18- bis 29-Jährige Online als Antwort – und nur 10% Zeitungen. Bei den 30- bis 49-Jährigen sieht es mit 72% zu 13% ähnlich aus. Beim Schauen dominiert noch das Fernsehen, wenn auch die Online-Videos ind en jungen Zielgruppen aufholen.

Euphorie sollte nun aber auch bei den Online-Publishern, die vor allem auf Text setzen, nicht ausbrechen, denn wie das Pew Research Center weiter berichtet, interessieren sich vor allem die Unter-30-Jährigen ohnehin deutlich weniger für Nachrichten als Über-50-Jährige.

Die Text-statt-Video-Erkenntnisse bestätigen damit eine Studie des Reuters Institutes aus dem Sommer, die mit Zahlen von News-Websites aus 26 Ländern heraus fand, dass nur 2,5% der Nutzungszeit auf Seiten mit Online-Videos stattfand, 97,5% der Zeit aber auf Seiten mit Text. „So far, the growth around online video news seems to be largely driven by technology, platforms, and publishers rather than by strong consumer demand“, hieß es damals. Bewegtbildwerbung bringt den Publishern nunmal bessere TKPs, also mehr Werbegeld pro Nutzer als Display-Werbung auf Textseiten. Nun müssen die Nutzer nur noch davon überzeugt werden, die Videos auch zu schauen.

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