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„Starkes Zeichen“, „Respekt“: viel Branchen-Lob für Schweigeaktion von stern.de – nur die Titanic lästert

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Stern.de verzichtet für einen Tag auf News und schweigt, um auf das Leid von Aleppo aufmerksam zu machen: Mit dieser Aktion überraschte das Portal heute Leser und Branche. Bei der Bewertung der Aktion sind sich die meisten Medienmacher einig und loben die Idee – auch wenn Journalisten, wegen welcher Sache auch immer, eigentlich nicht sprachlos sein sollten. Die Titanic allerdings schießt quer.

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Unter anderen lobten Kollegen wie der Spiegel-Online Chefredakteur, Florian Harms, Richard Gutjahr oder auch Tilo Jung die Aktion. In der redaktionellen Erklärung von stern.de zur Webseite, die an diesem Freitag nur Fotos aus Aleppo vor schwarzem Hintergrund zeigt, heißt es: „Heute geht es nicht um Reichweite, Klicks und effiziente Vermarktung. Heute geht es uns darum, ein Zeichen zu setzen. Stumm. Und so der unerträglichen Sprachlosigkeit entgegenzubrüllen – indem wir sie einfach einmal zulassen.“

Ein Statement, dem die meisten im Social-Web zustimmen.

Neben dem überwiegenden Lob nutzten einige Nutzer die Aktion aber auch für Kritik, aber nicht nur am stern, sondern auch an der Konkurrenz von Focus Online.

Bei so viel Zustimmung, braucht es auch einen Kontrapunkt, wird sich die Titanic-Redaktion gedacht haben und diesen gleich mal gesetzt.

 

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Alle Kommentare

    1. Aber nein, beileibe nicht.

      Aber eben doch viele Leute mit Hintergrundwissen, Medienkompetenz und wacher Intelligenz.

      Und die kommen dann halt oft zu den selben Ergebnissen, das scheint wohl unvermeidlich zu sein, wenn man gründlicher nachdenkt.

  1. Der wesentliche Tenor der Leserkommentare verweist auf die vielen Schattenweiten der Medien, die sich selbst auf die Schulter klopfen und durch Stammtischgerede via „soziale Netzwerke“
    – ausgeklügelte Geschäftsmodelle, die weder sozial sind noch wirken- auffallen, aber den gesetzlich verpflichtenden öffentlichen Unterrichtungsauftrag sträflich vernachlässigen (Landespressegesetze).

    Publizistische Organe praktizieren weitgehend vorauseilenden Gehorsam, legen sich selbst Beschränkungen auf, die Zensur erübrigen;
    und haben so einen unwiederbringlichen Vertrauensverlust eingeläutet.
    Rolf Hochhuth, deutscher Dramatiker (z.B. „Der Stellvertreter“), geboren 1931, bemerkte beispielsweise schon 2012:
    » ZEIT/FAZ : Nur weil nicht in Berlin, sondern in Hamburg und Frankfurt ihre Redaktion, hält man irrtümlich immer noch für denkbar, dass sie nicht offizielle Organe des Kanzleramtes sind.«
    (Buch: Hochhuth: »Was vorhaben muß man/ Aphorismen«, Seite 67)

  2. Der Stern sollte besser jeden Tag schweigen…

    Dann müssen wir die Propagandalügen wenigstens nicht mehr lesen!

    Saudi Arabien-Al Kaida
    Saudi Arabien- Isis
    Saudi Arabien- Jemenkrieg
    Saudi Arabien- Moscheekrater

    1. Bombardiert nicht auch Saudiarabien irgendwo massenhaft Zivilisten? Die Volksverblödung geht langsam soweit, dass man zwangsläufig zum Putinverteidiger wird. Dass man nicht gleichzeitig zum Ankläger der USA insgesamt wird, liegt daran, dass der US Kongress diese Verdummung auch nicht mitmacht und eindeutig gegen den Hauptbrandstifter Saudiarabien Stellung bezieht. Dies sehr zum Ärger der US Oligarchen, die ganz offensichtlich mit den Saudis liiert sind. Wem gehört eigentlich der Stern, etwa auch Saudis oder US Oligarchen?

  3. Eigenartig! Ich habe noch nie etwas gelesen, dass der STERN die Terroristen in Syrien und ihre Helfer, wie Saudi-Arabien, Katar und den USA, angeprangert haben. Das sind die Hauptverursacher der Tragödie dort und auch die Verantwortlichen für die Flüchtlingskatastrophe.

    Als Assad im ganzen Land die Korntrolle hatte, gab es jedenfalls keine Flüchtlingskrise und auch keine marodierenden Kopfabschneiderbanden.

    Leider hat dass der STERN noch nie aufgezeigt und daher finde ich ihre „Kampagne“ absolut verlogen, genau so wie das „Branchen-Lob“ ihrer „Journalisten-Kollegen“.

    An Heichelei ist das nicht mehr zu überbieten!

    1. Vielleicht gibt es ja beim „Stern“ doch noch ein paar Redakteure mit Gewissen, die genau das deutlich machen wollen:

      Weil sie die Wahrheit sowieso nicht schreiben dürfen, schreiben sie heute mal gar nichts ?

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