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„Journalisten haben mich vor- und nachverurteilt“ – Jörg Kachelmanns bittere Prozess- und Medienbilanz im stern

Jörg Kachelmann zieht im stern Bilanz
Jörg Kachelmann zieht im stern Bilanz

Nachdem seine ehemalige Geliebte vom Oberlandesgericht Frankfurt wegen eines erfundenen Vergewaltigungsvorwurfs zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt wurde, hat Wetterexperte Jörg Kachelmann dem stern ein Interview gegeben. Darin spricht er auch über sein Verhältnis zu den Medien und die traumatischen Erfahrungen während des Strafprozesses und nach seinem Freispruch.

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Eine ehemalige Geliebte hatte Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung angezeigt. In einem spektakulären Strafprozess vor dem Landgericht Mannheim wurde Kachelmann freigesprochen – aus Mangel an Beweisen. Seither kämpfte er weiter gegen rechtswidrige Berichterstattung über ihn während des Prozesses und mit einer Zivilklage auf Schadensersatz gegen seine Ex-Geliebte. Diesen Prozess hat er nun gewonnen, das OLG Frankfurt stellte in seinem Urteil fest, dass die Ex-Geliebte den Vergewaltigungsvorwurf mit „krimineller Energie“ erfunden hat. Für Kachelmann ist der Fall damit nun abgeschlossen, wie er sagt: „Ich habe erreicht, was ich erreichen wollte: erwiesene Unschuld, Freispruch erster Klasse, keine Zweifel mehr.“

Im Interview mit dem stern lässt Kachelmann seine Erfahrungen auch mit Journalisten noch einmal Revue passieren: „Journalisten haben mich vorverurteilt und sogar nach meinem Freispruch noch nachverurteilt. Sie haben mein tatsächliches und mein vermeintliches Privat- und Intimleben an die Öffentlichkeit gezerrt. Sie haben Dinge geschrieben, die nachweislich frei erfunden waren. All das war rechtswidrig, und in der Summe hatte es einen katastrophalen Effekt. Mein Ruf ist nicht nur durch das Strafverfahren zerstört worden, sondern durch den unseriösen medialen Umgang damit. Natürlich musste ich mich gegen diesen Schmutz mit meinen Medienanwälten wehren. Mit einigen Verlagen habe ich mich gütlich geeinigt. Mit Springer war das nicht möglich. Die sind jetzt verurteilt worden, mir mehr als eine halbe Million Euro Schmerzensgeld und Zinsen für ihre rechtswidrige Berichterstattung zu zahlen.“

Besonders hatte sich die Feministin und Publizistin Alice Schwarzer während des Strafprozesses auf die Seite des vermeintlichen Opfers geschlagen. Dem stern sagte Kachelmann mit Bezug auf Schwarzer nun: „Eigentlich hatte ich mit Frau Schwarzer ein entspanntes Verhältnis. Sie hat mich mal in ihrer Emma gelobt, weil ich mich dafür eingesetzt hatte, die meteorologischen Tiefs, die für das schlechte Wetter verantwortlich gemacht werden, auch nach Männern zu benennen und nicht nur nach Frauen, wie es damals üblich war. Einmal haben wir in meiner Talkshow, in der sie zwei Stunden zu Gast war, sogar miteinander Discofox getanzt.“ Während des Prozesses habe Schwarzer ihn benutzt, sie habe in seinem Fall nicht als unabhängige Journalistin, sondern als politische Aktivistin agiert. „Dass ich unschuldig bin, war ihr vollkommen egal. Aus ihrer Sicht war es absolut notwendig, dass ich verurteilt werde. Nur das passte in ihre politische Agenda.“

Das Verhältnis zu seinem früheren Arbeitgeber ARD ist zerrüttet. Nach seinem Freispruch habe er den Kontakt gesucht, erzählt Kachelmann. Er habe „noch drei oder vier Wettersendungen“ machen wollen, um der Klägerin nicht den Triumph zu gönnen, ihn „aus dem Sender gekippt“ zu haben. Aber die ARD distanzierte sich von Kachelmann. Programmdirektor Volker Herres sagte damals: „Wir müssen uns überlegen, was die Leute sich vorstellen, wenn die Sie im Fernsehen sehen.“ Kachelmann übte später harsche Kritik an der ARD und ließ sich auch öffentlich zu dem Ausspruch „Fuck the ARD“ hinreißen. Heute merkt er an, dass er „mit ein paar Unfreundlichkeiten“ auch dazu beigetragen habe, dass es mit ihm und der ARD nichts mehr werde.

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Die Erfahrungen während und nach des Prozesses beschreibt Kachelmann im stern als traumatische Erfahrungen. Journalisten hätten ihn regelrecht gejagt. Noch heute vermeide er es, zum Beispiel alleine mit einer Frau Aufzug zu fahren oder sich mit einer fremden Frau alleine in einem geschlossenen Raum aufzuhalten.

Hier gibt es eine Kurzfassung des Interviews bei stern.de. Das komplette Interview erscheint im aktuellen stern, der ab morgen am Kiosk ist.

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Alle Kommentare

  1. Liebe Verschwörungs-Gläubige,

    1. Es gibt viele strittige Sachverhalte, die man nicht zweifelfrei aufklären kann. Da gilt im Rechtsstaat nicht die gefühlt-fantasierte Wahrscheinlichkeitsvermutung, sondern der eherne Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“.

    2. Waren es „voreingenommene Richter“, wie diese hier von Keumel & Co. verdächtigt werden? Dazu für die Beiden etwas kriminologisches Grundwissen:

    * Etwa 80 Prozent aller Vergewaltigungsvorwürfe erweisen sich bei Polizeivernehmungen und Gerichtsprozessen später als Falsch-Aussagen. . Quellen: Kriminalpolizei Rostock, Kripo Österreich, Kripo München. Mehr dazu im Netz. Üblicher Grund: Emotionale Konflikte provozieren wütende Rache-Aktionen die bei Vergewaltigungs-Lügen als Rufmord besonders „nachhaltig“ wirken. Rufmord lässt sich nicht mehr zurückholen; vielen journalistischen Kollegen ist das in der Eile oft nicht bewusst – oder wurscht. .

    * In Sorgerechtsstreitigkeiten ums Kind werden laut Gerichtsstatistik sogar 95 Prozent (!) aller Vergewaltigungsvorwürfe gerichtlich widerlegt. Bei Scheidungen und erbittertem Rosenkrieg ums geliebte Kind ist das Rachebedürfnis (auch hier von Frauen!) offenbar besonders irrsinnig hoch.

    Also: Wer ist hier voreingenommen?

    1. @wardabei… Da passt ja Dein Pseudonym ganz gut zu Deinem Post. Ich habe nicht von Verschwörung gesprochen – ich habe nur festgestellt – und auch das müsste Dein kriminologisches Grundwissen hergeben – dass insbesondere Gutachter extrem beobachtet gehören, denn bekanntermaßen ergeben drei Gutachten drei Meinungen. Und immer dieselben Gutachter werden genommen. Also mit Verschwörung hat die Meinung, dass gerade Gutachter, deren Geschreibe die Existenzen von Menschen vernichten kann, ganz normale Menschen sind, darunter Wichtigtuer, die sich wie Gott fühlen. Denn: Jeder Mensch – auch ein Gutachter der andere beurteilen „darf“ – hat eigenen Erfahrungen, Überzeugungen, bevorzugt und lehnt ab etc. und urteilt nicht frei, schon gar nicht wenn es um Psychologie geht. Und was Ihre Statistik anlangt, wenn es um Vergewaltigungen geht kann ich nur sagen: Wer glaubt Wem? Wer wardabei? Dass Trennungen viel Hass erzeugen gilt für beide Seiten. Dass Gewalt, Bestrafung durch den Stärkeren oft genug vorkommt und zwar in unglaublichen Formen, ist auch eine Tatsache. Ich empfehle wieder mal Baberowski und Bausch in „Sternstunde Philosophie“ zum Thema „Ist das Böse männlich““ (3sat, SRF) Die überwältigende Zahl von Terroranschlägen, Kriesverbrechen und Gewalttaten wurden und werden weltweit von Männern begangen. Da kannste Dir Deine Prozentzahlen sonst wohin stecken. Keiner, Du nicht, Polizei nicht und Richter sind nicht dabei, wenn vor allem auch in häuslichen Gemeinschaften der Krieg ausbricht. Übrigens ist diese „Sternstunde Philosophie“ hervorragend und sehr zu empfehlen! Sie geben Einblicke und Erkenntnisse durch echte Experten!

  2. Es ist ja doch interessant, dass das OLG Frankfurt an nur zwei Verhandlungstagen eindeutig geklärt haben will, was das Mannheimer Gericht in neun Monaten nicht eindeutig klären konnte. Das Mannheimer Urteil war übrigens vom BGH bestätigt worden. Das OLG Frankfurt gründet sich auf ein einziges neues Gutachten, nachdem mehrere Gutachter in Mannheim nicht eindeutig klären konnten, ob Claudia D. sich die Verletzungen selbt beigebracht hat oder nicht. Sämtliche Beweisanträge der Verteidigung wurden abgelehnt, ein Gegengutachten ebenfalls. Es soll vorkommen, dass Richter befangen sind. Vielleicht ist das ein solcher Fall?

    1. @Adele Göbel: Vielleicht war schon der Gutachter befangen… Wes Geistes Kind ein männlicher Verurteiler/Gutachter sein kann, wissen wir nicht. Wir wissen aber – und es wird vielfach angeprangert – dass unsere Justiz nicht mehr das ist, was sie mal war. Die Minimal-Strafen für Kinderschänder, die Nichtverurteilung von „Antänzern, Dieben, Einbrechern, Sex-Mob & Co“ ist ja inzwischen bekannt. Und der ARD-Bericht über Weisungsgebundenheit/Abhängigkeit von Richtern in Deutschland ergänzt den Blick auf unseren einen Staat, der nur dann weiter existieren wird, wenn er die Sicherheit der Bürger garantieren kann. Damit ist nicht gemeint: Den Bürger wegen Verkehrsvergehen und Steuer-Gedöns hart zu verurteilen und alle anderen laufen lassen.
      http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Erledigt-Deutsch/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=36761174

    2. Nun gibt es also drei Urteile (LG Mannheim, BGH, OLG Frankfurt) pro Kachelmann, aber offenbar kann nicht sein, was nicht sein darf – dass Herr Kachelmann im Sinne der Anklage schlicht unschuldig ist. Genau Ihre Geisteshaltung, Adele Göbel, hat die Reputation und die beruflichen Möglichkeiten dieses Menschen irreparabel zerstört.

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