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Co-Chef Stausberg geht, Hentrei führt: Bertelsmann löst Doppelspitze in der Drucksparte auf

Druckerei-Manager Bertram Stausberg: Zusammenarbeit der neuen Printing-Doppelspitze dem Vernehmen nach „nicht konfliktfrei“
Druckerei-Manager Bertram Stausberg: Zusammenarbeit der neuen Printing-Doppelspitze dem Vernehmen nach "nicht konfliktfrei"

Jetzt ist es offiziell. Wie MEEDIA bereits vor wenigen Tagen berichtete, verlässt der Co-Chef Bertram Stausberg die Gütersloher Bertelsmann Printing Group. Künftig übernimmt Axel Hentrei die alleinige Führung des Druckriesens mit rund 9000 Mitarbeitern. Stausberg verlässt den Konzern zwar im „besten Einvernehmen“. Doch dem studierten Maschinenbauer war die Doppelspitze seit Längerem ein Dorn im Auge.

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Die Gerüchte brodelten bereits seit Längerem bei der Bertelsmann Printing Group. Doch jetzt ist es offiziell. Co-Chef Bertram Stausberg kehrt dem Druckriesen den Rücken zu. Ab 1. Oktober übernimmt Axel Hentrei die alleinige Führung. Damit ist die von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe Anfang des Jahres eingesetzte Doppelspitze gescheitert.

Wie Bertelsmann mitteilt, geht Stausberg „auf eigenen Wunsch und im besten Einvernehmen“. Konzernchef Rabe gibt ihm hierzu warme Worte mit auf dem Weg. „Die Entscheidung von Bertram Stausberg, die Bertelsmann Printing Group zu verlassen, respektiere und bedauere ich gleichermaßen. Ich danke ihm sehr herzlich für seinen großen Beitrag zur Entwicklung einer neuen Druckstrategie für Bertelsmann“, sagte er.

Das Verhältnis zwischen Stausberg und Rabe galt seit Längerem als angespannt. Der Grund: der 49-Jährige Stausberg war mit neuen Konzernstruktur nicht glücklich. Anfang des Jahres hatte Rabe die Druckgeschäfte von Arvato und Be Printers in den eigenen Unternehmensbereich, der Bertelsmann Printing Group, zusammengeführt. Geleitet wurden die Druckgeschäfte von zwei Chefs.

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Doch diese Führungsstruktur war Stausberg offenbar ein Dorn im Auge. Er soll sich in der neu formierten Unternehmenseinheit offenbar mehr Macht erhofft haben, sprich die Leitung der Einheit. Denn der Manager hatte für Bertelsmann – neben der Schließung des Standortes Itzehoe – diverse Probleme ausgeräumt. So fädelte er auch den Verkauf der beiden spanischen Druckereien der Druckereigruppe Be Printers in Madrid und Barcelona ein und vieles mehr. Gehofft hatte Stausberg deshalb auf den Zuspruch von Rabe, das er in der neuen Unternehmenseinheit die alleinige Führung übernimmt. Doch dazu kam es nicht.

Für Bertelsmann ist der Abgang von Stausberg ein schwerer Schlag. Der Manager genießt unter den Mitarbeitern der Druckeinheit ein hohes Ansehen. Zudem hat er in der Branche einen hervorragenden Ruf und gilt als gut vernetzt. Er weiß genau, wie man das hart umkämpfte Druckgeschäft steuert. Denn die Branche leidet seit Jahren unter massiven Überkapazitäten. Im 1. Halbjahr 2016 sank der Umsatz der Bertelsmann Printing Group um 5,3 Prozent auf 774 Millionen Euro gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Grund für den Rückgang war der 2015 vollzogene Verkauf der spanischen Geschäfte. Bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte bewegte sich der Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Das Operating EBITDA der Gruppe kletterte um 17,5 Prozent auf 47 Millionen Euro (H1 2015: 40 Millionen Euro). Grund hierfür waren eine bessere Produktionsauslastung sowie Kosteneinsparungen.

Die Bertelsmann Printing Group ist breit aufgestellt. Sie umfasst die bisher bei Arvato angesiedelten Unternehmen Mohn Media, GGP Media und Vogel Druck, die Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Buchdruckereien in den USA. Zu der neuen Einheit gehören zudem einige Dienstleistungs- und Produktionsgeschäfte: die rtv media group, der Direktmarketing-Spezialist Campaign sowie das Replikations-Geschäft (Sonopress).

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