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Wegen Vergewaltigungsvorwurf: Ex-Geliebte muss Kachelmann nach OLG-Urteil Schadenersatz zahlen

Jörg Kachelmann wurde im Prozess freigesprochen – im Umgang mit den Anschuldigungen gegen Bild-Herausgeber Kai Diekmann mahnt er Zurückhaltung an

Der ehemalige ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann gewinnt eines der wichtigsten Verfahren in der Aufarbeitung des Mannheimer Strafprozesses, in dem er letztlich vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden war. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied am Mittwoch: Seine Ex-Geliebte Claudia D. muss ihm Schadensersatz in Höhe von mindestens 7000 Euro leisten.

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Hinzu kommen Zinszahlungen, die an Kachelmann zu entrichten sind. Der ehemalige Wettermoderator der ARD verklagte die Journalistin Claudia D, die ihn 2010 mit dem Vorwurf der Vergewaltigung anzeigte, auf die Erstattung von Kosten für Gutachten, die im Strafprozess gegen ihn seine Unschuld beweisen sollten. Die ursprünglich geforderte Summe lag bei 13.000 Euro.

Die Kammer des OLG erklärte in der Urteilsbegründung ihre Überzeugung, dass die Ex-Geliebte den Meteorologen „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigte“. Das Landgericht Frankfurt hatte noch in erster Instanz einen Anspruch des Wettermoderators verneint.

Das Urteil ist vor allem ein symbolisch wichtiger Erfolg für Jörg Kachelmann: Mit der Entscheidung ist nun Claudia D. die Verurteilte. Kachelmann ließ gerichtlich festhalten, dass er zu Unrecht beschuldigt worden war.

Trotz des Freispruchs im Jahr 2011 gab es noch immer Zweifel, weil das Verfahren aus Mangel an Beweisen zu seinen Gunsten beendet worden war. Für den Frankfurter Prozess entscheidend war wohl das Gutachten eines vom OLG bestellten Rechtsmediziners, nach dessen Ansicht viel dafür spreche, dass sich die Radiomoderatorin selbst die Verletzungen beigebracht habe.

Für Kachelmann ist es der zweite wichtige Zivil-Prozess in diesem Jahr, den er als Erfolg verbuchen kann. Im Juli sprach ihm das Oberlandesgericht in Köln Schadenersatz von der Bild-Zeitung in Höhe von 395.000 Euro (plus Zinsen) zu, weil diese mit Teilen ihrer Berichterstattung seine Persönlichkeitsrechte verletzt hatte. Der hinter der Bild stehende Medienkonzern Axel Springer reichte daraufhin Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ein. Dieser hat noch keine Entscheidung getroffen.

Mit Material der dpa

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