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Heftiger Streit um Filmsparte: Constantin-Chef Fred Kogel will sich aufs Sportgeschäft konzentrieren

Streiten um die richtige Strategie: Bernhard Burgener (li.) und Fred Kogel
Streiten um die richtige Strategie: Bernhard Burgener (li.) und Fred Kogel

Der Zwist um den künftigen Kurs bei der Münchener Constantin Medien AG geht weiter. Jetzt erwägt Constantin-Chef Fred Kogel, sich von der Filmsparte zu trennen. Dazu hat er am Mittwoch die Zustimmung des Aufsichtsrats erhalten. Doch der Großaktionär und ehemalige Constantin-Chef Bernhard Burgener will das wichtige Asset behalten. Für Kogel wird es also nicht leicht, seine Interessen durchzusetzen.

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Es war eine turbulente Hauptversammlung. Stundenlang stritten zwei Aktionärsgruppen der Constantin Medien AG Mitte des Jahres über die künftige Ausrichtung des Unternehmens – ohne Ergebnis. Nach 14 Stunden wurde beschlossen, die Aktionärsversammlung zu wiederholen.

Grund für den Dauer-Zwist sind unterschiedliche Interessen der Anteilseigner. Da steht auf der einen Seite eine Gruppe um Dieter Hahn, dem größten Einzelaktionär und Aufsichtsratsvorsitzenden des Unternehmens. Der will, dass sich Constantin Medien aus dem Filmgeschäft zurückzieht. Das Unternehmen soll sich stattdessen auf das Sport- und Eventgeschäft konzentrieren. Doch dies will der Ex-Constantin-Vorstandschef und Aktionär Bernhard Burgener nicht, der die Interessen der anderen Gruppe vertritt. Burgener hat hierfür genügend Hebel in der Hand. Er ist Präsident des Verwaltungsrats bei der schweizerischen Constantin-Medien-Tochter Highlight Communications AG, zu der die Constantin Film AG gehört.

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Jetzt könnte es am 9. und 10. November auf einer bereits zweitägig angesetzten Hauptversammlung erneut zum Showdown kommen. Denn Constantin-Chef Kogel teilte heute per adhoc mit, dass sich der Konzern aus der traditionsreichen Filmsparte zurückziehen will, wo Kinofilme wie „Fack Ju Göhte“, „Der Schuh des Manitu“ oder „Der Untergang“ produziert wurden. Dazu habe ihm der Aufsichtsrat die Zustimmung erteilt, heißt es. Denn die Gesellschaft solle sich künftig auf die gewinnträchtigen Bereiche Sport1 und die Champions-League-Vermarktung konzentrieren. Zudem will der Vorstand Möglichkeiten ausloten, die „Verwaltungskosten unter Auflösung bestehender Mehrfachstrukturen“ zu verringern. Am Freitag will die süddeutsche Gesellschaft weitere Einzelheiten über ihren neuen Firmenkurs nennen und diese im Bundesanzeiger veröffentlichen, erklärt eine Firmensprecherin auf MEEDIA-Anfrage.

Mit dem Verkauf der Filmsparte könnte die Constantin Medien AG ihre Finanzierungsstruktur deutlich und nachhaltig verbessern. Denn Analysten gehen davon aus, dass die Veräußerung des Unternehmensteils einen dreistelligen Millionenbetrag in die Konzernkasse spülen könnte. Im Gespräch sind rund 200 Millionen Euro. Dennoch ist es fraglich, ob der frühere Constantin Vorstand Burgener nachgibt und einem Verkauf des Filmgeschäfts zustimmt – zumindest wird dies in Analystenkreisen bezweifelt. Der Aktienkurs der Constantin Medien AG reagierte nur leicht auf die Mitteilung der Firma. Die Notierung legte um 3,55 Prozent auf 2,16 Euro zu.

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