Anzeige

Nach Gruner + Jahr-Rückzug: Österreichische News-Gruppe streicht bis zu 100 Stellen

News-Mehrheitsgesellschafter und -Geschäftsführer Horst Pirker: Der  Verluste schreibenden Verlag muss wieder profitabel werden
News-Mehrheitsgesellschafter und -Geschäftsführer Horst Pirker: Der Verluste schreibenden Verlag muss wieder profitabel werden

Die österreichische Verlagsgruppe News schreibt rund fünf Millionen Euro Verlust pro Jahr. Deswegen verkaufte Gruner+Jahr seine Konzern-Anteile vor wenigen Monaten an News-Geschäftsführer Horst Pirker. Der muss jetzt dafür sorgen, dass der Magazin-Verlag wieder profitabel wird. Also müssen erst einmal zahlreiche Mitarbeiter gehen.

Anzeige
Anzeige

Management-Buy-outs scheinen bei Gruner + Jahr mittlerweile eine gewisse Tradition zu haben. 2013 kaufte Impulse-Redaktionsleiter Nikolaus Förster dem Verlag das Wirtschaftsmagazin ab. Vor ihm hatte bereits Emotion-Verlagsleiterin Katarzyna Mol das Frauen-Psycho-Magazin von Gruner + Jahr übernommen und so vor der Einstellung bewahrt. Und jüngst kaufte Geschäftsführer der Verlagsgruppe News, Horst Pirker, gleich einen ganzen Medienkonzern: Die österreichische Verlagsgruppe News (VGN), ein Hochglanzmagazin-Verlag, in dessen Portfolio sich Titel wie News, Gusto, Yacht Revue, Trend oder Woman befinden.

Die VGN machte in den vergangenen Jahren rund fünf Millionen Euro Verlust per Annum – zu viel, um Mitglied des Gruner + Jahr-Reichs bleiben zu dürfen: Die Hamburger wollten raus aus dem österreichischen Zeitschriftenmarkt und verkauften im Juni 2016 ihre Anteile von 56 Prozent an News-Chef Pirker. Die übrigen Anteile des Medienkonzerns halten nach wie vor die Kurier-Gruppe mit 25,3 Prozent sowie die Familie Fellner mit 18,7 Prozent.

Anzeige

Pirker steht jetzt vor der Aufgabe, den Verluste schreibenden Verlag wieder auf Kurs zu bringen – in einem Markt, in dem Stagnation eine Erfolgsmeldung ist. Und er macht das, was viele in der Branche machen, wenn sie sparen müssen: Mitarbeiter entlassen. Das berichtet der Standard in seiner heutigen Ausgabe. 80 bis 100 Angestellte sollen bis Jahresende gehen. Das sind rund ein Fünftel der Belegschaft. Zehn bis zwölf Millionen Euro sollen so pro Jahr eingespart werden.

Pirker orientiert sich bei seiner Erlös-Strategie an Medienmarken wie Handelsblatt, Die Zeit und die Sächsische Zeitung, die ihre Einnahmen mit Veranstaltungen, Reisen, Büchern oder Seminare aufstocken. Das ließ er bei den Österreichischen Medientagen vergangene Woche verlauten.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*