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Facebook spricht von „Rechenfehler“: US-Netzwerk gab Werbekunden zu hohe Sehdauer bei Videos an

Hat ein Fake-News-Problem: Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Hat ein Fake-News-Problem: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Mit dieser Nachricht dürfte Facebook für Unmut bei seinen Werbekunden sorgen: Wie das Wall Street Journal berichtet, haben Kunden zwei Jahre lang unter falschen Angaben der durchschnittlichen Sehdauer die Video-Anzeigen des US-Netzwerkes gebucht. Facebook hatte den Wert bis zu 80 Prozent zu hoch angegeben. Der Konzern behauptet, sich verrechnet zu haben.

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Online-Videowerbung zählt als eines der großen Wachstumsfelder in der Vermarktungsszene. Unter den Profiteuren befindet sich der US-Konzern Facebook, der Werbekunden hohe Reichweiten und durchaus attraktive Sehdauer verspricht. Doch die Angaben des sozialen Netzwerkes waren nicht immer richtig, wie das Wall Street Journal schreibt.  Zwei Jahre lang leitete der Zuckerberg-Konzern seinen Kunden falsche Durchschnittswerte zur Sehdauer weiter. Bis zu 80 Prozent lagen die Werte daneben und fielen zugunsten der Videowerbung aus.

Grund sei ein Fehler, den Facebook seinen Kunden bereits schon vor einigen Monaten gestand, der jetzt aber erst durchgesickert ist: Das Netzwerk hatte für seine Berechnungen nur Videos herangezogen, die länger als drei Sekunden angesehen worden sind. Material, das der Nutzer vorher weggeklickt hatte, wurde also nicht beachtet und hat das Ergebnis somit verfälscht. Der Konzern will die Angaben und Fehler mittlerweile korrigiert und behoben haben und beteuert, dass die Abrechnungen trotz Fehler nicht beeinflusst worden seien. Darüber hinaus habe man einige Veränderungen vorgenommen, um zukünftig gezieltere Angaben zu machen. „Wir haben die Metrik umbenannt, um deutlicher zu machen, was wir messen“, so das Unternehmen weiter. „Diese Metrik ist eine von vielen, mit denen unsere Partner ihre Video-Kampagnen auswerten können“, heißt es dazu.

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Die Kundschaft zeigt sich dennoch verärgert, auch dürfte der Fehler das Vertrauen in Facebook erschüttern. So dürften auch Kunden jahrelang den Erfolg von Online-Videowerbung überschätzt haben. Darüber hinaus dürften die Zahlen auch Einfluss auf Berechnungen von Werbebudgets gehabt haben. Wie das Wall Street Journal weiter berichtet, habe sich mit Publicis Media – die Agentur ist für ein Mediavolumen in Höhe von 77 Milliarden Dollar verantwortlich – ein besonders großer Kunde beschwert. „Zwei Jahre übertriebene Zahlen zu berichten, ist nicht akzeptabel“, soll es in einem Schreiben an den Digital-Konzern heißen. Darüber hinaus forderte die Agentur-Gruppe, dass Facebook zukünftig auch Analyse-Tools von Drittanbietern zulässt, um die Erfolgsmessung so besser kontrollieren zu können.

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Alle Kommentare

  1. Also: Facebook kassiert dann mehr, wenn ein Depp ein Video 30 Minuten anschaut. Im Unterschied dazu, wenn 10 Millionen Deppen ein Video im Schnitt für 10 Sekunden ansehen. Von dieser eine Milliarde Prozent Unterschied im Nutuzngsverhalten lebt Mark Zuckerberg (kein Depp).

  2. “ Das Netzwerk hatte für seine Berechnungen nur Videos herangezogen, die länger als drei Sekunden angesehen worden sind. Material, das der Nutzer vorher weggeklickt hatte, wurde also nicht beachtet und hat das Ergebnis somit verfälscht.“
    Wo ist das Problem, wenn man weg-geklickte Werbe-Spots nicht zählt ?
    Wenn die Post nur Werbe-Briefe in Rechnung stellt, welche der Empfänger nicht gleich vor dem Briefkasten auf den Boden fallen lässt, bezahlt man ja sogar weniger als man eigentlich müsste.

    Ganz klar wird die Argumentation nicht.
    Interessant ist natürlich schon, wie viel Werbung – und insbesondere welche Werbung (inclusive Regisseur, Texter, Drehbuch-Autor usw.) – so jämmerlich ist, das man sie in 3 Sekunden weg-klickt. „Plan 9 from Outer Space“ „Rosa Goldene Silberne was-auch-immer Himbeere“(=Anti-Oscar) „Anti-Echo“ quasi für miese Web-Werbe-Spots.
    Es gab doch dieses Jahr schon mal eine Diskussion wegen Anschau-Dauer von 10 Sekunden bzgl. Online-Werbe-Spots oder so.

    Ganz klar wird die Argumentation nicht.
    Denn hundert-köpfige Teams pushen testweise 10.000 Euro in jeden Werbe-Kanal oder probieren verschiedene Keywords oder Youtuber und verschiedene Spots usw. durch und messen dann, wie viel Verkäufe oder Kundenkontakte oder Webseiten-Aufrufe heraus-kommen bzw. wie viel Kohle einbringen.

    So wie die Fett-Prozente bei Käse in Trockenmasse oder nass. Da gabs auch mal Diskussionen.
    Oder als ob ein Import-Handwerker in USA ein Haus durchmisst und Schränke einbaut und später herausfindet das er in Centimeter und nicht in ehrhaften amerikanischen Zoll gemessen hat.
    Oder als ob man als Schuldenberater seinen Job in der TV-Serie macht und Einnahmen und Ausgaben durchgeht usw. und erst später merkt, das man nicht in USA-Super-$$$-Dollar sondern nur in Kanadischen oder Australischen Dollar gearbeitet hat.
    Ist wohl (wie Brexit für schlechte Geschäftszahlen) nur ein Grund, den Preis zu drücken. Oder wurde wirklich jemand übervorteilt ? Dann sollte der Text das sehr viel klarer für den „oberflächlichen Gelegenheits-Leser“ klar machen.
    Autohändler suchen auch gern Gründe, den Preis zu drücken… Und ein Werbeteam welches über Youtube-Video 10.000 Kunden kriegt, zahlt ja nicht das doppelte wenn Facebook-Video nur 5.000 Kunden bringt, sondern nur die Hälfte. RETURN pro DOLLAR.
    Allgemeiner: Rendite, Input vs. Output, Gewinn oder Verlust.
    Davon abgesehen sind viele Boni-Manager oft nur Umsatz(=Boni)-Orientiert. Profit ist recht egal. Wenn man als jahrelanger Bestandskunde mitkriegt, das andere dasselbe für viel billiger bekommen (Abo-Verträge mit 1-2 Jahren Laufzeit sind gemeint ! Internet und Telefon und PayTV), merkt man, das ständig neue Kunden-Zahlen zugunsten Bonis in der Bilanz zu verkündigen wichtiger ist, als wirklich Profit für Kleinaktionäre zu machen oder gar Steuern zu bezahlen oder Bestandskunden dieselbe Bestpreis-Garantie zu geben welche der rot-grüne Bundestag schon früher hätte beschliessen können.
    An den Schnäppchenportalen erkennt man das schnell.

    Schön wäre, wenn web.de, gmx, google usw. offen zählen würden, wie viele Spam-Mails gelöscht wurden und bei den Werbe-Netzwerken RÜCKWIRKEND diese Zahlen als Rückzahlung korriert werden müssen. Gute Finanzminister würden das sofort durchsetzen oder auch für Werbe-Briefe. Aber wer seine Praktikanten und bezahlten Social-Mediateams seine Emails ausdrucken lässt, erkennt die täglichen Lebenszeit-Verluste durch SPAM nicht.
    Es gibt ja Tarife für LTE während Millionen nur UMTS machen dürfen. „DANKE“ Bundestag für die LTE-Auktion. Die Autobahnen sollen verkauft werden damit Boni-Mis-Manager, Bonzen, Reiche Leute und Politiker dort fahren dürfen und die kleinen Bürger sich im Stau auf der Land-Straßen die Beine in den Bauch warten dürfen.
    Auch dieses Thema scheint die AfD nicht zu interessieren. Da ist klar das die Zahlen nicht steigen und das Establishment munter weiter regieren kann…

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