Bis zu 22 Mitarbeiter betroffen: Verlagert Burda Style Teile der Heftproduktion ins Ausland?

Sparmaßnahmen in Offenburg: Burda-Style-Geschäftsführer Eckart Bollmann könnte Teile der Produktion ins Ausland verlegen
Sparmaßnahmen in Offenburg: Burda-Style-Geschäftsführer Eckart Bollmann könnte Teile der Produktion ins Ausland verlegen

In der Burda-Dependance in Offenburg könnte es demnächst zu Sparmaßnahmen kommen. Davor warnt der Konzernbetriebsrat in einem Schreiben. Wie es heißt, werde derzeit überlegt, bei dem von der Mutter des Verlegers Hubert Burda gegründeten Titel Burda Style (ehemals Burda Moden) einen beachtlichen Teil der Stellen ins Ausland zu geben. Der Betriebsrat befürchtet den Verlust von 22 Stellen.

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In einem Schreiben schlägt der Betriebsrat die Alarmglocken und findet drastische Worte in Richtung der Konzernspitze. Die Arbeitnehmer-Vertreter warnen vor einer konzernweiten „Tendenz zur Auslagerung“. Man befürchte, dass hier eine „Strategie der Zukunft für das gesamte Haus“ entstehe.

„Der Konzernbetriebsrat appelliert an den Vorstand von Hubert Burda Media, die Maßnahmen zu überdenken und gemeinsam mit den Mitarbeitern und Betriebsräten zukunftsfähige Strategien für die Zeitschriften und Objekte im Konzern zu entwickeln“, heißt es in dem Schreiben der Arbeitnehmervertreter, das MEEDIA vorliegt. „Es kann nicht die Zukunft des Journalismus im Hause Burda sein, hochwertige redaktionelle Arbeit an Billig-Drittanbieter auszulagern.“ Nach Darstellung des Betriebsrates wird erwogen, Aufgaben ins günstiger produzierende Ausland zu vergeben. Weitere Verlagsquellen bestätigen das. Dabei soll es sich um das Layout der Schnittmuster handeln, die international vertrieben werden. Anders als von den Arbeitnehmervertretern befürchtet, sollen hierzulande aber weniger als 22 Stellen wegfallen. Wie viele es sein könnten, sei derzeit unklar. Der Konzern wollte sich auf Nachfrage von MEEDIA nicht äußern.

Burda Style gehört zu den traditionsreichen Blättern im Konzern und war eine revolutionäre Idee von Hubert Burdas Mutter Aenne. 1952 legte die Verlegerin in dem von ihr gegründeten Modemagazin Burda Moden Schnittmuster bei. Zum ersten Mal konnten Frauen im Nachkriegs-Deutschland Kleider neuester Mode kostengünstig selber anfertigen, die ansonsten nur einer zahlungskräftigen Oberschicht vorbehalten war. Ihr Konzept ging auf. Das Magazin, das später in Burda Style umbenannt wurde, trug einen beachtlichen Teil zum wirtschaftlichen Erfolg des Medienhauses bei. Burda Style erscheint mittlerweile in 17 verschiedenen Sprachen und 99 Ländern.

burda style mtl

Bei Burda Style scheint es bereits seit einiger Zeit zu kriseln. Im Juli trennte sich der Verlag nach sieben Jahren von Chefredakteurin Dagmar Bily. Die Stelle wurde nicht nachbesetzt, sondern Aufgaben auf die Redaktionsleitung umverteilt. „Der Verlag Aenne Burda, mit seiner internationalen Marke Burda Style, konzentriert sich im Näh- und Craftingmarkt künftig noch stärker auf content-getriebenen Handel in den Kanälen Print und Digital – neben dem Ausbau des bestehenden Retail-Handels“, erklärte eine Burda-Sprecherin damals zum angekündigten Umbau. Wie es heißt, trete Geschäftsführer Eckart Bollmann auf die Kostenbremse.

Tatsächlich hat der Titel auch in Deutschland wirtschaftlich schon bessere Zeiten erlebt. Von der Zeitschrift verkauften sich in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres rund 116.000 bis 120.000 Exemplare (IVW 1/16, 2/16). 2003 waren es noch mehr als 200.000 Exemplare. Herausgeberin der Zeitschriften der Burda Style Group ist Patricia Riekel. Die Journalisten hatte erst vor Kurzem die Chefredaktion der Bunten abgegeben.

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Alle Kommentare

  1. NIcht einmal anrufen kann man dort wenn finanzielle Dinge zu klären sind, man soll MAil schreiben.. das möchte ich nicht weil es kompliziert ist… sowas habe ich noch nie erlebt…

  2. Burda ist das Allerletzte. Wer so arrogant und gleichgültig mit Mitarbeitern und Kunden umgeht der muß sich nicht über Auflagenrückgänge wundern.
    Am besten alles nach Bulgarien auslagern, denn nur von dort kommt wahre Qualität wie wir alle wissen.
    Burda ist für mich schon lange gestorben.

  3. Aenne hat’s gegeben. Patricia hat’s genommen? Der Name Burda verblasst Stück für Stück. Nur weiter so, „Hefte kann doch jeder machen“, wofür braucht man noch Qualitäts-Journalisten?!

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