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Bauers Medienoffensive in eigener Sache: mit Effizienz und Investitionen in die Zukunft

Verlegerin Yvonne Bauer, Konzerngeschäftsleiter Andreas Schoo (li.) und Jörg Hausendorf: weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen
Verlegerin Yvonne Bauer, Konzerngeschäftsleiter Andreas Schoo (li.) und Jörg Hausendorf: weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen

Die Bauer Media Group galt lange als "Maurermeister", wenn es darum ging, Medienjournalisten Einblicke in die Arbeit von Europas größtem Zeitschriftenverlags zu gewähren oder Führungskräfte zu offenherzigen Interviews zu bewegen. In dieser Woche gibt es gleich zwei Veröffentlichungen, in denen das Top-Management Auskunft über die aktuelle Lage wie die Zukunftsstrategie des Medienhauses gibt.

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Yvonne Bauer gab dem manager magazin ein langes Interview, indem die Mutter von Zwillingen auch über private Dinge spricht und geschäftlich Zuversicht ausstrahlt. Ihre Äußerungen zu Business-Entwicklungen sind allerdings wenig überraschend und decken sich auffällig mit dem Wortlaut der Unternehmensmitteilung zur Jahresbilanz 2015. Für das nach wie vor ungemein vertriebsstarke Haus ist Print – natürlich – weiterhin gesetzt und wichtigste Erwerbsquelle. Dreiviertel des Umsatzes bestreitet man schließlich mit dem Traditionsgeschäft.

Dennoch geht die digitale Entwicklung auch an den über Jahrzehnte so robusten Titeln im Einzelverkauf nicht spurlos vorüber. Auch die Verlegerin räumt ein, dass man dies spüre und setzt deshalb auf Wachstum in anderen Bereichen wie Radio und auch Digital, wo Bauer bislang gerade einmal 5 Prozent seines Umsatzes macht. Yvonne Bauer ist zudem zuversichtlich, dass die Profitabilität der Print-Sparte sogar noch gesteigert werden kann – durch weitere „Effizienzmaßnahmen“, von jeher die Königsdisziplin der Bauer-Strategen. Dem manager magazin gegenüber drückt sie das so aus: „Effizienz liegt uns in den Genen.“

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Die FAZ, die für Ihren Bericht in der Freitagsausgabe (Paid Content) mit den beiden Konzerngeschäftsleitern Jörg Hausendorf und Andreas Schoo gesprochen hat, zeigt auf, wie das funktioniert: „Zentrale Redaktionseinheiten, die in der Regel mehrere Titel beliefern, können innerhalb kürzester Zeit ein neues Klatschmagazin, ein Kochheft oder eine Fernsehzeitschrift auf den Markt werfen. Kommt das Produkt gut an, gibt es weitere Ausgaben. Wenn nicht, stampft Bauer das Heft wieder ein.“ Allein seit 2011 habe der Verlag knapp 40 neue Zeitschriften gestartet, wovon nur jeder zweite Titel durchkam und sich etablierte.

Die Misserfolge gehören dabei zum Kalkül. „Wir glauben fest daran, dass die gedruckte Zeitschrift eine Zukunft hat“, zitiert die FAZ Andreas Schoo. Das beim Konzernergebnis noch Luft nach oben ist, legt die Aussage seines GF-Kollegen Hausendorf nahe, der das Jahr 2015 insgesamt als „zufriedenstellend“ einordnet, zugleich für das laufende Jahr neues Wachstum in Aussicht stellt. Eins der Potenzialfelder ist das Digitalbusiness, wo Bauer anders als andere Verlage vor allem auf komplett neue Marken setzt, die auch international funktionieren können – wie etwa The Debrief. Auch das Radiogeschäft wird für Bauer immer wichtiger. Dessen Umwachs konnte im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent auf 320 Millionen Euro (inklusive Akquisitionen) gesteigert werden – weitere Zukäufe ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

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Alle Kommentare

  1. Ihre Überschrift „Medieninitiative“ ist doch wohl nicht ernst gemeint?
    Von 2001 bis 2010 veröffentlichte der Konzern zumindest einen umfangreicheren Geschäftsbericht. Seit 2011 gibt es jedes Jahr einmal (!) eine zweiseitige (!) Presseinformation zu Konzernumsätzen und mit schmalen Angaben. Der Artikel im Manager Magazin ist interessant, aber stark redundant zur Presseinformation, wie Sie selber schreiben. Aber der FAZ-Artikel ist auch nicht mehr wert als allenfalls die 45 Cent auf Blendle. Was die beiden Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf und Andreas Schoo von sich geben, kann jeder auch von außen beobachten, in den Äußerungen ist nichts Neues zu entdecken.

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