Anzeige

Kahlschlag im Norden: Lübecker Nachrichten und Ostsee-Zeitung streichen weitere 30 Stellen

Stefanie Hauer wird als Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten abgelöst
Stefanie Hauer wird als Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten abgelöst

Neuer Stellenabbau bei den Lübecker Nachrichten und der Ostsee-Zeitung: Die beide zur Mediengruppe Madsack gehörenden Verlage wollen an den Standorten gemeinsam 30 Arbeitsplätze abbauen sowie weitere 35 Stellen in Tochterfirmen ausgliedern. Morgen soll die Belegschaft hierüber informiert werden. Es ist nicht die erste Sparmaßnahme.

Anzeige
Anzeige

Der Belegschaft der Lübecker Nachrichten und der Ostsee-Zeitung in Rostock stehen unruhige Zeiten bevor. Die Geschäftsführung will an beiden Standorten massiv Stellen abbauen. Nach Informationen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) sollen an den Standorten insgesamt mehr als 30 Arbeitsplätze entfallen und etwa 35 Arbeitsplätze in Tochterfirmen ausgelagert werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verlag in den Redaktionen massiv Stellen abgebaut.

„Mit Entlassungen und Tarifflucht macht man Zeitungen nicht besser“, kritisiert Martin Dieckmann, ver.di-Fachbereichsleiter. Die geplanten Einschnitte seien umso härter, als die beiden Zeitungen zusammen zuletzt ein sehr gutes Ergebnis erwirtschaftet hätten, heißt es. Die beiden Zeitungen gehören zur Madsack-Mediengruppe (Hannoversche Allgemeine, Neue Presse) in Hannover. An der Mediengruppe Madsack ist zu 23 % die SPD-eigene Druck- und Verlagsgesellschaft ddvg beteiligt. Sie hat heute ihre Bilanz für 2015 vorgestellt.

Anzeige

Eine Madsack-Sprecherin wollte sich hierzu auf MEEDIA-Anfrage nicht äußern. Sie verwies darauf, dass die Mitarbeiter am morgigen Mittwoch über den geplanten Jobabbau informiert werden sollen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Der Einzelgesellschaftler ist übrigens die SPD alias „Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft“.

  2. Tja, das kommt davon wenn man keinen UNABHÄNGIGEN Beitrag mehr bekommt. An dem Tag wo es die „Prantlhausener“ Zeitung erwischt, mach ich ein Fass auf.

  3. „Stefanie Hauer plant…“ ist schon mal Quatsch, die plant gar nichts, die ist nur Geschäftsführerschauspielerin und liest genau das ab, was in Hannover -souffliert von irgendwelchen absurd hoch bezahlten Unternehmensberatungsjüngelchen – aufgeschrieben wird. Und das ist dann das, was die meisten Manager oder Verlagserben tun: in den Lokalredaktionen kürzen und die Mantelredaktionen streicheln. In den Sonntagsreden die Lokalkompetenz hochleben lassen und in der Praxis den Ast absägen, auf dem der Verlag sitzt. Für den Entscheider ist das natürlich einfacher, da er kein Ärger im unmittelbaren Umfeld (mit Mantelchefredakteur) bekommt. Die Lokalredaktionen, in denen ohnehin viele Volontäre, Praktikanten und Freie sitzen, haben keine Lobby. Und dann – aaaaach – sinken die Auflagen weiter und Schuld ist immer das böse Internet. Anstatt die EINZIGE Möglichkeit, die die Regionalverlage haben – nämlich die Lokalkompetenz zu stärken – wird diese Chance bewusst ignoriert, denn dann wäre unternehmerisches Handeln und nicht nur gesellschaftergefälliges Schleimen notwendig. Wissen die Gesellschafter eigentlich, dass diese Vorgehensweise zum Abgesang führen MUSS. Fairer wäre, den Gesellschaftern einen sofortigen Verkauf an einen VERLEGER dringend zu empfehlen…aber dann gibt es ja nicht mehr diese scharfen Geschäftsführergehälter…

  4. Man kann ja gerne mal bei der Tageschau-„Redaktion“ anfragen, die suchen über den Tag in Tweets und sozialen Medien die Meldungen zusammen, die sie am Abend dem tumpen Bürger beim Feierabendbier als Nachrichten verkaufen.
    Fürs copy&paste müsste es doch reichen.

  5. An die Kommentierenden. Ihr lacht Euch vor Schadenfreude kaputt. Man kann es durch den Bildschirm sehen. Ihr habt nur eins nicht bedacht. Und ich will diese Redaktionen hier wirklich nicht in Schutz nehmen. Aber, die Zeitung wird eben wirklich nicht besser, wenn man die Leute vor die Tür setzt. Dann werden nämlich fast nur noch Fertigmeldungen von Massendienstleistern abgedruckt. Ob das dann alles so die gewünschte Wahrheit ist oder gesteuerte Informationen fürs dumme Volk? Aber ihr wolltet es ja so, denn ihr habt Beifall geklatscht, als die Journalisten, die eh schon kaum noch schreiben dürfen, was sie gerne wollen, vor die Tür gesetzt wurden.

    1. Das ist nur das Echo auf Keulenschwingerei, Arroganz und Arschkriechen bei den Stegners, Augsteins und Göring-Eckardts der Republik.

      Nu stinken sie und keiner will sie mehr haben.

      Herje ….

    2. Schlechter wird sie dadurch auch nicht, es steht eh überall dasselbe drin. Oder gab es in der letzten Zeit mal irgendetwas Kritisches über Merkel, Gabriel, USA oder so zu lesen?
      Immer nur auf die AfD und Rußland einzuprügeln kostet am Ende vielleicht doch ein paar Leser und damit den „aufrechten Journalisten“ den Arbeitsplatz…

    3. @Henry
      Im Internet gibt es zahlreiche sogenannte alternative Medien, die immer mehr Leser anziehen. Irgedenwelche Printmedien, die meist sowieso nur Regierungsmeinungen und Desinformation betreiben und übelste Hetzpropaganda verbreiten (z.B. Syrien & Ukraine), braucht niemand mehr und die gehen allesamt zu recht unter.

      Vielleicht hat ja die Redaktion des „Straßenfegers“ noch ein paar Plätze frei, alternativ gehts dann als Verkäufer auf die Straße.

      Nach all dem was passiert ist, habe ich nicht das geringste Mitleid mit unseren „Journalisten“ – tut mir Leid.

  6. Mit Entlassungen und Tarifflucht macht man Zeitungen nicht besser“, kritisiert Martin Dieckmann, ver.di-Fachbereichsleiter.

    Wenn man sich nicht schon an die Fakten hält, damit der Gesellschafter bei Laune bleibt, dann sollte man zumindest ein Presseerzeugnis als ABM erhalten. Verdi Logik. Was interessiert da der Leser. Vielleicht ruft man Merkel nochmal die Pflichtabgabe für die Erhaltung der medialen Plurarität ins Gedächnis. Bei ihren UmfrageWerten hat sie dafür sicher ein Ohr.

    1. Es gab schon Forderungen aus den Reihen der CDU, dass Teile der GEZ den „Printmedien“ ausgeschüttet werden sollen … man kann also davon ausgehen, dass das bald kommt.

      Als „Erklärung“ wird dann behauptet, dass es wichtig ist „eine freie und unabhängige Presse sicherzustellen“.

  7. Eure Qualitätszeitungen müssten die Menschen Euch doch aus den Händen reißen. Was ist los? Zielgruppen nicht erreicht?

    1. Schon mal dran gedacht, dass immer mehr Leute online lesen, und`s da nix kostet, Herzchen? Von wegen weniger Leser. Hättste gerne, was?

      1. @Anja Cosima: Nein, bin mir relativ sicher, dass es bei Ihren „Herzchen“ mit dem Denken generell nicht soweit her ist. Jedenfalls entsetzt mich die obendrein unqualifizierte Häme vieler Postings hier sehr – und sie sollte hinsichtlich der Qualität dessen, was im Netz „für Umme“ so zu haben ist, zu denken geben, was wiederum die Befähigung dazu voraussetzt…

        Da vielleicht noch Lübeck, sicher aber nicht die Ostsee ein präzise eingegrenzter Standort ist, dürfte dem Verfasser des Meedia-Beitrags unbekannt sein, wer wo genau (an welchem Standort) „rasiert“ werden wird. Fakt aber ist: SH und MVP sind relativ dünn besiedelte Flächenländer abseits ihrer Metropolen. Und da – wie „Natürlicherweise“ schreibt – wohl v. a. in den Regionen Kürzungen zu erwarten sind, schwächt Madsack seine beiden Blätter vermutlich genau dort, wo diese Stärken haben könnten – im Lokalen/Regionalen.

        Dort aber wird sicher weder „auf Russland eingerprügelt“, noch bei den „Stegners geschleimt“ oder sonstwie „Regierungsmeinung“ verbreitet…

        Stehen die Leute, die so einen widerwärtig hämischen Stuss posten, eigentlich selbst so sehr sozial im Abseits? Oder ist es tatsächlich schlichter Mangel an Intellekt???

  8. In wirtschaftlich prosperierenden Zeiten wie den heutigen und dem brennenden Fachkräfte-Mangel in allen Branchen werden alle Betroffenen sicher schnell ein neues Arbeitsplätzchen angeboten bekommen …

    MMMMUUUAHAHAHAHAHAH

    Heult draussen wenn ihr euren Hartz-Antrag gestellt habt.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*