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Burda-Beteiligung Mode Media (früher Glam Media) macht von heute auf morgen dicht

Website von Mode Media
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Das US-Unternehmen Mode Media (früher: Glam Media) stellt seinen Geschäftsbetrieb überraschend mit sofortiger Wirkung ein. Das berichtet das Wall Street Journal. Im vergangenen Jahr soll Mode Media noch einen Umsatz von 90 Mio. Dollar erwirtschaftet haben. Das Unternehmen war mit einer Mrd. Dollar bewertet. Burda gehörte dort zu den wichtigsten Investoren.

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Das Konzept von Mode Media war, dass eine ganze Reihe von Partner-Websites und Blogs eingebunden wurden. Inhalte wurden von einem Netzwerk aus so genannten „Creators“ bei Mode eingebracht. Das waren vor allem auch viele Blogger. Die unterschiedlichen Beiträge wurden auf der Haupt-Website dann unter redaktioneller Kontrolle in einheitlichen Look and Feel aufbereitet. Lange galt Glam Media, bzw. Mode Media als digitale Erfolgsstory.

Laut Recode.net sind nun viele der Creators sauer, weil sie fürchten, dass ausstehende Rechnungen und Honorare von Mode nicht bezahlt werden.

2009 war Hubert Burda Media an dem deutschen Ableger Glam Media GmbH noch mit 49 Prozent beteiligt. Später trennte man sich bei Burda von der deutschen Beteiligung und war seither nur noch in das US-Mutterunternehmen investiert. Dort aber offenbar durchaus signifikant. Noch im Mai 2015 erhielt das US-Unternehmen eine neue Finanzspritze in Höhe von 30 Mio. Dollar, Hubert Burda Media war bei der Finanzierungsrunde der Haupt-Investor. Bei Burda betont man auf Anfrage, dass Mode Media eine Minderheitsbeteiligung war. Grund für das plötzliche Aus sei die fehlende wirtschaftliche Perspektive gewesen, so ein Burda-Sprecher gegenüber MEEDIA: „Die Veränderungen im amerikanischen Werbemarkt waren so gravierend, dass neue Investoren nicht gefunden werden konnten. Burda hatte sich seit 2007 in mehreren Finanzierungsrunden an dem Unternehmen mit einer Minderheit beteiligt.“

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Offenbar hat Mode Media in den vergangenen fünf Monaten vergeblich versucht, neues Frischgeld von bestehenden oder neuen Investoren aufzutreiben. In diesem Jahr hat Mode Media dem Wall Street Journal-Bericht zufolge bereits einige Mitarbeiter entlassen. Außerdem ging im April der Gründer und frühere CEO Samir Arora von Bord.

Die Umbenennung von Glam zu Mode erfolgte vor rund zwei Jahren, als das Unternehmen seine Zielgruppe erweitern und nicht mehr nur Frauen ansprechen wollte. Seit der Gründung 2003 hat Mode Media laut WSJ mindestens 230 Mio. Dollar an Investments eingesammelt.

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Alle Kommentare

  1. Burda hatte keine Minderheitsbeteiligung, sondern hat maßgeblich seit Anfang des Jahres die Geschäfte bestimmt. Die Kurskorrektur, die auf Drängen von Burda vorgenommen wurde, war äußerst merkwürdig und funktionierte wenig. Die Geschäftsleitung in Amerika nahm im April d.Jahres den Hut. In D. nahm Burda den Fashion Blog Lesmads vom Markt, was starke negative Signalwirkung hatte für potenzielle Kunden. Die blieben dann auch prompt zunehmend aus. Der Konzern hatte hier definitiv kein Interesse, das Geschäft weiter auszubauen. Eher im Gegenteil.

  2. Da sieht man wieder, dass es KEIN positives Argument ist, wenn ein großer Konzern in einem Projekt drinsteckt, die Blogger & Bloggerinnen werden fast kein Geld mehr sehen…

    Wie damals bei neckermann, das Insolvenzverfahren läuft aktuell immer noch und beeinflusst u.a. auch andere Verfahren (das einzige, das steigt, ist das Gehalt des Insolvenzverwalters).

  3. Hmm, was nun die Berliner Mauer mit dem zu tun hat? Grübel, grübel, grübel…
    Ansonsten, vielleicht kann ich nicht lesen, aber hat nun Mode Media Geld verdient oder nur verbrannt?
    Es gibt die gute alte Kaufmannsregel, werfe niemals schlechten Geld gutes hinterher. Mit anderen Worten, es kann angenommen werden, dass die Zahlen so desaströs waren, dass keiner bereit war zu investieren. Ach ja, die „Bewertungen“ – danach kann jeder ausgefüllte Lottoschein auch xx-Millionen Euro, ja nach Quote, wert sein. Wir werden noch etliche dot com Pleiten erleben. Weil diese Firmen außer realen Kosten zumeist viel zu geringe Einnahmen am Markt erwirtschaften. Das ganze Neusprech ist nur putzig…
    Dazu braucht es nicht das Web oder gar Computer, wenn die Ausgaben auf Dauer höher als die Einnahmen sind, hat man ein Problem. Mein Onkel Alfred kann das händisch und analog auf jedem Bierdeckel dieser Welt ausrechnen.

    Literaturfreunden empfehle ich in diesem Zusammenhang Hans Christian Andersens Märchen: Des Kaisers neue Kleider. Der hatte nicht mal eine Schreibmaschine…

  4. „Viele haben Angst, die nächste Runde fällt aus“. Siehe:
    http://meedia.de/2016/09/12/rocket-internet-und-die-boerse-der-kurze-aufstieg-und-lange-fall-der-samwer-kursrakete/#comment-384385

    Das wird wohl noch viel öfter passieren. Daher haben Alphabet sich umstrukturiert und Amazon verkündigt endlich die Cloud-Gewinne statt sie zu investieren.

    Wer Schulden macht, sollte sie auch sein Leben lang abbezahlen müssen.
    Und Geld was in Wirklichkeit anderen gehört, sollte über Treuhandkonten laufen.
    Siehe Reiseportale und Hotels usw. wo man evtl Geld nachlegen sollte obwohl man bezahlt hatte.
    Sowas muss also anders organisiert werden. Durch die Versicherungs-Scheine hat man vorhandene Infrastrukturen. Also wird der Deal bei der Sparkasse o.ä. hinterlegt: 1200 für Urlaub von Kunde X, Transaktions-Nummer 2016-09-xyz…, 1100 an Hotel, 100 an Urlaubs-Vermittler-Startup.“
    Bei Kontenrechnung lernt man das doch „119 Euro Ausgaben an 19 Euro Vorsteuer und an 100 Euro Verbrauchsgüter(Drucker-Toner-Kartuschen)“… Jeder BWLer lernt das… und wohl auch jeder Kaufmanns-Azubi.
    Angesichts der aktuellen Insolvenz sollte der Bundestag und alle ehrlichen Banken das sofort beschliessen. Durch die Urlaubs-Versicherungen sind die Infrastrukturen ja schon vorhanden und müssen nur leicht abgewandelt werden.

    In der ur-alten (Pferde, Mulis, Alpakas, … dann halt Autos) Auto-Branche ist Bar-Zahlung der Standard. Auch bei PC-Händlern laut ct‘ vor vielen Jahren. Geld gegen Ware.
    Solche Firmen-Kennzahlen sind sehr einfach dank Computer heute auszurechnen. Dann gibts keine unbezahlten Rechnungen mehr.

    Dürfen die „Creators“ aus dem Text ihren Content ab sofort woanders vermarkten oder sieht so der wahre Schutz der WAHREN Urheber aus ? Oder wird die vermutlich steuerliche Förderung der Künstler-Sozialkassen erhöht damit der Steuerzahler das mal wieder (wie schon die Auto-Konzerne und manche Banken) ausgleichen darf ?
    Was sagen die Leistungs-Schutz-Freunde oder Lindner oder Junkers oder Burda persönlich dazu ? Oder AfD ? Oder Piraten ? Wollen die keine Milliarden ehrbar verwalten ?
    Denn wenn der Marktplatz geschlossen ist, geht man woanders hin und verkauft dort seine Lebensmittel… Also sollte der Content doch wohl woanders anbietbar sein. Aber wenn Kulturgüter vernichtet werden, wird gerne weggeschaut. Die Berliner Mauer und Checkpoint Charlie sind ja auch fast vollständig weg…

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