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„Ein Bootcamp, wie beim Militär“ – ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter packt aus, wie es hinter den Kulissen des Social Networks zugeht

Mark Zuckerberg, Buch „Chaos Monkey“ von Ex-Facebook-Mitarbeiter Antonio Martínez
Mark Zuckerberg, Buch "Chaos Monkey" von Ex-Facebook-Mitarbeiter Antonio Martínez

Mit der Privatsphäre von Nutzern geht Facebook manchmal eher locker um. Wenn es um das eigene Unternehmen geht, könnte der Social-Media-Gigant dagegen nicht verschwiegener sein. Der ehemalige Facebook-Mitarbeiter Antonio García Martínez hat ein Buch über seine Zeit bei Facebook geschrieben. Zeit Online hat den ehemaligen Produktmanager zu seinen Erfahrungen bei Facebook interviewt.

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An seinem ersten Arbeitstag musste García Martínez erst eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Das muss jeder Besucher: Niemand darf erzählen, wie es hinter den Türen von Facebook zugeht. Hält man sich nicht daran, droht einem eine Klage. Dass er nach der Veröffentlichung seines Buchs „Chaos Monkey“ selbst verklagt wird, sei jederzeit möglich, meint García Martínez im Interview bei Zeit Online.

„Ich sah, dass hier ernsthaft gearbeitet wurde. Das war nicht wie die Twitter-Hipster (…), bei denen der Kombucha-Tee aus dem Wasserhahn kam.“ Gearbeitet wurde auch auf dem Klo, die von Facebook verteilten Einwegzahnbürsten waren in reger Benutzung. Als Google+ auf den Markt kam, sei rund um die Uhr wurde gearbeitet worden – sieben Tage die Woche: Für die Familie gab es extra Besuchszeiten. Das Ziel, die Konkurrenz zu zerstören, sei absolut vorrangig gewesen. Ein Leben für Facebook.

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Zu Beginn des Jobs stand eine sechswöchige Schulung auf dem Programm. „Ein Bootcamp wie beim Militär“, so García Martínez Alle Mitarbeiter bekamen ein blaues T-Shirt. Ungefähr die Hälfte der männlichen Mitarbeiter habe dies auch während der Arbeit getragen. García Martínez sah Familienbilder, auf denen auch Frau und Kinder von Facebook-Mitarbeitern diese T-Shirts trugen. Frauen, die bei Facebook anfingen, sei geraten worden, sich nicht zu knapp zu kleiden.

Statt ihre Geburtstage feiern die Mitarbeiter ein Faceversary – ihren Facebook-Jahrestag. Gründer Mark Zuckerberg sei zwar ganz okay, aber auch wie der Gründer einer neuen Kirche, berichtet García Martínez. Ihm gehe es nicht darum, das große Geld zu machen, sondern eine neue Art von Gesellschaft aufzubauen. „Eigentlich ist Facebook ein Hack des Staates, der Gemeinschaft an sich“, sagt García Martínez‘. „Wenn Sie aber heute in eine Bar gehen, sehen Sie nur Leute, die auf Facebook-Screens starren. Diese Menschen sind verbunden mit einer anderen Gemeinschaft.“

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Alle Kommentare

  1. Was will uns dieser Artikel nun sagen? Mir sagt er nichts, was in vielen anderen Firmen nicht auch so wäre. Und dass fb eine Massenpsychose ist, ist nun wirklich nichts neues.

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