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Relaunch bei Welt.de: entschlacktes Layout, neues Bezahl-Modell und schnellere Ladezeiten

Oliver Michalsky: Der stellvertretender Chefredakteur von WeltN24 kümmerte sich um den Relaunch des Web-Portals
Oliver Michalsky: Der stellvertretender Chefredakteur von WeltN24 kümmerte sich um den Relaunch des Web-Portals

Mehr Beschleunigung für die Welt – zumindest im Web: Am Montagmorgen hat Springer offiziell die Beta-Phase für die erste gemeinsame Webseite von Welt und N24 beendet und eine überarbeitete Seite live geschaltet. Neben einer erheblich entschlackten Optik und einem neuen Bezahl-Modell setzten die Berliner vor allem auf den Faktor Geschwindigkeit. So soll die neue Welt mit der schnellsten Ladezeit unter allen deutschen Nachrichtenseiten punkten.

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Für die meisten Branchen-Kenner bietet der Relaunch erst einmal keine große Überraschung, denn die neue Seite war schon länger online und wurde so von den Online-Profis der Welt einem harten Echtzeit-Testing unterzogen. „Bereits im April haben wir die Beta-Phase angestoßen. Damals noch für kleine geschlossene Gruppen. Seit zwei Monaten ist die neue Seite nun für alle zugänglich und wir sind intensiv im Austausch mit einer großen Anzahl an Nutzern“, erklärt Oliver Michalsky gegenüber MEEDIA. Der stellvertretende Chefredakteur von WeltN24 kümmert sich um alle digitalen Angebote der Nachrichten-Marke. Weiter sagt er: „Trotzdem waren wir alle heute Morgen nervös, ob auch wirklich alles so klappt, wie wir uns das vorstellen. Das ist bei Produktstarts aber normal.“

Auf den ersten Blick fällt bereits auf, dass die Startseite nun erheblich reduzierter daherkommt. Das ist zum einen so gewollt und zum anderen dem Umstand geschuldet, dass die neue Welt jetzt komplett responsiv ist. Allein das verlangte bereits den Verzicht auf einige Kasten- und Spalten-Elemente. Zudem verkürzten die Macher auf Wunsch vieler Leser die Länge der Startseite. Der gesamten ersten Seite ist das Bemühen anzusehen, die Inhalte von Welt und N24 noch besser zusammenzuführen.

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Allein schon wegen des hohen Bewegtbild-Anteils ist die Erhöhung der Ladegeschwindigkeit so wichtig gewesen. Nach Einschätzung von Michalsky bietet die Highspeed-Seite aber auch einen echten Wettbewerbsvorteil. „Seit dem Erfolg von Instant Articles und AMP wissen wir, wie wichtig schnelle Ladezeiten – vor allem im Mobile-Web – sind.“

Zeitgleich zum Relaunch wechseln die Berliner auch ihr Paid-Content-Konzept. Von dem bisherigen Metered Model stellen sie nun auf ein Freemium-Angebot um, das in seinen Grundzügen an Bild Plus erinnert. „Unser bisheriger Ansatz war schon erfolgreich, darauf sind wir stolz“, sagt Michalsky. Immerhin habe man über 75.000 zahlende Abonnenten gewinnen können. „Jetzt wollen wir mit einem Bezahlmodell arbeiten, das unsere investigativen Recherchen, besonderen Meinungsbeiträge und hochwertigen Dossiers noch stärker würdigt.“

Das neue Konzept sieht vor, dass die aktuellen Nachrichten sowie die Mediathek kostenfrei und unbegrenzt nutzbar sind. Ausgewählte Inhalte, wie sie Michalsky oben skizzierte, sind dagegen nur mit einem WeltPlus-Abo zugänglich. Dieses gibt es ab 9,99 im Monat. Die Premium-Variante inklusive der digitalen Zeitung kostet 19,99 Euro und die Gold-Version, die zusätzlich noch das E-Paper der gedruckten Zeitungen enthält, 29,99 Euro. Zudem ist ein Tagespass für 1,99 Euro im Sortiment.

Die Berliner hoffen, dass sie mit der Umstellung nicht nur keine Abonnenten verlieren, sondern noch mehr zahlende Leser hinzu gewinnen können. Bestärkt wird diese Hoffnung offenbar durch eine erfolgreich gelaufene Testphase.

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Interessant wird nun, wie sich das neue Bezahlmodell auf die Reichweite und die Besucherzahlen auswirkt. Beim alten Konzept konnte die Welt trotz der Beschränkung der freien Artikel ein kräftiges Wachstum hinlegen. So zählte die IVW im August 84,3 Millionen Visits für das Portal. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 65,3 Millionen. Innerhalb von zwölf Monaten konnte die Welt den Traffic um rund 19 Millionen Visits steigern. Ein Rekord gelang dem Springer-Angebot im Januar diesen Jahres mit 95,5 Millionen Visits, dem Monat also, als die Welt rund um die Flüchtlingsdebatte zu den Silvesterausschreitungen in Köln besonders schnell reagierte und das Thema in allen Facetten beleuchtete. Seit längerer Zeit liegt die Welt in der IVW-Statistik stabil auf Position fünf, hinter Bild, Spiegel, Focus und n-tv.

Längst werkeln Michalsky und sein Team an der nächsten Ausbaustufe. Zum Jahreswechsel sollen die Angebote von Welt und N24 komplett verschmelzen, N24.de wird dann in Welt.de aufgehen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie gut es den Berlinern gelingt, die unterschiedlichen Ansprachen, Zielgruppen und Inhalte zu verbinden. „Wir wollen das Beste der beiden bisherigen Angebote zu einer noch besseren Nachrichtenplattform zusammenführen“. Mit dem nun erfolgten Relaunch sind unter anderem die technischen Voraussetzungen schon einmal erfüllt.

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Alle Kommentare

  1. Der Feststellung von @Hank muss ich mich anschließen – wo früher eine lebhafte Diskussion im Kommentarbereich der Welt herrschte (trotz starker Zensur) findet man heute auch bei „heißen“ Themen nur noch ein paar Dutzend Kommentare.

    Das liegt meiner Meinung nach daran, dass man Disqus durch ein grausiges selbstgestricktes Konstrukt ersetzt hat, das es dem Foristen unmöglich macht, seine Kommentare nachzuverfolgen oder zu verwalten und auch, dass Foristen nun gezwungen werden, sich für ein paar Zeilen Kommentar anzumelden, dürfte für viele der Hauptgrund sein, es gleich ganz zu lassen. Bei mir ist es jedenfalls so.

    Wenn weiter oben von 40 Trackern und anderen Spionage-Nettigkeiten gesprochen wird (worin ich mich leider nicht auskenne), wäre das noch ein weiterer Grund, diese Seite künftig zu meiden.

    Es befinden sich jetzt gefühlt viel zu viele Bezahlartikel auf der Seite, für die ich (aufgrund früherer Erfahrungen mit der Qualität solcher Artikel) nicht bereit bin, Geld auszugeben.

    Außerdem ist durch die Umstellung auch die frühere Übersichtlichkeit der einzelnen Themenbereiche flöten gegangen. Reißerische, aber nichtssagende Riesen-Bilder und Überschriften, die einen optisch erschlagen (zumindest auf dem Smartphone) tragen bei mir nicht zu einem Wohlfühlfaktor bei. Auch das neue Schriften-Karussell (beinahe jeder Absatz ein anderer Font und viele davon mit Serifen) macht einen ganz kirre.

    Nein, mir macht die neue Welt-Webseite absolut keinen Spaß mehr. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt in Bezug auf die Klickrates.

  2. Vorhin kam Update der Android Smartphone App von 1.13 auf 1.15. Optisch an die neue Webseite angepasst, subjektiv auf Note 4 etwas geschmeidiger, Suche funktioniert nach wie vor nicht, nach wie vor kein Landscape Modus, nach wie vor nicht auf Tab S 10.5 installierbar. Abo zum Preis von 4,99 Euro monatlich wird angeboten, keine Angabe, ob WeltPlus inbegriffen ist und auf welcher Anzahl Devices ein Abo genutzt werden kann.

  3. Herr Michalsky bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden. Und davon wird sich Welt.de nicht mehr erholen. Auf den ganzen Unsinn mit AMP will ich nicht eingehen („Wer bumst den Handioten am schnellsten und bekommt so ein größeres Stück vom Werbekuchen?“).
    Mich befremdet die Ignoranz der Medien. Leser sind nicht gewünscht, nur Konsumenten, Abnicker und Ja-Sager, ganz gleich wie unverschämt seicht oder offenkundig halb- bis unwahr die Artikel sind. In der (trotz umfangreicher Löscharbeiten) sehr lebendigen Kommentarfunktion lag das Kapital, mit dem die Welt hätte wuchern können. Aber das Blatt ist nun mal Teil des Springer Konzernes und unterliegt den seit Lizenzierung wahrzunehmenden „Grundsätzen“.
    Die neue „Kommentar“funktion degradiert den Nutzer auf einen gläsernen Bittsteller, welcher nicht mal erfährt, ob sein Beitrag Antworten erhielt oder überhaupt veröffentlicht wurde. Das alles in einer Nacht- und Nebelaktion, ähnlich jener nie begründeten „Notabschaltung“ des Kommentarbereiches Anfang März 2016. Resultat: Die Karawane kritischer Leser ist weitergezogen. Zurück blieb jede Menge AMP.

  4. Die Kommentare scheinen mit dem Relaunch rapide zurück zu gehen und dabei wurden bei der alten Version sicher oft mehr als die Hälfte der Kommentare gelöscht.
    Wo früher 200 oder 300 Kommentare standen, finden sich heute auch bei brisanten Themen nur noch 30. Das läßt m.E auch darauf schließen, dass weniger Leute die Bezahlartikel lesen und auf die Neuanmeldung im Kommentarbereich verzichten.
    Das letzte Bezahlmodell ließ sich leicht mittels VPN, Nutzung verschiedener Browser usw. umgehen.
    Jetzt muss man scheinbar wirklich bezahlen und darauf werden, bei der mageren und einseitigen Qualität der Artikel, wohl viele Gelegenheitsleser, wie ich z.B., verzichten.

  5. Die Kommentarfunktion bei Welt.de war der Hit, denn nur dort konnte man in deutschen Mainstream-Medien relativ unzensiert seine Meinung sagen, die in der Mehrheit nicht selten diametral zur Artikelsuggestion stand.

  6. PS:

    Um den Preis von 9,99 Euro monatlich für das WeltPlus Paket ansatzweise zu rechtfertigen, wäre eine auf Smartphone und Tablet einwandfrei funktionierende App erforderlich. Die aktuelle Android App der Welt ist jedoch veraltet, ihre Suchfunktion funktioniert nicht und sie bietet keinen Landscape Modus. Zum internationalen Vergleich: Für die exzellente werbefreie App des Guardian zahle ich zur Nutzung auf Smartphone und Tablet monatlich 3,61 Euro. Für den Online Zugang zur New York Times via Homepage, Smartphone und Tablet zahle ich monatlich 16 Euro.

  7. Das Preismodell ist attraktiv. Eine vergleichbare Lösung wünsche ich mir für die SZ, also monatlich max 10 Euro für Zugang via Apps und Webseite via max 5 Devices, Aufpreis für Epaper.

    Journalistische Qualität Content Welt bescheiden.

    Welt App bescheiden, Zugaben zur Desktop Seite Frechheit.

  8. > Der gesamten ersten Seite ist das Bemühen anzusehen, die Inhalte von Welt und N24 noch besser zusammenzuführen.

    Muuuuaahh – Ladezeit!

    Das hat natürlich – was verschwiegen wird – genauso Gültigkeit für die vielen vielen tracker, externen WerbeURLs und so weiter die beim Aufruf von WELT.DE – selbstverständlich – mit aufgerufen werden. Über 40 sind es aktuell. Der sogenannte journalistische Inhalt von WELT.DE ist dagegen mickrig!

    Ladezeit – Hahaha!

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