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„OGOT“ mit Karl Dall, Harry Wijnvoord & Co.: Tele 5 lässt fünf Show-Dinos über den Jakobsweg pilgern

Entertainment-Dinos (v. li.): Harry Wijnvoord, Jörg Draeger, Karl Dall und Frederic Meisner
Entertainment-Dinos (v. li.): Harry Wijnvoord, Jörg Draeger, Karl Dall und Frederic Meisner

Sie köderten Journalisten mit der Ankündigung, etwas in diesem komischen Internet machen zu wollen – und sie führten damit alle in die Irre. Fünf TV-Dinos wollen es noch einmal wissen und haben sich zwei Jahrzehnte nach ihren großen Erfolgen für ein neues Fernsehprojekt zusammengetan. Das ist zwar nicht digital, aber dennoch skurril.

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TV-Stars der 90er Jahre, heute alle jeweils um die 70, starten ein Comeback bei YouTube – das ist so schwer vorstellbar und sinnlos wie eine Schulklasse auf Kaffeefahrt. Doch genau eine solch skurrile Idee hatten die Entertainment-Dinos Karl Dall („Dall Ass“), Jörg Draeger („Geh aufs Ganze“), Harry Wijnvoord (Der Preis ist heiß“), Frederic Meisner („Glücksrad“) und Björn-Hergen Schimpf („Handpuppe Karlchen“) in einer Einladung für einen Presseevent am gestrigen Mittwochabend angekündigt. Sie wollten ihre Pläne für ein gemeinsames „Multichannel-Projekt“ vorstellen, hieß es. Man ahnte das Schlimmste. Der Gedanke an ein Gruselkabinett im Internet machte sich breit.

Doch Entwarnung: Es wird weder Schmink-Tutorials von Karl Dall noch Hand-ons von Jörg Dreager und auch keine Food-Videos von Harry Wijnvoord geben. Was wie eine Drohung klang, entpuppte sich als Vorwand, um möglichst viel Aufmerksamkeit für Ihre wahre Idee zu generieren: „OGOT“ – Old guys on tour. Die Truppe, zusammen stolze 347 Jahre alt, ist den Jakobsweg gepilgert. Halleluja! Auf die heilige Reise geschickt hat sie Tele 5. Und dessen Sender-Chef Kai Blasberg kündigt die „Walkumentary“ auch noch als das bislang „größte“ und „beste Programmprojekt“ an, das er jemals bezahlt habe. Klingt gaga? Und wenn schon. Nochmal Halleluja!

Mit zwölf Kilogramm Gepäck auf dem Rücken, Walking-Stöcken in den Händen (mit Rollator war zumindest in den Trailern niemand unterwegs) und begleitet von 20 Kameras war die Aufgabe für vier der fünf TV-Urgesteine, mindestens 500 der 850 Kilometer Jakobsweg zurückzulegen. Wieso nur vier? Weil Ulknudel Dall eine ganz besondere Rolle eingenommen hat: die des Reiseleiters, der dem Quartett ausgeruht mit Heiterkeit und Proviant während ihrer Rasten beiwohnte und sich für das Format auch mit anderen Pilgern und Geschichten rund um den Jakobsweg befasste.

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Das Projekt, das die fünf Entertainer an diesem Abend also vorstellten, ist zwar nicht so erschreckend wie man vielleicht erwartet hatte, dafür aber auch nicht weniger skurril. Ob die alten Showhasen nach zwei Jahrzehnten und Hunderten marschierten Kilometern noch das Potenzial haben, ordentliche Unterhaltung zu liefern (und ob sie ihr Ziel überhaupt erreichen), bleibt abzuwarten. Gleiches gilt dafür, ob die Zuschauer bei der zwölfteiligen Serie (a 90 Minuten!) eine ähnliche Ausdauer beweisen.

„Wir laufen Gefahr, dass es keine Sau guckt“, witzelte Blasberg am Mittwochabend. Dennoch: Ein bisschen wünscht man sich für alle Beteiligten, dass vom Mut für eine verrückte Idee am Ende mehr als nur Spaß an der Freude bleibt. Denn das TV-Experiment mit ausgemusterten Stars auf dem Jakobsweg, in Deutschland spätestens seit dem Bestseller von Hape Kerkeling („Ich bin dann mal weg“) weithin bekannt, ist immerhin eine ziemlich originelle Idee.

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Alle Kommentare

  1. Meine Frau und ich, wir haben es genossen! Einfach herrlich.
    Nun ja, die Zickereien gehörten nunmal dazu ( Stand’s im Drehbuch?) 😉
    Mehr mit den OGOT’s!
    Die Idee von TELE 5 zu dieser Reihe: Klasse!

  2. Habe jede Folge gesehen.Gefiehl mir gut.Und die kleinen Auseinandersetzungen,Wehklagen etc. gehören einfach dazu.Respekt für die vier Pilger !! Alle haben sich für ihre Verhältnisse tapfer geschlagen.

    Mehr davon !!

  3. Das Verhalten von J. Draeger, Harry gegenüber, ist unterste Schublade.
    Rücksichtslos und primitiv! Pfui!
    Draeger ist dem F. Meiser fast in den Arsch gekrochen.

  4. Ich versuche es auch jeden Tag zu gucken , obwohl es schon etwas spät gesendet wird. Mir gefällt es gut , auch wenn Jörg Dräger echt nervt.

  5. Schade, dass immer wenn Prominente sich auf den Jakobsweg begeben,
    ist dieser mit viel Klamauk und Eigenvermarktung gekennzeichnet. Es
    fehlt diesen Menschen (? Pilgern) an Demut, Ernsthaftigkeit und Achtung
    vor diesem Weg. Ich weiß von was ich spreche, denn ich bin 2009 diesen
    Weg mit all den Strapazen und schönen Begegnungen, Blasen und mehr
    oder weniger komfortablen Pilgerherbergen mit den mehr oder weniger
    luxuriösen Duschanlagen gegangen. Mir hat „ogot“ dieser ganze Klamauck
    Drumherum gefehlt.

  6. Nun ja, der Pilgergedanke wird hier ziemlich vergewaltigt. Die Selbstdarstellung der Akteure wirkt mehr als peinlich. Hoffentlich glauben sie nicht selbst, den Jakobsweg gegangen zu sein, aber auf keine Annehmlichkeiten wie eigenen Doc, gutes Essen unterwegs Taxifahrten zwischendurch und natürlich auf Einzelzimmer mit eigenem Bad nicht verzichtet zu haben. Aber immerhin haben sie sich teilweise gequält und vermutlich leider einen neuerlichen Run auf den Jakobsweg ausgelöst. Schade für die wirklich ernsthaften Wanderer. Aber ich stehe auch noch die letzten Folgen der Show durch. Ist doch auch eine Leistung, oder? Besser als das Dschungelcamp ist es allemal.

  7. Ich finde die Sendung sehr unterhaltsam. Freue mich immer
    auf den nächsten Teil. Leider läuft es zu spät am Abend. Ich
    schaue mir daher immer die Wiederholung an.
    Gerne mehr von diesem Format.

  8. Eine sehr schöne dokumentation. Warte schon auf die nächste folge. Die darsteller die kamerafürung alles top?

  9. Habe keine Folge verpasst, freue mich auf die nächsten Etappen. Leider ist in meiner Fernsehzeitung die Vorankündigung völlig falsch aber es gibt ja Gott sei Dank das Internet.,

  10. Hab gestern die 1. Folge gesehen und die hat mir wider erwarten wirklich gut gefallen! Nur der Sendeplatz um 22.25 Uhr ist doch sehr spät!

  11. Fällt es wirklich keinem auf: Die 40-jährigen übernehmen die Macht/Entscheidungen in vielen Medien-Unternehmen. Was die als Teenager gut fanden, wird jetzt wieder aufgekocht:
    Beispielsweise „Ghostbusters“. Sailor Moon soll auch zurück kommen. Vermutlich gibt schon Remake-Planungen für „Back to the Future“.
    Stattdessen sollte man besser mal was neues machen.

    Dazu passen dann auch diese Namen, welche damals sehr bekannt waren, als das Privat-Fernsehen aufkam.
    Wenn die Kinder aus dem Haus sind, haben die mehr Kaufkraft. Daher ist diese Zielgruppe vielleicht auch noch interessant.

    Wegen Hape Kerkelings Buch über den Jakobsweg ist das Thema ja schon bekannt. Die Frage ist, ob Tele5 etwas gutes daraus macht. Frau Dingenskirchen beispielsweise gehört ja m.E. eher zu sixx und ist bei Tele5 nicht so optimal platziert.
    Kalkofe sollte Hella von Sinnen und Karolin Kebekus überzeugen, Schlefaz für Frauen-Filme zu etablieren. Die andere Halle auf der anderen Straße des Film-Lagers enthält sicher tausende Frauen-Filme anstelle der üblichen Action-C-Movies für Männer, welche als Steuer-Spar-Projekte vermutlich nur für Videothek und nie für Kino produziert wurden.

    Karl Dall war damals glaube ich bekannt und hatte wohl Titel-Seiten, weil er X Euro für die Produktion seiner Show bekam. Dafür musste er dann „Dall-As“(oder wie es hiess) vermutlich fertig (als Analog-Stream) beim Sender (RTL ?) abliefern. Solche Konzepte und flexible Modularisierungen der Industrie waren bis dahin in Deutschland evtl. unbekannt.
    Grundproblem ist, das die vielleicht immer noch in ihren alten Grundzügen fest hängen und quasi nix neues bringen und auf ihren Mustern des damaligen Erfolges hängen geblieben sind. Ich kann beispielsweise Otto nicht mehr sehen und hören. Mich nervt es. Hoffentlich passiert Dall das nicht. Da ist Cindy aus Marzahn schlauer als viele alte Komiker und macht mit Mode etwas seriöses und ganz anderes. Wenn man aber als alter Kabarettist oder Komiker oder Satiriker von Stadthalle zu Stadthalle auftritt und bejubelt wird, kriegt man gar nicht mit, wie die damaligen Fans langsam aussterben und weil man älter wird, hat man auch weniger Auftritte als früher und merkt den Rückgang nicht so gut.
    Vielleicht kommt Dall-As von Karl Dall ja auf RTLplus oder Kabel1Classics(?) zurück. Jede Woche eine neue Show (mit alten Stars) und sonst immer Wiederholungen. Das war ja wohl (quasi als Vorgänger von Stefan Raab) überwiegend recht bequem mit ein paar Gästen im Studio aufgenommen.
    Oder immer 5 gleichartige (und eben nicht möglichst gleich-verteilte(Alter, Geschlecht, Thematik…)) Gäste um sich über ein Thema lustig zu unterhalten. Also alte Stars, nächste Woche Youtube-Stars, dann ProBro-Bewohner, dann Dschungel-Camper, dann Casting-Show-Stars usw. wäre mal so eine Idee. Die besprochenen Themen können ja unterschiedlich sein, aber Leute mit zu unterschiedlicher Lebenserfahrung sind da vielleicht ungünstig wenn die Hälfte nicht mal weiss, was Youtube ist. Und eine Alternative zu diesen RTL-Countdown-Shows oder Latenight-Shows wo die Promis ihr aktuelles Buch, Film,… bewerben müssen, wäre auch mal nett.

  12. Noch einmal nachrechnen, bitte! 482 Jahre durch 5 sind ca. 96. Sooo alt sind die TV-Dinos dann nun doch nicht. 🙂

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