Angriff auf die Pressefreiheit: DJV warnt Journalisten vor „Terror“-Interviews mit Martina Gedeck

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Immer wieder versuchen Kulturschaffende, Berichterstattung über ihre Person mithilfe von Knebelverträgen zu beeinflussen. Der Deutsche Journalisten-Verband machte nun einen besonders extremen Fall öffentlich: So hält die bekannte Schauspielerin Martina Gedeck nicht nur vertraglich die Autorisierung von Interviews fest, sondern verlangt auch noch Einfluss auf redaktionelle Einordnungen und die Foto-Auswahl.

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Der Verband warnt in einer Pressemitteilung davor, diese Vereinbarungen zu unterschreiben. Der DJV-Vorsitzende Frank Überall kritisiert vor allem eine Klausel als „nicht hinnehmbaren Eingriff in das Layout“ eines Mediums.

So verpflichtet der Vertrag für Interviews im Zusammenhang mit der ARD-Produktion „Terror“, in dem Martina Gedeck eine Staatsanwältin spielt, nicht nur zur Autorisierung der Zitate. Gedeck will auch bei Überschriften, Unterüberschriften, Zwischenüberschriften oder Bildunterschriften gefragt werden, genauso fordert sie Einfluss auf die Fotoauswahl – in Artikel sowie auf der Titelseite einer Zeitung. Das Vertragswerk liegt dem DJV wie auch MEEDIA vor. Beim DJV beschwert hatte sich ein Verbandsmitglied aus Bayern, das die Schauspielerin treffen wollte. „Das lässt keine freie Berichterstattung mehr zu“, kritisiert der DJV-Chef Überall. „Wenn Journalisten zu Werbeträgern degradiert werden sollen, ist Boykott die einzig mögliche Antwort.“

Unklar ist, ob die Schauspielerin diese Bedingungen bei jedem interessierten Journalisten stellt. Das Erste ist derzeit dabei, „Terror“ in großem Umfang zu bewerben. Am morgigen Freitag findet in Hamburg eine Programmpräsentation des Spielfilms statt, bei der auch Interviews mit Gedeck angeboten werden. Von MEEDIA angefragte Journalisten von Bild oder Programmzeitschriften konnten ähnliche Erfahrungen wie die aus Bayern nicht bestätigen. Allerdings habe man bislang auch keine Interviews mit Frau Gedeck eingeplant. Auf eine Anfrage von MEEDIA hat das Management der Schauspielerin noch nicht reagiert.

Versuche von Künstlern, die Berichterstattung durch Verträge zu beeinflussen, sind nicht neu. Vor allem in der Konzertberichterstattung werden immer wieder Fotografen erpresst, bestimmte Forderungen zu unterschreiben. Andernfalls werden sie von den Terminen ausgeschlossen. Eines der prominentesten Beispiele ist der Sänger Herbert Grönemeyer. Ebenfalls kritisierte der DJV in Vergangenheit Sängerin Helene Fischer und forderte den Boykott von Rammstein oder Coldplay.

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Alle Kommentare

  1. was Medien mit „ihrer neutralen Berichterstattung“ heute veröffentlichen lässt bei mir auch den Kragen manchmal platzen. Daher kann ich jeden Promi verstehen, der seine Interviews nicht missverstanden wünscht und in die Richtung lenkt, wie er es sieht…

  2. Ich habe hier einen kritischen Kommentar geschrieben. Meedia allerdings veröffentlicht keine kritischen Kommentare.

    Würde Frau Gedeck es so halten, würde den Machern von Meedia vermutlich eine Ader platzen.

  3. Schön wie meedia.de zensiert.

    Keiner meiner Kommentare wurde veröffentlicht. Selbst der nicht mit einem Link auf meedia.de selbst.

    Dabei habe ich nur behauptet: Autorisierung ist Betrug am Leser!

  4. Zensur hin, journalistische Sorgfaltspflicht her… Ich kann völlig verstehen, wenn „Kulturschaffende“ sich bei Interviews so gut wie möglich absichern wollen. Wieso ist es nötig, selbst Artikel über das Rosenzüchten so reißerisch aufzumachen, als ob es sich dabei um Kriegsberichterstattung handelt. Journalisten, die einen Außenverteidiger, der auf nassem Rasen umknickt und ausrutscht, und somit dem gegnerischen Stürmer ein Tor ermöglicht, zur „Lachnummer der Nation“ erklären, sind selbst daran schuld, wenn man ihnen nur widerwillig ein Interview gibt! Wo jeder Furz zum Donnerschlag hochstilisiert wird, sind Ernsthaftigkeit und Augenmaß schon lange auf der Strecke geblieben…

  5. welcher Dummkopf kommt auf die Formulierung „Terror“-Interview?
    Muss das sein? Geht es nicht auch sachlicher? Ist clickbait wichtiger als nüchterne Beschreibung von Fakten? Echt Leute, es nervt!

    1. @schmidt123 – Tüpfeles-Schisser oder was? Was soll das? Versteh ich überhaupt nicht. Was willst Du damit sagen? Dass Dir die Formulierung „Terror“-Interview nicht gefällt. Dass Du den Zusammenhang im Text nicht verstehst, wenn vorher von einem FILM die Rede ist. Ich habs so satt dieses Getue und Gepiesel wegen nichts und wieder nicht. Null Relevanz nur irgendwelche Befindlichkeiten. Äh…

  6. Korrektur:
    Falsch: „Wieso stoppt der Finanzminister nicht die Jobs von überfüllten Studiengängen ?“
    Richtig; „Wieso stoppt der Finanzminister nicht die Studiengänge von überfüllten Jobs ?“

  7. Harald Schmidt meinte wohl mal in einem Interview, er hätte seiner Familie erzählt, nicht zu glauben was in der Promi-Presse über ihn steht.

    Johnny Depp stand mal auf einem Roten Teppich und meinte in etwa, „irgendwer wird das was ich gesagt habe, ganz anders darstellen“.

    Bei Michael Schumacher stand meist eine Assistentin und hatte ein Diktier-Gerät mitlaufen.

    Speziell die Promi-Presse ist problematisch und PR-Termine ja nur zur Eigenwerbung und die Presse tut dann beleidigt weil man nix zur Ex-Frau sagen will. Auf der Automesse verlangt ja (wohl wegen der dicken Werbe-Budgets) auch keiner, das man anstelle des neuen Modells über die Abgas-Klagen redet.
    https://wortvogel.de/2008/02/off-the-record-interview-erinnerungen-1/

    Julia Roberts braucht keine PR-Termine machen. Ohne die Sperr-Fristen von „Wetten Dass !!!!!!!!!!!!!!………….“ hätte jeder Film-Promi oder Musiker mit neuer Schallplatte jede Stunde bei einer anderen deutschen Lokal-Radio-Sender auftreten und seinen Film mit immer ähnlichen Zuschauer-Fragen promoten müssen !
    Wenn man also unbequem wirkt, spart man sich viele Interviews, weil die Kollegen bequemer sind…

    Als DJV hätte ich längst Transcripte und Freischaltung/Um-Formulierung (durch den Prominenten selber, sein Manager kann ja daneben stehen und an seinem Tablett kommentare einblenden) durchgesetzt. Ratzfatzfertig sofort nach bzw. während dem Interview und nicht Wochen irgendwann später. Genau dafür gibts doch Tabletts.
    Man verspricht sich ja auch mal oder ist genervt weil man schon zig Interviews machen musste. Ein verkratztes Auto wird ja auch repariert. Der Käufer fordert das ja sogar…

    Eigene Moral beginnt am Schreibtisch, also im eigenen Kopf…
    Presse soll das Land verbessern. Was die Promi-Presse häufig macht, gehört oft leider nicht dazu…
    Neutral informieren sieht man oft auch nicht. Usw.

    Das ist oft nur Mainstream und Anpassung.
    Da steckt kein geheimer Master-Plan-Maker dahinter, auch wenn TV-Serien das so wirken lassen.
    Schwebeteilchen sinken auch wegen der Gravitation ab und nicht weil ein Ober-Mafia-Boss sie nach unten transportiert.
    Bequemlichkeit und Gier sind die simplen Gravitationen im Business: Die Lehmschicht, Peter-Prinzip usw. führen dazu, das man oft nur die eigenen Boni maximiert. Das zweite Gossensche Gesetz ist das einzige Axiom, auf welchem man die komplette BWL aufbauen kann.
    Öffentliche Familien-Aktien-Firmen hingegen zeigen oft auf, wie man es besser und richtig machen sollte. Die Presse schaut weg, während die Rentenkassen-Investments dank Boni-Mis-Managern immer weniger wert werden und der Kleinaktionär die Sammelklagen für Kartelle usw. bezahlen darf, weil die Presse die wahren Verantwortlichen wohl ungern zur Verantwortung zieht. Die Abwrack-Prämie wurde immer noch nicht zurückgezahlt und die nächste Rezession kommt garantiert. Werbebudgets der Auto-Firmen sind wohl wichtiger.

    Um zu Lügen müsste man die Wahrheit kennen. Es ist also keine Lügenpresse.
    Tichy beschreibt das ja richtiger als „Mainstream-Medien“ oder so ähnlich wie man hier heute lesen konnte.

    Um „wegzuschauen“ müsste man wissen, das und wo man hinschauen muss.
    Durch teure Klagen bewirkt man, das man lieber nur noch die PR-Meldungen inclusive Tippfehlern copy-pasted anstatt seiner Kontroll-Funktion zur Befreiung von Nieten und Parasiten gerecht zu werden. Und man kann weiter auf Kosten der Kleinanleger, Kommunen und Kunden Bonis sammeln und sich auch noch überall bejubeln lassen und sich mit Zillionen-Bonis vom Acker macht, wenn die Jobs weg sind und die Gemeinschaft (Insolvenzgeld, Arbeitslosen-Kosten,…) wie praktisch immer bezahlen muss. Zentral gesteuert braucht man also gar nicht. Das ergibt sich von selber. Solche falschen Feindbilder mögen Populisten. Die hat Trump nicht und braucht Trump nicht und wird trotzdem gewählt. Ohne Flüchtlinge war man schon fast im Bundestag. Ohne Flüchtling-Thematik wäre man in Mecklenburg schon bei Koalitions-Verhandlungen dabei. So wie damals die Schill-Partei. Vielleicht verhindern also Fremden-Feinde oder bezahlte V-Leute die Koalitions-Fähigkeit und man lässt sich in die falsche Ecke schieben statt endlich zu regieren. Und das System freut sich und kann weiter auf Kosten der Gemeinschaft leben. Wenn dank Weg-Schauens oder einfach nur „wir bekommen nix mit und bejubeln die jährlichen Promi- und Politiker-Events“ alles kaputt geht, kommt eine neue Regierung und macht weiter noch mehr Schulden. Die Presse hat seit Jesus oder Buddha tausend Jahre vorher nix dazugelernt. Neue Regierungen machen oft nur neue Schulden und neue Pensions-Empfänger und Bau-Trilliarden an Lobby-Freunde. Inzwischen kassieren Softwareprojekte Milliarden und müssen nicht einmal etwas aufbauen… oder man kauft ständig neue Waffen, befreit von den Milliarden pro Jahr kein einziges Land und kauft wieder ständig neu Waffen. Der Militärische Komplex freut sich. Von Bau-Trilliarden hingegen würden die kleinen Bürge nach Jahrzehnten vielleicht sogar mal bezahlbaren Wohnraum bekommen. Das muss natürlich von der Miet-Mafia verhindert werden.

    Wie viel Abwrack-Prämie wurde schon zurück gezahlt ? Danke deutsche Wirtschafts-Presse…
    Wieso hat die Leistungs-Presse nicht beim ersten Gesetz-Entwurf schon die Möblierten Wohnungen als Ausweg für weitere Miet-Erhöhungen vorhergesagt ? Presse scheitert ständig, solche – offensichtlichen – Probleme vorherzusagen und alle beteiligten Politikern ihre Ersparnisse und Pensionen in bezahlbaren Wohnraum für Arbeiter zu stecken und die Politiker in (laut denen ja lebenswürdige und gute) Harz4-Wohnungen zu stecken bis alle Schulden bezahlt sind. Jeder Hartz4-Empfänger sollte in der Bundestags-Kantine von seinem Tages-Satz das Bundestags-Tages-Gericht bekommen können und würde sogar Strom-Kosten fürs Kochen sparen. Denn das ist „Lebenswürdig, Lecker, Leistungs-Gerecht“ und oder wie die Sprüche waren.
    Die Presse ist dafür da, das es uns allen besser geht und nicht nur den Kumpels und Boni-Managern und Politikern beim Presseball und PR-Events. Davon sehe ich nicht viel.

    „Danke Presse“. Den Klimawandel und die nächste Katastrophe (Alle Benzinerjobs sind weg dank E-Autos, Strom-Rationierung wie im Sozialismus dank E-Autos usw.) verpasst Ihr ziemlich sicher auch mal wieder.
    Leistung kann man offen sehen… Tja…
    Immer zentralere Zentral-Redaktionen sparen auch tausende Presse-Jobs ein, wenn alle Verlage in der nächsten Rezession fusionieren dürfen. Wieso sollte man also Mitleid haben…
    Wieso stoppt der Finanzminister nicht die Jobs von überfüllten Studiengängen ? Auch Landes-Finanzminister oder AFD-Opposition oder die Linke können diese Zahlen outen (durch Anfragen an die Regierung), damit endlich keiner mehr für die Armut studiert und das Land immer weiter kaputt geht. Ein Mittelständler nach dem anderen wird an China verkauft. Diese Jobs sind dauerhaft weg. Und die Autobahnen sollen auch verkauft werden damit der Bürger seine Lebenszeit im Stau verbringt und Boni-Mismanager und Politiker Autobahn fahren können wie es bei 4G-LTE schon üblich ist während der kleine User im 3G-UMTS-„Stau“ steht. „Funktionierender“ Staat. Funktionierende (für das System und die immer Reicher werdenden Milliardäre) Presse. Funktionierende Linke, Funktionierende Piraten… „Danke“.

  8. Offenbar muss man sich über den DJV noch mehr Sorgen machen als ohnehin schon. Man kann durchaus Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande sein, um zu erkennen, dass mal wieder der verzweifelte Schrei nach Aufmerksamkeit (von Meedia prompt erhört), aber gewiss kein „Skandal“ um „Terror-Interviews“ enthüllt wurde. Das Gezeter der „Gewerkschaft“ DJV (selbst völlig intransparent) hat mit Pressefreiheit bzw. dem phantasierten „Angriff“ auf dieselbe schlicht nichts zu tun.

    Auch vorliegend ist kein Journalist (der Begriff ist nicht schützbar) gehindert, über die Akrice, die ihre Pappenheimer offenbar kennt, nach Belieben zu „berichten“, solange es wahr und keine Schmähkritik ist. Dabei – etwa durch ein Interview – mitwirken muss sie freilich nicht; das muss nicht einmal die bedrängte Mutti Merkel, die sich dafür ja auch ihre bei Hofe in Gnaden stehende Frau Will und den NDR hält.

    Dass Schauspieler und anderes fahrendes Volk wie etwa SPD-Gabriel und sein „Pack“ sich, verführt durch Jubel-„Kritiken“ sogenannter Journalisten, für so wichtig halten, dass sie fortan für weitere Streicheleinheiten gleich selbst die Regie übernehmen möchten, ist weder neu noch illegal. Ebenso ist nicht neu und nicht illegal, wenn (richtige) Journalisten Bedingungen dankend ablehnen und sich (richtigen) Themen zuwenden. Oder ist Frau Gedeck systemrelevant? Dumm nur, dass das Spiel dann halt ganz unspektakulär zu Ende ist und Gewerkschafts-Funktionäre auf der Suche nach Klicks nichts mehr zum gekünstelten Empören haben.

    Tipp für Meedia: Tiefer hängen.

    1. Tipp für Hans Werner Conen (djv), tiefer hängen, etwas nachdenken, begreifen. Oder reklamiert er nur die beleidigte Leberwurst?

      1. @Schulze
        Kommt eigentlich von dir hier auch mal was mit Relevanz? Oder ist das in Leipzig irrelevant?

    2. @ Konen – Können Sie nicht lesen? Hier haben nun doch einige Insider die gängige Praxis erklärt, die Unterdrückung, die Zulassung von unerlaubter Einschränkung der Pressefreiheit durch die Sender, denen die Filme zu 100 % gehören. Wenn in deren Namen und für die Bewerbung ihrer Filme solche Verträge für ein Interview von bereits aus ör-Geldern bestens bezahlten Darstellern vorgelegt werden, sind die Sender gefragt. Oder nicht? Das sind doch gravierende Verstöße gegen alles mögliche. Und wer sonst als der DJV, in dem Presse- und PR-Leute einzahlen, sollte hier zuständig sein neben den Sendern, den Politikern, den Aufsichtsleuten der Sender. Ich erwarte EMPÖRUNG UND AUFSCHREI, nicht nur von Ihnen!! Laut und verständlich.

      1. Sie wissen aber schon, was Pressefreiheit bedeutet? Offensichtlich nicht!

        Jeder Journalist darf über Frau Gedeck schreiben, was er möchte. Niemand wird dafür bestraft. Das ist Pressefreiheit.

        Frau Gedeck steht es dagegen frei, Interviews zu geben oder es zu lassen. Oder Interviews nur unter bestimmten Bedingungen zu geben. Das nennt sich Vertragsfreiheit.

        Und wenn die Stellungnahme des DJV ein Indiz für die generelle Einstellung der Journalistenschaft ist, dann muss man sich um die Zukunft des Journalismus in Deutschland große Sorgen machen. Beschämend ist diese Kinderkampagne, nichts anderes.

  9. Da haben die DJV-Kollegen ja nen echten Kracher aufGEDECKt… Lächerlich. Dass Martina Gedeck – über ihre Agentur – Journalisten seit Jahren zu knebeln versucht, ist branchenweit bekannt. Und sie ist nur die Spitze des Eisbergs. Es darf eher als gängige Praxis gelten, dass man die Ehre eines Interviews in vielen Fällen nur noch dann bekommt, wenn man jedwede redaktionelle Hoheit an den Schauspieler oder seine PR-Agentur abgibt. Dass Schauspieler ihr eigenes Image und die damit verbundenen Veröffentlichungen kontrollieren bzw. bestimmten wollen, ist ihr gutes Recht. Schlimm ist hingegen, dass sich Redaktionen diesen Forderungen unterordnen. Ein Boykott sollte hier die einzige Antwort sein. Denn wahrhaftige Antworten sind ohnehin immer seltener. Anders als die US-Medienprofis wollen deutsche „Stars” nichts über sich in der Öffentlichkeit lesen – sie wissen nicht was Markenbildung ist. Kein Wunder, dass es kein „Stars” gibt. Aber das ist ein anderes Thema…

    1. @ Medienmensch. Stimme nicht in allem aber zu 90 % zu. Die öffentlich-rechtlichen Sender MÜSSEN dieses Verhalten gegenüber Medien sofort beenden, wenn es um Werbung für ihr Projekt geht, die sie nur dann unbezahlt bekommen, wenn die Darsteller Interviews geben. Ansonsten zahlen nämlich Markt-Teilnehmer Geld für die Präsenz in Zeitungen. Und die ö-r Sender beschäftigen inzwischen PR-Agenturen für so wenig Geld und erwarten dafür eine Medienpräsenz im Wert von Millionen Auflagen und Werten. Wenn sie den hochbezahlten Darstellern all diese Star-Allüren durchgehen lassen, bestätigen sie den Eingriff in die Pressefreiheit damit. Der für wenig Geld beschäftigte PR-Mensch wiederum arbeitet sich den Arsch ab mit solchen Stars und bekommt am Ende vielleicht noch gesagt, sie hätten zu wenig PR-Präsenz erreicht oder der „Star“ habe sich beschwert und sie bekämen den nächsten Auftrag nicht. Wenn der Darsteller eine Homestory macht und unten steht der Sendehinweis drin, kann er, sie es oben die Bilder und auch seine ZITATE kontrollieren. Wenn der Darsteller über den Film ein Interview gibt, kann er auch seine ZITATE freigeben aber sonst gar nichts. Die Medien wiederum müssen auch mal dazu übergehen, diesen Stars, die mit Knebelverträgen wedeln, ihren teuren Platz einfach nicht mehr zur Verfügung zu stellen und dies auch gegenüber dem Sender zu artikulieren. Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Briefe oder Mails an den von Bürgern bezahlten Intendanten sind immer möglich. Und ich bleibe dabei: Es muss nicht Frau Gedeck sein, mir würden sofort 20 andere Damen einfallen. Ebenso wie so viele posten, dass sie die Schnauze voll haben, fünf bis zehn Mal jährlich auf beiden öffentlich-rechtlichen Kanälen immer dieselben Gesichter wieder und wieder sehen zu müssen. Millionen von Gebührengeldern werden immer denselben Leuten sonstwohin geschoben. Wer macht da mal eine Statistik aus den Meldungen der Sender, wenn wieder ein Film gedreht wird?

  10. Mooment die Herren hier: Wisst Ihr, wovon Ihr da redet??? Frau Gedeck wird engagiert von einer Produktionsfirma und – normalerweise – fürstlichst bezahlt aus „Zwangs“Gebühren der Bürger, das der öffentlich-rechtliche Rundfunk gefälligst sorgfältig auszugeben hat. So wie jeder US-Star muss auch Frau Gedeck unterschreiben, dass sie für den Film Pressearbeit macht. In „Terror“
    DURFTE sie mitspielen. Sie ist nämlich „nur“ ein von vielen sehr guten Schauspielerinnen, die es in Deutschland gibt. WENN sie also für ihre Rolle in „Terror“ Öffentlichkeitsarbeite machen muss (sonst hätte sie die Rolle nicht bekommen dürfen), dann hat sie keinerlei Recht, im Gegenzug für diese WERBUNG und PR – in diesem Fall noch dazu für eine ARD-Sendung – die Presse zur absoluten Kontrolle zu verdonnern. Die ARD ist ein Sender an diesem Abend, der um die Publikumsgunst buhlt. Das ZDF ist ebenso Konkurrent um die Zuschauer wie alle anderen regionalen und/oder bundesweiten und Privaten wie RTL, SAT1, ProSieben etc.. Und die Medien, denen sie Interviews zum Zweck der Werbung gibt, sollen dafür noch ihre Pressefreiheit aufgeben. Alles lesen? ist dann die Kritik im Interviews schon ein Kriterium zur Streichungsgenehmigung der Frau Gedeck (es gibt auch andere, die ihre satten Honorare nicht als Pflicht ansehen sondern als Gnade mit Vertrags-Zensu. Oder ist die Bildunterschrift unter ein Foto, das Frau Gedeck mit 100%iger Sicherheit vorher schon der ARD freigeben durfte (auch laut Vertrag, auf den sich die ö-r Sender auch einlassen, ein unsinniger Wahnsinn), damit sie ja auch schön, glatt und toll aussieht. Sie gibt also Interviews als Werbung für einen Film und geriert sich hier als Pressefreiheits-Killer. WAS soll denn über sie geschrieben werden, das sie nicht lesen mag. Eine anzügliche Bildunterschrift, eine böse Kritikzeile oder eien aufgezeichneten Text, den sie morgen nicht mehr „mag“. Es ist den öffentlich-rechtlichen Sendern dringend ans Herz zu legen , alle Darsteller, die solche Verträge machen, sofort nicht mehr zu beschäftigen. Wie schon eingangs erwähnt, gibt es unendlich viele, hervorragende Schauspieler, die genauso gut diese Rolle spielen können. Es soll mir keiner erzählen, Frau Gedeck habe ein schauspielerisches Sonder-Talent, das unersetzlich ist. Der DJV hat vollkommen Recht, wenn er darauf hinweist, dass viele der „Kulturschaffenden“ immer für die Pressefreiheit in anderen Ländern herumposten und sich einsetzen aber nicht merken , dass sie gegen jede Regel der Pressefreiheit bei eigenen Interviews verstoßen. Und dazu noch extrem vielen normal Beschäftigten und bezahlten – Journalisten, PR-Leuten, Medienredaktionen, Produktionen, kleinen Angestellten – unglaublich viel Zeit für das wenige Geld, das die im Verhältnis zu deren Gagen bekommen, stehlen und auch noch Ärger einbringen. Und für was? FÜR DIE WERBUNG FÜR EINEN FILM? Das kann ernsthaft nicht deren Ernst sein.

    1. @keumel: mal wieder der längste Kommentar. schade, denn die Position liesse sich in zwei Sätzen ausdrücken . . .

      1. @schulze Ulrich, Leipzig: Ich finde nicht, dass man in drei Sätzen die Lage von Journalisten und PR-Leuten ausdrücken kann, die in dieser Gemengelage „Knebelverträge von Schauspielern in ö-r Fernsehsendungen“ stecken. Im öffentlich-rechtlichen Oligopol kann das alles nicht sein und davon wissen hunderte von bestens bezahlten, angestellten Juristen oder Aufsichts-Gremien nichts. Im Dunst der sich selbst überlassenen, nie überprüften Mitarbeiter und Abteilungen, die sich bei Produktionen längst billig eingekaufte „Sklaven“ – vormals „Dienstleister“ genannt – „halten“ kann es nicht sein, dass die bestens bezahlten Darsteller des ö-r-Filmes mit eigenen Verträgen die Pressefreiheit unterlaufen. Punkt. Wer kein Insider ist, versteht mit Deinen drei Sätzen nur Bahnhof. Es sollten aber darüberhinaus auch Leute verstehen, worum es hier geht, die vielleicht „Fernsehrat“ oder „Aufsichtsheini“ oder Fernseh-Jurist sind. Dafür ist der Kommentar immer noch nicht lang genug ;-)) Letztlich müßten die „Sklaven“ rechtsstaatlich dagegen vorgehen. Wer das tut ist…..TOT. Wer will das schon?

  11. Vorab klare Spielregeln rechtsverbindlich festzulegen ist nicht nur Künstlern anzuraten, sondern JEDEM der sich freiwillig in die Hände von Journalisten begibt.

    Dass der DJV von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“ spricht ist angesichts tatsächlicher Angriffe auf die Pressefreiheit wie derzeit in der Türkei perfide, lächerlich und unprofessionell.

    Jeder Medienschaffende weiß, dass gerade in den Kleintexten (Überschriften, Bildunterschriften) – die zumeist nicht vom Interviewer gemacht werden – oft bis an die Grenze des zumutbaren zugespitzt und skandalisiert wird. In Interviews werden nicht selten nachträglich nicht gestellte Fragen reingebastelt. Durch Kürzungen und Umstellung in der Reihenfolge wird oft der Sinnzusammenhang verfälscht. Gesprächs“partner“ werden vorgeführt – für Auflage, Quote und Klicks. Stimmt’s, Herr Überall?

    Die Kontrolle über das eigene gesprochene Wort und das eigene Bild zu behalten ist also vernünftig, sinnvoll und hat vor allen Dingen nichts mit Pressefreiheit sondern ausschließlich mit Vertragsfreiheit zu tun.

    Warum sollte

    1. Mit dem Schwachsinns Argument lässt sich jede Zensur rechtfertigen. Meldungen dann nur noch von PR Argenturen und anderen Profi Beschöhnern, schon klar, bitte nochmal nachdenken, Herr Antidemokrat.

      1. Hallo Ben,
        ich finde das Problem wirklich schwierig.
        a) Natürlich ist in dem Post von „Peter“ diese doofe „Manstream-Medien“-Kritik zu spüren und sorgt bei jedem denkenden Menschen für eine unangenehme Gänsehaut
        b) Aber das man sich nicht vollständig einem Journalisten und wirtschaftlichen Überlegungen von Unternehmen ausliefern will, das ist doch auch verständlich.
        Ich persönlich finde die Boykott-Nummer gar nicht so schlecht – damit wird beiden Seiten einmal mehr klar, daß sie voneinander abhängig sind!
        Besten Gruß, Andreas

      2. Sie sind, mit Verlaub, ein Dummkopf. Zensur und Demokratie sind Worte mit Bedeutungen, die schon feststehen. Nehmen Sie ein Lexikon und lernen Sie, Sie ungebildetet Pöbler!

    2. Wie kommen Sie auf eine derartige, an den Haaren herbeigezogene entstellung der Realität, in der Sie unrühmliche Ausnahmen, die sicher in jeder Form schon passiert sind, schlicht zur Regel erklären?

      Ich nehme an, ihre Meinung lässt sich nicht belegen, oder Sie heben auch Einzelfälle ab

      Die breite Massen und absolute Mehrheit der Deutschen Presselandschaft und spezielle der dort beschäftigten Journalisten, arbeitet auf einem, sowohl National ,als auch international beachtenswertem Niveau und bietet überhaupt keinen Anlass, zu solch einer falschen, polemischen und verunklimpfenden Pauschalkritik.

      1. So ist es! Wer sich im Pressewesen auskennt, weiß, dass Interviewte das Gesagte natürlich autorisieren dürfen. Kein seriöser Journalist bastelt später Fragen rein und stellt die Reihenfolge um. Allerdings hat sich das Recht auf Autorisierung des eigenen Textes auf den Text zu beschränken und ist nicht auf Überschriften, Bildunterschriften usw. auszuweiten. Das ist und bleibt Sache der Redaktion. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass M. G. solche Knebelverträge vorlegen lässt. Dies IST ein Eingriff in die Pressefreiheit. Frau Gedeck ist ja nicht gezwungen, Interviews zu geben.

      2. Das halte ich für ein Gerücht, dass die breite Masse der Journalisten gar keinen Anlass zu solcher Kritik liefert. Als junger Journalist hatte ich mal ein Praktikum bei einem Medium mit einem eigentlich sehr renommierten Namen gemacht. Für einen Artikel hatte ich einen Experten befragt und ihn dann im Text zitiert. Mein betreuender Redakteur fand den Text gut, aber die Zitate waren ihm zu lasch – deshalb hatte er sie „zugespitzt“. also auf gut deutsch: Etwas frei erfunden, was der Interviewte nie gesagt hatte. Da dann mein Name unter dem Text stand, habe gegen den Willen des Redakteurs den Experten noch mal angerufen und ihn gefragt, ob er mit den Änderungen einverstanden ist – er war ziemlich entsetzt, was ihm da in den Mund gelegt werden sollte. Wir haben uns dann auf eine mittlere Version geeinigt, aber mein Redakteur war nicht sonderlich begeistert.

        Weil es viel zu viele dieser schwarzen Schafe gibt, kann ich jeden verstehen, der seine Zitate authorisiert haben möchte.

      3. @Karl Auer: Es geht nicht um Autorisierung. Die fordern PR-Agenturen sowieso fast immer, weniger selbstbewusste oder gelassene Schauspieler/Künstler auch. Wenn die Schauspieler selbst die Überprüfung vornehmen, dann bleibt die Sustanz generell enthalten (Ausnahmen sind extrem selten), manchmal wird die Formulierung sogar noch deutlicher, PR-Agenturen glauben da (meist) zu Unrecht, sie müssten die Künstler oder das Werk vor einer zugespitzten, ehrlichen, interessanten Antwort schützen. Das alles ist ja gängige Praxis.
        Im Fall Martina Gedeck und ihren sicher im Vertrag festgelegten Interview-Verpflichtungen geht es nicht um diese „normale“ Autorisierung, sondern um die Einflussnahme auf jede redaktionelle Freiheit, Bildunterschriften, Fettungen, Hervorhebungen, Titelzeilen ja sogar die Bildauswahl will Frau Gedeck selbst übernehmen bzw. freigeben (was auf das Gleiche hinausläuft). Und da gilt es Einhalt zu gebieten, bevor noch mehr Menschen (es müssen ja nicht immer Schauspieler sein, denen mancher so eine Divenhaftigkeit vielleicht sogar noch wohlwollend durchgehen lassen möchte, auch Vorstände, Politiker, Werbekunden würden durch eine aufgetretene Tür sicher bei Bedarf gerne mit breiter Brust hindurch treten und die Redaktion unter Druck setzen.

  12. Ja, das Wort „Kulturschaffende“ gibts wohl schon länger, es wurde aber erst 1933 mit Goebbels‘ „Aufruf der Kulturschaffenden“ zur offiziellen Vokabel. Anscheinend hat man bis heute nichts Treffenderes gefunden.

    1. Aua! Hier kläffen ja schon jede Menge getroffener Hunde aus der Riege minderer Schreiberlinge, die sofort einen Angriff auf die Pressefreiheit behaupten, wenn sie nicht mehr jeden willkürlich zusammengelogenen Müll unter Missachtung der Persönlichkeitsrechte in ihre Gazetten schmieren dürfen (gute und seriöse Journalisten trift dies gar nicht). Etliche schwafeln von „Stars“, kaum einer kommt auf den treffenden Begriff „Künstler“ – den wirft die Phrasendreschmaschine wohl nicht mehr aus… Nun aber auch noch gegen den zwar etwas hölzernen, aber nichtsdestoweniger treffenden Ausdruck „Kulturschaffende“ die Nazikeule zu schwingen ist wirklich unterirdisch.

  13. Bei der Qualität und der Einstellung der Presseschaffenden ist ein solches Vorgehen doch nur konsequent.
    Man ist schließlich nicht gezwungen ein Interview zu führen.
    Ein Boykott der „Kulturschaffenden“ (klingt i.ü. nach Begrifflichkeiten aus dunkel-deutscher Vergangenheit) kommt einem Angriff auf die Pressefreiheit wohl näher.

    1. @Meer Rettich: im günstigsten Fall haben Sie nicht verstanden, worum es geht. Insofern hätten Sie besser – geschwiegen.

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