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Zeitmagazin Mann: auf der Suche nach dem Lebensglück und anderen schönen Kleinigkeiten

Zeitmagazin Mann, Chefredakteur Christoph Amend: ein Heft für Entscheider in eigener Sache
Zeitmagazin Mann, Chefredakteur Christoph Amend: ein Heft für Entscheider in eigener Sache

Ein einsamer Wolf pirscht sich ans Kiosk: Mit Zeitmagazin Mann startet der Hamburger Zeit Verlag ein neues Printprojekt. Anders als die Wochenbeilage in der Zeitung ist das Männerheft ein "Stand Alone"-Titel, der seit heute für stolze 8,50 Euro im Regal der Verkaufsstellen liegt. Das Medienhaus will damit laut eigener Aussage "eine Lücke im Markt der Männermagazine schließen". Kann das gelingen?

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Keine Frage: Wo Zeit draufsteht, ist Premium drin. Das gilt besonders für das neueste Magazin vom Speersort. Ausnahmslos exklusiv recherchierte und fotografierte Stories erwarten den Leser, und alles hat einen durchaus egoistischen Fokus: Hier ist der Mann noch Mann und darf sich getrost ausschließlich mit sich selbst, seinen Wünschen und Bedürfnissen widmen. Chefredakteur Christoph Amend (zugleich Blattmacher des Zeit Magazins) beschreibt den Ansatz des neuen Heftes so: „Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen, um ein glücklicherer Mensch zu werden. Von Männern, die solche Entscheidungen getroffen haben, erzählen wir in Zeitmagazin Mann.“

Wer nun eine etwas aufgewertete Variante des Zeit Magazins erwartet, wird schon haptisch positiv überrascht. Das Männermagazin vom Speersort ist ein richtig erwachsenes Magazin mit 180 Seiten, das den Vergleich mit Stand Alones im Segment nicht scheuen muss. Grund dafür sind neben der üppigen redaktionellen Strecke die Anzeigen der Luxuslabels, die einen beim ersten Anblättern denken lassen könnten, man habe zur Vogue oder GQ gegriffen. Beachtliche 15 Seiten lang ist die Startstecke mit Annoncen von führenden Marken aus den Bereichen Fashion, Kosmetik und Uhren, die nach dem Cover folgt. Erst dann startet der redaktionelle Teil mit dem Editorial des Chefredakteurs. Der zeichnet übrigens auch für die Titelgeschichte verantwortlich, in der er ein sensibles Porträt des späten Hollywoodstars Christoph Walz („Ich bin ein Anderer“) zeichnet. Ferner berichtet der frühere Fußballnationalspieler Marcell Jansen über sein neues Leben und die Hintergründe seines vorzeitigen Ausstiegs aus dem Profi-Geschäft. Es gibt Kolumnen zu Politik und Männlichkeit, ein Portrait über einen 104-jährigen Winzer und vieles mehr. Eine frauenfreie Zone ist das Männermagazin indes nicht: Zeit-Kolumnistin Elisabeth Raether berichtet über eine Ausfahrt im Porsche 911 Cabrio, die ehemalige Milliardärsgattin Gisela Getty spricht über die Männer ihres Lebens.

Für manchen Zeit-Leser ungewohnt ist sicherlich die ausufernde Produktstrecke, die unter der Rubrik „Best Form“ gebündelt sind: Gläser, Krawatten, Musikboxen, Schuhe, Sonnenbrillen, Duftwasser, Messer,Portemonnaies, Rucksäcke, Kaffeemaschinen, Hüte, Uhren (natürlich!), Manschettenknöpfe, Daunenjacken und sogar Unterhemden. On top gibt es noch ein 14-seitige dunkel fotografierte herbstliche Modeproduktion zum Thema „Wärme“, die nach guter Luxussitte die Produkte mehr erahnen lässt, als dass sie gezeigt werden. Kaufbares ist insgesamt im Magazin ziemlich raumgreifend vertreten. Also alles, was der Mann braucht – oder auch nicht, denn er ist ja dabei bahnbrechende Entscheidungen für sein Leben zu treffen. Das zurückhaltende Layout und die stilvolle Fotografie lassen jedoch in keinem Moment das Gefühl aufkommen, Zeitmagazin Mann sei (auch) so etwas wie ein Katalog für Luxusprodukte. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Macher vom Zeit Magazin das Genre nicht neu erfunden haben bzw. nicht neu erfinden wollten. Die Zeitschrift, die laut Verlag auf eine „Marktlücke“ zielt, ist auf sehr hohem Niveau von der Strickart her konventionell. Die Themen, die im Heft auftauchen (vielleicht abgesehen vom Interview Giovanni di Lorenzos mit einem Benediktiner-Mönch über Männer) könnten auch aus anderen Zeitschriften stammen, die redaktionelle Handschrift ist allerdings unverkennbar die der Zeit und ihres Magazins.

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Die Zielgruppe definiert die Vermarktungsabteilung des Hauses wie folgt: „Zeitmagazin Mann erreicht gezielt persönlichkeitsstarke Entscheider und Multiplikatoren. Seine einkommensstarke, gebildete Leserschaft legt besonderen Wert auf Qualität und Design. Neuheiten aus Mode und Lifestyle richten sich im Magazin an besonders aktive und vielseitig interessierte Konsumenten mit signifikanter Kaufkraft.“ Rainer Esser, Geschäftsführer der Zeit Verlagsgruppe, ergänzt: „Das positive Feedback auf die Männer-Schwerpunkte des Zeit Magazins hat uns motiviert, Zeitmagazin Mann als ‚Stand alone‘ an den Kiosk zu bringen. Christoph Amend und sein Team haben ein Konzept vorgelegt, das sich deutlich von den übrigen Titeln im Männer-Lifestyle-Segment abhebt.“ Der große Erfolg von fast 40 Anzeigenseiten von Luxuslabels im Startheft zeigt, dass auch Anzeigenkunden an die redaktionelle Rezeptur glauben. Die Druckauflage der ersten Nummer ist mit 60.000 für eine 8,50 Euro teure Zeitschrift durchaus selbstbewusst. Zeitmagazin Mann ist eine neue Farbe und Stimme im Männersegment und dürfte das Potenzial haben, sich einen festen Platz am Kiosk und bei den Marketingbudgets zu sichern.

(ga)

 

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