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Apple vor der iPhone 7-Keynote: Turnaround-Versuch mit angezogener Handbremse

iPhone 7: Apple-Chef Tim Cook freut sich über die Rückkehr des Wachstums
iPhone 7: Apple-Chef Tim Cook freut sich über die Rückkehr des Wachstums

Heute ist es so weit: Für Apple-Fans ist endlich Weihnachten, denn der Kultkonzern lädt zur wichtigsten Keynote des Jahres. Nach einem Jahr mit zweistelligen Absatzeinbrüchen versucht Apple-Chef Tim Cook den Befreiungsschlag. Das Problem dabei: Das wenig innovative iPhone 7 taugt kaum dazu. Verkraftet Apple ein weiteres Jahr im Rückwärtsgang?

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Es ist ein eigenartiges Bild:  Der iDay ist endlich gekommen – und die Wall Street zuckt mit den Achseln, zumindest im Vorfeld. „Das ist der kleinste Hype vor einem Apple-Event seit Ewigkeiten“, erklärte Wall Street-Marktkommentator und TheStreet.com-Gründer James Cramer gestern gegenüber CNBC.

Der Grund: Das iPhone 7 dürfte sich kaum vom iPhone 6s unterscheiden, das sich fast nicht vom iPhone 6 unterschied. Von Käufern hat Apple für seine marginalen Änderungen im vergangenen Jahr die Quittung bekommen: Die Absätze implodieren seit Jahresbeginn regelrecht. Gleich zweimal in Folge musste der Apple-CEO Tim Cook zweistellige Absatzeinbrüche beim iPhone eingestehen – um 18 bzw. zuletzt gar 23 Prozent brachen die iPhone-Umsätze im Vergleich zum Vorjahr weg.

iPhone 7: Der Tick-Tock-Zyklus fällt aus

Nun argumentieren Verteidiger des Techpioniers neuerdings, dass die Nachfrage durch seinen seit Jahren bekannten Tick-Tock-Zyklus eben nur noch alle zwei Jahre nach oben schnellt – nämlich wenn Apple jeweils die große iPhone-Generation vorstellt. In den vergangenen Jahren wuchs Apple mit den marginalen s-Updates iPhone 3GS (2009), iPhone 4s (2011), iPhone 5s (2013) trotzdem noch, wenn auch weniger spektakulär, weil der Verbreitung von Apples Kultsmartphones rund um den Erdball noch nicht fortgeschritten war.

Doch beim iPhone 6s riss schließlich Apples neunjährige Erfolgsserie – und das ziemlich spektakulär. So leidvoll die vergangenen zwölf Monate für Apple und seine Aktionäre bisher verliefen, so wenig scheint der Spuk nun jedoch vorbei. Diesmal scheint alles anders zu sein – und das nicht im Guten.

iPhone 7: Das Update eines Updates

Apples iPhone 7 – wenn es denn wirklich so heißen sollte – dürfte nämlich gemessen an der Tradition der vergangenen neun Jahre eine ziemliche Mogelpackung werden. Es scheint nicht mehr als das Update des Updates zu werden – ein iPhone 6ss oder 6SE, ganz wie man will.

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In einer Zeit, in der Apple-Chef Tim Cook nach einem schwierigen Jahr eigentlich den Befreiungsschlag braucht, ist das weitere Ausreizen eines bekannten Form-Faktors und eine Verlängerung des Upgrade-Zyklus in eine dreijährige Tick-Tock-Tack-Spanne eine ziemlich gewagte Entscheidung, die – nach allem, was man hören konnte – nicht von Cook selbst, sondern von Produktionsschwierigkeiten der Zulieferer beeinflusst wurde.

2017 – noch einmal Rückkehr zur Glanzzeit?

Erst im nächsten Jahr – zum zehnjährigen iPhone-Jubiläum – kann Cook seiner Fangemeinde wieder ein brandneues Smartphone präsentieren, was den Kultstatus des iKonzerns aus Cupertino neu definieren soll. 2017 könnte noch einmal ein spektakuläres Jahr für den Techpionier werden, der dann auch endlich eine weiterentwickelte Apple Watch mit LTE-Verbindung auf den Markt bringen dürfte und mit viel Glanz und Gloria in seinen durchdesignten Ufo-Campus einziehen soll.

Bis dahin jedoch steckt Cook in der Abwärtsspirale fest. Der extrem treffsichere Apple-Analyst Ming-Chi Kuo prognostiziert für das iPhone 7 im Vergleich zum iPhone 6s bis Jahresende einen weiteren Absatzeinbruch von 21 bis 27 Prozent, die DigiTimes kommt mit Verweis auf Bestellungen bei Zulieferern auf ähnliche Prognosen.

‚Reality Distortion Field‘, verzweifelt gesucht…

„Der Presse-Konsens lautet: Nur wer ein iPhone mit kaputtem Display besitzt, hat einen Kaufgrund“, erklärt Cramer skeptisch.

Es ist heute um 19 Uhr deutscher Zeit an Tim Cook, diese Skepsis zu zerstreuen. Mehr denn je könnte der Apple-Chef dafür von der besonderen Gabe seines mythisch verklärten Vorgängers gebrauchen – nämlich die Fähigkeit, ein ‚Reality Distortion Field‘ zu erzeugen. So versucht ein angeschlagenes Apple den Turnaround – das jedoch mit angezogener Handbremse.

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