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„Die Leserschaft ist da“: Was Mediaexperten zum Marktpotenzial von Springers Bike Bild sagen

Print-Newcomer Bike Bild, Chefredakteur Christian Steiger: „erster Generalist unter den Fahrradmagazinen“
Print-Newcomer Bike Bild, Chefredakteur Christian Steiger: "erster Generalist unter den Fahrradmagazinen"

Nach der Test Bild radelt Axel Springer mit einem weiteren Print-Neuling der roten Gruppe am Kiosk vor: Bike Bild. MEEDIA hat bei Mediaagenturen nachgefragt, wie die Chancen auf dem Leser- und Anzeigenmarkt stehen. Fazit: Der als Generalist ausgelegte Titel hat nach Einschätzung der Experten durchaus Potenzial, wird es in der fragmentierten Special-Interest-Branche indes nicht leicht haben.

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Bernhard Becker, Head of Buying bei Mediaplus, ist skeptisch, ob der Berliner Medienkonzern Axel Springer mit seinem Radel-Ableger unter der Dachmarke Bild Erfolg hat. Denn die Bike Bild bewege sich in einem hart umkämpften Wettbewerbsfeld, das bereits durch die Stuttgarter Motorpresse und den Fachverlag Delius Klasing besetzt wird. Becker: „Dabei geht man bei Springer eher in die Breite als in die Tiefe. Inhaltlich werden neben Tests von Rädern und Zubehör, sowie Touren- und Routentipps auch – ganz Bild-like – Themen wie Mode und Sex mit verpackt“, meint der Print-Experte. Da der Fahrradmarkt in Deutschland weiterhin boomt, sei es aber ein nachvollziehbar Schritt, warum das norddeutsche Printhaus Bike Bild an die Kioske bringt. Allerdings fehle dem Titel „ein echter USP, Optik und vor allem Haptik halten einen Respektabstand zu den bereits im Markt vorhandenen Magazinen“, meint der Mediaplus-Manager. Es bleibe deshalb abzuwarten, ob sich der Titel etablieren kann oder ob „ihn wieder einmal das Schicksal des zuletzt Erschienenen ereilt.“ Bezogen auf das Anzeigengeschäft könnte das Produkt durchaus Chancen haben. Becker: „Dass die Bike-Bild das Thema Volks- und Breitensport aufgreift, könnte das Magazin auch für eine Vielzahl von Werbungtreibenden, nicht nur aus dem Bike und –zubehörsegment, interessant machen. Die Sichtung der Erstausgabe bestätigt diesen Eindruck“, meint der Spezialist.

Nicole Piontek, Group Head Insights & Intelligence bei der Amnetgroup in Wiesbaden, schlägt ähnliche Töne an. Die Media-Managerin meint, dass sich der neue Springer-Titel in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt behaupten muss. „Es gab in den letzten Jahren einige neue Titel/Specials für Fahrradfahrer, sogar speziell für spitzere Zielgruppen wie Mountain-Biker und E-Biker. Dem interessierten Leser stehen also neben Klassikern wie Bike auch Special Interest-Titel für den individuellen Bedarf zur Verfügung“, meint die Expertin. Bike Bild sei hingegen ein Generalist. Das Blatt böte viel für die Leser. Er werde sich also über Einiges an Inhalt und viele Tipps für 3,50 Euro freuen, meint sie. „Wer aber kein Rad-Allrounder ist, wird sich schnell wieder den spezielleren Titeln zuwenden“, erwartet die Expertin. Gute Chance sieht die Managerin für den Springer-Neuling auf dem Anzeigenmarkt. Der Newcomer decke ein breites Themenspektrum für eine breite Zielgruppe ab. Daher räume das Produkt auch viel Platz für unterschiedlichste Outdoor-Produkte ein. Piontek: „Werbekunden werden aber genau beobachten, ob die eigene Anzeige in das Umfeld passt und nicht untergeht“, meint die Spezialistin. Daher gelte ähnlich wie beim potenziellen Leser. „Wer spezielle Zielgruppen erreichen möchte, wird weiter in spitzen Titeln schalten“, so die Amnetgroup-Managerin.

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Gute Chancen sieht Roland Köster, Geschäftsführer JOM Jäschke Operational Media, für das Radler-Magazin auf dem Lesermarkt. Denn das Interesse am Fahrradfahren habe in den letzten Jahren deutlich zugenommen und damit auch die Vielzahl an Angeboten unterschiedlicher Radtypen. Vom Baumarkt-Fahrrad bis zum mehreren tausend Euro teuren Rennrädern sei alles dabei. Elektrofahrräder boomen weiter, und selbst die alten Stahlrahmen-Rennräder der 70er und 80er Jahre würden eine kultige Renaissance erleben. Bis auf die etablierten Spezialmagazine „Mountainbike“ und „Bike“ wird dieses Thema nach seiner Ansicht lediglich von der Verbandszeitschrift des ADFC aufgegriffen. Köster: „Dass der Axel Springer Verlag hier mal wieder etwas im Print versucht, scheint logisch und erfolgsversprechend. Die Leserschaft ist da“, so der Spezialist.

Im Anzeigengeschäft werde es „wohl zuerst schwierig und mühsam“, so Köster. So sei die angestrebte Zielgruppe generell sehr interessant für Markenartikler, aber ein Spezial-Interest-Titel kämpfe immer gegen eine große Konkurrenz, urteilt der Geschäftsführer. Denn bei den Rad- und Zubehöranbietern sei der Markt sehr fragmentiert. Die Hersteller seien meistens Kleinunternehmen oder Mittelständler und teilweise sogar regional begrenzt. Ähnlich verhalte es sich mit dem Radhandel, meint der Geschäftsführer. Köster: „Die Anzeigenabteilung wird daher wohl alle Hände voll zu tun haben.“

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Alle Kommentare

  1. Das wird nichts. Fahrradfahrer sind meist nicht ganz so hohl wie Autofahrer und verachten „Bild“ eher.

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