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Kohl vs. Schwan: Urteil steht (noch) aus – aber eine Entschädigung wird es geben

Helmut Kohl (r.) hat Autor Heribert Schwan verklagt – und bekommt eine Million Euro Geldentschädigung
Helmut Kohl (r.) hat Autor Heribert Schwan verklagt – und bekommt eine Million Euro Geldentschädigung

Der Rechtsstreit zwischen Helmut Kohl und Heribert Schwan geht in die nächste Runde: Wegen der inzwischen verbotenen Veröffentlichung von brisanten Zitaten in dem Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“, hat der Altkanzler seinen Ghostwriter auf eine Rekordentschädigung von fünf Millionen Euro geklagt. Das Urteil wurde in Köln nun vertagt: Die geforderte Summe muss näher erläutert werden.

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In dem langwierigen Rechtsstreit zwischen Altkanzler Helmut Kohl (86) und dem Journalisten Heribert Schwan ist am Donnerstag noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Das Verfahren vor dem Landgericht Köln wird am 8. Dezember fortgesetzt. Der Vorsitzende Richter gab am Donnerstag lediglich den Hinweis, dass das Gericht grundsätzlich einen Entschädigungsanspruch Kohls wegen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts sieht. Zur geforderten Höhe von fünf Millionen Euro sollen Kohls Anwälte jedoch weitere Angaben machen.

In der Klageschrift der Kohl-Anwälte,  die der Bild offenbar vorlagen, heißt es: „Es gibt keinen vergleichbaren Fall, in dem ein langgedienter Staatsmann in politischen Spitzenämtern eines Landes nach seinem Ausscheiden in gleicher Weise derart hintergangen und durch Rechts- und Vertrauensbruch derart öffentlich bloßgestellt, vorgeführt und verspottet wurde.“ Die beantragte Entschädigungssumme sei nicht unverhältnismäßig – zumal Schwan dem Altkanzler im Herbst 2012, also zwei Jahre vor der Buchveröffentlichung, noch in einem persönlichen Schreiben versichert hätte, kein „Enthüllungsbuch“ zu schreiben.

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In dem Verfahren geht es um das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ von Heribert Schwan und Tilman Jens. Die beiden Autoren veröffentlichten darin eigenmächtig Zitate aus Gesprächen, die Schwan vor vielen Jahren als Ghostwriter von Kohls Memoiren mit ihm geführt hatte. Gegen dieses Vorgehen hat Kohl geklagt und vor Gericht mehrfach Recht bekommen. Er erreichte, dass das Buch in der vorliegenden Form nicht mehr ausgeliefert werden darf.

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