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Lifestage: So will Facebook Schüler von Snapchat zurückholen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will mit Lifestage Snapchat angreifen
Facebook-Chef Mark Zuckerberg will mit Lifestage Snapchat angreifen

Mark Zuckerberg bleibt erbarmungslos: Was der Facebook-Chef nicht bekommen kann, wird gnadenlos bekämpft. So ergeht es der Messenger-App Snapchat seit nunmehr vier Jahren: Erfinder Evan Spiegel will partout nicht verkaufen und wird von Facebook mit immer neuen Apps angegriffen. Neuster Vorstoß: Lifestage, das Schüler mit Videoprofilen vernetzen soll.

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Es begann mit einem vergifteten Lob: „Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was Du mit Snapchat anstellst. Ich würde mich sehr freuen, Dich einmal kennenzulernen und Deine Vision zu hören.“ Geschrieben von niemand Geringerem als Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Knapp vier Jahre ist der Versuch der Kontaktaufnahme her, der nur ein Ziel hatte: Snapchat zu übernehmen. Drei Milliarden Dollar waren den Snapchat-Gründern Evan Spiegel und Bobby Murphy nicht genug – kolportierte fünf Milliarden Dollar wenig später auch nicht. Angesichts einer Bewertung von inzwischen 20 Milliarden Dollar, erzielt in der jüngsten Finanzierungsrunde Ende Mai, scheint sich die Hartnäckigkeit der Snapchat-Gründer gelohnt zu haben.

Facebook kontert Snapchat mit Instagram Stories…

Doch inzwischen hat Mark Zuckerberg seinen Angriff auf den bei Teenagern so beliebten Messenger nochmals verstärkt. Was die Standalone-Apps Poke und Slingshot nicht vermochten, könnte nun der Facebook-Tochter Instagram mit dem neuen Stories-Feature gelingen: einen Wirkungstreffer zu setzen.

Zwar steht noch nicht fest, ob Instagram Snapchat tatsächlich Traffic abnehmen kann, doch die Einschätzung der Techpresse ist einhellig: Mit Stories könnte Instagram Snapchat gefährlich werden.

Doch das reicht Mark Zuckerberg offenbar noch nicht. Während Instagram Stories vor allem bei Nutzern oberhalb von 25 Jahren auf Interesse stoßen dürfte, scheint das weltgrößte Social Network in den Jahrgängen darunter Nachholbedarf zu haben – das Phänomen der (vermeintlichen) Teenager-Flucht hält sich seit Jahren.

…und einer neuen Schüler-App namens Lifestage
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Entsprechende Reaktion von Zuckerberg: Facebook hat am Freitag in den USA eine neue iOS-App gelauncht, die sich exklusiv nur an Nutzer bis 21 Jahre richtet – also an Schüler. Lifestage heißt die App, in der sich alles um Videos dreht – Texte sind schließlich für Erwachsene. Die geschossenen Video-Schnipsel werden dann zu einem Clip zusammengefügt, der das eigentliche Nutzerprofil darstellt.

Gedacht ist Lifestage („Your life on a stage“, lautet das Produktmotto: Dein Leben auf der Bühne) als digitales Klassenbuch  – also genau die Zielgruppe von Snapchat. Erst wenn sich 20 Schüler einer Schule angemeldet haben, sind auch andere Nutzer zu erkennen – das Prinzip der virtuellen Daumenschrauben hat Mark Zuckerberg seit der Frühphase von Facebook perfektioniert.

Lifestage: Cinderella-Story eines 19-jährigen Programmierers

Wirklich bemerkenswert an Lifestage ist nicht so sehr die Tatsache, dass sich Facebook an einem x-ten Snapchat-Klon versucht, sondern die Story dahinter. Die neue Standalone-App ist nämlich nicht das ausgeklügelte Ergebnis eines mehrköpfigen Entwicklerteams bei Facebook als vielmehr die Cinderella-Story des heute erst 19-jährigen Michael Sayman, der sich als 13-Jähriger anhand von Tutorials bei YouTube selbst das Programmieren beibrachte.

Saymans App knüpft bewusst an den Gründungstagen von Facebook als virtuelles Jahrbuch an: „Was, wenn man das Facebook von 2004 direkt ins Jahr 2016 übertragen könnte und das Profil nur aus einem Video bestehen würde?“ fragte sich Sayman.

Das Ergebnis ist die App Lifestage, die den Teenager selbst zu Facebook brachte, wo er heute als Produktmanager arbeitet. Es geht schnell im Silicon Valley: Der inzwischen 26-jährige Snapchat-Chef Evan Spiegel sieht in diesen Tagen plötzlich mehrfach alt aus…

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