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„Nicht mehr ganz so erschüttert“: Jan Böhmermann bekommt nachträglich seinen Grimme-Preis verliehen

Da ist das Ding: Jan Böhmermann und das Team vom „Neo Magazin Royale“ haben doch noch ihren Grimme-Preis erhalten
Da ist das Ding: Jan Böhmermann und das Team vom "Neo Magazin Royale" haben doch noch ihren Grimme-Preis erhalten

Jan Böhmermann und sein "Neo Magazin Royale"-Team sollten eigentlich im April den Grimme-Preis für ihren "Varoufake"-Beitrag entgegennehmen. Doch nur wenige Tage zuvor schaukelte sich die Affäre um sein Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan zur Staatsaffäre hoch und der Satiriker fiel ins Stimmungstief. Nun wurde der Preis nachträglich überreicht – beim Sommerfest der Produktionsfirma.

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„Ich bin ja nicht mehr ganz so erschüttert in allem an das ich je geglaubt habe. Höhö“, schrieb Böhmermann in einem Facebook-Beitrag, mit dem er die Übergabe des Preises auf dem Sommerfest der Bildundtonfabrik protokollierte. Damit spielte er auf seine Erklärung aus dem Frühling an, der Grimme-Preis-Verleihung in diesem Jahr fernbleiben zu wollen.

Damals erklärte der „Neo Magazin Royale“-Macher, er fühle sich „erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe“. Kurz zuvor hatten er und sein Team das Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten vorgetragen, gegen das Erdogan Anzeige erstattete. Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte die Erlaubnis zur Strafverfolgung wegen Majestätsbeleidigung, weshalb die Staatsanwaltschaft Mainz noch immer gegen Böhmermann ermittelt.

Bildschirmfoto 2016-08-19 um 12.24.45

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In der Zwischenzeit stellte sich nicht nur das Grimme-Institut hinter ihn, sondern auch das ZDF. In seinem aktuellen Posting bedankte sich Böhmermann nun beim ZDF sowie seinem Heimatsender ZDFneo, dem Grimme-Institut und seiner Produktionsfirma Bildundtonfabrik.

In der kommenden Woche kehrt das „Neo Magazin Royale“ dann auch wieder aus der Sommerpause zurück. Bis dahin werde allerdings noch ordentlich getrunken und gefeiert.

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Alle Kommentare

  1. Dieser Grimme-Preis wird offensichtlich nur noch an Gestalten verliehen, die sich irgendwie für die Berliner Regierung verdient gemacht haben oder von denen die Politik glaubt, es müsse der Kompensation mangelnder Fähigkeiten dienlich sein bei den Gestalten, die man zum Machterhalt aus medialer Sicht noch brauchen könnte.
    Sozusagen das Eiserner Kreuz 1. Klasse für die Medienschaffenden.

    1. Völlig hirnrissig, diese Behauptung. Immerhin hat sich Merkel gegen Böhmermann gestellt und im eilfertigem Gehorsam das Gerichtsverfahren gegen J. B. angeordnet. Und wenn Bullabü sich mal informiert hätte, dann würde er wissen, dass die Mehrzahl der Deutschen die Türkei-Politik der „Berliner Regierung“ ablehnt. Wahrscheinlich hofft der „Kommentator“, mit seinem Geschreibsel ähnlich wie der saudiarbische Despot Salman bin Abdelaziz al Suud von Recep Tayyip Erdogan den Türkischen Staatsorden verliehen zu bekommen. Bullabü Bey, nerelisin?

  2. da kann man nun den Grimme-Preis auch ad acta legen…ähnlich wie der Friedensnobelpreis (Obama) und der Literaturnobelpreis (Müller) sinnentleert sind…

  3. schafft den Grimme Preis ab.
    Böhmermanns Beitrag war eine Beleidigung und so gemeint. Nicht jede Satire ist frei – es gilt das Prinzip der Menschenwürde, diese hat das Bübchen J.B gröblich und wissentlich verletzt. Also keine Rechtfertigung für den nachträglichen Preis – mag Erdogan auch ein Despot, ein wie man sagen muss: demokratisch legitimierter Diktator, ein Tyrann sein.

    1. Sie scheinen gewisse kognitive Probleme zu haben. Lesen Sie den Text doch noch einmal und auch Sie werden eventuell verstehen dass er den Preis für #Varoufake erhalten hat, was in keinem Zusammenhang mit der Erdoğan-Affaire steht. Oder vertreten Sie ernsthaft die Auffassung dass ihn der Preis aberkannt werde soll, weil er Erdoğan angeblich beleidigt hat? Auch Sie als Hobby-Jurist sollten eigentlich verstehen, dass in keinem der laufenden Verfahren ein Urteil erfolgt ist. Ob es eine (Majestäts-)Beleidigung war ist somit überhaupt nicht festgestellt. Zudem muss ich mich dann auch noch über ihre gespielte Empörung über eine angebliche Beleidigung wundern. Wenn ich ein so empfindliches Kerlchen wäre wie Sie, würde ich eventuell die eigene Arroganz ein wenig runter schrauben; Sie Bübchen.

      1. @okpiden: nicht Hobby-Jurist, sondern Journalist, der lesen und schreiben kann, was manchen hier abgeht . . . und empfindlich sind hier wohl ganz andere, wie z.B. okapiden, der sich nicht getraut, seinen richtigen Namen zu nennen, sondern sich feige hinter der Anonymität versteckt.

      2. Ich bezweifele, dass der Erdogan-Verteidiger Schulze Ulrich heißt, denn ich habe noch nie gehört, dass jemand in Deutschland den Vornamen Schulze trägt. Falls Schulze ein vorangestellter Nachname sein soll, hätte ihn der Autor, wie im Deutschen üblich, mit einem Komma abtrennen müssen. Vielmehr vermute ich, dass dieser Name das Pseudonym eines türkischen Mitbürgers ist. Dafür sprechen nicht nur seine mangelnden Kenntnisse der deutschen Grammatik, sondern auch solche sprachlich seltsamen Konstruktionen wie „hinter der Anonymität versteckt“.
        Wenn er tatsächlich Journalist sein sollte, dann wohl einer aus der alten SED-Schule, in der es nicht auf Sprachkenntnis, sondern Kadavergehorsam gegenüber der „Partei“ ankam. Von solchen Leuten wurde auch jede kritische Bemerkung über das SED-Regime als Beleidigung verunglimpft, hatte Kunst nur Berechtigung, wenn sie wie die Werke des Schriftstellers Kant den Stasi-Staat lobten. Selbst ein Zitat von Rosa Luxemburg wurde ja, weil von Oppositionellen verwendet, von der DDR-Presse als beleidigend empfunden.
        Was Erdogan betrifft: Wie er mit seiner kruden Blut-Ideologie deutsche Bundestagsabgeordnete diffamiert und seine islamistischen Vasallen zur Hetzjagd gegen alle ihm nicht genehmen Kritiker in der Bundesrepublik aufruft, ist mehr als beleidigend und sollte zur Anklage gebracht werden. Und wenn man ein Blick zurück in die Geschichte wirft, so kann man mit den Worten von SU sagen: Hitler mag auch ein Despot, ein wie man sagen muss: demokratisch legitimierter Diktator, ein Tyrann gewesen sein. Was das Bübchen Charlie Chaplin mit seinem Film „Der große Diktator“ gemacht hat, verletzte die Menschenwürde Hitlers gröblich und wissentlich.

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