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Second Screen: Eine Herausforderung oder Chance für TV-Sender?

„Nicht nur das Hauptprogramm, auch die Digitalkanäle und unsere Onlineangebote haben zugelegt“
"Nicht nur das Hauptprogramm, auch die Digitalkanäle und unsere Onlineangebote haben zugelegt"

Die Zeiten, in denen der Fernseher die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer hatte, sind vorbei. Die Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen parallel im 360-Grad-Video verfolgen, mit anderen "Tatort"-Fans per App den Mörder jagen, den neusten Böhmermann-Witz twittern oder natürlich chatten, shoppen, E-Mails schreiben. Eine Herausforderung für TV-Sender und Werbewirtschaft - und auch eine Chance?

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Für viele Zuschauer gehört es längst zum Alltag, neben dem laufenden TV-Gerät ein Smartphone oder Tablet zu nutzen. Die Sender richten ihr Angebot zunehmend auch auf diesen Second Screen aus, und auch die Webewirtschaft hat den zweiten Bildschirm für sich entdeckt. „Fakt ist, dass genau wie bei den gedruckten Zeitungen das Fernsehen immer mehr Aufmerksamkeit an die sozialen Medien abgibt. Das wird auch so weitergehen. Das ist nicht mehr zu stoppen“, sagt Prof. Stephan Weichert von der Macromedia-Hochschule in Hamburg.

Und der Digitalisierungsbericht 2016, der Anfang September auf der IFA in Berlin präsentiert wird, zeigt: Die Second-Screen-Nutzung ist erneut leicht gestiegen. Gut jeder zweite Zuschauer (46,5 Prozent) setzte das Smartphone parallel zum Fernseher ein, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar mehr als drei Viertel (78 Prozent). Welches Gerät gewinnt bei der geteilten Aufmerksamkeit? Den aktuellen Ergebnissen zufolge gehört dem Second Screen etwas mehr Aufmerksamkeit als dem Fernseher.

„Wir beobachten einen Trend, dass der Second Screen zunehmend wichtiger wird und das TV-Gerät – also den bisherigen First Screen – als relevanteres Medium ablöst“, sagt Weichert. „Das Fernsehprogramm bildet die Hintergrundmusik, das Begleitprogramm, dem ich beiläufig beiwohne.“

Wie können die TV-Macher am besten darauf reagieren? Sie sollten „von sich reden machen und auch kontroverse Themen zulassen“, rät der Experte. Auch Social Branding sei unerlässlich – also als Marke in den Sozialen Medienvertreten zu sein. Außerdem gehe es darum, die richtigen Protagonisten zu haben. Ein gutes Beispiel für Weichert ist Moderator Jan Böhmermann: „Er ist ein Phänomen, weil er beide Klaviaturen beherrscht: Das analoge Programmfernsehen und die digitalen Netzwerke, die er für sich gewinnt und vereinnahmt.“

Die Sender lassen sich jede Menge einfallen, um die Zuschauer auch über den kleineren Bildschirm zu erreichen. RTL bietet seit einigen Jahren mit RTL Inside eine eigene Second-Screen-App, die TV-Formate live begleitet, etwa mit Extra-Informationen zu Magazinsendungen oder zu den Darstellern täglicher Serien wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Darüber hinaus werden Shows wie „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ intensiv über Twitter und Facebook begleitet. „Second Screen ist für uns sehr wichtig, um mit den Zuschauern in Dialog zu treten und sie mobil zu erreichen“, sagt ein Sprecher der Mediengruppe RTL.

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Die ARD startete im Mai eine „Tatort“-App mit Hintergrundinfos und Mitmach-Elementen. Begleitend zu den neuen Folgen gibt es etwa Antwortoptionen auf die Frage nach Täter und Motiv. Laut dem Sender wurde die App in den ersten drei Monaten 300.000 Mal installiert.

Besonders gut läuft Second Screen beim Sport. Zu den Olympischen Spielen in Rio bieten die öffentlich-rechtlichen Sender aktuell bis zu sechs Live-Streams von allen möglichen Wettkämpfen. So kann man zwei parallel laufende Entscheidungen auf zwei Bildschirmen verfolgen und muss auch auf eine Nischen-Sportart, die nicht im Hauptprogramm läuft, nicht verzichten. Ein Novum: Eine kleinere Auswahl wird erstmals in 360 Grad und Virtueller Realität gezeigt. Bei den Zuschauern sei angekommen, „dass sie online ihr eigener Olympia-Programmchef sind“, so ZDF-Chefredakteur Peter Frey. So wurde etwa beim Livestream-Abruf an den bisherigen ZDF-Sendetagen im Vergleich zum Zeitraum vor den Olympischen Spielen eine vierfach höhere Nutzung registriert.

Auch für die Werbewirtschaft ergeben sich neue Möglichkeiten. Die „Second Screen Usage ist eine ernstzunehmende Änderung des Mediennutzungsverhaltens“, erklärt Helmut Kammerzelt von der FH St. Pölten. Die österreichische Hochschule hat die Auswirkung der Multi-Screen-Nutzung auf die Branche untersucht und festgestellt, dass sich die Zuschauer besser an Marken erinnern und der Wiedererkennungswert höher ist, wenn die Werbung parallel im TV und mobil gezeigt wird. Second Screen sei eine Chance, so das Ergebnis. In der Summe zeige sich, dass Marken von intelligent verzahnter und synchroner Ausspielung profitieren könnten.

Aber was macht das Multitasking mit dem Zuschauer? Die Meinungen dazu gehen auseinander. „Es gibt Psychologen, die behaupten, dass dieses Mehrrezeptionsverhalten dauerhaft zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit führt – vor allem was das kognitive Wahrnehmungsverhalten angeht, also dass wir schneller Dinge verstehen und aufnahmebereiter sind“, sagt Weichert. Andere glauben, es fördere die Zerstreuung und führe dazu, dass man sich nicht mehr auf eine Sache konzentrieren und einlassen könne. „Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.“

Jenny Tobien

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Alle Kommentare

  1. @Wordpress: Falls das an mich gemeint war.
    Ich bin kein bezahlter Redakteur.
    Das sind nur Ergänzungen. Weil die Berichterstattung oft Mängel hat.

    360 und VR werden systematisch durcheinandergeworfen. Bei Benzin und Diesel oder iOS und Android oder Windows und MacOS passiert das nicht.

    Oder „Mobile Nutzung“. 90% davon ist auf dem Sofa per DSL und eben nicht per Mobilfunk wirklich unterwegs.

    Oder „second Screen“. ist das jetzt auf die konkrete Sendung bezogen oder zählen Skype-Telefonate am Handy (normales Handy-Telefonieren oder Festnetz-Telefon ja anscheinend nicht oder Bügeln oder Zeitung-Lesen oder Briefe sortieren), Whatsapp oder News lesen oder sich Pizza liefern lassen auch dazu obwohl man das genau so gut im Auto, Garten, Eisdiele oder Küche machen kann ? Na also.

    Usw.
    Problem: Daraus wird leider nicht dazu-gelernt und die Berichte sprachlich präziser.
    Also geht das Land kaputt und die nächste Generation verliert auch ihre Ersparnisse wie schon alle anderen zuvor und die Armut steigt von Jahr zu Jahr und die Pöstchen und Pensionen wohl auch. Danke Presse.

    Täglich immer größere Kreise erkennen das Problem. Neulich doch was mit so ähnlich wie „die halten sich für Pulitzer-würdig und sind nicht kritik-fähig“ oder so ähnlich und zwar nicht aus den üblichen Kreisen. Der Protest erreicht nicht nur Parteien (Abwahl der FDP, Wachstum der AfD) sondern halt auch Medien und somit Leser-Zahlen. Qualität kann man erkennen und Qualität und Präzision schaden keinem, selbst wenn man Leistungs-Schutz verteidigen oder die Regierung loben oder kritiklos und ohne Mitzudenken irgendwelche PR-Meldungen oder Agentur-Meldungen copy-pasten muss, kann man in normalen Artikeln TROTZDEM sauber und präzise zum Vorteil des Lesers schreiben.
    Mal six-sigma vom Wirtschaftsredakteur erklären lassen oder die gängigen Beispiele überfliegen: Mehr Präzision ergibt mehr Qualität.

    Oder bald die Meldung das Sky auch UHD senden wird. Da fehlt immer, ob es UHD-1 oder UHD-2 ist oder Zwischenauflösungen wie 6k (sechs K) wie Netflix oder Amazon sie bei der Produktion mancher Serien wohl genutzt haben. Oder 2.5k tut sich als Handy-Format oder langsam auch bei Monitoren auch langsam Durchsetzen.
    Ach so: Und ob es 10Bit oder nur 8 Bit sind fehlt natürlich vermutlich auch.
    Also sind die kleinen Leser gezwungen, im Forum nachzufragen obwohl sich gute Journalisten das schon vorher hätten denken können und entweder präzise reinschreiben oder über Skys (falls wie un-präzise war) Presse-Meldung ablästern und mit „wir haben eine Anfrage an Sky geschickt“ ein Update bringen zu können und die PR-Abteilungen dazu bringen, selber endlich präzise zu werden.
    Welche Auflösung haben 4:3-Serien von früher ? Wird Mogel-HD-Mäßig hochgerechnet ? Werden gute US-Serien auf 25fps um-gerechnet oder original – wie es Ehre wehre(wäre) – in 30fps gezeigt ? Werden Kinofilme natürlich in 24.x fps gezeigt wie es sich gehört ?
    Die HDMI-TVs/Bildschirme können das ja seit 2006 (Fußball-WM hier und Uprise der Flachbildschirme) und die Premiere-Boxen werden ja von Premiere gestellt und UHD ist ja was neues wo man es endlich durchsetzen kann. „Original fps“ wäre ein Unique-Selling-Point für die Werbung. Oder „Downgrade-Frei – So echt wie möglich. Nur Dein Bildschirm ist das Limit – oder deine Augen.“. „Original !!! No/Zero Crappy Conversions“.

    Computerbild hingegen ist vorbildlich und hat vermutlich Wort-Filter so das „Update“ und „Patch“ anscheinend systematisch durch „Verbesserungs-Programm“ ersetzt wird. „UHD“ müsste im CMS endlich mal fett rot markiert werden (wie auch „Erlös“ „Ertrag“ „Mail“) und eine Erläuterung, dranzuschreiben ob es UHD-1 oder UHD-2 oder GEWINN oder UMSATZ, E-Mail oder Post-Brief ist, anstatt kritik-los ohne mitzudenken die Agentur- oder PR-Meldung zu copy-pasten.

    Für das kostenlose Thunder-CMS von Burda hätte ich das längst kostenlos als Plugin programmiert damit Berichte endlich präziser formuliert sind. Aber Softwarepatente, Abmahnungen und Klagen an mehreren Gerichten gleichzeitig machen freie Software in manchen Ländern unprofitabel so das man teure IT-Projekte bezahlen darf welche wie bekannt (Berliner Flughafen-Planungs-Software, Inpol Neu, Arbeits-Amts-Software,… ) ja so erfolgreich, gut und günstig sind (das war Sarkasmus)…. weshalb ja auch Burda das kostenlose Thunder-CMS herausgebracht hat…

    Die Kontroll-Funktion der Presse versagt fast überall – ausser bei Fußball wo Versager viel schneller gehen müssen als Zilliarden-Verprasser in korrupten Diktaturen oder Big-Boni-Mis-Manager welche hundert-tausende Jobs in den Sand setzen, Pensionen und Kleinanlegern die Ersparnisse vernichten und dafür dicke Boni, Privatflieger, Dienstwagen und noch Zillionen-Abfindungen und Zilliarden-Rettungs-Subventionen kriegen und vorher schon keine Steuern gezahlt haben sondern nur die Miet-Preise fürs kleine Volk hochgetrieben.

    TV-Serien im englischen Original gucken hilft nicht, wenn man wirklich in USA/England sprechen muss. Das muss man alles (fliessend Hören/Verstehen und Sprechen, fliessend Lesen und Schreiben) separat für sich üben. Und schnell/viel lesen können hilft nicht, kurz, knapp, präzise, verständliche,… Texte zu schreiben. Beim Rally-Fahren mit Beifahrer und Fahrer können die auch nicht mal so eben wechseln oder ein Torwart mal eben Verteidiger oder diese als Mittelfeld-Spieler oder ein Mittelfeldspieler als Stürmer spielen weil die ja immer direkt vor sich gesehen haben, wie es geht.
    Und Bücher (fiktiv vs. Sachbuch) und News und Fach-Artikel oder Fachzeitschriften haben auch unterschiedliche Formulierungen.

  2. Die Frage ist ja ob man bei Talkshows voten kann wer welche Frage beantworten sollte. Man kann ja die Politiker nicht zwingen, aber wenn die sehen was das kleine GEZ-Volk als Lieblingsfrage auf Platz1 gevotet hat, beantwortet man es besser wohl mal damit die Vote-Chips (jeder nur einen oder zwei Chips) wie Fliegen auf eine andere Frage fliegen.

    Andere Sportarten sind vielleicht kein second screen. Im TV war mal eine Doku ich glaube über den Trump-Tower und die billigen Appartments unten und Super-Stockwerke ganz oben. Einer in der Mitte zeigte auf seine Wand voller Fernseher und meinte, er würde mehrere Spiele gleichzeitig schauen am Samstag oder wann das in USA läuft.

    Danke das 360 korrekt eingesetzt wird. Beim Kanu sah man ja, das 3D-Modelle flach angezeigt werden. Irgendwann auch in echtem VR-3D wo man sie Position ändern kann oder drumherum-laufen. Das geht alles bei 360 normalerweise nicht. Der Kopf ist nicht einen Meter höher oder Tiefer sondern immer genau dort wo die Kamera steht. Ich denke es wird zeitnah genutzt. Da kann man keinem Sender vorwerfen, zu langsam zu sein sondern der Presse und vielleicht auch Fielmann und Apollo usw., keine 20-Euro-Handy-Halter-VR-Gestelle (für Brillenträger aber auch für Leute ohne Brille in schlanker) anzubieten. Jeder hat ein Handy. Als müssten diese Gestelle verfügbarer sein als sie bei Ebay in China für 13 Euro !!! aus Plastik kaufen zu müssen.

    360 ist heute. VR (drumherum laufen, die Position selber bestimmen und zwei verschiedene Bilder jeweils für Linkes und Rechtes Auge) wird also bald noch kommen. Daher bitte heute schon differenzieren wie auch bei UHD eigentlich UHD-1 oder UHD-2 dazugehört oder man bei USB dranschreibt ob es 2 oder 3.0 oder 3.1 oder Bluetooth-Light oder normales Bluetooth ist.

    Second screen hat also viele Möglichkeiten. Man kann sehr schlecht tippen. Daher muss man es extra-bequem machen und auch in extragroßer Schrift wählbar für Rentner.
    Interessant wäre auch ein Replay der Zuschauer-Reaktionen für Wiederholungen.
    Indirekt würde das dann auch die Zwangs-Demokratisierung/partizipation aller Parteitage und Pressekonferenzen bringen. Wieso soll RTL nicht gute Fragen an Jogi Löw, Draghi oder Yellen oder Merkel durchs Volk dank (trivialprogammierbarem) Direct Feedback ermöglichen ? Damit hätte man schon Trump im Vorwahlkampf Fragen stellen können. Facebooks Zuckerberg will also persönlich keinem DAX-Manager oder Politiker überhaupt irgendeine Frage stellen und glaubt an die Überlegenheit von Reporter-Fragen statt an die Macht von guten Bürger-Fragen und hätte es sofort herunter-programmieren lassen können.

    Die vielen England-Free-Sat-Sender machen oft den Twitter-Tag an die Sendung dran kurz davor.
    Im Rahmen des Kampfes gegen Mogel-HD sollte vor jeder Sendung die Aufnahme-Formate („Produziert in HD“ ist weder Auflösung noch Framerate), Sprach-Spuren und natürlich Twitter-Tag und natürlich QR-Code damit man im browser gleich mitmachen kann.
    AUCH IM BROWSER.
    Und das nicht nur in Apps wo man angemeldet sein muss oder seine Daten hinterlegen usw… Über den Browser kann man dann die Leute überzeugen, die App zu installieren. Wenn man natürlich alles mit bling-bling-Werbung voll-klatscht braucht man sich über die geringe Nutzung nicht wundern.
    Und keiner installiert sich jeweils eine App für RTL, RTL2, SuperRTL, VOX, ntv, RTLnitro, RTLplus (alles FreeTV) und dann noch für Pro7,Pro7maxx, Sat1,Sat1gold, Kabel1, Kabel1doku(?), sixx. Oder für Plus, Penny, Aldi, Lidl, Edeka, Rewe, Netto, Norma, Kaufland, Real, Kik, TeDi, … .
    Deswegen gibts ja Programmies mit vielen Fernsehprogrammen oder Supermärkte mit vielen verschiedenen Produkten von verschiedenen Herstellern.
    Eine Senderkette allerdings konkurriert sich wohl gegenseitig mit den Sendern untereinander. Der Kunde leidet. Leider fliessen dieses Jahr zu viele wegen Fußball-EM und Olympia zurück-gestellte Werbebudgets in die meisten Formate so das diese dieses Jahr leider vielleicht 20% mehr bekommen als nächstes Jahr und dann auch noch die Rezession kommt.

    Es wurde schon mal aufgedeckt, das Mediatheken kaum genutzt werden.
    1%-2% der Gesamt-Bevölkerung werden jedes Jahr digital.
    Die IFA vermeldete ja mal (ich denke auch hier) das die Flachbildschirme 7% waren. Ein Jahr später waren es 15%. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, das Fernseher 15-20 Jahre halten. Solche Extrapolationen sind trivial.

    „Die Second-Screen-Nutzung ist erneut leicht gestiegen. Gut jeder zweite Zuschauer (46,5 Prozent) setzte das Smartphone parallel zum Fernseher ein, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar mehr als drei Viertel (78 Prozent).“
    Wie schon angesprochen: Als Second Screen gilt eigentlich nur, wenn es konkret auf die aktuelle Sendung bezogen ist. Also keine anderen Fußballspiele. Keine anderen Sportarten. Keine Emails oder Whatsapp von Verwandten. Sonst gelten eigentlich auch zwei Fernseher oder Radio oder Opa im Keller beim TV-Gucken oder was die Ehefrau am Laptop macht im Hintergrund als Secondary. Oder der Klassiker: Telefonieren beim TV-Schauen. Viele ÖR-Formate kann man auch ohne Bild einfach beim Bügeln oder aufräumen oder was anderes machen zuhören.
    Pause drücken und dann per Amazon-App-Foto-Funktion die Schuhe/Handtasche auf dem TV-Bild im Tablett/Handy suchen gilt natürlich auch als Second screen durch Dritt-Anbietern (Amazon) anstelle vom Sender oder Allgemeinen TV-Begleit-Angeboten oder anderen digitalen Sport-Begleit-Angeboten wo man z.b. im Stadion mitkriegt wie die Spielstände in den anderen Stadien von Ring-Tennis, Einrad-Fahren, Handball, Skat und Bridge… sind.

    Es wird ja auch ständig von mobiler Nutzung geschrieben obwohl 90% davon wohl zu Hause per DSL und WiFi am Tablett/SmarTV/SmartPhone stattfindet weil man sich die teuren Mobil-Daten-Tarife nicht leisten kann oder sparsam nur für Email/Whatsapp benutzt.

    Also Aufruf an die Sender: QR-Codes im Videotext und vor/nach den Sendungen und Werbe-Blöcken aber nicht auf die APP sondern auf Euer Web wo man dann alle Sender und alle Angebote übersichtlich sehen kann und wo man wie und was am Second screen geboten wird und Werbung für besonders gut am Second-Screen nutzbare Sendungen demnächst oder in der Mediathek.

    So wie im Supermarkt ein Regal wo man alles auf einen Blick sieht.

    Das man die Business-Pläne und teilweise ausgefülltes ROI-Schema für Höhle der Löwen oder Sharktank am Second Screen hat, und Zuschauer auch selber Zahlen – als Alternative Kalkulationen – eintragen können (wenn sie wollen), sollte trivial sein. Ohne hohe Rechtskosten gäbe es das vermutlich längst.
    Bei Sport wird es sich wegen 360 im Formel-1-Cockpit vermutlich als erstes etablieren.
    Früher sind diese Seil-Kameras über Fußballfeld gehuscht. Bald vielleicht 360-Kameras in jeder Ecke. Wichtig sind für Replay hotspotz was die Zuschauer sich (wie Ameisen) am meisten angeschaut haben so das man weiss, wo spannend ist und sich die Leute die Mediatheken als „Best of Stefan Raab kämpft um 100.000 Euro“ „best of Fußballspiel“ „best of DSDS“ gerne anschauen weil nach Beliebtheit sortiert wird. Eine DSDS-Sendung ist ja nicht linear sondern die Kandidaten alle eigenständig und man kann sie auch in ganz anderer Reihenfolge zeigen.
    Auch für Fiktive Formate kann man das nutzen: Man schaut unterwegs immer den konkreten Fall von Mentalist und am Wochenende oder zu Hause die entsprechenden Teile wo es um Red John geht. Gleiches für andere Formate wo eine übergeordnete Geschichte und einzelne Fälle existieren welche separat servierbar sind. Second Screen ist das zwar nicht, aber wenn man die Sendung zerstückelt online anbietet sieht man, welche Stücke die meisten Klicks haben oder auch was man sich durch rückwärts springen (oder gesetzte Marker [ A … B ] wie bei BluRay und DVD) immer wieder anschaut und kann dem bequemen Zuschauer die Stücke in Reihenfolge der Klicks anzeigen. Radio spielt ja auch wohl am liebsten die Top20-Musik-Stücke…
    Auch bei Politiker-Interviews oder Prominenten-Interviews geht das natürlich um die Schmackhaftigkeit am Anfang zu maximieren statt (wie DSDS-Final-Shows) künstlich und unnötig zu verlängern weil man die Sendung stundenlang machen muss weil so viel Werbung gebucht wurde.

    Also nochmal: Liebe Sender: Baut QR-Codes in Videotext und vor/nach den Werbeblöcke ein. Aber erst Web, dann App…

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