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Gawker Media für 135 Millionen Dollar an Univision verkauft

Langes Gesicht: Gawker-Chef Nick Denton
Langes Gesicht: Gawker-Chef Nick Denton

Das Klatsch-Blogkonglomerat Gawker, das im Hulk Hogan-Prozess zu einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar verurteilt wurde und wenig später Insolvenz angemeldet hatte, hat einen neuen Eigentümer gefunden. Das spanische Medienunternehmen Univision, das u.a. die Satireseite The Onion betreibt, sicherte sich Gawker für 135 Millionen Dollar. Der ebenfalls insolvente Gründer Nick Denton feierte den Verkauf.

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Das 2002 gegründete US-Medienunternehmen mit seinen sieben Webseiten hat in einem Auktionsverfahren einen neuen Eigentümer gefunden. Das spanische Medienunternehmen Univision, das u.a. die Satireseite The Union betreibt, hat das Klatschportal für 135 Millionen Dollar erworben und damit den Ziff Davis Verlag deutlich überboten, der ein Übernahmeangebot über 90 Millionen abgegeben haben soll.

Gründer Nick Denton feierte den Verkauf: „Ich freue mich, dass unsere Mitarbeiter geschützt sind und unter den neuen Eigentümern weiterarbeiten können“, erklärte Denton, der im Juli selbst hatte Insolvenz anmelden müssen. „Wir könnten nicht glücklicher sein, einen Käufer gefunden zu haben, der sich dynamischem Journalismus verschrieben hat,“ erklärte 49-jährige Brite.

Hollywoodreifer Rechtsstreit wegen Hulk Hogan-Sextape

Vorausgegangen war ein spektakulärer Rechtsstreit mit dem US-Wrestler Hulk Hogan wegen der Veröffentlichung eines privaten Sex-Videos, der mit einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar endete.  Im Juni  beantragte Gawker Gläubigerschutz nach Paragraph 11.

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Der Prozess gegen Gawker hatte nachträglich an Brisanz gewonnen, nachdem bekannt wurde, dass Internet-Milliardär Peter Thiel den Wrestler mit 10 Millionen Dollar unterstützt hatte. Für Denton ist es ein Rachefeldzug, weil Gawker den ersten Facebook-Investor, der inzwischen mehrfacher Milliardär ist, 2007 als homosexuell outete. „Du hast Dich professionell, eiskalt und anonym gerächt“, schrieb Denton vor Wochen an Thiel in einem offenen Brief, der natürlich auf Gawker veröffentlicht wurde.

Pikantes Hogan-Video von 2006 sorgt für Gawkers Pleite

Gawker war 2012 in Besitz eines heimlich gefilmten Sex-Videos von Hulk Hogan aus dem Jahr 2006 gelangt, das die Wrestling-Legende beim außerehelichen Akt mit der Ehefrau seines besten Freundes zeigte – genau die Zutaten also, die Gawker zum perfekten Skandal hochjazzt.

Das passierte dann im Oktober 2012, als Gawker mit einem 1:47 Minuten langen Auszug aus dem Sex-Tape aufmachte: „Hulk Hogan beim Sex im Himmelbett auch nur für eine Minute zuzusehen, ist nicht fürs Büro geeignet, schaut es Euch aber trotzdem an“, geiferte Gawker nach Aufmerksamkeit und ließ das Video auch nach richterlicher Anordnung weiter monatelang online.

„Die Öffentlichkeit ist von der als Journalismus verkleideten Invasion in die Privatsphäre angeekelt“, erklärte der frühere Wrestlingstar. Gawker hatte argumentiert, das Sex-Video verdiene seine Veröffentlichung als „kulturelles Phänomen“.

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