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„Die unterschätzte Medienmacht“: Wie etablierte Parteien Rechtspopulisten die sozialen Medien überlassen

Hans-Peter Siebenhaar ist Redakteur beim Handelsblatt und schreibt montags die Kolumne „Medien-Kommissar“
Hans-Peter Siebenhaar ist Redakteur beim Handelsblatt und schreibt montags die Kolumne "Medien-Kommissar"

Rechtspopulisten in ganz Europa nutzen gezielt soziale Netzwerke. Was bürgerlichen Parteien dagegen dort produzieren, ist oft unfreiwillig komisch oder erinnert an DDR-Fernsehen. Sie nehmen die neuen Kommunikationskanäle nicht ernst genug, meint Hans-Peter Siebenhaar und erklärt dies in seiner Handelsblatt Kolumne "Der Medien-Kommissar" zu einem strategischen Fehler.

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Von Hans-Peter Siebenhaar

Der erste deutsche Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer konnte sich noch wahr Medienabstinenz leisten. Der CDU-Grande genoss in seinem italienischen Feriendomizil abends lieber von seiner mit bodentiefen Fenster ausgestatteten Bibliothek den spektakulären Blick über den Comer See. In seiner Villa La Collina, auf einer Anhöhe im Weiler Cadenabbia gegenüber dem touristischen Sehnsuchtsort Bellagio, suchte der Regierungschef aus Bonn zweimal im Jahr Erholung – auch medial.

Nicht einmal ein Fernsehgerät mit deutschsprachigem Programm stand dem Parteivorsitzenden damals bei seinen mehrwöchigen Aufenthalten im mediterranen Paradies zur Verfügung. Das Internet konnte damals – Ende der 1950er und frühen 1960er-Jahre des 20. Jahrhunderts – niemand erahnen. Der Partei- und Regierungschef ließ sich damals zur Unterhaltung am liebsten Krimis im vertrauten Kreis vorlesen. Eine untergegangene Zeit.

Die politische Kommunikationswelt hat sich so radikal geändert, wie vor einem halben Jahrhundert niemand zu wagen geglaubt hatte. Die sozialen Netzwerke sind heute für die politische Kultur von zentraler Bedeutung. Deshalb nimmt sich auch der mächtigste Mann des Planeten, US-Präsident Barack Obama, täglich Zeit, zehn Anfragen auf Facebook persönlich zu beantworten.

In Deutschland hingegen nehmen die Parteien die sozialen Netzwerke immer noch nicht richtig ernst. Es sind eher bescheidene Versuche, über die neuen Kommunikationskanäle junge und in der Regel politikferne Zielgruppen zu erreichen. Hinter vorgehaltener Hand wird durchaus bekannt, dass zu wenig Geld, Personal und vor allem Ideen in Facebook & Co. investiert wird. Manches, was in den digitalen Werkstätten der Parteien entsteht, ist unfreiwillig komisch oder erinnert in der Machart an die „Aktuelle Kamera“ im DDR-Fernsehen.

In der politischen Arbeit setzen die Parteien überwiegend noch auf Newsletter, Informationsblätter und Schaukästen. Wer heute aber die Stammtische, die Nichtwähler, die Jungen, die Digitalen erreichen will, kommt um die neuen Kommunikationsplattformen nicht herum. Offenbar hat es sich bei Parteienvertretern noch nicht herumgesprochen, dass sie bei einem Auftritt im dritten Programm der ARD im Schnitt nur Zuschauer, sprich Wähler jenseits der 60 Jahre erreichen. Eitelkeit statt Zielgruppenansprache.

Es sind vor allem die bürgerlichen Parteien, welche die Bedeutung von Facebook, Twitter, Instagram & Co. immer noch unterschätzen. Das ist ein strategischer Fehler. Denn die neue politische Konkurrenz von rechts hat die neuen Medienkanäle nicht nur für sich entdeckt, sondern nutzt sie geradezu erschreckend gut. Die rechtspopulistische FPÖ ist dafür ein Paradebeispiel. Der ehemaligen Haider-Partei ist es gelungen, mit Hilfe von Facebook und anderen Plattformen eine schmerzfreie Gegenöffentlichkeit geschaffen, die höchst erfolgreich verzerrt, motiviert und mobilisiert.

Der Erfolg des FPÖ-Chefideologen Norbert Hofer bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl, der sich Anfang Oktober in einer weiteren Stichwahl mit dem Grünen-Kandidaten Alexander Van der Bellen stellt, wäre ohne ihre mediale Gegenwelt gar nicht vorstellbar. Es war auf Facebook und Twitter, wo die Rechtspopulisten frühzeitig Schlampereien und Rechtsvorstöße bei der Wahl anprangerten. Sie bekamen vom österreichischen Verfassungsgerichtshof Recht. Die Stichwahl – eine Peinlichkeit für Österreich – muss im Frühherbst wiederholt werden.

Der Erfolg der Rechtspopulisten in den sozialen Netzwerken kam freilich nicht über Nacht. Die Freiheitlichen haben über Jahre ihre alternativen Medienkanäle zielstrebig und erfolgreich entwickelt. Die Partei, die auf Islamkritik und Europaskeptizismus setzt, hat längst eine mediale Parallelwelt in den sozialen Netzwerken geschaffen. In diesem eigenen Kosmos können sich ihre Anhänger in ihren Haltungen permanent bestärken und andere Teile der österreichischen Gesellschaft ausgrenzen. Die FPÖ hat eine aktive Community im Netz geschaffen, von der die Parteien der Regierungskoalition nur träumen können.

Die Rechtspopulisten – nicht nur in Österreich, sondern auch in Großbritannien, Frankreich, in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland – haben zweifellos als erste die gewaltigen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke erkannt und für ihre Zwecke eingesetzt. Über Facebook und Twitter betreuen sie heutzutage nicht nur ihre Gemeinschaft, sondern steuern auch die öffentliche Diskussion mit gezielten Provokationen und Tabubrüchen. Sie wissen, dass die Möglichkeiten in Zukunft außerhalb der klassischen Medien sogar noch wachsen werden. Für die FPÖ ist Facebook schon heute wichtiger als der ORF. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die AfD in Deutschland so weit sein wird.

Denn Facebook wächst weltweit vor allem über die mobile Nutzung. Von den 1,7 Milliarden Nutzern greifen nach Konzernangaben rund eine Milliarde Menschen nur noch über das Smartphone auf das Netzwerk zu, Tendenz weiter stark steigend. Mittlerweile erzielt der Konzern aus dem kalifornischen Menlo Park bereits 84 Prozent seiner Erlöse mit Werbung auf dem Handy. Die Facebook-Tochter Instagram, ein soziales Netzwerk zum Teilen von Fotos und Videos, kommt auf eine halbe Milliarde Nutzer, und der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp auf über eine Milliarde. Das sind Zahlen, die eigentlich die demokratischen Parteien in Europa aus ihrem medialen Dornröschenschlaf aufwecken müssten.

Immer montags schreibt Handelsblatt-Korrespondent und Buchautor Hans-Peter Siebenhaar seine Sicht auf die Kommunikationswelt auf.

Dieser Text erschien zuerst bei Handelsblatt.com

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Alle Kommentare

  1. eine sehr späte Einsicht, oder sogar verspätet? Was sagte M. Gorbatschow? „Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben“. Das unsere Medien leider sehr einseitig berichten, kann jeder in einem aktuellen Beitrag lesen.- Aber was will der Leser/die Leserin wirklich? Dazu kommt noch: eine Tageszeitung ist heutzutage das Medium von gestern,- was aber ist wichtig? Aktuelle Meldungen! Das sich rechtspopulistische Tendenzen in sozialen Medien hat auch damit zu tun, dass die etablierten Parteien diese Medien nicht nutzen wollten, damit niemand negative Kommentare schreiben kann, welche insbesondere beim Wahlkampf störend sind. Darüber hinaus ist es so, dass sich die Menschen an allen Orten und jederzeit über das informieren können, was ihnen wichtig ist. Ich selbst habe gestern rein zufällig drei Leute an einer Bushaltestelle gesehen, welche aktiv ihre Smartphones benutzt haben und diese waren ganz unterschiedlichsten Alters. Von ganz jung/Azubialter, junger Beschäftigter bis Mitte 50. Junge Menschen sehen auch den Werteverfall unserer Gesellschaft und haben Zuhause keine Möglichkeiten der Diskussion. Wo fängt der Fisch an zu stinken? Im Kopf und wenn dieser mit falschen „Alternativen versorgt“ wird müssen wir uns nicht darüber wundern, wenn gewisse Parteien immer mehr Zulauf bekommen,- habe ich recht? Wir müssen bereit sein Horizonte zu erweitern, statt Mauern zu errichten. Ich kann darüber hinaus nur folgenden Beitrag empfehlen:

    http://www.xing-news.com/reader/news/articles/383141?link_position=front_page&newsletter_id=15403&xng_share_origin=web
    Mit freundlichem Gruß an alle Leserinnen und Leser
    Mario Poguntke

  2. Für ein diktatorisches Regime ist natürlich ein freies Internet der Supergau, früher gab es nur Zeitung, Radio und Fernsehen, die seinerzeit noch unabhängigen Journalismus betrieben und den Parteien gehörig auf die Finger guckten, lang ist`s her. Heute, im Zeitalter freiwilliger medialer Gleichschaltung und Schleimspurkriecherei zur Wahrung sicherer Redaktionssessel hat sich ein Großteil des Informationsbedürfnisses des denkenden Bevölkerungsrestes ins Netz verlagert, wo ungefiltert und unzensiert die Wirklichkeit stattfindet. Ein Alptraum fürs Regime, dessen Arm und dessen Heiko leider nicht bis überall hin reicht.
    Das Problem aller Diktaturen besteht darin, dass ihre Ideologie so gar nicht mit der Realität zusammenpasst, also wird das Trommelfeuer der Propagandaschlacht umso heftiger. Für den Teil des bereits verblödeten Volkes durchaus mit Erfolg, für den Rest gibts halt noch das Netz und z.B. ausländische Presse. Wenn man sich aus ausländischen Zeitungen über den tatsächlichen Zustand im Inland informieren muss, ist man entweder in Nordkorea oder in Deutschland.

  3. Sehr geehrter Herr Siebenhaar!
    Ihr Artikel ist mehr als ärgerlich. Sie nennen die BP-Wahl in Österreich als Beispiel, dass die FPÖ über Facebook und Twitter dort Schlampereien und Rechtsverstöße (sic!) zuerst angemahnt hätte. Wenn unsere Medien noch ihrer wichtigsten und edelsten Aufgabe nachkämen, dann wäre diese Meldung im österreichischen Fernsehen auch „rechtzeitig“ (gutes Wort, gell) gebracht worden. Unser Innenminister hat mit der Frau Anetta Kahane (ehemals Stasimitarbeiterin) von der Antonio-Amadeu-Stiftung schon die richtige Person gegen „Hassverbrechen im Internet“ in Stellung gebracht.

  4. Nehmen wir die Idee doch mal ernst. Ich habe gerade über die SocialMedia Plattform ausgestrahlt.de eine Mail bekommen, in der der BT-Abgeordnete Marco Bülow zitiert wird: „Ich setze mich für eine Verlängerung der Brennelementesteuer ein. Wir brauchen sie so lange, bis das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet ist. Ich unterstütze alle Bemühungen für eine Verlängerung der Abgabe und werde diesen Standpunkt in der nächsten stattfindenden Sitzungswoche in meine Fraktion und die Arbeitsgruppe Umwelt der SPD einbringen.“
    Das ist hölzern formuliert, aber doch immerhin eine „Message“, die von einem Sender-ICH stammt. Würden, könnten, dürften alle Politiker aller Parteien so „senden“, dann würde es mit dem Internet auch klappen. Das Problem ist, dass sie nicht dürfen bzw. sich nicht trauen. Mit Botschaften wie: „die Beschlusslage der Partei wird auf der nächsten ZK-Sitzung bestimmt“ … damit klappt es mit dem Internet eben überhaupt nicht. Das Problem ist also die interne Diskussionsstruktur mancher Parteien, das grundsätzliche Duckmäusertum der meisten Abgeordneten, die keine ICH-Messages zulassen. Da kann man noch so viel Geld in Kommunikation investieren. WIR-Messages will eben keiner mehr hören.
    Der Fluch ins Extrem gesteigerter Individuation in modernen Gesellschaften!

  5. Siebenhaar argumentiert etwas „altmodisch“ & „altbacken“ -wir sind NICHT mehr in Adenauer’s Zeiten, sondern unsere Gesellschaft ist eine andere – (tele)kommunikativ/medial & ideologisch & global!
    Wir haben heute einen höheren Anteil an Akademiker in der Bevölkerung, die oftmals eine bessere Bildung haben als die „Regierenden“ (& der Mitglieder der etablierten Parteien!), die volks-und betriebswirtschaftliche Strukturen & Prozesse besser durchblicken, die die medialen Instrumente bedienen und ihre Meinung artikulieren können. Die „Internetmedien“ schaffen neue „Meinungsplattformen“ für ALLE („Global Village“) – da braucht es keine (bevormundenden!) Parteien mit irgendwelchen (etablierten)“Pseudo-Wissern“ & (etablierten) „Pseudo-Meinungsbildern“ mehr-es bilden sich autonome „Meinungsgruppen“ als Kontrast zur „etablierten, politisch bevormundenden Meinung“-dies müssen keine RECHTSPOPULISTEN sein (=Diskriminierung!?)-sondern es sind eben ANDERSDENKENDE=NICHT politisch korrekt Denkende!
    Offenbar hat Siebenhaar die wahre DEMOKRATIE, den Rechtsstaat & die Meinungsfreiheit NICHT verstanden- er denkt eben wie zu Adenauer’scher Zeit!

  6. Sehr geehrter Herr Siebenhaar,

    halten Sie Bassam Tibi, Ruud Koopmans oder Gunnar Heinsohn ebenfalls für Rechtspopulisten? Setzen Sie sich ausnahmsweise mal mit der Sache auseinander, die die sogenannten Rechtspopulisten „besetzen“, statt ängstlich darauf zu achten, keine Schnittmengen mit ihnen zu haben. Das Wort „Populismus“ diente schon einmal dazu, Opposition zu diffamieren (damals, Lafontaine & Co gegen die Agenda2010). Leitmedien, die Opposition statt mit Argumenten mit Rethorik bekämpfen, agieren demokratiefeindlich. Wenn die Vierte Gewalt im Anus der Regierung steckt, wird es gefährlich.

  7. Wie sollen die etablierten Parteien auch zufriedene Wähler mit den sozialen Medien erreichen ?
    Wer mit der aktuellen Politik halbwegs zufrieden ist informiert sich über Politik aus der Zeitungen, Magazinen und dem Rundfunk – und das sogar häufig beiläufig.
    Die sozialen Medien erfordern aber ein aktives Suchen des Konsumenten nach diesen Inhalten.

    Das aber nicht allein Rechtspopulisten die sozialen Medien erfolgreich nutzen zeigt der Erfolgt von Platformen wie Campact, die auch über soziale Medien ihre linkspopulistischen Aktionen promoten.

  8. > Politik gegen das eigene blutende Volk

    äh, ich blute nicht und ich hab auch nix mit diesem ominösen volk zu tun. hier gibt es eine „bevölkerung“, den meisten hier geht es gut und nur ein paar nervensägende idioten mit einer völkischen agenda leiden (wahrscheinlich unter ihrer eigenen dummheit)

    die politik, die die regierung macht, ist vielleicht nicht absolut konsensfähig … aber man sieht ja am brexit: die nölbacken haben nur nölen … aber keinen plan, wie irgendwas besser zu machen wäre. als deutschland stehen wir nach 70 jahren endlich mal so da, daß wir international respektiert werden … und jetzt kommt ihr vollhonks und kleckert die öffentlichen foren mit eurem gejammere zu.

    sucht euch ein anderes land. das hier ist – für die mehrheit der bevölkerung, die genau diese regierung gewählt hat, vollkommen okay.

    1. Sie klingen gerade wie ein völkischer Nationalist von wegen Deutschland wird endlich international respektiert. Sie widerlicher Imperialist, Sie.

      1. Früher haben Leute wieder Du ihren Dreck besoffen ins Treppenhaus geplärrt. Heute hat jeder Vollhonk einen Internetanschluss. Quatsch Deine Frau voll!

      2. > völkischer Nationalist

        schon klar. eben noch ne „linke zecke“ und jetzt „völkisch“.

        dieses land, herzchen, gehört jetzt uns und wir sind stolz darauf, daß es endlich locker gemacht hat … und jetzt kommt ihr aus dem schmutzigsten loch unserer geschichte gekrabbelt und denkt allen ernstes, wir würden es noch mal euch überlassen. nope. wir sind weltoffen, freundlich zu fremden, wir haben keinen stock im arsch.

        aber ihr, ihr seid vergangenheit.

        könntet ihr bitte leiser aussterben?

    2. Zum Glück wirds bald knallen, je eher, desto besser. Anders merken es solche Realitätsverweigerer wie du nicht.

      1. > Zum Glück wirds bald knallen

        daß onkel waldi bald die katze aus dem sack lassen wird, ist mir schon klar, aber daß ihr – von ihm bezahlt – hier einfach so die pointe in einem anfall von präkox ungeniert rauskotzt, das ist sicher nicht in seinem sinne.

        > Realitätsverweigerer

        ach ja, realität ist – wie schon die Frau Haessy bemerkte – bemerkt, was ich draus mache. in meiner besitzen die demokratischen parteien in diesem land eine mehrheit von 90% und ihr seid bloß ein haufen durchgeknallt hysterischer kreischer, die angst vor der gegenwart haben und hoffen, daß die in einem knall untergeht, damit … damit … ihr wieder in fellen rumlaufen könnt???

  9. Ist weniger ein „strategischer Fehler“ als ein inhaltlicher. Politik gegen das eigene blutende Volk wird auch im Netz nicht beliebter wenn die CDU-SPD-Grüne-Sovjets darin präsenter wären, das wissen diese auch, deswegen verstossen sie auch gegen Art. 5 GG und führen eine Zensur im Netz durch Hintertüren ein, nebst Strafverfolgung für Dissidenten und denken sich alle möglichen anderen Schweinereien aus, um die Bevölkerung so dumm zu halten, wie Siebenhaar sie als Konsumenten für seine Postille gerne hätte.

  10. Und was wäre, wenn die Altparteien das soziale Netz mehr nutzen würden ? Die gleichen Phrasen und Floskeln, die wir aus Zeitung und Fernsehen kennen ! Die konservativen Parteien Europas haben diesen Zulauf, weil die Leute den Kanal bis oben hin voll haben von diesem Rumgemurksel, und nicht, weil die Etablierten zu wenig präsent sind im Internet !

  11. Immer diese Krokodilstränen: „Der Erfolg der Rechtspopulisten in den sozialen Netzwerken kam freilich nicht über Nacht.“ Schluchtz, heul, jammer……..

    Nun Herr Siebenhaar, würden linke Ideologen mal ihre Barbiepuppen-Traumwelt verlassen, sich der harten realen Welt zuwenden und auch endlich mal Erfolge verbuchen, wäre das eine unschlagbare Eigenwerbung, die keine (rechte) Konkurrenz fürchten muß.

    Haben Sie mal gezählt, wie oft zu verschiedenen Themen/Ereignissen allein in den vergangenden Monaten Sätze wie z.B „….das würde den Rechten in die Hände spielen……“ geäußert wurden?
    Nein? Ich auch nicht! Man kann es auch kaum noch zählen.
    Oder der nicht minder bescheuerte Spruch, die Rechten hätten keine Lösungen zu bieten?
    Woher denn diese Furcht? Liegt es daran, das die ach so bösen Rechten wieder mal richtig gelegen haben? Entgegen der Prognosen der Linkspopulisten unter Leitung der CDU-Chefideologin Merkel (Siebenhaar Sprache)?

    Zitat: „Für die FPÖ ist Facebook schon heute wichtiger als der ORF“
    Nun, auch hier müssen sich diese Linken Ideologen in Politik und Medien selber an die Nase fassen. Ich nutze weder Twitter, noch Facebook oder sonstwas, aber zum Thema ORF fällt mir nur ein, das es das Staatsfernsehen (staatlich gedeckte Zwangsabgabe) selber war, das nicht nur mich seinerzeit gründlich und bis heute vergrault hat.
    Beispiel „Arabischen Frühling“: Als ich diese Bezeichnung/Beschreibung das erste Mal vernahm, mußte ich, so erschreckend soviel Blödheit auch ist, erstmal laut lachen. Das heutige Ergebniss entspricht übrigens vollständig meinen damaligen Erwartungen. Und die kamen nicht von ungefähr….. Überrascht war nur die Barbiepuppen-Traumwelt…..
    Beispiel Ukraine: Wohlwollende Berichterstattung über westliche Politiker (auch deutsche), die auf dem Maidan gegen die demokratisch gewählte Regierung hetzen und nicht mal Bedenken gegen solchen Völkerrechtsbruch wurden geäußert. Berichte über Militärische Aktionen gewürzt mit Videobeiträgen, die der erfahrende langjährige Zuschauer u.a. aus dem Irak-Krieg bereits kannte.
    Beispiel Talkshows: Sehen Sie sich doch mal an wie sich sogar sog. (Spitzen-) Politiker dort aufführen. Vor gut 20 Jahren nannte man derren heutiges Benehmen/Verhalten noch asozial.

    Seit dieser Zeit lebe ich gänzlich ohne Fernseher! Ich brauche keine (Staats-)Medien, die mich offenbar für strunzend blöd und ungebildet halten. Zeitungen aus aller Welt kann ich auch online lesen.

    Schönen Tag euch allen.

    1. … Jochen, Sie zahlen trotzdem, gezwungenermaßen (Fernseher hin oder her) ihre Rundfunkgebühren; macht Sie das nicht wütend!!!???

      Wir dürfen diese billigen Manipulationsversuche auch noch sponsern … klasse, oder?

      1. Stimmt @rolf. Aber seien wir ehrlich – Als Sender Chef würde ich die Zwangsabgabe auch bis aufs Messer verteidigen. Wo gibt es das sonst, das man morgens aufsteht und sein Geld (reichlich) im Sack hat, sich aber einen Dreck um Kundschaft scheren muß? Hier wäre die Politik am Zuge. Aber solange der Wähler (aufgemerkt!) mitspielt, werden auch die Politiker diese unheilige Allianz nicht aufgeben.
        Eine solche Allianz nennt man zwar gewöhnlich Staatssender, aber das ist ja sowas von Putin……..

        Schönen Tag euch allen.

  12. Ich hann mich sämtlichen Vorkommentatoren nur anschließen. Die etablierten Medien und Politiker haben den jetzigen Zustand herbeigeführt und immer mehr Menschen erkennen, dass blindes Vertrauen weder in die eine noch in die andere Gruppe angebracht ist. Aber noch immer wird versucht, das „blöde Publikum“ vom Leitanspruch der „Eliten“ zu überzeugen. Erst kürzlich unterhielt ich mich mit einer Lokalredakteurin, die sich bitter über die besserwisserische Leserschaft beschwerte.
    Offensichtlich haben noch längst nicht alle Journalisten gemerkt, dass die Leserschaft tatsächlich selbst mitdenkt!

    1. @Steuerzahlerin, auch wenn ich damit ein wenig vom Thema abweiche, muss es aus mir raus!

      ihr Zitat:
      „Offensichtlich haben noch längst nicht alle Journalisten gemerkt, dass die Leserschaft tatsächlich selbst mitdenkt!“

      Mitdenken ist das Stichwort!

      Sie und die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren in diesem Forum sind dazu in der Lage! Wir wollen nicht „bequatscht“ und „belabert“ werden. Politiker sollen durch Argumente und vor allem durch – nachvollziehbare – Handlungen überzeugen!

      Wir sind keine Lemminge und können sehr wohl differenzieren!!!

      Bei den Politikern (den Helden der Neuzeit) wäre Demut angesagt …. erst Recht nach den vielen Vorkommnissen der jüngsten Vergangenheit!

      – BER (Planung & Ausführung dilettantisch!)
      – Planungskatastrophen in Hamburg und Stuttgart
      – Wahlbetrug in Bremen, Hessen (Kommunalwahl), Rheinland Pfalz, BW und nicht zu vergessen in Sachsen Anhalt
      – Petra Hinz …. ????!!!!!
      – Hardy Peter Güssau…???!!!

      und dabei möchte ich noch nicht einmal auf die schrecklichen Fehler eingehen, in der

      – Energiepolitik (Subventionen, Subventionen, Subventionen…)
      – Bildungspolitik ( … jeder sollte Abitur machen, keiner wird zurückgelassen!)
      – Außenpolitik (Sanktionen, Sanktionen, Sanktionen – wir sind die Schlauen und ihr seit die Doofen!)
      – Finanzpolitik ( man sind wir gut, so viele Milliarden haben wir (die Politiker) erwirtschaftet!?)
      – Europapolitik (wir müssen „nur“ noch die restlichen 28 Staaten überzeugen…)
      – usw….. usw. …. usw…usw

      … aber was erlebt man stattdessen, ein Mittelfinger bei einem Parteivorsitzenden!

      Nicht die Politiker haben dieses Land so stark gemacht, sondern es waren Menschen wie Sie, sie & ich und nicht zu vergessen unsere Eltern und Großeltern (die ja alle Nazis waren!!)

      Ich glaube, nein ich bin mir sicher, dass es mal eine Zeit gab (Helmut Schmidt, leider letztes Jahr gestorben) wo Politiker das noch wussten. Helmut Schmidt hatten eine scharfen Verstand und analysierte brilliant; eine Eigenschaft, die heute m.E. gänzlich fehlt!

      Heute habe ich den Eindruck (man muss sich nur unseren Finanzminister vor Augen führen), das Politiker der Ansicht sind, das die Abgeordneten und vor allem die Minister das Geld verdient haben, was sie (oft fahrlässig und unbedacht) ausgeben.

      Wenn jetzt noch einer wissen will, warum wir rechtsradikalen Dummköpfe so unzufrieden sind, können wir die Dinge wiederholen, ergänzen! Die Liste ist unendlich!!!!!!!

      Seit 1982 hatte ich keine politische Heimat mehr, ich konnte mich allenfalls zwischen Pest (SPD) und Cholera (CDU) entscheiden.

      .. mit der AFD habe ich wieder Hoffnung!

      Zurück zum Thema:

      „Rechtspopulisten in ganz Europa nutzen gezielt soziale Netzwerke. Was bürgerlichen Parteien dagegen dort produzieren, ist oft unfreiwillig komisch oder erinnert an DDR-Fernsehen. Sie nehmen die neuen Kommunikationskanäle nicht ernst genug, meint Hans-Peter Siebenhaar und erklärt dies in seiner Handelsblatt Kolumne „Der Medien-Kommissar“ zu einem strategischen Fehler.“

      Herr Siebenhaar, es geht nicht um Strategie es geht um Grundsätzliches!

      Ich Wünsche uns allen, dass wir diesen Wahnsinn für einige Stunden vergessen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Welt ist schön!

  13. Ja ,Herr Siebenhaar ich befürchte Sie sind im selben Problemkreis gefangen,den Sie kritisieren.Nicht die äußere Form ist wichtig ,sondern der Inhalt.Die meisten Menschen haben inzwischen gerafft ,daß auf den sogenannten Qualitätsmedien nur Lügen als Wahrheit verkauft werden und die braucht nun halt niemand.Wenn auf facebook nur Lügen verzapft werden ,wird das auch niemand mehr interessieren.Herr Maas und seine Antonio-Zensurbehörde sind gerade dabei facebook von der Wahrheit zu säubern.

  14. Leider ist das nur die halbe Wahrheit.

    Man hat die FPÖ wie andere rechte Parteien regelrecht dazu gedrängt, sich medial zu verselbständigen. Jahrelang galt das Motto „mit denen sprechen wir nicht“. Das galt selbst dann, wenn das Thema „Rechtspopulismus“ war, man blieb lieber unter sich. Die Vertreter rechter Parteien, Publikationen usw. wurden so gut wie nie in Talkshows, Podiumsdiskussionen, usw. geladen. Wenn es doch mal stattfand, dann stets im „sicheren“ Verhältnis 1:4. Oder Podiumsdiskussionen konnten nicht stattfinden, weil so genannte Antifaschisten alles niederbrüllten bzw. man die Vertreter wieder auslud (man erinnere sich nur an die erbärmliche Aktion des SWR zur Wahl im März 2016).Erst mit der massiven Erfolgswelle der letzten 2-3 Jahre änderte sich die Ausgrenzungspolitik.

    Ergo blieb FPÖ und Co. gar keine andere Wahl, als sich Alternativkanäle zu suchen.

    Eine Frage an den Autor: Was ist daran „demokratisch“, sich der Diskussion zu verweigern?

  15. Es scheint für einige „Experten“ wohl keine soziale Medien vor der Merkelschen Zuwanderungspolitik gegeben zu haben.

    Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die selektierte mediale Berieselung von ARDZDF bzw. der „bürgerlichen Parteien“ (bezeichnender und gestriger Formulierungsversuch) und den gleichgeschalteten Printwerken keinen Mehrwert bei aufgeklärten und aufgeweckten Menschen erkennbar werden lässt.
    Wer am 1. Januar schon von den Silvestervorkommnissen weiß, der braucht nicht erst auf die Nebelkerzen der Staatskanäle eine knappe Woche später warten.

    Vielleicht ist es aber auch schlicht die Verkennung der Kausalität.
    Wer die sog. „Rechtspopulisten“ ignoriert, falsch berichtet, boykottiert und diffamiert, der blickt halt nun auf immer geringer werdendes Interesse an solchen Dienstleistungen.
    Wie auch immer- es ist gelebte Demokratie und wird der nächsten Wahlbeteiligung förderlich sein. Aber welche „bürgerliche Partei“ kann daran schon Freude haben. Wir wissen schließlich ja bereits, dass direkte Demokratie schädlich ist.

  16. Es hieße besser: „Die überschätze Macht der etablierten Medien“. Erst wenn der Leser erkennt, dass seine gewohnte Zeitungslektüre ihm wesentliche Informationen vorenthält oder verbiegt, wendet er sich Alternativen zu. Hauptsächlich alternativen Zeitungen. Deren Positionen haben die deutschen Zeitungen leider dem Ausland überlassen.

  17. @Hans-Peter Siebenhaar, ich bin sprachlos ob ihrer scharfsinnigen Analyse.

    Besonders gut gefallen hat mir der Satz:

    „Was bürgerlichen Parteien dagegen dort produzieren, ist oft unfreiwillig komisch oder erinnert an DDR-Fernsehen.“

    Ich persönlich glaube, dass Sie nur das Wort „unfreiwillig“ wegnehmen sollten, damit würde der Satz noch treffender. Naja, desto länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mit ihr Satz wie er ist!

    … und noch ein paar kleine Anmerkungen:

    Ich kann ihnen nichts vorschreiben Herr Siebenhaar, ich will es auch nicht, aber ständig von Rechtpopulismus und Rechtspopulisten zu sprechen, ermüdet den Leser!

    Herr Siebenhaar, mich würde extrem interessieren, was Sie damit bezwecken?

    Neu ist für mich, dass die Deppen in ihren Ausführungen cleverer dargestellt werden, als die „Lichtgestalten“ des Mainstreams!

    .. das beeindruckt mich, hoffentlich schadet das nicht ihre weitere Laufbahn!?

    Einen Frage habe ich dann doch noch:

    ihr Satz:

    „Der ehemaligen Haider-Partei ist es gelungen, mit Hilfe von Facebook und anderen Plattformen eine schmerzfreie Gegenöffentlichkeit geschaffen, die höchst erfolgreich verzerrt, motiviert und mobilisiert.“

    Frage: Was ist eine „schmerzfreie Gegenöffentlichkeit“ ?

  18. Das ist die Frage. Wahrscheinlich weil die „Neue Rechte“ die „Alte Linke“ von Gestern wird. Sprich systemisch das Ruder übernimmt.

    Ändern wird sich freilich, bei diesem Plan, hinter den Kulissen wenig. Die Parasiten und Schädlinge, welche unendliches Leid über aller Herren Länder ausgießen und Milliarden Menschen quälen (mit wirren Ideologien, dysfunktionalen Wirtschaftskreisläufen, degenerierten Kulten usw. usw), wähnen sich dann immer noch am Ruder.

    Schau ma mal!

  19. „Rechts“ besetzt nur die Gebiete, die „ihr“ durch eure Eitelkeit und Arroganz erst vernachlässigt habt.

    Und selbst jetzt, nach der x-ten Analyse, Studie und Warnruf, selbst jetzt raffen es der Lamestream und die „Sozen-Finger“ Bejubler nicht.

    Stattdessen die lange schon schal gewordenen Worthülsen und Überlegenheitswixerei bei n-tv, N24 & Co. anlässlich Siggi Pops ach-so-mutigen „Gesicht-zeigens“…

    Ihr habt einfach fertig und das End vom Lied wird dann wieder sein: Hat ja keiner aaahn könn…

    .

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