Anzeige

395.000 Euro Schmerzensgeld sind Bild zu viel: Springer will Fall Kachelmann vor den BGH bringen

Jörg Kachelmann (r.) und sein Anwalt Ralf Höcker im Landgericht Köln im Februar 2015.
Jörg Kachelmann (r.) und sein Anwalt Ralf Höcker im Landgericht Köln im Februar 2015.

Der Streit um die Schmerzensgeldforderung von Jörg Kachelmann an Springers Boulevardmedien landet vor dem Bundesgerichtshof: Wie der Konzern gegenüber dem Evangelischen Presse Dienst bestätigt hat, haben die Anwälte von Bild und Bild.de Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht Köln urteilte aufgrund zahlreicher Persönlichkeitsrechtsverletzungen zuletzt ein Schmerzensgeld in Höhe von 395.000 Euro aus.

Anzeige
Anzeige

„Wir haben eine klare Position: Wahrheitsgemäße Berichterstattung über Gerichtsverfahren gegen bekannte Persönlichkeiten darf nicht durch Strafzahlungen in dieser Größenordnung sanktioniert werden“, erklärte ein Sprecher des Axel Springer Konzerns gegenüber dem epd. Nach wie vor sieht man in der hohen Summe „eine einschüchternde Wirkung auf die freie Presse“.

Das Oberlandesgericht Köln verurteilte Bild und Bild.de zusammen in 26 Fällen schwerwiegender Persönlichkeitsrechtsverletzungen zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 395.000 Euro. Inklusive Zinszahlungen soll der Konzern rund 513.000 Euro an Jörg Kachelmann zahlen. Bild und Bild.de hatten intensiv über Kachelmanns Mannheimer Strafprozess, in dem er wegen Vergewaltigung angezeigt und schließlich freigesprochen wurde, berichtet. Die Berichterstattung umfasste auch Details aus seinem Intimleben wie auch aus der Zeit in U-Haft.

Gegenüber MEEDIA reagiert Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker: „Springer soll sich nicht beklagen. Wer die Menschenwürde 26 mal mit Füßen tritt, muss dafür halt 26 mal mehr zahlen als ein einmaliger Rechtsbrecher. Das wird der BGH nicht anders sehen und Springers Beschwerde zurückweisen.“

Anzeige

Eine Revision zum BGH hatte das Gericht in Köln nicht zugelassen. Darum muss Springer nun zunächst eine Nichtzulassungsbeschwerde einreichen bei der geprüft wird, ob der Fall nicht doch vor dem BGH verhandelt werden kann.

Kachelmann und Höcker forderten von Springers Boulevardmedien ursprünglich mehr als 2,25 Millionen Euro. Im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Köln reduzierten sie ihre Forderung auf 950.000 Euro, nachdem das Landgericht Köln Kachelmann 635.000 Euro zugesprochen hatte. Damals legten beide Parteien Berufung ein.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*