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Disney verdient 2,6 Milliarden Dollar im zweiten Quartal – und investiert in den Streaming-Dienst BAMTech

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Der mit Abstand wertvollste Medienkonzern der Welt druckt weiter Geld am Fließband: 2,6 Milliarden Dollar blieben zwischen Anfang April und Ende Juni in den Kassen des Dow Jones-Mitglieds hängen – vor allem, weil die Filmsparte mit Kassenschlagern wie "Captain Amercia" und dem Remake des "Dschungelbuchs" geliefert hat. Doch weil die Fernsehsparte stagniert, die den Löwenanteil der Umsätze generiert, fällt die Aktie weiter zurück. Disney verkündete unterdessen den Einstieg in BAMTech, den Streaming-Dienst der MLB.

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Es ist das Paradoxon des Paradigmenwechsels: Streaming-Pionier Netflix wird an der Wall Street als die Zukunft des Fernsehens gefeiert, obwohl der US-Konzern von Reed Hastings immer noch ausschließlich mit dem Versenden von DVDs verdient, während die Giganten der amerikanischen Medienindustrie dreistellige Millionen- bis Milliardengewinne einfahren – und von der Börse trotzdem abgestraft werden.

So erneut zu besichtigen bei Disney, mit einem Börsenwert mit über 150 Milliarden Dollar der mit Abstand wertvollste Medienkonzern der Welt. Anteilsscheine von Disney fielen nach Handelsschluss um weitere zwei Prozent zurück, nachdem das Mitglied im Eliteindex Dow Jones seit Jahresbeginn bereits acht Prozent an Wert eingebüßt hatte.

Stolze Bilanz: 2,6 Milliarden Gewinn bei 14,3 Milliarden Dollar Umsatz

Dabei sind die Gründe für den Wertverfall fundamental in der Geschäftsbilanz kaum nachzuvollziehen. Auch im abgelaufenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres konnte Disney Wachstum auf hohem Niveau ausweisen: So zogen die Umsätze immer noch um neun Prozent auf 14,28 Milliarden Dollar an – Analysten hatten lediglich mit 14,15 Milliarden gerechnet.

Unterm Strich verdient Disney so gut wie kein anderer Medienkonzern: Stolze 2,6 Milliarden Dollar blieben zwischen Anfang April und Ende Juni in den Kassen hängen – ein Plus von immerhin noch fünf Prozent. Der Gewinn je Aktie kletterte von 1,45 Dollar je Anteilsschein auf 1,59 Dollar je Aktie. Die Wall Street hatte mit 1,61 Dollar je Aktie gerechnet.

Film-Unit liefert, TV-Sparte schwächelt wegen ESPN

Treiber der Gewinnentwicklung waren die Erfolge mehrerer Kino-Hits: So konnte Disney mit der Marvel-Verfilmung „Captain America: Civil War“ als auch mit der Neuverfilmung des „Dschungelbuchs“ und dem Pixar-Film „Findet Dorie“, der in Deutschland Ende September startet, Kassenschlager landen.

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Für Enttäuschung sorgte indes die TV-Sparte, in der ABC und ESPN gebündelt sind. Vor allem der US-Sportkanal hat herbe Abonnentenverluste zu beklagen und stürzte jüngst auf den tiefsten Mitgliederstamm seit 2006 ab.

Die Wall Street erwartet, dass Disney im Digitalzeitalter eine Streaming-Lösung findet, mit der Fernsehsender über App-Angebote im Internet neue Erlösquellen erschließen. Apple hat seit Jahren versucht, die großen TV-Gesellschaften in den USA zu einem Bündel-Angebot für Apple TV zu bewegen – doch die Gespräche scheiterten bekanntlich.

Eine Milliarde in BAMTech investiert

Disney scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und verkündete nach Handelsschluss die Übernahme von einem Drittel an BAMTech für eine Milliarde Dollar; Disney sicherte sich zudem das Recht auf die Mehrheitsübernahme in den kommenden Jahren.

BAMTech ist der Streaming-Anbieter der US-Baseball-Liga MLB und verfügt über 7,5 Millionen zahlende Kunden. Es wird erwartet, dass Disney mit Hilfe von BAMTech einen neuen Streaming-Service für ESPN launcht.

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Alle Kommentare

  1. Grade bei CNBC ein Gast.

    Das Kabel-TV-Netz hat wohl NEUNZIG Prozent Kapitalrendite: abgeschriebene Kabel welche seit Jahrzehnten

    Man muss fette ESPN oder TV-Pakete kaufen und quer-finanziert Profite weil man vieles gar nicht guckt.
    Aber was verkauft man öfter: Eine ganze Kuh oder viele kleine Teile ? Na also (1). Weil die Transaktions-Kosten digital also NULL sind, weil (genauer: „wo“) man anständig und effizient programmiert, machen tausend Coladosen (333 Liter) vielleicht mehr Profit als 83 Kisten zu 12*1 Litern.
    An einem kleinen Handy verdient Apple vielleicht genau so viel wie an einem großen Handy oder einem Apple4TV ! Na gut. Es war nicht absolut aber prozentual für die teurere Modelle:
    http://www.golem.de/news/hohe-margen-apple-kostet-jedes-iphone-6-rund-200-us-dollar-1409-109412.html

    Und weil man die Konsumenten-Rente abschöpft, weil man für 64 statt 16 GByte Flash noch 100 eigene Euros bei der Mobilvertrags-Verlängerung drauflegt, kassieren sie noch mal. Aber schon die Grundmodelle sind vermutlich recht profitabel und am Markt macht sonst wohl nur noch Samsung überhaupt Gewinn was sich dieses Jahr aber deutlich verbessert hat aber vielleicht nicht wegen dem S7 sondern den vielen Samsung-Modellen ab 99 welche offensichtlich („investigative Reportagen im INTERNET!…“) auf der Amazon-Handy-„BESTSELLER“-Webseite aufgelistet sind.
    Ein Apple-TV macht daher auch keinen Sinn, weil man im Schiffscontainer viel mehr als 5 iPads und/oder 500 iPhones reinkriegt als einen Fernseher selbst wenn man mit dem AppleTV 500 Euro Gewinn machen würde, wofür aber der Markt nicht da ist.
    Apple ist Lotus-Superduper-Sportwagen und nicht Monster-Truck: Kleiner, schneller, eleganter als die dicke Konkurrenz oder die alten Vorgängermodelle. Windows-Tabletts für zweitausend-fünfhundert Euro mit Schrift-Erkennung gabs schon 2005 oder noch früher.
    Schweizer Taschenmesser mit 100 Funktionen statt Neandertaler-Keule.
    AirPad statt Schlepptop. Acer oder Asus hingegen brachten die NetBooks oder halt Amazon den Kindle mit WhisperNet oder Palm den Palm-Pilot nachdem der Newton beendet wurde ! Apple ist nicht immer schlauer.

    (1): TV-Doku: Ich glaube es waren holländische Exporter, welche in Afrika dem Hühnermarkt Probleme machen, weil dort die Hersteller/Züchter nur ganze Hühner verkaufen aber die Leute inzwischen einzelne/bestimmte Teile (Schenkel, Brust,…) nachfragen und z.b. Innereien usw. nicht wollen.

    Das hochprofitable Kabel-Geschäft wird also durch Netflix usw. angeknabbert. Hier ist Sky/Premiere ja schon schlau und bietet seit kurzem kleine Pakete an. Das ist wohl eher kein Verdienst der FDP (Freiheit und kurze Vertrags-Laufzeiten) sondern von Netflix welches man sogar Prepaid an der Supermarkt-Kasse ohne Kreditkarten- oder Lastschrift-Zugriff (siehe aktuelle ct‘ Vorsicht Kunde) kriegt !

    Echte US-Kerle haben natürlich ein ESPN-Super-Duper-Sport-Paket. Aber die frische US-Familie oder junge Haushalts-Gründer welche beide (wie wohl auch die Obamas) ihre Studien-Kredite und Hauskredite und Auto-Kredite über die nächsten 10-100 Jahre abzahlen müssen haben die WAHL : Entweder Kabel-TV oder Internet (ggf. auch per WebTV oder Kabel) aber halt eher nicht beides.

    Aber Disney ist schlau und passt sich an und geht nicht den Weg der Videotheken oder Musik-Industrie.

  2. Hallo,

    wieder ein interessanter Artikel.
    Danke für die Information.
    Das Disney 2,6 Milliarden Dollar im zweiten Quartal verdient– und investiert in den Streaming-Dienst BAMTech finde ich spannend.

    LG
    Ingo

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