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„Brauner Strich in der Hose“: Reiter kritisieren ARD-Olympia-Reporter Sostmeier

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ARD-Reit-Reporter Carsten Sostmeier (l.)

Die deutschen Olympia-Reiter haben ARD-Reporter Carsten Sostmeier wegen dessen Kommentar beim Vielseitigkeitswettbewerb scharf kritisiert. Der TV-Mann hatte Olympia-Neuling Julia Krajewski am Montag bei deren Geländeritt unter anderem als "Angsthasen" bezeichnet und ihr "einen braunen Strich" in der Hose bescheinigt.

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Dennis Peiler, Chef de Mission der deutschen Reiter in Rio de Janeiro, wertete die Äußerungen als unsportlich und beleidigend für die Reiterin. „Bei aller Fachkenntnis von Herrn Sostmeier und seiner Nähe zum Reitsport – in seinem Kommentar hat er sich klar vergaloppiert“, sagte Peiler am Dienstag in einer Erklärung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). „Mit einigen seiner Kommentare ist er ganz klar über das Ziel hinausgeschossen. Das war unsportlich“, fügte er hinzu.

ARD-Teamchef Gert Gottlob entschuldigte sich. „Die Wortwahl war völlig unangemessen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kann mich dafür im Namen der ARD nur entschuldigen“, meinte er. „Ich verspreche, dass das nicht wieder passieren wird.“ Zu möglichen Konsequenzen für Sostmeier wollte Gottlob sich nicht äußern.

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Krajewski war beim Geländeritt mit ihrem Pferd Samourai nach drei Verweigerungen ausgeschieden. Peiler nahm die junge Reiterin nach ihrem missglückten Auftritt in Schutz: „Dass eine junge Sportlerin auf diesem Terrain auch Fehler machen kann, ist mehr als menschlich. Mit einer fairen und sachlichen Berichterstattung hatte diese verbale Entgleisung nichts zu tun.“

Sostmeier sorgte nicht das erste Mal für negative Schlagzeilen bei Olympia. Vor vier Jahren musste er sich nach dem Satz „Seit 2008 wird zurück geritten“ entschuldigen. Der Ausspruch erinnerte an ein bekanntes Zitat von Adolf Hitler.

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Alle Kommentare

  1. Da sagt doch endlich mal einer die Wahrheit. Mir geht die ewige Schönrederei der Komentatoren schon seit langer Zeit auf die Nerven. Die Sportler leben hier ganz gut in Deutschland, egal ob sie bei der Bundeswehr, Polizei usw. angestellt sind oder von der Sporthilfe leben. Da müssen sie auch mal Kritik vertragen können. Der Zuschauer fiebert in der Regel mit und zahlt unter Umständen viel Geld für ein Ticket. Wenn dann mal einer total versagt, kann man nicht immer nach dem Motto: „Er gab sich Mühe“ alles abtun.

  2. Sostmeier scheint unter einer schweren Analfixierung zu leiden : während der Livestream-Übertragung des Grand Prix von Rio hat er wiederum die (5-Sterne-)Richter beleidigt, indem er sich fragte, ob sie ausreichend „den Hintern in der Hose hätten“, um hohe Noten zu vergeben…wie lange noch wird keine deutsche Pferdesportübertragung ohne dieses unerträglich besserwisserische Geschwafel auskommen, das ohne Fakten auskommt, dafür aber ausschließlich über Beleidigungen und plumpe Parteinahme sich verkauft?

  3. Und wehe die Emotionen und Leidenschaften gehen bei diesen Sportveranstaltungen mal durch. Der Gesinnungsterror reitet zur täglichen Säuberung durchs den dürren Blätterwald.

  4. Nur zur Klarstellung für rolfi und Felix:
    Es geht hier um journalistisches Handwerk!
    Befindlichkeiten, Unzufriedenheit mit dem Auftreten der Sportler oder der Fachkenntnis der Führungsspitze der Reiterlichen Vereinigung stehen nicht zur Diskussion.
    Was riet doch Hanns Joachim Friedrichs seinen Kollegen?
    Sich nicht gemein machen mit einer Person oder einer Sache.
    In diesem Sinne stehen professionelle Distanz und – wenn es auch schwer fällt – etwas Demut einem Sportreporter gut an.

  5. Es stellt sich MIR eher die Frage, wieso eine so unerfahrene schwache Reiterin überhaupt für das Olympia-Team aufgestellt wurde…

    Da gab es doch bestimmt bessere Kandidaten!

  6. Sport ist Sport und da ist der Ton auch manchmal etwas schärfer. Eine etwas blumige Beschreibung, aber dass die Sportler da jetzt so ein Fass aufmachen, ist übertrieben. Passt aber zum Bild, dass die Deutschen bei Olympia abgeben.

  7. Carsten Sostmeier ist alles andere als ahnungslos! Einige aus der Führungsspitze der „Reiterlichen Vereinigung“ FN könnten froh sein, hätten sie nur annähernd so viel Wissen vom Pferdesport wie Sostmeier!

  8. Was Steffen Simon im Fußball scheint Herr Sostmeier im Reitsport zu sein. Unsäglich, degoutant, ahnungslos und – vor allem – sehr unprofessionell.
    Wie schaffen es solche Herren, anmaßend und besserwisserisch zu urteilen, wo reportieren gefragt ist?
    Oder anders gefragt: Wie kann so viel professionelles Unvermögen in einer Institution wie der ARD überleben?

    1. Ahnungslos in der Materie ist Carsten Sostmeier ganz und gar nicht, aber in seiner Wortwahl leider weit übers Ziel hinausgeschossen. Grundsätzlich gibt es kaum einen besseren Reitsportkommentator als ihn.

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