Anzeige

Web-Diskussion um gemeine Tipps für Rache am Ex-Lover: Wie sich die Bravo bei Twitter im Ton vergreift

60 Jahre Bravo aber offenbar kein bisschen reif: Die Redaktion von Chefredakteurin Nadine Nordmann macht im Social Web gar keine gute Figur
60 Jahre Bravo aber offenbar kein bisschen reif: Die Redaktion von Chefredakteurin Nadine Nordmann macht im Social Web gar keine gute Figur

Das Netz vergisst nicht: 2010 geriet Bravo mit zehn Tipps, wie man sich an seinem oder seiner Ex rächt, in die Kritik. Nun, sechs Jahre später, wird das Magazin von der Vergangenheit eingeholt, als die "Hot List" der Gemeinheiten erneut die Runde durch das Netz macht. Und wieder hagelt es Kritik. Dieses Mal aber weniger wegen des Inhalts, sondern aufgrund der Reaktion aus der Bravo-Redaktion.

Anzeige
Anzeige

Seit mittlerweile sechs Jahrzehnten klärt das Magazin die Jugend über die wichtigsten Nachrichten aus dem Show-Business oder über Sexualität- und Beziehungsthemen auf. Und obwohl die Bravo schon ein so altes Mädchen ist, scheint es ihren Machern an Reife zu fehlen. Das macht zumindest ein Fall deutlich, den das Digitalblog Basic Thinking protokolliert hat.

Vor sechs Jahren veröffentlichte Bravo zehn Tipps, wie man sich bei der verflossenen Liebe rächen kann und listete pädagogisch teils fragwürdige,zum Teil gar illegale Rache-Aktionen auf. Darunter die Straftaten: Beleidigung, Üble Nachrede, Verleumdung, Erpressung, Körperverletzung, Betrug und Nötigung (das BildBlog listete damals alle möglichen Straftaten auf). Die „Hot List“, wie die Bravo dieses Format nennt, tauchte nun wieder auf. Eine Nutzerin verbreitete (ohne Kenntnis über das Alter des Artikels) ein Foto bei Twitter und textete dazu: „Schön, dass ihr eure großteils minderjährigen Leser zu sowas aufruft“.

Der Tweet machte die Runde: Mehr als 2400 Mal wurde der Beitrag mit „Gefällt mir“ markiert, mehr als 1600 Nutzer twitterten die an die „Hot List“ angehängte Kritik weiter, machen das eigentlich vergessene Thema wieder aktuell und zwangen die Bravo-Redaktion zum Handeln. Diese reagierte überraschenderweise mit einer Antwort, die an den Stil der Liste aus 2010 anknüpft:

Wie bereits Basic Thinking anführt, kann die Redaktion für ihre Behauptung, die Tipps habe niemand ernst genommen, keine Belege haben. Die wohl einfachste und gleichwohl konstruktive Lösung wäre gewesen, dem alten Thema auch sechs Jahre später mit Einsicht und einer Entschuldigung zu entgegnen. Doch darauf ist man bei Bravo offenbar nicht bedacht. Stattdessen wurde man (in befremdlicher Tonalität) beleidigend:

Die Reaktion – offensichtlich in sehr bemühtem Jugendslang – brachte der Bravo bei ihren Lesern keine Pluspunkte. Zahlreiche – selbst junge Leser – wiesen auf die Unreife der Reaktion aus der Redaktion hin.

Eine weitere Reaktion seitens der Redaktion gab es dann nicht mehr.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*