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LinkedIn: Die neuen Quartalszahlen verdeutlichen, warum Microsoft 26 Milliarden Dollar bezahlt hat

Das Karriere-Netzwerk von Microsoft wird in Russland blockiert.
Das Karriere-Netzwerk von Microsoft wird in Russland blockiert.

Starker Arbeitsnachweis vom größten Business-Netzwerk der Welt: Bei den gestern nach Handelsschluss vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal konnte LinkedIn deutlich die Erwartungen der Wall Street beim Umsatz und Proforma-Gewinn schlagen. Mehr als 450 Millionen Menschen haben sich inzwischen beim Berufsnetzwerk angemeldet. Dass die Aktie trotzdem kaum zulegt, liegt an der Übernahme durch Microsoft – der Kaufpreis ist längst fixiert.

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Es war noch einmal wie in alten Zeiten: LinkedIn legte Quartalszahlen vor – und lieferte. Das US-Internet-Unternehmen konnte die Analystenschätzungen wie sooft in den vergangenen Jahren deutlich übertreffen.

Statt Umsätze in Höhe von 898 Millionen Dollar konnte das Business-Netzwerk zwischen Anfang April und Ende Juni tatsächlich 933 Millionen Dollar erlösen. Das entsprach einem Plus von immerhin noch 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Den Löwenanteil davon machte das Geschäft mit Job-Inseraten aus, die LinkedIn „Talent Solutions“ nennt und damit bereits 597 Millionen Dollar erlöst, ein Plus von 35 Prozent. Der Unternehmenszweig Marketing Solutions spielte 181 Millionen Dollar (+29 Prozent) und das Geschäft mit Abonnements lediglich 155 Millionen (+21 Prozent) ein.

Bereits 450 Millionen Mitglieder im Karriere-Netzwerk versammelt

Unterm Strich schreibt LinkedIn aber wegen seines strammen Expansionskurses und der ausgegebenen Aktienoptionen weiter Verluste – das Minus weitete sich auf 119 Millionen Dollar aus. Ohne Abschreibungen und Sonderposten hätte LinkedIn nach Non-GAAP-Bilanzierungsstandard allerdings 153 Millionen Dollar oder 1,13 Dollar je Aktie verdient; die Wall Street hatte lediglich mit 0,78 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Beeindruckend ist vor allem jedoch eine andere Kennziffer: Bereits 450 Millionen Menschen tummeln sich auf dem weltgrößten Karrierenetzwerk – die Wall Street-Schätzungen von 447 Millionen wurden damit ebenfalls klar geschlagen.

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Mehr als 17 Millionen neue Mitglieder konnte LinkedIn damit in nur drei Monaten hinzugewinnen – deutlich mehr als der deutsche Business-Netzwerk-Rivale Xing in den 13 Jahren seit seiner Gründung aufweisen kann.

Starke Quartalszahlen liefern nachträglich Argument für Microsofts Übernahme

Dass die LinkedIn-Aktie nachbörslich nicht wie in den vergangenen Jahren oft nach Bilanzvorlage zu einem Kursfeuerwerk ansetzte und diesmal gerade mal um 24 Cent nach Handelsschluss zulegte, liegt an der im Juni beschlossenen Übernahme durch Microsoft, der ein Kurs von 196 Dollar je Aktie zugrunde liegt.

Nachdem es zunächst so aussah, als ob Microsoft bei seiner 26 Milliarden Dollar teueren Akquisition im Juni zuviel bezahlt haben könnte, stellt sich nun die Frage: Hat LinkedIn zu früh – und möglicherweise unter Wert verkauft? Schließlich notierte das 14 Jahre alte US-Unternehmen auf schon einmal 80 Dollar bei Allzeithochs von 275 Dollar.

Microsoft-Chef Satya Nadella hat nun dagegen ein Argument auf seiner Seite, das nach den eher mäßigen vergangenen beiden Quartalszahlen fehlte – die neue Tochter ist in guter Verfassung und wächst weiter beachtlich.

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