Vier Monate nach Relaunch: Neon-Chefredakteurin Nicole Zepter verlässt G+J, Ruth Fend übernimmt

Nicole Zepter (li.) und ihre Nachfolgerin Ruth Fend: Quo vadis, Neon?
Nicole Zepter (li.) und ihre Nachfolgerin Ruth Fend: Quo vadis, Neon?

Gut vier Monate nach dem Relaunch und 15 Monate nach ihrem Einstieg als Chefredakteurin, verlässt Nicole Zepter schon wieder Gruner + Jahrs Neon. Laut Verlagsmitteilung hat die 40-Jährige ihren Vertrag gekündigt, um sich „wieder eigenen Projekten zu widmen“. Ihren Job als Blattmacherin übernimmt Ruth Fend, die bislang im Range einer Redaktionsleiterin die Business Punk verantwortete.

Neon kämpft seit einiger Zeit mit massiven Auflagenverlusten. Einen Umstand, den auch die Publisherin Wibke Dauletiar in ihrem Statement zur Personalie nicht verschweigt. „Neon ist eine der größten Zeitschrifteninnovationen der vergangenen fünfzehn Jahre und heute eine etablierte und starke Marke. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass wir uns in einer schwierigen Marktsituation befinden.“

Im zweiten Quartal diesen Jahres kam Neon auf eine verkaufte Auflage von 123.461 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 23 Prozent. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre gingen gar 46,7 Prozent der gesamten Auflage verloren. Zu Neons besten Zeiten im dritten Quartal 2011 meldete die IVW 254.807 verkaufte Hefte.

NEON mtl

Trotzdem sagt Dauletiar: „An unserem Zutrauen in die Marke ändert das nichts. Neon ist stark, profitabel und bietet Monat für Monat wunderbaren Journalismus. Nido hat sich im Elternsegment als vertrauensvolle und moderne Marke etabliert. Mit Ruth Fend kommt eine erstklassige Journalistin zu uns, die bei Business Punk gezeigt hat, dass sie einen jungen, anspruchsvollen und einzigartigen Titel führen und weiterentwickelt.“

Fend übernimmt ein Magazin, in dessen Redaktion es – in der Medienbranche kein Geheimnis – schon seit längeren nicht nur harmonisch zugegangen sein soll und die gerade einen kompletten Relaunch hinter sich gebracht hat. Wie erfolgreich die Überarbeitung des Heftes am Kiosk angenommen wird, lässt sich erst bei der nächsten Auflagenausweisung seriös abschätzen.

Wer Ruth Fend an der Spitze von Business Punk folgt, will Gruner + Jahr im Laufe der kommenden Woche bekanntgeben.

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