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Die Auflagen der 78 größten Regionalzeitungen: massive Verluste in Berlin und im Boulevard

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Bei den Käuferzahlen der Regionalzeitungen ist weiterhin keine Erholung in Sicht. Im Gegenteil: Die größten 78 Titeln verloren bis auf einen Sondereffekt wieder einmal alle an Abos und Einzelverkäufen, die meisten sogar mehr als 3%. Besonders bitter sieht es für Boulevardzeitungen wie die Hamburger Morgenpost und den Express aus, zudem ging es für das Berliner Quintett deutlich nach unten.

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Bei einer solchen Entwicklung fragt man sich, wie lange es noch gut geht: Alle fünf Berliner Tageszeitungen büßten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als 9% ihrer Abos und Einzelverkäufe ein, die Berliner Zeitung sogar dramatische 12,5%. Mehr als 100.000 verkaufte Exemplare erreicht in den beiden wichtigsten IVW-Kategorien Abos und Einzelverkauf keiner der Titel mehr, Der Tagesspiegel und die B.Z. kommen nur noch auf knapp mehr als 90.000.

Auch in den fünf anderen östlichen Bundesländern sieht es mies aus: Nur drei der Blätter büßten weniger als 4% ein: die Ostsee-Zeitung, die Volksstimme und die Freie Presse. Für die Märkische Allgemeine und den Nordkurier ging es hingegen sogar um mehr als 5% ein. Und die Morgenpost für Sachsen verlor satte 9,2%.

Ohnehin läuft es für die Boulevardzeitungen wieder einmal am schlimmsten: Noch mehr Käufer und Abonnenten als die sächsische Mopo eingebüßt hat die Mopo aus Hamburg: dramatische 12,1%. Der Express verlor ähnliche 11,9%, die tz in München 7,5% und das Duo B.Z. und Berliner Kurier 9,2% und 9,4%. Da ist es auch kein echter Trost, dass die überregionale Bild mit einem Minus von 13,7% sogar noch schlechter abschneidet.

IVW 2016/II: Die größten Regionalzeitungen (Teil 1)
Platz Titel / Belegungseinheit Abos + Einzelverkauf
2016/II vs. 2015/II in %
Berlin*
1 Der Tagesspiegel** 91.432 -10.761 -10,5
2 B.Z. 90.147 -9.177 -9,2
3 Berliner Zeitung 78.861 -11.311 -12,5
4 Berliner Kurier 65.702 -6.831 -9,4
5 Berliner Morgenpost 62.029 -6.758 -9,8
Brandenburg
1 Märkische Allgemeine Gesamt 108.707 -6.520 -5,7
2 Märkische Oderzeitung Gesamt*** 90.929 -3.939 -4,2
3 Lausitzer Rundschau Gesamt 72.150 -3.333 -4,4
Mecklenburg-Vorpommern
1 Ostsee-Zeitung Gesamtausgabe 128.380 -4.293 -3,2
2 Schweriner Volkszeitung Gesamt 74.445 -3.382 -4,3
3 Nordkurier Gesamtausgabe 69.300 -3.924 -5,4
Sachsen-Anhalt
1 Mitteldeutsche Zeitung Gesamt Sachsen-Anhalt Süd MZ-Gesamt + Naumburger Tageblatt 180.848 -7.540 -4,0
2 Volksstimme Gesamt 164.686 -6.497 -3,8
Sachsen
1 Freie Presse Gesamt 231.942 -9.154 -3,8
2 Sächsische Zeitung 010 Gesamt 213.527 -8.888 -4,0
3 Leipziger Volkszeitung Gesamt 168.917 -7.517 -4,3
4 Morgenpost für Sachsen Gesamt 59.626 -6.032 -9,2
Thüringen
1 MGT Thüringen Gesamtausgabe (TA+TLZ+OTZ) 245.952 -10.893 -4,2
2 Südthüringer Presse Plus Hauptausgabe 63.834 -2.737 -4,1
Bremen
1 Weser-Kurier Gesamtausgabe 134.287 -5.780 -4,1
2 Nordsee-Zeitung Gesamt 49.947 -1.700 -3,3
Hamburg
1 Hamburger Abendblatt/Bergedorfer Zeitung 164.280 -8.395 -4,9
2 Hamburger Morgenpost 54.353 -7.479 -12,1
*: Zahlen für Berlin wegen besserer Vergleichsmöglichkeiten Mo-Fr / In allen anderen Bundesländern Mo-Sa
**: inklusive Potsdamer Neueste Nachrichten
***: plus Oranienburger Generalanzeiger + Ruppiner Anzeiger + Gransee-Zeitung
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Einen Tick besser läuft es noch im Norden, doch auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es inzwischen kein Blatt mehr, das weniger als 2% verloren hat. Die sh:z verlor genau diese 2%. Die Entwicklungen in NRW werden vom 11,9%-Minus des Express überschattet, doch auch der Marktführer Funke-Mediengruppe büßte mit seinen Blättern WAZ, NRZ, WP, WR und IKZ deutliche 6,2% ein. Ähnlich dramatisch ging es noch einmal für die Westdeutsche Zeitung nach unten: um 7,1%. Am glimpflichsten davon kam hier das Westfalen-Blatt mit einem Minus von 2,4%.

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Über 5% büßte auch der hessische Marktführer unter den regionalen Anbietern ein: die Vermarktungs-Kombi RheinMainMedia. Zu ihr zählen u.a. die Frankfurter Neue Presse und die ehemals überregionale Frankfurter Rundschau.

IVW 2016/II: Die größten Regionalzeitungen (Teil 2)
Platz Titel / Belegungseinheit Abos + Einzelverkauf
2016/II vs. 2015/II in %
Niedersachsen
1 HAZ/NP Hannover* 386.555 -15.663 -3,9
2 Nordwest-Zeitung** 195.223 -5.326 -2,7
3 Neue Osnabrücker Zeitung [A-C]*** 193.345 -5.991 -3,0
4 Braunschweiger Zeitung Hauptausgabe + Goslarsche Zeitung + Harz-Kurier Gesamtausgabe 140.013 -5.149 -3,5
5 Landeszeitung für die Lüneburger Heide 78.448 -2.177 -2,7
6 Kreiszeitung Gesamt + Leine-Deister-Zeitung 72.348 -1.964 -2,6
Schleswig-Holstein
1 sh:z Gesamtausgabe 175.721 -3.623 -2,0
2 Lübecker Nachrichten Gesamt 82.747 -2.534 -3,0
3 Kieler Nachrichten GAK Gesamt 82.569 -5.135 -5,9
Nordrhein-Westfalen
1 Funke-Mediengruppe Funke-Medien-G (WAZ+NRZ+WP+WR)+IKZ 546.219 -36.282 -6,2
2 Rheinische Post Gesamt 285.613 -10.957 -3,7
3 Zeitungsgruppe Köln Abozeitungen Gesamt (Kölner Stadtanzeiger/Kölnische Rundschau) 249.843 -10.666 -4,1
4 ZGM Ztg-Gr Münsterland 220.055 -6.656 -2,9
5 Zeitungsgruppe Neue Westfälische ohne Mindener Tageblatt 172.962 -7.578 -4,2
6 WA-Westfälischer Anzeiger Gesamtausgabe**** 150.377 -5.563 -3,6
7 mrw Mediaregion Ruhrgebiet/Westfalen Gesamtausgabe 1000***** 129.136 -4.551 -3,4
8 Zeitungsgruppe Köln Express Gesamt 112.706 -15.207 -11,9
9 Westfalen-Blatt Gesamtauflage 106.302 -2.609 -2,4
10 Westdeutsche Zeitung plus Gesamt 105.829 -8.033 -7,1
11 Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten Gesamt 102.345 -4.064 -3,8
12 General-Anzeiger Bonn 65.491 -2.392 -3,5
13 Recklinghäuser Zeitung 50.794 -2.058 -3,9
Hessen
1 RheinMainMedia Gesamt 172.931 -9.279 -5,1
2 HNA Regional Hessen+WLZ 161.071 -6.495 -3,9
3 Darmstädter Echo plus (500) 73.555
4 Zeitungsgruppe Lahn-Dill 56.545 -2.101 -3,6
5 Wiesbaden Komplett (Wiesb. Kurier/Wiesb.Tageblatt) 52.142 -2.329 -4,3
*: plus Schaumburger Nachrichten, Göttinger Tageblatt, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, Aller-Zeitung-Wolfsburger Allgemeine, DEWEZET, Peiner Allgemeine Zeitung, Die Harke, Walsroder Zeitung, Täglicher Anzeiger, Einbecker Morgenpost, Alfelder Zeitung, Schaumburger Zeitung, Neue Deister-Zeitung, Seesener Beobachter, Gandersheimer Kreisblatt, Schaumburg-Lippische Landeszeitung
**: plus Ostfriesen-Zeitung, Wilhelmshavener Zeitung, Jeversches Wochenblatt, Anzeiger für Harlingerland, General-Anzeiger, Ostfriesischer Kurier, Norderneyer Badezeitung
***: plus Ostfriesische Nachrichten und Delmenhorster Kreisblatt
****: plus Hellweger Anzeiger Gesamtausgabe + Westfälische Rundschau (Unna / Kamen)
*****: ohne Recklinghäuser Zeitung und Hellweger Anzeiger Gesamtausgabe + Westfälische Rundschau (Unna / Kamen)
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Am besten, bzw. wenigsten schlecht sieht es weiterhin für die Tageszeitungen in Baden-Württemberg und Bayern aus. Hier gibt es mit der Schwäbischen Zeitung, dem Duo Straubinger Tagblatt und Landshuter Zeitung, sowie dem Donaukurier sogar drei Titel, die weniger als 2% einbüßten. Das 3,6%-Plus der Passauer Neuen Presse ist hingegen einem Sondereffekt geschuldet: Der Kauf des Reichenhaller Tagblatts und des Freilassinger Anzeigers hat die Auflage ins Plus gehievt. Die beiden Zeitungen verkaufen sich rund 8.500 mal per Abo und im Einzelhandel, ohne diese Zusatz-Verkäufe läge auch die PNP im Minus. Überdurchschnittlich schlecht sieht es in den beiden südlichen Ländern für das Duo aus Stuttgart, den Mannheimer Morgen, die Frankenpost und die erwähnte tz aus.

IVW 2016/II: Die größten Regionalzeitungen (Teil 3)
Platz Titel / Belegungseinheit Abos + Einzelverkauf
2016/II vs. 2015/II in %
Rheinland-Pfalz
1 Die Rheinpfalz Gesamt inkl. Pirmasenser Zeitung 217.485 -5.137 -2,3
2 Rhein-Zeitung Gesamt 171.592 -4.329 -2,5
3 Rhein-Main-Presse Rheinland-Pfalz-Kombi 31 92.170 -3.616 -3,8
4 Trierischer Volksfreund Gesamtausgabe 78.594 -2.806 -3,4
Saarland
1 Saarbrücker Zeitung ohne Pfälzischer Merkur 117.850 -3.476 -2,9
Baden-Württemberg
1 Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten Gesamt* 297.239 -11.144 -3,6
2 Südwest Presse Gesamt** 287.780 -8.375 -2,8
3 Schwäbische Zeitung Gesamt 156.291 -2.589 -1,6
4 Badische Zeitung 104 Gesamtausgabe 125.410 -3.078 -2,4
5 Badische Neueste Nachrichten Gesamt 220 116.079 -2.639 -2,2
6 Mannheimer Morgen Ausgabe B*** 114.833 -4.163 -3,5
7 Südkurier Gesamt 001 108.247 -3.367 -3,0
8 Schwarzwälder Bote Gesamt 106.548 -2.367 -2,2
9 Heilbronner Stimme Gesamt 78.023 -1.635 -2,1
10 Rhein-Neckar-Zeitung Gesamt 77.930 -2.672 -3,3
Bayern
1 Augsburger Allgemeine mit Allgäuer Zeitung Gesamt 288.890 -6.595 -2,2
2 Nürnberger Nachrichten Gesamt 245.568 -6.655 -2,6
3 Münchner Merkur Gesamtausgabe 233.312 -5.552 -2,3
4 Passauer Neue Presse Gesamt ohne Trostberger Tagblatt 143.401 4.983 3,6
5 Main-Post 5 T Total 134.465 -3.416 -2,5
6 Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung 115.794 -2.215 -1,9
7 tz-München 107.912 -8.744 -7,5
8 Mittelbayerische Zeitung Gesamt 100.632 -2.874 -2,8
9 Fränkischer Tag Gesamt/ZRO Zeitungsring Oberfranken + Saale Zeitung 95.277 -2.415 -2,5
10 Donaukurier Gesamt 81.431 -746 -0,9
11 Der neue Tag Gesamt 08 69.874 -1.791 -2,5
12 Main-Echo Gesamt 67.499 -2.078 -3,0
13 Frankenpost Gesamt + Neue Presse Gesamtausgabe Coburg 67.243 -2.859 -4,1
*: plus Waiblinger Kreiszeitung, Nürtinger Zeitung/Wendlinger Zeitung, Kreiszeitung Böblinger Bote, Backnanger Kreiszeitung, Rems-Zeitung, Gäubote, Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung, Mühlacker Tagblatt, Vaihinger Kreiszeitung, Heidenheimer Neue Presse, Murrhardter Zeitung
**: plus Der Teckbote, Bietigheimer Zeitung, Eberbacher Zeitung
***: plus Fränkische Nachrichten, abzüglich Bergsträßer Anzeiger (Hessen)
****: abzüglich Trostberger Tagblatt und Südostbayerische Rundschau
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA
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Alle Kommentare

  1. Wir wohnen in der Nähe von Düsseldorf.
    Noch beziehen wir die Rheinische Post im Abo da es für den regionalen Düsseldorfer Bereich kaum Anderes gibt.
    Aber der deutlich erkennbare Linksdrall dieser Gazette geht mir immer mehr auf den Geist.
    Wir werden ggf. bald das Abo kündigen.
    Ich wünsche diesem Blatt die baldige Insolvenz.

  2. „Der Tagesspiegel und die B.Z. kommen nur noch auf knapp mehr als 90.000.“
    Der Tagesspiegel ist zum Nischenblatt verkommen. Im TAZ-Stil wird der Tempelhofer, Reinickendorfer oder Lichtenberger Steuerzahler nur noch veräppelt und als Schuldiger für tote Radfahrer, Homophobie, Mietwucher, AFD-Affinität und sonstiges Ungemach der linkes Gutmenschen ausgemacht. Das Blättchen zu lesen und auch noch zu bezahlen ist reinster Masochismus geworden.
    Sowas tut sich doch kein Mensch jahrelang an. Publikumsbeschimpfung nimmt man ja gerne mal auf, aber diese Dauerquatschberieselung ist rausgeworfenes Geld. Bei uns im Haus waren morgens die Briefkästen zu 90 Prozent mit dem Tagesspiegel verstopft. Heute steckt da keiner mehr drin. Den Alten langt der Kleberwahnsinn im netten Onkel-Stil und die Jungen machen einen Schnellcheck im Internet, was so abgeht. Die Meinung dieser linksgrünen Soßenköche will kein Mensch mehr lesen. Das Gleiche gilt für die Berliner Zeitung. Nach Neuem Deutschland, habe ich von der freien Presse wirklich mehr erwartet.
    Keine 200000 Menschen kaufen sich diesen Käse mehr. Da kann man getrost davon ausgehen, das minsdestens30000 auch nur noch Karteileichen sind. Die müssen bald Minderheitenschutz beantragen. Und die Redakteure können vom Job-Center auch bald mal sinnvolle Tätigkeiten zugeteilt bekommen.

  3. Die Einbußen ergeben Sinn. Lügen haben nun einmal kurze Beine. Wer sollte auch für Hofberichterstattungen freiwillig bezahlen?

  4. Die Macht des Verbrauchers.
    Was denke ich, was lese ich, was kaufe ich, wen wähle ich, welche Fernseh – oder Radio Sender höre ich, wen unterstütze ich, Eigenverantwortung Gesundheit, Franz Konz der Gesundheitskonz sagte mal, wir tanken jetzt mal alle 1 Monat bei Aral und dann bei Shell.
    Man will uns einreden, daß wir nichts erreichen können. Jeder von uns ist einmalig und ganz was Besonderes.

  5. Ich hatte vor Jahren ja schon vorgerechnet, das bei 85 Jahren Lebens-Alter jedes Jahr natürlich 1/85=1.17% verloren gehen.
    Also jedes Jahr vielleicht 1% der Bevölkerung welche mit Internet aufgewachsen sind, nachrücken und 19, 20, 21,… werden.

    Wie Fritz iV schon anmerkte: Man sollte Korrelationen finden.
    Z.b. Bevölkerungs-Veränderung.
    Armuts-Rente.
    Kein Neu-Abo bei Umzug.
    Damit kommt man von 1.17% vielleicht auf 2%.
    Natürlich sollte man auch Abos und Einzelverkäufe unterscheiden.

    Wer bessere News will, kann ja mal ein Land nennen, wo man ein News-Wiki programmieren kann ohne hohe Nebenkosten betreiben kann. Die meisten Kleinstaaten machen lieber Casinos, Handel, Banken,… . Die Staaten die bei CNBC usw. Werbung machen wollen wohl oft tausende ungelernter Arbeiter beschäftigen oder Bauprojekte. Ich hingegen will nur einen Leuchtturm aufstellen und das mögen Nieten und Parasiten natürlich nicht und die Kleinstaaten nicht, das man damit auch Ihre Einnahmen und die Stabilität sichert und der Arabische Frühling (und davor Iran und Afghanistens erfolgreiche(?) Befreiungen) und danach Ukraine und seine Folgen (IS, Boko Haram, Nationalistische Tendenzen…) sich dann nicht mehr wie eine Blutvergiftung Richtung Herz oder Domino-Steine in den Westen hinein bewegt. Brexit und Trump beweisen das das Establishment versagt hat.
    Investment:0. Steuern werden natürlich bezahlt. Platzbedarf: Ein Büro oder Briefkasten. Der Rest läuft ja in Clouds.
    Zuckerberg, Branson und die anderen Milliardäre sind anscheinend mit dem Uprise of Trump zufrieden. Sonst könnten sie ja einen Ort nennen wo man sowas schnell und ohne Investment programmieren können dürfte…

    Presse muss und kann besser werden. Mechanismen sind trivial. Doch bloß wo 🙁

    Es gab mal einen Super-Scoop eines Bloggers glaube ich, der einfach mal die Zahlen auf einer Linie (Excel und Open-Office-Calc oder sicher auch Google-Spreadsheet können das) aufgelistet hat und extrapoliert (hier passt der Begriff besser als damals) wann die BildZeitung 0 oder 10.000 oder so Leser hat.

    Ist das Buch der Zeitschriften in den Bibliotheken ausgelegt ? Dort sollte mal jeder reinschauen. Die meisten Zeitschriften sind vom Herausgeber im Wohnzimmer und die Einnahmen decken Versand+Druck.

    Davon abgesehen werden völlig ignoriert die kostenlosen „Käseblättchen“ Mittwoch und Samstag im Briefkasten. Das sind jeweils zwei verschiedene. Also 4 Zeitungen pro Woche kostenlos im Briefkasten. Die sind wohl Profitabel.
    Der Eisberg schmilzt oben bei den Mainstream-Titeln. Aber die Fachzeitschriften usw. verbleiben ja.
    TV hat Radio ja nicht verdrängt sondern ergänzt. CDs gibts aber auch Digital und Schallplatten sind als profitable Nischen zurück.
    Alte Autos (Jay Leno hat z.b. Dampf-Maschinen-Autos) wird es weiter geben auch wenn in 3 Jahren der Tesla3 alle Benziner zum neuen Trabbi machen wird und die schneller verschwinden als die Tasten-Handies nachdem die Smartphones heraus kamen oder die Netbooks einen Großteil des Laptop-Marktes eroberten.

    Wichtig – für die Werbe-Industrie also Handelsblatt also wohl auch Meedia – ist also, wo die Aufmerksamkeits-Ökonomie/Aufmerksamkeits-Minuten hin-wandern und was die Leute stattdessen machen und was und wo (Eisenbahn ?) sie früher Zeitung gelesen hatten.
    Wähler-Wanderung ist ja auch wichtig.

    Warren Buffet meinte übrigens mal, das seine kleineren Lokal-Zeitungen bessere Kennzahlen haben als die Zeitungen für größere Gebiete.
    Auch Lokal-Radios sind ja beliebt.
    Im Mittleren Segment hingegen haben die Echo-Hall-Berichte im Sinne der Herausgeber-Familien angesichts der Armut und Erosion der verarmten Stammwähler vielleicht weniger Nutzen.
    Man kann seinem Käufer zwar erzählen das AdBlocker böse, Linksteuer und Leistungs-Schutz gut sind. Aber glaubt er das auch wenn er selber surft und in Spam ertrinkt ? Oder was glaubt man noch von Berichten über Steuern wenn man selber Elster gemacht hat ?

    Spiegel spare ich mir z.B. seit
    google: site:spiegel.de canther siegel
    Spiegel 34/1994.
    Deren NSA-Artikel von ich glaube 1989 also als die DDR noch existierte sollte jeder Abgeordnete gelesen haben – bevor – er sich wählen lässt. Im Prinzip hat Snowden nicht mal so viel Neues erzählt.

    Also mal Linien auftragen und sehen wann welche Leserzahlen erreicht sind. 10% weniger Leser sind eher 10% weniger Werbe-Einnahmen. Papier und Vertrieb werden wohl nicht billiger weil ich keine Roboter-Presse-Läden bauen kann ohne mit teuren Nebenkosten rechnen zu müssen. Digitaler Vertrieb kostet anscheinend super-viel obwohl es nur Daten herumzuschieben ist.
    http://meedia.de/2016/03/16/thunder-soll-fuer-alle-sein-burda-will-mit-anderen-publishern-eigenes-open-source-cms-weiterentwickeln/

    Rot-Grün hätte digitale Zeitungen etablieren können anstelle Preisbindung für Digital. Jetzt erntet man die Folgen schlechter digital-Politik und wird hoffentlich auf ewig abgewählt.

  6. Wenn man sich die Berliner Verluste-Spitzenreiter anschaut —
    Die Verlieren zurecht an Auflage.
    Der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung sind die letzten 2 Jahre schlimm geworden.
    Unlesbar, Wichtigtuerisch, Besserwisserisch, Parteiisch und teil mit abstrusen Meinungen weitab jeder Realität.
    Es wundert mich das es nicht mehr Verluste sind…

    Die anderen Blätter sind halt Boulevardblätter. Eins wie das andere…

  7. Schreibt endlich wieder die Wahrheit, macht euren legitimen Job als 4.Macht im Staates und vor allem als demokratisches Kontrollmedium von Politik, Parteien und Regierung und dann klappt das auch wieder mit Vertrauen und Auflage. . „Eine kritische, unabhängige und investigative Presse ist der Lebensnerv jeder Demokratie.“Das sagte Nelson Mandela 1994 auf dem Kongress des International Press Institutes. Was hierzulande die Medien aber betreiben, hat mit Mandelas mahnenden Worten nichts mehr zu tun und ist plumpe Propaganda, Stimmungsmache und Hofberichterstattung auf Geheiß der Politik. Kein Wunder also das die Bürger von Politik, Regierung und den gleichgeschalteten Lügenmedien die Nase voll haben. Wenn da keine radikale Kehrtwende eintritt, wird es weiter rapide bergab gehen. Das müssen die Medienleute vor allem ganz „unten“ mal begreifen, es geht vor allem um ihre Jobs. Die „Oben“ sind save und wie immer fein raus!

  8. Das Problem ist doch der moralische Zeigefinger der Leitmedien. Dem Leser wird vorgegeben, was er zu denken hat. Das ist häufig dermaßen platt und „regierungskonform“, dass man sich verarscht vorkommt. Von daher haben es sich die Zeitungen selbst zuzuschreiben, dass ihnen auch die letzten, verbliebenen Leser wegrennen. Gerade bei den älteren Lesern, die bisher eine verbliebenen Bastion für das gedruckte Wort waren, ist das Vertrauen abhanden gekommen. Ich sehe das an meinem Vater…

  9. Ich bin Leser, kein Journalist. Für mich reicht es an Informationen, wenn ich im Internet zwei, drei Zeitungen oder Zeitschriften lese: SPIEGEL, Süddeutsche, eventuell noch Welt. Fürs Lokale schaue ich mir die Augsburger Allgemeine bzw. die verschiedenen kostenlosen Internet-Regionalzeitungen an. Mehr Info vertrage ich nicht.

    Immer wieder stelle ich fest, dass alle das Gleiche schreiben, mehr oder weniger. Auch mir kommt es vor, als ob ich in einer Meinungs- und Nachrichtendiktatur lebe. Das ist langweilig und verleidet mir das Lesen. Nur hin und wieder lese ich etwa in der ZEIT oder der Süddeutschen gute Hintergrundartikel oder differenzierte Stellungnahmen. Alles andere ist für mich Zeitverschwendung.

    Mein Rat an die Verlagshäuser: Fürs Überregionale reichen zwei, drei Portale. Konzentriert euch auf das Regionale. Bedeutet aber einen weiteren Einflussverlust, Entlassungen etc. Ist aber unumgänglich.

  10. Die Frage ist ja weiterhin, ob die Leser-Nachfrage zusammenbricht oder sich „nur“ heftig in den Gratisbereich verschiebt.
    Interessant wäre es vielleicht, die Daten zu korrelieren, z.B. mit den Bevölkerungszahlen im Verbreitungsgebiet (z.B. Berlin 3,5 Millionen Einwohner, 390.000 verkaufte Exemplare der 5 genannten Zeitungen = rund 11% kaufen noch Zeitungen, für Hamburg sehr ähnlicher Prozentsatz). Eventuell kriegt man so etwas heraus über stärkere und schwächere Märkte?

  11. Zeitung hat etwas mit Glaubwürdigkeit und Vielfalt zu tun. Es will einfach nicht in meinen Kopf, warum die Redaktionen den Ast auf dem sie sitzen selbst absägen. Den Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen laufen die Leser zu Tausenden weg: Sehen die Redaktionen denn wirklich nicht, das viele Leser den Einheitsbrei nicht mehr verdauen können? Egal ob Berliner Zeitung, Leipziger Volkszeitung, Weser-Kurier oder Regionalzeitung xy; einfach heute mal googel, da steht überall das Gleiche. Und vor lauter „bewerten und einordnen“ wird die Nachricht und vor allem Regionales weggelassen. Die Zeitungen und Zeitschriften sind austauschbar. Kracher bleibt aber für mich DER SPIEGEL; denen laufen die Abos, ihre Stammleserschaft in Scharen weg, die bauen Stellen ab und machen einfach mit ihrer tendenziellen nur noch in eine politische Richtung gehenden Berichterstattung weiter – und zwar sowas von offensichtlich an ihrer Leserschaft vorbei.

  12. Bitter. Wenn das so weitergeht, haben wir bald verbreitet ein Bildungsniveau, wie es uns „Erwin Schabrunski“ und „Genosse“ oben so eindrucksvoll zeigen.

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