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„Better Call Jan“: Piraten-Politiker plakatiert Berlin mit seiner Handynummer – und kaum einer ruft an

Piraten-Politiker Jan Schrecker (r.) sucht das Gespräch – mit einer Anspielung auf die Netflix-Serie „Better Call Saul“ (l.)
Piraten-Politiker Jan Schrecker (r.) sucht das Gespräch – mit einer Anspielung auf die Netflix-Serie "Better Call Saul" (l.)

Bei Piraten-Fragen, Jan Schrecker fragen: Der Spitzenkandidat der Piratenpartei aus Pankow prangt seit neuestem auf einem Wahlplakat mit dem Slogan "Better Call Jan" – eine Anspielung auf die Netflix-Serie "Better Call Saul". Für den direkten Draht zum Volk hat der Kandidat gleich seine Handynummer mit abgedruckt. Angerufen haben bislang aber nur drei Leute, so Schrecker gegenüber MEEDIA.

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Am 18. September stehen in Berlin die Wahlen für das Abgeordneten-Haus an. Die Berliner Piratenpartei, die in einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung schon gar nicht mehr aufgeführt ist, will dem Negativtrend entgegenwirken. Ein Kandidat greift dabei zu unkonventionellen Mitteln: Jan Schrecker aus Pankow druckt sein Wahlprogramm nicht auf Plakate, sondern will sie am Telefon erklären.

Ja, es handele sich tatsächlich um seine eigene Handynummer auf dem Wahlplakat. „Wenn es zu wüst wird – das will ich aber nicht hoffen – dann muss ich mir eben ein anderes Telefon anschaffen“, erklärt Schrecker gegenüber MEEDIA. Wie es zu der ungewöhnlichen Idee kam? „Ich mache viel im Sozialbereich und in der Beratung, bekomme dort auch schon viele Anrufe und versuche zu helfen. Insofern ist das eine gelebte Praxis“, so der Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei in Pankow. „Außerdem lässt sich persönlichen Gespräch viel besser vermitteln, wofür die Piraten stehen und was sie in diesem Wahlkampf wollen.“ Und: „Die Serie schaue ich natürlich auch.“

Viel Zeit zum Netflixen habe er während des Wahlkampfes allerdings nicht. Am PR-Stunt der „Nervensäge vom Dienst“ (Tagesspiegel) kann das allerdings nicht liegen: „Bisher haben mich drei Leute angerufen“, so Schrecker. „Man könnte also durchaus überlegen, die Nummer noch prominenter zu platzieren.“ Immerhin nehme er jeden Anruf an, beantworte sowohl allgemeine Fragen („Wofür steht die Piratenpartei?“) als auch persönlichere („Was ist dein Aufgabenbereich?“). Ein beleidigender Anruf sei hingegen noch nicht dabei gewesen. Wie er damit umgehe, müsse er dann sehen. „Aber natürlich versuche ich sie irgendwie zu unterbinden.“

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