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Apple-Quartalszahlen: Nettogewinn bricht um 27 Prozent wegen iPhone-Schwäche ein – Aktie legt zu

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Apple-Chef Tim Cook hat einen Lauf

Es war der erwartet schwere Absturz: So deutlich wie seit 2003 nicht mehr erodierten Apples Geschäfte im abgelaufenen Quartal. Während die Umsätze um 15 Prozent nachgaben, brachen die Nettogewinne um gleich 27 Prozent ein. Grund für den Aderlass: Apples Kassenschlager iPhone musste ein Absatzminus von 18 Prozent hinnehmen, das auch durch das neu gelaunchte iPhone SE nicht annähernd ausgeglichen werden konnte. Weil Tim Cook aber einen besser als erwarteten Ausblick für das laufende Quartal präsentierte, legte die Aktie nachbörslich zu.

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Das ist die Börse: Jahr für Jahr lieferte Apple Fabelergebnisse ab – und wurde bei Vorlage der Quartalsbilanzen oft trotzdem abgestraft. Der Grund: Die Wall Street hatte noch mehr erwartet. Nach Handelsschluss war nun das Gegenteil zu besichtigen: Tim Cook präsentierte den größten Einbruch in der Geschäftsentwicklung seit 2003 – und Anleger feiern eine große Party. Tatsächlich: Nach Handelsschluss schießt die Apple-Aktie um 7 Prozent auf 103 Dollar nach oben.

Wie passt das zusammen? Mit den Fundamentaldaten des abgelaufenen Dreimonatszeitraums ist das Kursplus nicht zu erklären: Apple musste die größten Umsatz- und Gewinneinbrüche seit 13 Jahren verkraften. Die Erlöse sanken um 15 Prozent auf 42,4 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn um 27 Prozent sogar auf 7,8 Milliarden Dollar oder 1,42 Dollar je Anteilsschein einbrach. Der Hauptgrund dafür ist wie erwartet in China zu finden, wo die Umsätze sogar um 33 Prozent wegbrachen.

Quartalsergebnis leicht über den Erwartungen

Doch die Börse ist bekanntlich ein Erwartungs-Monopoly: Weil Analysten im Vorfeld mit noch schwächeren Ergebnissen in Form von Umsätzen von 42 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 1,38 Dollar gerechnet hatten, reagierten Anleger erleichtert.

Der Grund für Apples Aderlass ist unentwirrbar mit dem wichtigsten Produkt der Konzerngeschichte verbunden: Das iPhone schwächelt. Neun Jahre lang war der Kassenschlager aus Cupertino der Garant für das Wachstum des iKonzerns – mit der Einführung des iPhone 6s im vergangenen Jahr riss die Erfolgsserie jedoch.

iPhone-Absatz bricht um 23 Prozent
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Im abgelaufenen Quartal konnte Apple nur noch 40,4 Millionen Einheiten und damit rund sieben Millionen Einheiten weniger verkaufen als im Vergleichszeitraum im Vorjahr – und das, obwohl Apple im Frühjahr mit dem Mittelklasse-Gerät iPhone SE ein neues Modell auf den Markt brachte, das sich respektabel verkaufte. Während die iPhone-Absätze nach Einheiten um 15 Prozent sanken, brachen die Umsätze um happige 23 Prozent ein.

Im Rahmen der Erwartungen lagen die Mac-Verkäufe, die mit 4,25 Millionen verkauften Einheiten um 11 Prozent zurückgingen. Weiter im Abwärtstrend im nunmehr bereits dritten Jahr begriffen ist die zweitjüngste Produktsparte iPad, deren Absätze um 9 Prozent sanken. Wegen des weitaus teureren Highend-Modells iPad Pro, das im vergangenen Winter eingeführt wurde, konnte Apple indes ein Umsatzplus von 7 Prozent als positiven Ausreißer nach oben verbuchen.

Service-Sparte legt um 19 Prozent zu – Ausblick besser als erwartet

Während Tim Cook die vor einem Jahr gelaunchte Apple Watch weiter in der Kategorie „Andere Produkten“ versteckte, deren Absätze in der Gesamtheit um 16 Prozent nachgaben (IDC hatte in der Vorwoche einen Apple Watch-Einbruch um 55 Prozent ausgemacht), stach die Service-Sparte als einziger Wachstumsbereich hervor. Angetrieben durch die zusätzlichen Erlöse von Apple Music, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab, zogen die Umsätze um 19 Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar an.

Zum eigentlichen Highlight der Quartalsveröffentlichung wurde aber der Ausblick auf die laufenden Geschäfte: Statt erwarteter Erlöse in Höhe von 45,9 Milliarden Dollar rechnet Apple mit Umsätzen von Höhe von 45,5 bis 47,5 Milliarden Dollar. Damit bleibt Apples Abwärtstrend auch im Schlussquartal des Fiskaljahres 2016 intakt: Die Erlöse dürften aber „nur“ noch um 7 bis 11 Prozent fallen.

Apple-Aktionäre feiern das bereits als Erfolg und schicken die Aktie nachbörslich um fast 7 Prozent auf 103 Dollar nach oben. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn allerdings immer noch um zwei Prozent im Minus und sogar 23 Prozent unter den Allzeithochs, die im vergangenen Jahr aufgestellt wurden.

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