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„Europa ist tot“: Last minute-Titel zum Brexit bringt Spiegel Verkaufshit am Kiosk

Spiegel Nr. 26/2016, Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: „Der fürchterliche Freund“ Erdogan wurde durch den Brexit von „Europa ist tot“ verdrängt
Spiegel Nr. 26/2016, Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: "Der fürchterliche Freund" Erdogan wurde durch den Brexit von "Europa ist tot" verdrängt

Bad news are good news: Das Votum der Briten für den Brexit hat dem Spiegel nach Redaktionsschluss einen deutlichen Verkaufsschub gebracht. Möglich wurde der durch den Stopp der Druckmaschinen und eine in Windeseile aktualisierte Ausgabe. Die Kiosk-Käufer honorierten das – mit 239.734 Exemplaren erzielte der Spiegel in Verkaufswoche 26 ein starkes Ergebnis. Focus und stern blieben dagegen blass.

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Für 350.000 bereits ausgedruckte Exemplare von Heft Nr. 26 kam der Eingriff der Spiegel-Redaktion zu spät. Diese Magazine wurden ins Ausland und an einen Teil der Abonnenten geliefert. Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer tauschte das Titelmotiv zum allgegenwärtigen Narzissmus gegen ein Foto der Queen, die mit ihrem Gemahl den Kreis Europas verlässt, symbolisiert durch eine auf dem Boden liegende Flagge. Dazu die Headline: „Europa ist tot. Es lebe Europa?“

Durch den immensen Zeitdruck konnte die Redaktion, die womöglich durch die nach Ende der Abstimmung verbreiteten Prognosen für einen Sieg der „Bremain“-Fraktion zusätzlich irritiert worden war, lediglich zehn Seiten aktualisieren. Der Aufwand hat sich also gelohnt. Der Blick auf den Gesamtverkauf: Der Spiegel 26/2016 kam auf 807.803 Exemplare, davon 52.880 E-Paper. Der 12-Monats-Durchschnitt des Spiegels im Einzelverkauf von rund 227.000 Einzelverkäufe wurde vom Brexit-Heft weit übertroffen, der 3-Monats-Durchschnitt von ca. 213.000 noch deutlicher. Nur drei Spiegel-Ausgaben verkauften sich in diesem Jahr besser.

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Ein – gemessen am Einzelverkauf – schwaches Heft war der stern Nr. 26. Die Titelgeschichte „Trennungskinder“ ließ an Kiosken, in Supermärkten, Bahnhöfen, an Tankstellen oder Flughäfen lediglich 160.601 Käufer zugreifen, was ein Minus gegenüber der schon schwachen Vorwoche von rund 24.000 Exemplaren bedeutet. Im Gesamtverkauf lag der stern bei 684.203 Exemplaren, darunter 16.680 E-Paper.

Den Focus-Machern dürften die neuesten Verkaufsergebnisse ebenfalls Sorgen machen, landete das Fakten-Magazin mit Ausgabe 26 bei äußerst dürftigen 53.719 Exemplaren im Einzelverkauf. Damit ging es im EV gegenüber der Vorwoche um rund 4.000 Exemplare nach unten. Wie beim stern wurde auch beim Focus Nr. 26 der EV-Durchschnittsverkauf der letzten 12 Monate (72.500), bzw. drei Monate (65.200) klar unterschritten. Der Gesamtverkauf lag bei 468.644 Exemplaren, davon 25.132 E-Paper.

Mit unserem Cover-Check-Tool können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

 

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Alle Kommentare

  1. Wann wird Merkel endlich auf den Titel gehievt? Eine kritische Analyse ihrer verheerenden Bilanz wäre angebracht, dann würde ich mir sogar den Spiegel mal wieder kaufen.

  2. Wir leben in Zeiten, von denen insbesondere der „Spiegel” profitieren sollte, auch wenn zuletzt manche Ereignisse unpraktisch auf letzte Wochentage fielen. Brexit, Türkei, Terror, entgrenzte Individuen, Flüchtlingskrise sind klassischer Lese- und Analysestoff. Wann, wenn nicht jetzt, kann verlorenes Terrain zurückgewonnen werden? Die Titelentscheidung, von der die Rede ist, könnte ein Signal sein, dass es im Rahmen des Möglichen aufwärts geht. Ohnehin wird das Blatt in vielen Foren m.E. unangemessen niedergemacht. Das verstärkt den Eindruck, als läsen es viele Kritikaster gar nicht — womit nicht bestritten werden soll, dass noch sehr viel, wie man so sagt, „Luft nach oben” ist.

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