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Apple vor einer Bilanz des Grauens: Größter Quartalseinbruch seit 13 Jahren erwartet

Apple-CEO Tim Cook muss mitansehen, wie sein Konzern von der Börse abgestraft wird
Apple-CEO Tim Cook muss mitansehen, wie sein Konzern von der Börse abgestraft wird

Heute um 22.30 Uhr deutscher Zeit müssen Apple-Aktionäre tapfer sein: Wenn der Techpionier seine Geschäftsbilanz für das abgelaufene Quartal vorstellt, wird in dem Zahlenwerk wenig zu finden sein, was nach Apple aussieht. Tatsächlich dürfte die Quartalsbilanz die tiefe Krise offenlegen, in die Apple unter Tim Cook geschlittert – bis auf die iTunes-Unit befinden sich alle Konzernsparten im steilen Abwärtstrend.

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Knapp fünf Jahre nach dem Tod des legendären Gründers Steve Jobs befindet sich Apple nach praktisch jeder Lesart im rasanten Rückwärtsgang. Apple im Sommer 2016: Das ist ein Konzern, der große Probleme hat, mit der ruhmreichen Vergangenheit.

Vor drei Monaten bereits trauten viele Apple-Fans und Aktionäre ihren Augen nicht: Der Konzern vermeldete den ersten Absatzrückgang des Kassenschlagers iPhone und damit verbunden einen saftigen Umsatz- und Gewinneinbruch.

Wall Street rechnet mit Einbruch des Gewinns um 25 Prozent

Wenn Apple heute um 22.30 Uhr sein neustes Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorstellt, dürfte alles noch viel schlimmer kommen. Der zweistellige Einbruch bei Erlösen und Erträgen ist bei Analysten längst Konsens – so tief ist der Techpionier der Wall Street bereits gefallen.

Mit Umsätzen von nur noch 42 Milliarden und einem Gewinn je Aktie von 1,38 Dollar rechnet die Wall Street für den Dreimonatszeitraum von Anfang April bis Ende Juni – ein Absturz von 15 Prozent bei Erlösen und gar 25 Prozent beim Nettogewinn. Das entspricht dem größten Einbruch, den Apple in einer Bilanz seit 2003 vermelden musste.

Die iPhone-Erfolgsstory ist zu Ende  – Absatz-Minus von bis zu 20 Prozent erwartet

Der Grund für den Absturz ist schnell gefunden: Das iPhone schwächelt. Neun Jahre lang war der Kassenschlager aus Cupertino der Garant für das Wachstum des iKonzerns – mit der Einführung des iPhone 6s im vergangenen Jahr riss jedoch die Erfolgsserie. Apples Smartphone entwickelt sich von Modell zu Modell längst nicht mehr so rasant weiter wie noch bei früheren Generationen, während iPhone-Benutzer an ihrem Gerät länger festhalten.

Die Folge: Die iPhone-Erfolgsstory endet mit einem großen Einbruch. Mit nur noch zwischen 38 bis 42 Millionen verkauften iPhones rechnen Analysten im abgelaufenen zweiten Kalenderquartal, das bereits dem dritten von Apples Fiskaljahr entspricht – ein Minus von 12 bis 20 Prozent wird erwartet.

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Auch Mac und iPad-Verkäufe brechen ein

Bitter für Konzernchef Tim Cook ist nicht nur die Abhängigkeit vom langjährigen Erfolgsgaranten, sondern auch die Schwäche des restlichen Geschäfts — Apple erodiert in praktisch allen Bereichen.  Selbst die älteste Konzernsparte, die Mac-Division, die sich in den vergangenen Jahren noch so solide entwickelt hatte, dürfte weitere 9 Prozent an Umsatz eingebüßt haben, schätzen Analysten.

Der Kern von Apples Wachstumsproblem offenbart: Die beiden neusten Produktkategorien iPad und Apple Watch befinden sich in freiem Fall. Apples Tablet muss seit mehr als drei Jahren happige Umsatzrückgänge hinnehmen und dürfte im laufenden Quartal nochmals um 15 Prozent verloren haben.

Apple Watch-Verkäufen halbieren sich nach einem Jahr schon wieder

Vom Hoffnungsträger Apple Watch haben sich Cupertinos Fanboys bereits nach zwölf Monaten wieder abgewendet, wie Marktforscher IDC vergangene Woche in einer ernüchternden Studie zum zweiten Quartal bereits vorwegnahm.

Die Apple Watch Absätze haben sich binnen eines Jahres bereits wieder mehr als halbiert, während der Rest der Smartwatch-Branche solide zweistellige Zuwächse verbucht.  In anderen Worten: Apple ist es nie gelungen, einen veritablen Nachfolger für seinen Kassenschlager iPhone zu finden.

Ausgerechnet die viel kritisierte Servicesparte soll es nun richten. Angetrieben durch die zusätzlichen Erlöse von Apple Music, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab, könnte Tim Cook  wenigstens einen Geschäftsbereich mit Zuwachs  ausweisen. Es dürfte das einzige Highlight in einer Bilanz des Grauens werden.

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Alle Kommentare

  1. Ja, schon echt bitter für Apple: nur 7,8 Milliarden Dollar Gewinn und Aktie um 7 Prozent gestiegen nach Verkündung der Ergebnisse….

  2. Ach ja, als Apple User seit 1984 stimmt mich die Entwicklung traurig.
    Abgesehen von toller Optik, solider Produktionsqualität und der besten Marketing Abteilung der Welt schwächen halt alle Geräte in Sachen Leistung.
    Ich konnte mir nie ein iPhone zulegen, weil die einfach immer zu begrenzt in ihren Fähigkeiten waren und dafür aber das doppelt kosteten.
    (Stichworte: Akkulaufzeit, Speichererweiterung, Wasserdicht, USB, usw.)

    Dazu kommt noch böswillige Verarsche – nehmen wir z.B. mal die MacBooks:
    Keinerlei Auf- Umrüsten möglich. Zu wenig Speicher gekauft oder HD, bzw. SSD doch zu klein? Dumm gelaufen, dann musst du wohl ein neues Book kaufen – die 15″ habe jetzt alle schon 16GB Arbeitsspeicher! Und weil es so schön ist kann mann sogar die SSD von 256 GB für sagenhafte ca. 950,-€ auf 1TB aufrüsten! Zu teuer, na dann nimm halt 512 GB für nur 340,-€.
    Selbst gute Bastler raten davon ab, in Eigenarbeit an den Books rum zu schrauben weil Apple absichtlich Fallen eingebaut hat, die unfallfreies Basteln fast unmöglich machen (siehe diverse Foren).
    Toll! So verjagt man früher oder später sogar hardcore Sektenmitglieder.

    Wir habe gerade noch ein Pro Book der Vorgänger Generation gebraucht gekauft, den Speicher auf 16GB erhöht (80,-€) und eine 480GB SSD eingebaut (120,-€) und erfreuen uns an dem eingebauten Laufwerk, dem Audiointerface, allen üblichen Anschlüssen inkl. USB3 und der Tatsache, dass wir es einfach reparieren können wenn etwas kaputt gehen sollte.
    Ach ja, gekostet hat das zusammen fast genau 1000,-€ und es ist auch ca. 3/4 so schnell wie ein neues.
    Letztlich entspricht das einer Apple SSD Erweiterung mit kostenlosem Pro Book samt Laufwerk, etc. drumrum.
    Warum könnte also der eine oder andere Kunde kein neues Book kaufen wollen – Herr Cook?

    Also, Tim, ruf mich mal an und ich verrate Dir wie Du innerhalb kürzester Zeit wieder nach Vorne kommst. Hier schon mal mein kleiner Tip zum Thema iPhone: Akkulaufzeit, Speichererweiterung, Wasserdicht, USB, usw. um zumindest auf den heutigen High End Standart der Konkurrenz zu kommen – weiterführende Tips gebe ich nur gegen Bezahlung.

  3. Alle Quartale wieder kommt Herr Jakobsen und schreibt Apple in den Untergang. Dabei die beliebtesten Phrasen sind: Freier Fall, Bitter, erodieren u.s.w.

    Tatsächlich ist es so dass es einfach ein Marktsättigung gibt, soweit so normal Das die Apple Watch schon wieder 50% weniger verkauft wird während die anderen „2-stellig solide“ wachsen (was auch von 5 auf 11 Prozent heißen kann, wissen wir stand heute nur aus ungesicherten Quellen. Ach würde doch Apple endlich einmal Werbung bei Holtzbrinck Medien schalten (kleiner Scherz ;.)

    1. Der Einschätzung von Alangasi kann man sich anschließen bis auf die Tatsache, dass von N. J. nicht nur jedes Quartal, sondern neuerdings jede Woche der Apple-Untergang beschworen wird. Dem Autor fehlt eine Eigenschaft, die guten Journalismus von tendenziöser Berichterstattung (im Volksmund Lügenpresse genannt) unterscheidet: Recherchieren statt Räsonieren. Statt einer ganzheitlichen Darstellung fischt N. J. nur die ihm genehmen Punkte aus einem großen Faktenmeer heraus. Als Medienwissenschaftler scheint er augenscheinlich weder solide handwerkliche journalistische Fähigkeiten noch fundierte ökonomische Kenntnisse zu besitzen. Deshalb wird er wohl nie über die Stufe des Presse-Prekariats herauskommen.

    2. Nein, es werden Fakten genannt. Wie würden Sie den größten Bilanz-Einbruch in 13 Jahren nennen, bei dem Umsätze und Gewinne zweistellig fallen? Und wenn die Apple Watch-Verkäufe nur ein Jahr nach der Einführung schon wieder um 55 % einbrechen, dann ist das der Inbegriff eines „freien Falls“ oder einer „Erosion“.

      1. Fakten sind das eine und wir sehen ja auch heute wieder wie an für sich „schlechte“ Zahlen aufgenommen werden. Der Markt erkennt an das dass Cooksche Versprechen „Dienstleistung“ eben doch aufgeht. Ein Aspekte den im deutschsprachigen Raum so keiner auf dem Zettel hatte. Und das die Bäume nicht in den Himmel wachsen ist doch auch klar. Was soll Apple machen? Billig wollen und können sie nicht. Technisch ist das Zeug schon so ausgereift das wir alle eine Glasscheibe als Hochleistungscomputer haben. Dazu kommt eine Softwareumgebung die sicher, flott und immer up to date ist. Marktplätze die versuchen für alle Beteiligten einigermaßen faire Bedingungen herzustellen. Alles Dinge die man sich vor 10 Jahren in seinen feuchtesten Träumen nicht vorstellen konnte.
        Das die Applewatch im ersten Aufschlag nicht der Kassenschlager wird wusste Apple bevor sie das Gehäuse designt haben.
        ABER: Der Grundstein ist gelegt und mit einer neuen Displaytechnik und einem schwung Sensoren wird das schon ein dickes Baby. Und das alles wissen die Typen bei Apple länger als sie und ich.
        Und zur Aktie: Apple ist seit langem ein Zykliker und eigentlich zum zweiten Mal auf dem Weg vom Grow zum Value Wert.
        Eigentlich alles Aspekte in denen Sie sich vielbesser auskennen als ich und die sie auch textlich tausendmal besser darstellen können als ich. Aber warum immer diese Untergangsduktus? In dem Medien wird generell schlecht und viel zu viel substanzlos über Apple geredet, meine Vermutung ist da wirklich die Anzeigenabstinenz. Wir bräuchten hier wirklich mal jemand der sich mit denn beide Polen Markt und Technik kritisch aber fair, begeistert aber gelassen auseinandersetzt. Und nicht so tut also ob Apple kleine Kinder ausbeutet, Milliarden ergaunert und Technik hat die 10 Jahre hinter der Zeit sind. Nix davon ist nämlich war ;.)

  4. Das verwundert ja nicht. Es gibt seit langem keine Innovationen und ein iPhone hat mittlerweile auch jeder.

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