„Ein Fehler, den wir bedauern“: Geo machte Werbung für Kopp-Verlag und erntet Shitstorm

„Dies war ein Fehler, den wir bedauern.“, entschuldigt sich das GEO Magazin für die Kopp-Werbung.
"Dies war ein Fehler, den wir bedauern.", entschuldigt sich das GEO Magazin für die Kopp-Werbung.

Ein Teil der Abo-Auflage des Geo Magazins wurde mit einer Werbebeilage des umstrittenen Kopp-Verlags ausgeliefert. Das Blatt von Gruner + Jahr hat sich nun für den "Fehler, den wir bedauern" auf Facebook entschuldigt – in der Kommentarspalte hagelt es trotzdem massenhaft Kritik.

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Der Kopp-Verlag mit Sitz im beschaulichen Rottenburg am Neckar hat eine etwas andere Sicht auf die Welt. Der Verlag ist ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker und ausgemusterte Medienfiguren mit wirren Thesen – in deren Publikationen auch konsequent Ängste durch Überfremdung und Zweifel an traditionellen Medien geschürt werden. Und das Geo Magazin von Gruner + Jahr hat dafür die Werbetrommel gerührt. Bei Kopp publiziert u.a. der ehemalige FAZ-Journalist Udo Ulfkotte seine Bücher wie „Gekaufte Journalisten“ oder „Mekka Deutschland“.

So wurde ein Teil der Geo-Abo-Auflage vom Mai 2016 mit einer Werbebeilage des Kopp-Verlags ausgeliefert. „Dies war ein Fehler, den wir bedauern.“, entschuldigt sich nun das Wissenschafts-Magazin auf seiner Facebook-Seite. Und stellt klar: „Die Veröffentlichungen des Kopp-Verlages widersprechen in wesentlichen Aspekten dem Anspruch und den Überzeugungen von Geo. Wir hatten uns daher gleich nach Erscheinen der Beilage entschieden, in Zukunft keine Werbung des Kopp-Verlags mehr zu verbreiten.“


Für viele Leser kommt die Entschuldigung aber offenbar zu spät – und die Erklärung scheint für viele auch eher eine halbgare zu sein. Die Kommentarspalte glüht vor Kritik – ein Leser fragt außerdem verwundert, was Geo-Titel umgekehrt im Shop des Kopp-Verlags zu suchen hätten:

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Alle Kommentare

  1. Wer übrigens nicht auf ein gutes Wissensmagazin verzichten möchte, aber Geo wegen dessen teilweise vorhandenen ideologischen Ballastes nicht mehr lesen will, kann auch zum „Terra Mater Magazin“ greifen. Ich verstehe auch nicht, warum sich Geo nicht auf seine Kernkompetenzen wie die Weitergabe von naturwissenschaftlichem Wissen beschränkt, sondern letztlich auch Politik macht. Und das schreibt jemand, der seit der Erstausgabe von Geolino im Jahr 1996 eigentlich immer gerne diese Hefte gelesen hat. Ja, ich bin enttäuscht.

  2. Das ist Deutschland 2016: Die Systempresse schasst auf Zuruf der Regierenden alle Andersdenkenden im vorauseilenden Gehorsam, tritt damit die Pressefreiheit mit Füßen und eine Stasi-IM durchforstet im Auftrag des Propagandaministers das Internet. Es ist furchtbar…

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