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„Spiel des Jahres“-Wahl: Wie eine „Expertin“ im Deutschlandradio Kultur für das Produkt ihres Mannes warb

„Codename“ ist das „Spiel des Jahres geworden“ – eine Expertin empfahl im Deutschlandradio Kultur aber lieber das Spiel ihres Mannes
"Codename" ist das "Spiel des Jahres geworden" – eine Expertin empfahl im Deutschlandradio Kultur aber lieber das Spiel ihres Mannes

Die Wahl auf das "Spiel des Jahres" ist gefallen. Die für die Branche so wichtige Auszeichnung ging in diesem Jahr an das Sprachspiel "Codenames". Die vom Deutschlandradio Kultur so geschätzte "Expertin" Christina Valentiner-Branth fand das gar nicht gut. "Codenames" garantiere keinen Spielespaß für die ganze Familie. In der Kindersendung "Kakadu" erklärte sie, dass eine andere Produktion viel besser sei – zufällig war an dieser ihr Ehemann beteiligt.

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Christina Valentiner-Branth ist „böse“. Aber richtig. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie, und vom Deutschlandradio Kultur als Spiele-Expertin bestimmt, ist verärgert über die Verleihung des „Spiel des Jahres“. Die von einer Jury bestimmte Auszeichnung, die es bereits seit über 30 Jahren gibt, ist in der Spielebranche besonders wichtig. Ein Spiel mit der Auszeichnung auf dem Karton hat größere Chancen im Kaufhaus aus den Regalen gegriffen zu werden. Ein Spiel des Jahres soll Spaß für die ganze Familie bedeuten. Doch „Codenames“, so der diesjährige Gewinner, täte dies eben nicht – ganz einfach, weil es zu kompliziert sei. Bei „Codenames“ müssen Begriffe in nur einem Wort erklärt werden. Das Spiel ist erst für Kinder ab 14 Jahren empfohlen, darüber hinaus sind drei weitere Mitspieler notwendig.

Valentiner-Branths Rezension klingt schlüssig – hätte der weitere Verlauf der Sendung kein „Geschmäckle“. Die „Expertin“ warnt nämlich: „Finger weg vom diesjährigen ‚Spiel des Jahres‘, wenn ihr eine Familie seid.“ Stattdessen empfiehlt sie eine andere Produktion: „Karuba“. Auf dieses Spiel hätten sowieso die meisten Experten gewettet.  Valentiner-Branth vermutlich besonders. Wie das Bildblog dokumentiert, ist an „Karuba“ nämlich jemand beteiligt, den sie besonders gut kennt – ihr Ehemann. Darauf hingewiesen wird in der Kindersendung des Deutschlandradio Kultur nicht

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Worauf der Sender aber hinweist: Selbstverständlich sendet das Deutschlandradio Kultur – ganz im Sinne des öffentlich-rechtlichen Systems – völlig werbefrei. Offensichtlich aber nicht frei von Schleichwerbung. Diese erkennt die Anstalt offenbar nicht, wie sie dem Bildblog erklärt: Balentiner-Branth habe das Deutschlandradio Kultur über die Tätigkeit ihres Mannes informiert. Er sei aber lediglich als Redakteur an der Entwicklung beteiligt gewesen. Weshalb das kein Grund für Transparenz ist, erklärt der Sender offenbar nicht. Man habe „keinerlei Anzeichen von Schleichwerbung o.ä. gesehen oder auch beabsichtigt. Insofern haben wir kein Problem darin gesehen, sie als Kritikerin für die Preisverleihung ‚Das Spiel des Jahres‘ zu befragen.“

 

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Alle Kommentare

  1. Hoffentlich erkennt die Redaktion von DLF Kultur noch, dass die Spiele-Empfehlung aus persönlichen Gründen entwertet ist.
    Den Einwand von „Schwabenpfeil“ finde ich sehr wichtig. Was „Rudi“ da aufführt ist für mich nichts als pauschale Schelte ohne Beleg.
    Aber:
    Heißt die gute Frau Expertin jetzt „Valentiner-Branth“ oder „Balentiner-Branth“? Die Korrekturleserei bei MEEDIA ist unter aller Kanone!

  2. Wer die Methoden kennt mit denen im Zwangsgebühren finanzierten Rundfunk Interviewpartner händeringend gesucht werden, der wundert sich nicht mehr.
    Keiner will mehr mit der Systempresse sprechen, da bleiben nur die „Experten“ mit eigenem wirtschaftlichen Interesse. Hauptsache der Beitrag steht.

    1. @Rudi: Schleichwerbung mit persönlichem Hintergrund ist Käse, keine Frage. Aber sie ist mit Sicherheit kein Alleinstellungsmerkmal des öffentlich rechtlichen Rundfunks – möchte wetten, dass das bei Privatsendern noch viel häufiger vorkommt, da dort die Verquickung wirtschaftlicher Interessen oft noch viel direkter gegeben ist. Und was diese Sache nun wieder mit „Systempresse“ zu tun haben soll, versteht auch nur, wer zu viel im Pegida-Sumpf unterwegs ist …

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