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Füller-Überschrift: Rhein-Zeitung-Chef Lindner stinksauer über Hohlspiegel-Erwähnung

Findet den Hohlspiegel hohl: RZ-Chefredakteur Christian Lindner
Findet den Hohlspiegel hohl: RZ-Chefredakteur Christian Lindner

Der Hohlspiegel im Spiegel ist ein bei Journalisten eine ebenso beliebtes wie gefürchtete Rubrik, die so lange zum Schmunzeln anregt, bis man selbst darin auftaucht – beziehungsweise eine eigene Überschrift. Diesmal hat der Spiegel aber eine Zeile gedruckt, dessen Macher nicht beschämt, sondern stattdessen sauer ist: Es geht um eine Füllfederheadline von Rhein-Zeitung-Chef Christian Lindner.

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Seit Jahrzehnten druckt das Magazin im Hohlspiegel sprachliche Fehlleistungen anderer Medien ab und mahnt damit indirekt zu mehr Sorgfalt im Journalismus. Vielleicht hätte dieses Mal der Spiegel selbst sorgfältiger abwägen sollen, ob eine beanstandete Zeile wirklich verunglückt ist. Es geht um eine Headline der Rhein-Zeitung. Unter der Überschrift „Füller wird zum Auslaufmodell“ schrieb das Blatt über eine Abstimmung an einer Schule, dessen Schüler die Füllfederhalter-Pflicht abwählten. Beim Spiegel fand man diese Zeile nicht genial, sondern offenbar eher genial daneben. Vielleicht hatte aber auch der Hohlspiegel-Redakteur vom Dienst einfach einen Tag, an dem Wortwitz bei ihm keine Chance hatte.

Mit der Aufnahme der eigentlich doch ganz intelligenten, weil mehrdeutigen Headline in den aktuellen Hohlspiegel ist vor allem einer nicht zufrieden: Rhein-Zeitung-Chefredakteur Christian Lindner. Die Fehlleistung liege in diesem Fall nicht bei ihm oder seiner Redaktion, sondern beim Spiegel selbst. Bei Facebook geht er mit dem Magazin ins Gericht. „Eure Mischung im ‚Hohlspiegel‘ stimmt einfach nicht mehr: Ihr presst dort gleichsam faule Äpfel und feinste Birnen aus deutschen Printlanden in eine Kiste.“ Das Problem habe der Journalist nicht erst mit dem Abdruck seiner Headline identifiziert, sondern bereits seit „geraumer Zeit“.

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Dass der Chefredakteur wirklich sehr verärgert ist, macht er am Ende des Postings mit einem Seitenhieb auf die Führungsprobleme beim Spiegel deutlich: „Klar, Ihr beim Spiegel habt derzeit wahrlich andere Probleme. Aber vielleicht testet Ihr mal, Euch auf neue Auswahlkriterien für den Hohlspiegel zu verständigen? Das dann erzeugte Einigkeitsgefühl hilft Euch vielleicht auch bei anderen Denk-, Diskussions- und Entscheidungsprozessen.“ Da wird es für den Social Media-affinen Regionalblattmacher doch eigentlich höchste Zeit für ein Hohlspiegel-Watchblog.

 

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Alle Kommentare

  1. Nur für die Redaktion (damit gebe ich meinen Korrekturjob hier auf): „Diesmal hat der Spiegel aber eine Zeile gedruckt, deren Macher …“ STATT: „dessen Macher“

  2. Nachklapp für die Redaktion: „Der Hohlspiegel im Spiegel ist bei Journalisten eine …“ STATT: „Der Hohlspiegel im Spiegel ist ein bei Journalisten eine …“ Bitte!

  3. Nur für die Redaktion: „eine ebenso beliebtes wie gefürchtete Rubrik“ bitte korrigieren in „beliebte“ Rubrik!

  4. Liebe Meedia-Redaktion, Inhalt ist wichtig, Grammatik aber auch. Besser als „Zeile, dessen Macher“ wäre „Zeile, deren Macher“ und statt „Schule, dessen Schüler“ würde ich “ Schule, deren Schüler“ bevorzugen. ?

  5. Zitat: Bei Facebook geht er mit dem Magazin ins Gericht. „Eure Mischung im ‚Hohlspiegel‘ stimmt einfach nicht mehr: Ihr presst dort gleichsam faule Äpfel und feinste Birnen aus deutschen Printlanden in eine Kiste.“ Das Problem habe der Journalist nicht erst mit dem Abdruck seiner Headline identifiziert, sondern bereits seit „geraumer Zeit“.

    Ja wassn, sowas nennt irgendwatt-mid-meedien-Typen ein Smoothie

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