Anzeige

Neue Spekulationen um Umzug von Gruner + Jahr: Wird der stern Nachbar des Spiegel?

Verlagsgebäude von Gruner + Jahr: ein Immobilien-Filetstück am Hamburger Hafen, das möglicherweise demnächst den Besitzer wechselt
Verlagsgebäude von Gruner + Jahr: ein Immobilien-Filetstück am Hamburger Hafen, das möglicherweise demnächst den Besitzer wechselt

Für die Mitarbeiter des Hamburger Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr ist es ein Dauerthema. Seit mehr als einem Jahr kursieren Gerüchte, wohin der Verlag ziehen könnte. Nun gibt es neue Spekulationen. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts könnte G+J im Quartier Am Lohsepark eine neue Heimat finden. Ein Standort, der nur einen Steinwurf vom Spiegel an der Ericusspitze entfernt liegt.

Anzeige
Anzeige

Es ist ein Hingucker am Hamburger Hafen und erinnert an einen großen Ozeanriesen – das Verlagsgebäude von Gruner + Jahr am Baumwall. Es besteht aus einem Stahlbeton-Korsett und ist mit Zinkblech verkleidet, eingearbeitet sind Relinge und Bullaugen. Sie verstärken die maritime Anmutung.

Doch der Gruner + Jahr-Mutterkonzern Bertelsmann will sich von dem Prestigegebäude trennen. Bereits seit knapp einem Jahr verhandelt das Unternehmen mit der Stadt über einen Verkauf. Doch bislang ist nichts passiert. Möglicherweise liegt dies an den Preisvorstellungen. Rund 200 Millionen Euro sollen die Güterslohern für den Gruner + Jahr-Komplex verlangen, heißt es. Ein hübsches Sümmchen. Doch das ist nicht das einzige Problem. Denn ungekärt ist weiterhin, was aus dem bisherigen Gruner-Gebäude werden soll. Die Stadt Hamburg jedenfalls müsste neben der Kaufsumme on Top wohl noch einen erheblichen Betrag in die Renovierung stecken, um das nicht denkmalgeschützte Gebäude weiter zu nutzen – ob für universitäre Zwecke oder als Start-up-Schmiede für junge Medienunternehmen.

Doch der Verkauf ist eine Sache. Ungeklärt ist auch, wohin Gruner + Jahr mit seinen Mitarbeitern zieht. Nun gibt es neue Spekulationen. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts soll das Unternehmen an das Quartier Am Lohsepark wechseln. Der Standort liegt nur einen Steinwurf entfernt vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel, der an der Ericusspitze seinen Sitz hat. Angeblich soll die Stadt Gruner + Jahr entsprechende Flächen angeboten haben. „Wir äußern uns zu laufenden Verfahren nicht“, erklärt ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) gegenüber MEEDIA und verweist auf Gruner + Jahr. Dort war ein Unternehmenssprecher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Anzeige

Sollte Gruner + Jahr tatsächlich den Standort neben dem Spiegel-Hochhaus beziehen, wird der Umzug wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Denn das Verlagsgebäude müsste erst gebaut werden. Im Gespräch ist seit Längerem, dass diese Aufgabe ein Projektentwickler übernimmt und Gruner + Jahr ledglich als Mieter in das neue Gebäude zieht. Die Errichtung des Bürokomplexes wird aber ein bis zwei Jahre dauern, heißt es in Branchenkreisen. Doch das neue G+J-Gebäude wird vermutlich nicht mehr so pompös ausfallen wie am Baumwall. Denn die Zeiten sind vorbei, wo sich Medienunternehmen teure Residenzen in Toplagen leisten wollen. Rückläufige Auflagen und sinkende Vermarktungserlöse drücken auf die Ertragslage.

Fraglich ist ohnehin, welches Gewicht Bertelsmann-Chef Thomas Rabe dem norddeutschen Standort innerhalb des Konzerns einräumt. Ob die neue CP-Einheit Territory oder der Vermarktungs-Koloss Ad Alliance – die Gütersloher hätten zwar genügend Möglichkeiten, Personal von anderen Einheiten (Medienfabrik in Gütersloh, IP Deutschland in Köln) nach Norddeutschland zu verlagern. Doch das wird kaum geschehen. Denn vor allem Konzernspitzen wie die RTL Group-Chefin Anke Schäferkordt werden alles tun, um ihr Personal am angestammten Sitz zu halten. Schäferkordt will sicherlich in der Belegschaft von IP Deutschland keine Unruhe auslösen, um die Vermarktung zu belasten. Auch die Medienfabrik wird es kaum riskieren, Personal nach Norddeutschland zu verlagern. Zu verankert ist das Unternehmen in seinen Strukturen in der Provinz.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*