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Neues Vertragsangebot: ZDF will mit Jan Böhmermann verlängern, sieht seinen Platz aber bei ZDFneo

Jan Böhmermann
Jan Böhmermann

Das ZDF will weiter mit Jan Böhmermann zusammenarbeiten und seinen Vertrag entsprechend verlängern. "Das Hauptfundament von Jan Böhmermann sehe ich nach wie vor bei ZDFneo, weil er dort seine Marke nicht aufweichen muss, er kann so bleiben, wie er ist", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Freitag in Mainz.

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„Wir führen Gespräche mit ihm, ob man da noch etwas mehr machen kann und in welcher Form man ihn auch im Hauptprogramm präsentieren könnte.“ Er halte Böhmermann für einen „außerordentlich begabten Moderator und Comedian“, der ein Publikum anspreche, das das ZDF sonst nicht so schnell erreiche.

Um das „Schmähgedicht“ des TV-Satirikers und Grimme-Preisträgers über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte es in den vergangenen Monaten einigen Wirbel gegeben. Böhmermann hatte es in seiner Show „Neo Magazin Royale“ im März vorgetragen. Es handelt unter anderem von Sex mit Tieren, Kinderpornografie und transportiert Klischees über Türken. Die Staatsanwaltschaft Mainz prüft rund 1500 Anzeigen gegen Böhmermann oder ZDF-Verantwortliche wegen Beledigung und rechnet mit „nicht mehr vielen Monaten“ bis zur Entscheidung über eine mögliche Anklage. ZDF-Intendant Bellut sagte: „Das warten wir wirklich gelassen ab.“ Das Hamburger Landgericht hatte Böhmermann untersagt, große Teile seines Gedichts öffentlich zu wiederholen.

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Bellut verteidigte den Schritt des Senders, den kritisierten Beitrag aus der Mediathek zu entfernen, Böhmermann aber zugleich Rechtsschutz im Konflikt mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan zu gewähren. Die Programmstandards des ZDF seien in der Ausgabe des „Neo Magazin Royale“ vom 31. März verletzt worden. „Satire ist wichtig, aber nicht dazu da, Staatskrisen auszulösen“, sagte Bellut.

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Alle Kommentare

  1. „und in welcher Form man ihn auch im Hauptprogramm präsentieren könnte“

    Steht da gerade —extrem verschwurbelt— man will ihn aus dem ZDF Hauptprogramm verbannen?

    —————————
    Etwas korrekter wäre übrigens: Böhmermann hat sich-stets-distanzierend ein Schmähgedicht vorgetragen (das ist das Gegenteil von „zu Eigen machen“), als Beispiel dafür, was man nicht sagen darf.

    Denkbar kurioserweise findet sich dieses Gedicht nun vollständig auf den PR-Seiten der Justiz Hamburg, ebenfalls mit dem einleitenden Hinweis, was alles nicht gesagt werden darf… oder offenbar (q.e.d.) doch, nur eben „nicht zu Eigen gemacht“?

    Jetzt schon eine sensationelle Glanzleistung von „Richterin“ Simone Käfer ( mehr zu dieser Dame siehe auch ➝ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-129737050.html )

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