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Neue Geschäftsstruktur, Ausgliederungen, Personalabbau: Jahr Top Special Verlag wird künftig von einer Doppelspitze geführt

Alexandra Jahr und Lars Patzke bauen den Jahr Top Special-Verlag um
Alexandra Jahr und Lars Patzke bauen den Jahr Top Special-Verlag um

Die Verlegerin Alexandra Jahr stellt den Jahr Top Special Verlag neu auf. Ihr Reich an Spezial-Interest-Titeln wie "Blinker" oder "Golf" gliedert sie künftig in sechs selbstständig agierende Geschäftseinheiten, die wie Profitcenter geführt werden. Zentrale Bereiche wie Disposition, IT und Grafik werden ausgegliedert. Zudem wird das Hamburger Printhaus künftig von einer Doppelspitze geführt.

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Jahrelang leitete Alexandra Jahr, Enkelin des Gruner +Jahr-Gründers John Jahr senior, als geschäftsführende Gesellschafterin den Jahr Top Special Verlag in Eigenregie. Doch damit ist jetzt Schluß. Wie MEEDIA erfuhr, wurde Verlagsleiter Lars Patzke zum Geschäftsführer berufen – und dies bereits seit Mai. Damit hat das Traditionsunternehmen mit Sitz in Hamburg Eppendorf erstmals eine Doppelspitze. „Wir führen das Unternehmen gemeinsam“, erklärt Patzke auf MEEDIA-Anfrage. Die beiden Geschäftsführer dürften sich aber die Aufgaben wohl aufteilen. Die Verlegerin Alexandra Jahr wird sich verstärkt um den journalistischen Bereich kümmern, Patzke um die kaufmännische Seite.

Und hier hat der ehemalige Gesamtvertriebsleiter des Spiegel-Verlags in den letzten Monaten bereits viel bewirkt. Denn fast unbemerkt der Öffentlichkeit hat er das 1971 gegründete Familienunternehmen neu ausgerichtet. Künftig ist das reichhaltige Reich an Special-Interest-Zeitschriften in die sechs selbstständig agierenden Geschäftsbereiche Angeln, Reiten, Jagen, Fliegen, Sport und Wasser & Foto gegliedert. Jeder Bereich wird von einem eigenen Unitleiter geführt, der das Profitcenter wirtschaftlich verantwortet. Er ist zudem für die Mitarbeiter in der Redaktion wie den Media Verkauf sowie Marketing/Kooperationen personell verantwortlich.

Damit verfolgt das Unternehmen ein ähnliches Modell wie das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr, das sein reichhaltiges Magazin-Portfolio in Communties of Interest gegliedert hat, also klar nach Lesern und Vermarktungs-Zielgruppen. Patzke: „Der Jahr Top Special Verlag schreibt seit Jahren schwarze Zahlen. Durch die neue Struktur schaffen wir die Basis, die Rentabilität weiter zu erhöhen“, sagt der Geschäftsführer.

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Bei den sechs Einheiten muss es aber nicht bleiben. Geplant sind Akquisitionen, um das Wachstum zu beschleunigen. „Wir schauen uns derzeit um, wie wir durch Zukäufe unsere sechs Units weiter ausbauen können. Möglich ist aber auch, dass wir weitere Einheiten durch Akquisitionen dazu gewinnen“, meint Patzke. Die neue Struktur hat bereits zu personellen Konsequenzen geführt. Business Development-Leiter Matthias Six, der mit Patzke die neue Struktur erarbeitet hat, wurde zum Leiter des Geschäftsbereichs Angeln berufen.
Vor diesem Hintergrund hat sich der Verlag von Thomas Mauz getrennt. Er war Chefredakteur von Angelmagazinen wie Blinker und Esox.

Wie Meedia bereits berichtete, sind von dem neuen Firmenkurs auch zentrale Bereiche betroffen. So wurde die Grafik- und die Anzeigenabteilung an externe Dienstleister ausgegliedert. Hinzu gekommen ist jetzt auch noch die IT. Durch die Maßnahmen fielen insgesamt 17 Stellen dem Rotstift betriebsbedingt zum Opfer. Dies entspricht rund 10 Prozent der gesamten Belegschaft des Jahr Top Special Verlags. Der Unternehmen publiziert unter anderem in Deutschland 27 Fachmedien – darunter Magazine mit Blinker, FliegenFischen, Angelwoche, Karpfen, Sauen und Golf. Verlegerin Alexandra Jahr führt das Familienunternehmen in zweiter Generation. Sie ist alleinige Anteilseignerin.

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Alle Kommentare

  1. Das war längst überfällig, jetzt wird der Verlag hoffentlich nicht mehr nach absolutistischer Gutsherrinnen-Art, sondern mit etwas Fachkenntnis geführt. Denn der Fisch stinkt…

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