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Reif für den Inselboten: Sechs Chefredakteure machen eine Woche Zeitung auf Föhr

Inselgruppe: Für eine Woche übernehmen unter anderem Wolfram Kiwit (li) , Michael Bröcker (ml.), Sven Gösmann und Stefan Kläsener (re.) den Inselboten von Föhr
Inselgruppe: Für eine Woche übernehmen unter anderem Wolfram Kiwit (li) , Michael Bröcker (ml.), Sven Gösmann und Stefan Kläsener (re.) den Inselboten von Föhr

So langsam macht sich ganz Deutschland auf in die Sommerferien. Das gilt in diesem Jahr auch für die gesamte Redaktion des kleinen Insel-Boten von Föhr. Ab 18.Juli dürfen die Lokal-Redakteure für eine Woche zuhause bleiben. Ihren Job übernimmt eine illustre Blattmacher-Bande von Chefredakteuren, die sich – aus Spaß an der Freunde – verabredet haben, um gemeinsam eine Lokal-Zeitung zu machen. Zu den prominenten Aushilfskräften gehören Michael Bröcker (Rheinische Post), Wolfram Kiwit (Ruhr Nachrichten) sowie dpa-Chefredakteur Sven Gösmann.

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Komplettiert wird die Reisegruppe von Jost Lübben von der Westfalenpost aus Hagen, Ralf Geisenhanslüke von der NOZ und Stefan Kläsener vom S:HZ, der im gewissen Sinne auch als Gastgeber fungiert, weil die kleine Inselzeitung zum Großverlag aus Flensburg gehört.

„Die Idee ist aus einer Runde von Pragmatikern entstanden“, erklärt Kiwit gegenüber MEEDIA die Entstehungsgeschichte der Feriensause. „Eine kleine Runde von Chefredakteuren trifft sich zwei Mal im Jahr, und dabei kam uns die Idee.“
Nach ein paar Monaten war ein gemeinsamer Termin gefunden und die Reise gebucht. Die Kollegen aus Wyk müssen sich jedoch keine Sorgen um ihren Job machen. „Es geht uns aber nicht darum zu zeigen, dass wir die besseren Lokal-Journalisten sind. Wir haben einfach alle mal wieder Lust, raus auf die Straße – oder genauer – den Strand zu gehen und zu berichten“, beruhigt Kiwit. „Wir gönnen uns jetzt einfach einmal diese Woche. Was dabei rauskommt, werden wir sehen. Sollte die Auflage sinken, muss der Kollege Kläsener das ja dann verantworten. Ich hoffe aber natürlich, dass die Auflage des Inselboten steigt.“

Die Auflage des Lokal-Blattes der Insel – 8360 Einwohnern und rund 200.000 Feriengästen pro Jahr – lag im Winter bei 2214 verkauften Exemplaren und im vergangenen Sommer bei 2810. Dank der Urlauber verkauft der Regionaltitel schon rund 450 Exemplare mehr. Der Inselbote ist einer von vier S:HZ-Titeln aus dem Kreis Nordfriesland und produziert ein bis drei Seiten pro Tag.

Kiwit geht schon einmal davon aus, dass ihm und seine Kollegen eine arbeitsreiche Woche bevorsteht. Zumindest glaubt er, dass es einiges zu erzählen geben wird. „Mal schauen, ob wir mit dem Platz auskommen, bei dem Mitteilungsbedürfnis der einzelnen Autoren. Zur Sicherheit setzte ich schon einmal ein Blog auf, in dem wir noch mehr über unser Insel-Abendteuer berichten werden.“

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Kläsener hofft sogar, den einen oder anderen Blattmacher überreden zu können, einen Kommentar für die überregionale Ausgabe beizusteuern. Langweilig wird den Chefredakteuren in ihrem selbstgewählten Aktiv-Urlaub sicher nicht.

Zudem werden die sechs von der Blattmacher-Bande auch auf allen sozialen Kanälen über ihr Print-Abenteuer von der Ferien-Insel berichten. So können auch alle daheimgebliebenen Kollegen sehen, wie sich ihre Chefs so auf dem platten Land an der Waterkant schlagen.

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Alle Kommentare

  1. Damit degradieren diese Herrschaften die Arbeit all ihrer Lokalredaktionen. Kein Fachwissen nötig, keine Ortskenntnis, keine Kontakte. Das macht der Altherren-Club im Handumdrehen. Bunte Abende inklusive! Schon jetzt der Wunsch an Herrn Kläsener, die Redaktion in Wyk auch in Zukunft mit sechs Leuten zu besetzen, damit es auch bei Fußvolk zünftig zugehen kann…

  2. wunderbare Idee. endlich mal Journalisten, die raus wollen und nicht von drinnen alles besser wissen. . . wenigstens so ungefähr. print sells.

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